Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Danke aber ein Tonband das nicht auf die Kritik (zu trocken, für Jugendliche die absolut nahe null Berührung mit denn meisten Punkten in solchen Programmen haben) dazu in meinen Post, die ich auf diese deine Aussage, die du genau so einen Post darüber ebenso bereits geschrieben hattest, eingeht, führt nur zum sich in Kreis drehen. ;)
Es kommt drauf an wie die Lehrer das vermitteln. ;)

Apropos Praxisbezug: ich wäre für einen verpflichtenden Hauswirtschaftsunterricht, in jeder Schule für jeden Schüler. Dazu gehören nicht nur das sauber machen und kochen, sondern auch einkaufen und richtig wirtschaften.
Könnten viele junge Menschen gebrauchen.
 
Apropos Praxisbezug: ich wäre für einen verpflichtenden Hauswirtschaftsunterricht, in jeder Schule für jeden Schüler.
Hatte ich damals, aber als AG :)

Politik hatte ich nicht mal als Fach, lediglich Geschichte, aber es war so pupstrocken, dass ich jedes Mal innerlich eingeschlafen bin und damit hast du vollkommen recht, dass so ein Unterricht didaktisch viel besser aufbereiten werden soll. Aber ich denke, dass sich dahingehend viel getan hat, wenn ich mir meinen Kumpel und Lehrer an einer Gesamtschule anschaue und wie er seinen Unterricht (Mathe und Geschichte) gestaltet. Vor allem ist es heute viel interaktiver, während es bei uns in den 90er nur frontal war, was natürlich auch das Einschlafen sehr gefordert hat^^
 
Sicher das es nicht unter einem anderen Namen war? Hier in Thüringen war es damals bei mir Sozialkunde sowie Wirtschaft und Recht. Je nach Bundesland kann es aber auch unter anderen Namen, wie z.B. Gemeinschaftskunde, daher kommen.
Richtig, grundsätzlich sollte es das eigentlich in jeden Bundesland geben, aber wo kämen wir hin wenn man auch nur bei der Bezeichnung nicht in jeden Bundesland, wie bei der gesamten Bildung in Deutschland, seine eigene Suppe kocht. ;)
 
Das eine ist das (theoretische) Wissen und das andere die Erfahrung. Natürlich hat ein 40 Jähriger mehr miterlebt als ein 16 Jähriger. Der 16 jährige kann aber trotzdem eine bessere Bildung haben.

Die KANN aber auch der 40-Jährige haben. Aber wir reden halt nicht über eine Einzelperson, bei der alles denkbar ist. Wir reden über den Durschnitt aller 16-Jährigen. Und die haben im Schnitt keine bessere politische Schulbildung als die 18-, die 22- oder die 40-jährigen. Wieso sollten sie auch? Die Schulen sind, dem Vernehmen nach, nicht besser geworden.
Was die 16-Jährigen aber im Schnitt weniger haben werden, ist private politische Bildung und Erfahrung. Einfach weil der durchschnittliche 16-Jährige sich nicht intensiver mit Politik beschäftigen dürfte, als der durchschnittliche 28-Jährige, aber letzterer das eben schon drei Legislaturperioden länger macht.

Ein ganz wichtiger Faktor bei einer mündigen Wahl ist zum Beispiel gesundes Misstrauen: Welche Partei hat in der letzten Wahl was versprochen? Was haben sie danach tatsächlich umgesetzt? Wo haben sie sich Koalitionären gebeugt? Bzw. in der Opposition: Wo haben sie den Finger auf die Wunde gelegt, wo haben sie Alternativvorschläge eingebracht? Haben sie die Probleme, die sie jetzt im neuen Wahlkampf für wichtig erklären, vorher schon einmal angesprochen oder erst letzte Woche von einer anderen Partei aus deren Programm geklaut, weil Wähler drauf abzufahren zu sein? Welche Partei hat eigentlich in der Vergangenheit die Fehler gemacht, die übehaupt erst zu den heutigen Problemen geführt haben?

