Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Ich beziehe mich u.a. hier drauf



aber


Quelle: Löst Cannabiskonsum eine Psychose aus?

Verursachen nicht - aber auslösen schon. Ursache ist eine genetische Disposition. Wer dazu veranlagt ist und viel und lange kifft, dem kann das passieren.[...]

Sorry, ich glaube, du hast da ein Missverständnis in deinem Gedankengang. Das folgende, von dir gebrachte Zitat aus dem Artikel auf quarks.de: "Doch der statistische Zusammenhang sagt noch nichts darüber aus, ob Cannabiskonsum eine Psychose auch wirklich verursacht."
hat nichts mit einem Unterschied von "auslösen oder verursachen" zu tun, so wie du es - meinem Verständnis nach -interpretiert hast. Es geht hier um das klassische "Correlation does not equal Causation", "Korrelation ist nicht gleichbedeutend mit Kausalität". Gemeint ist: dass zwei oder mehrere Dinge gemeinsam auftreten, bedeutet nicht automatisch, dass zwischen ihnen ein kausaler Zusammenhang besteht, also das eine das andere verursacht/bedingt.
Man kann halt z.B. nur extrem schwer statistisch herausrechnen, wer eine tatsächliche Prädisposition für etwa Psychosen hat. Und wer aufgrund eben dieser und anderer Problematiken überhaupt erst verstärkt zu Drogen greift. Wenn 2 von 10 Hardcore-Kiffern gerade deswegen kiffen, weil sie aufgrund ihrer (nicht zwingend diagnostizierten) psychischen Erkrankungen entweder für problematisches Suchtverhalten schlicht anfälliger sind oder weil es ihnen (mindestens unbewusst) hilft, mit diesen Erkrankungen klarzukommen, dann verzerrt das schlichtweg die ganze Studie und die Aussagekraft darüber, ob THC Psychosen auslösen kann.

Aber wie gesagt: ich bezweifle nicht im Geringsten, dass eine psychoaktive Substanz wie THC bei unsachgemäßem Gebrauch verschiedenste negative mentale Effekte haben kann. Mich stört einzig und allein, wenn unsauber argumentiert wird. Entweder - ohne böse Absicht - auf Grundlage von Missverständnissen. Oder aus ideologischen Gründen, in dem Studienergebnisse nach der am besten in die jeweilige Agenda passenden Aussage herausgepickt und/oder bewusst falsch dargestellt werden.

Was Cannabis nicht harmloser macht.[...}

Völlig korrekt. Aber es hat ein Geschmäckle, dass in puncto Cannabis dieses Argument ständig hervorgezaubert wird. Während alkoholinduzierte Psychosen genauso existieren und real schon jetzt ein viel größeres Problem darstellen. Warum reden wir bei Cannabis ganz konkret über eine der möglichen schlimmen Folgen, während wir bei Alkohol einfach alle nur wissend mit dem Kopf nicken, weil er ja auch so ungesund ist? Aber selten etwas konkretes benennen, z.B. eben alkoholinduzierte Psychosen. Oder Leberzirrhose. Alkoholbedingte Demenz (Korsakow-Syndrom). Oder allgemeinen geistigen UND körperlichen Verfall? Das sind argumentative Akzentsetzungen, neudeutsch "Framing" (huibuh, das Schreckgespenst!), die mir auf den Geist gehen. Aber das haben wir halt alle so eingetrichtert bekommen von Generationen von "Drogenbeauftragten" etc.

[...}

Ich denke das viele wegen den Stress abschalten wollen. Das Leben ist schnelllebiger und fordernder geworden.
Dazu die Krisen und nicht gerade guten Zukunftsaussichten . Vielleicht ist es auch eine Art Realitätsflucht.

Oder ein (hilfloser) Versuch, eine eintönige Realität noch irgendwie spannender, lebenswerter zu gestalten?
Grundsätzlich müssten wir hin zu einer Gesellschaft, in der Menschen Drogen jedweder Form eigentlich nur für besondere Anlässe nehmen, wenn überhaupt. Weg müssen wir von einer Gesellschaft, in der Menschen nur von ihrem Job abschalten oder ihre allgemeine Lebensituation ertragen können (bzw. das zumindest denken), in dem sie Drogen nehmen. Sei es das tägliche Feierabendbier (bzw. mehrere. Und vielleicht noch n kleiner Flachmann Wodka oder Korn von der Tanke dazu. Mein seliger Vater lässt grüßen). Oder halt der Joint auf'm Balkon, damit man endlich runterkommt. Oder, oder, oder...
 