DAS ist imho 50% dessen, was ein mündiger Bürger als Grundlage für seine Wahlentscheidung berücksichtigen muss. Und es erfordert ganz offensichtlich, dass man sich mit der vergangenen Politik mindestens einer, besser zwei bis drei Legislaturperioden beschäftigt. Natürlich kann das ein 16-Jähriger auch rein aus Hobby in seiner Freizeit machen und sich heute z.B. mal Westerwelles Wahlprogramm rauskramen und mit dem abgeleichen, was die FDP dann geleistet hat. Aber außer ein paar ganz wenigen Politiknerds beschäftigt sich doch niemand rückwirkend mit Politik. Man kann, wie gesagt, schon froh sein, wenn sich Wähler mit der Politik, die um sie herum geschieht, einigermaßen intelligent auseinandersetzen. Und zumindest in meiner Generation haben selbst die politisch aktivsten erst damit angefangen, als sie 14-15 waren. Das heißt "18" ist schon der frühstmögliche Zeitpunkt, aber dem jemand diesen "hat eine Legislaturperiode aktiv beobachtet"-Aspekt erfüllen kann. Bei den meisten ging der politische Aktivismus erst so mit 16-17 los, weil sich erst da der persönliche Horizont deutlich über "eigene Familie, Freundeskreis, Stadtteil", also über maximal kommunale Aspekte hinaus erweitert. Das heißt diese Leute sollten gemäß obiger Überlegung erst mit 20,21 das erste Mal wählen - was zufällig genau das Alter ist, dass bei einem Wahlrecht ab 18 rauskommt.

Die anderen 50% wäre dann, wie schon angesprochen, eine inhaltliche Beurteilung der in den Wahlprogrammen vorgeschlagenen, neuen Richtungen.

Auch da hilft Lebenserfahrung: Wer die 2008er Eurokrise mitgemacht hat, sieht die 2022er Inflation mit anderen Augen. Wer die 2015er Flüchtlingskrise mitgemacht hat, denkt anders über die Masse an Ukraine-Flüchtlingen. (Falls jetzt jemand einwenden möchte, dass die Syrien-Flucht ja wohl noch jedem in Erinnerung sein sollte: Nö, sorry. YOU are getting OLD, Boomer. Das langfristige Erinnerungsvermögen der meisten Leute setzt so im Alter von drei Jahren ein, das heißt für einen heute 16-Jährigen liegt "wir schaffen das" EIN DRITTEL seines gesamten bewussten Lebens in der Vergangenheit)
Und sowohl Euroraum als auch Fluchtbewegungen haben wiederum eine andere Bedeutung für jemandem, der in den 90ern erst Urlaub auf dem ehemals zum anderen Block gehörigen Balkan gemacht hat und dem ein Jahr später am italienischen Adriastrand die Kampfjets über die Rübe gedonnert sind.

Aber bei der Beurteilung solcher Fragen hilft auch Wissen. Und zwar sehr komplexes Wissen. Klimwandel und globalistische Ausbeutung von Entwicklungsländern werden heute vermutlich/hoffentlich genauso an der Schule gelehrt, wie zu meiner Zeit saurer Regen und die Folgen von Sozialismus. Aber nicht in der fünften Klasse. Sondern frühestens achte/neunte, die Feinheiten ggf. erst in der zehnten oder später. Und eben auch nur für Themen, die schon bei Erstellung der Lehrpläne rückblickend wichtig schienen.

Manipulation von Wahlen mittels sozialer Netzwerke? Chancen, Risiken, Voraussetzungen von und für Batteriemobilität? Auswirkungen von drei Jahren Pandemie auf Konsumverhalten und -potential einer Bevölkerung und Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung? Russischer Imperialismus im 21. Jhd.? Nichts davon steht heute auf Lehrplänen. Alles davon wären zentrale Themen, wenn heute Bundestagswahl wäre. Die Schulen vermitteln bestenfalls die nötigen Grundlagen, um solche Themen beurteilen können, aber auch das eher in der Oberstufe. Was schon ein mehr als großes Problem ist, weil auch 50% der 20-Jährigen nie eine 12./13. Klasse besucht haben, ihnen also selbst im Best Case die Wissensgrundlagen für eine kompente Wahl fehlen.
Aber bei den 16 Jährigen sind es sogar 100%, die nie eine 12./13. Klasse gesehen haben.


@Nightslaver : Deswegen schrieb ich ja auch, dass die im Unterricht (aktuelle) Parteiprogramme der wichtigsten Parteien durchgehen sollen. Am besten vor den Wahlen. Das hat mehr Praxisbezug.

Schwieriges Thema. Seit den Nazis herrscht in Deutschland absolute Paranoia, was die Behandlung zeitgenössischer, politischer Themen im Unterricht angeht, weil eine sehr große Gefahr besteht, dass der Lehrer die politische Einstellung der Schüler manipuliert. Nicht böswillig oder überhaupt absichtlich, aber der Lehrer setzt Themenschwerpunkte, der Lehrer bringt Maßstäbe ein, der Lehrer entscheidet, welche Informationen wichtig genug sind, um aktiv behandelt zu werden. All das macht er bei einem aktuellen Thema nach eigenem Denken und Gewissen, denn es gibt ja noch keine obektiven Lehrvorgaben zu diesem Thema. Sein eigenes Denken wird aber eben von seiner eigenen politischen Einstellung geprägt und das spiegelt sich dann auch im Material wieder. Der Beruf des Lehrers, insbesondere für Politik oder Ethik, hat schon immer aus gegensätzlichen Gründen sowohl konservative als auch progressive Naturen angezogen.

Jetzt stell dir also mal vor, in einer Klasse besprechen 15-Jährige, die diesen Sommer wählen dürften, den Ukraine-bezogenen Teil von Wahlprogrammen für eine "Bundestagswahl 2023" unter Leitung eines grün-idealistischen Bremers, der sich in den Sommerferien auf die Autobahn geklebt und gegen Gasterminals protestiert hatte. In einer anderen Klasse, ein paar 100 km weiter, machen andere 15-Jährige das unter Aufsicht eines sächsisch-konservativen Russophilen, der nur deswegen keine AFD wählt, weil er schon immer CDU gewählt hat. Kommt in den Köpfen dieser Jungwähler jeweils die gleiche, objektive Grundlage für eine Wahlentscheidung zu stande?
Garantiert nicht. Die meisten Schüler haben in diesem Alter noch den nötigen Überlick und keiner hat die nötige Erfahrung um zu bemerken, wenn sie manipuliert oder einseitig informiert werden. Und das werden sie, massiv unterschiedlich.


Sicher das es nicht unter einem anderen Namen war? Hier in Thüringen war es damals bei mir Sozialkunde sowie Wirtschaft und Recht. Je nach Bundesland kann es aber auch unter anderen Namen, wie z.B. Gemeinschaftskunde, daher kommen.

Ich biete "Politik und Wirtschaft".
Zusätzlich zu allem anderen genannten und ohne das Bundeslang zu wechseln. Gefühlt stand für diese Fach jedes Jahr was anderes auf dem Stundenplan.
 
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Schwieriges Thema. Seit den Nazis herrscht in Deutschland absolute Paranoia, was die Behandlung zeitgenössischer, politischer Themen im Unterricht angeht, weil eine sehr große Gefahr besteht, dass der Lehrer die politische Einstellung der Schüler manipuliert.
Richtig, weshalb "politische Bildung" über "so funktioniert unsere Demokratie (auf dem Papier)", sowie "darum ist der deutsche Faschismus das ultimative Böse" und "darum hat der Kapitalismus 1989 über denn Kommunismus gesiegt" auch so ziemlich das einzige was unterhalb von Studium und Berufsschule üblicherweise in der Schule "politisch" nach Lehrplan gelehrt wird.

Allerdings hat das meine Deutschlehrerin in der 7-10 Klasse auch nicht davon abgehalten im Unterricht immer ihre recht weit links zu verortenden Überzeugungen (ungefragt und ohne Lehrplan) zum besten zu geben (und einen Höcke, als Geschichtslehrer, wohl leider ebenso wenig) und konnte man sie dadurch auch wunderbar mit rechtskonservativen Inhalten trollen, was bei ihr faktisch wie ein rotes Tuch bei einem Stier, in einer spanischen Stierkampfarena, gewirkt hat.

Die "arme Frau" hat es in 4 Jahren blos nie verstanden das man sie damit nur aufzieht, weil sie sich dadurch so wunderbar aufziehen lies, nicht aber weil es die eigene Position war.
 
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Vor allen Dingen sollten sie mal Parteiprogramme besprechen und wofür Parteien eigentlich stehen. Ich finde das kommt in vielen Schulen zu kurz.
Haben wir damals im Politik Pflichtfach gemacht. War für den Lehrer natürlich ein Drahtseilakt weil er ja selbst seine Meinung nicht kundtun sollte.
Hat mich auch durchaus geprägt denn die einzige Partei die auf die dazugehörige Anfrage kein anständiges Parteiprogramm sondern einen Flyer voll "wir wollen..." aber ohne "indem wir..." abgeliefert hat war die CDU. Und wer hat danach zum ersten mal nach fast vier Jahrzehnten das Bundesland regiert? Richtig: Rüttgers mit der CDU! :wall:
 
Hat mich auch durchaus geprägt denn die einzige Partei die auf die dazugehörige Anfrage kein anständiges Parteiprogramm sondern einen Flyer voll "wir wollen..." aber ohne "indem wir..." abgeliefert hat war die CDU. Und wer hat danach zum ersten mal nach fast vier Jahrzehnten das Bundesland regiert? Richtig: Rüttgers mit der CDU! :wall:
Aber daran waren nicht die 16 Jährigen Schuld. :ugly:
 
Sicher das es nicht unter einem anderen Namen war? Hier in Thüringen war es damals bei mir Sozialkunde sowie Wirtschaft und Recht. Je nach Bundesland kann es aber auch unter anderen Namen, wie z.B. Gemeinschaftskunde, daher kommen.
Sozialkunde war überhaupt nicht meins...also so überhaupt nicht...ich hatte dirchgängig ne 5 aufn Zeugnis. So ein trockener, langweiliger shice...
 
Ich hab ja schon nie kapiert, was grundsätzlich Politik überhaupt mit Sozial zutun hat.
Bei uns wurde das wie gesagt getrennt. Das Politikfach hiess "Politik" und dann hatten wir noch "SoWi" = Sozialwissenschaften. Aber die Fächer habe ich eigentlich gerne gemacht. Am meisten Probleme hatte ich mit Mathe und Chemie. :ugly:
 
Was willste Dich den mündlich beteiligen, wenn man zum Thema nix zu sgen hat!?^^
Lehrern Fragen stellen, um künstlich Interesse zu simulieren. Die Taktik hat bei mir immer funktioniert, um wenigstens in den 3er Bereich zu gelangen. Lehrer sind auch nur Menschen, die eine gewisse Anerkennung und Wertschätzung für ihren Unterricht haben wollen, die ich ihnen in Form von interessierten Fragen stellen gab^^
Aber der Tipp kommt jetzt wahrscheinlich eh ein paar Jährchen zu spät.
 
Junge Menschen sind eher bereit revolutionäre Umbrüche zu gestalten, deswegen sollten sie mehr Macht bekommen.
 
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