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Sorry, ich glaube, du hast da ein Missverständnis in deinem Gedankengang. Das folgende, von dir gebrachte Zitat aus dem Artikel auf quarks.de: "Doch der statistische Zusammenhang sagt noch nichts darüber aus, ob Cannabiskonsum eine Psychose auch wirklich verursacht."
hat nichts mit einem Unterschied von "auslösen oder verursachen" zu tun, so wie du es - meinem Verständnis nach -interpretiert hast. Es geht hier um das klassische "Correlation does not equal Causation", "Korrelation ist nicht gleichbedeutend mit Kausalität". Gemeint ist: dass zwei oder mehrere Dinge gemeinsam auftreten, bedeutet nicht automatisch, dass zwischen ihnen ein kausaler Zusammenhang besteht, also das eine das andere verursacht/bedingt.
Man kann halt z.B. nur extrem schwer statistisch herausrechnen, wer eine tatsächliche Prädisposition für etwa Psychosen hat. Und wer aufgrund eben dieser und anderer Problematiken überhaupt erst verstärkt zu Drogen greift. Wenn 2 von 10 Hardcore-Kiffern gerade deswegen kiffen, weil sie aufgrund ihrer (nicht zwingend diagnostizierten) psychischen Erkrankungen entweder für problematisches Suchtverhalten schlicht anfälliger sind oder weil es ihnen (mindestens unbewusst) hilft, mit diesen Erkrankungen klarzukommen, dann verzerrt das schlichtweg die ganze Studie und die Aussagekraft darüber, ob THC Psychosen auslösen kann.

Aber wie gesagt: ich bezweifle nicht im Geringsten, dass eine psychoaktive Substanz wie THC bei unsachgemäßem Gebrauch verschiedenste negative mentale Effekte haben kann. Mich stört einzig und allein, wenn unsauber argumentiert wird. Entweder - ohne böse Absicht - auf Grundlage von Missverständnissen. Oder aus ideologischen Gründen, in dem Studienergebnisse nach der am besten in die jeweilige Agenda passenden Aussage herausgepickt und/oder bewusst falsch dargestellt werden.
Hmm ok. Dann habe ich das wohl mißverstanden.
 
Die Statistik kenne ich auch, aber wie wurden die Zahlen ermittelt?
Fragt man einfach? Schaut man sich Verkaufszahlen von Zigaretten an?

Und wie kann jemand so bescheuert sein, es als Erfolg zu bewerten, wenn in den letzten Jahren nur noch viele und nicht mehr sehr viele mit dem Rauchen angefangen haben, obwohl der Grundsatz lautet, dass bei funktionierendem Jugendschutz kein einziger davon auch nur die Möglichkeit haben sollte?


Ich kenn Leute, die haben mit 15 das erste mal versucht, aufzuhören. Erfolglos. Ich kenn Leute, die haben sich von 14 bis 16 das Hirn rausgekifft.


Ich sehe weiterhin den Hauptnutzen einer Legalisierung - neben dem offensichtlichen Eigennutz als Gelegenheitskonsument - eben in der Entkriminalisierung. Dadurch Entlastung von Polizei und Justiz, weniger vermeidbare Strafeinträge wegen Lappalien und Austrockung des Schwarzmarktes und der dahinter stehenden kriminellen Strukturen.

Die dahinter stehenden Strukturen machen das nicht, weil sie Cannabis geil finden. Sondern weil sich mit illegalen Geschäften mehr Geld verdienen lässt und sie die Sache mit der Polizei nicht stört. Wenn du denen ihren jetzigen Markt abdrehst, werden viele davon nicht, wie ggf. die Endkunden-Dealer, in den legalen Vertrieb wechseln, sondern auf andere Drogen, Waffen, Menschenhandel, etc. umsteigen.
 
Wenn du denen ihren jetzigen Markt abdrehst, werden viele davon nicht, wie ggf. die Endkunden-Dealer, in den legalen Vertrieb wechseln, sondern auf andere Drogen, Waffen, Menschenhandel, etc. umsteigen.
Halte ich für eine sehr gewagte These. Du wirst nicht mal eben so als Grasdealer plötzlich ein Kokain-, Waffen- oder Menschenhändler. Ist ja nicht so, dass es einen Großmarkt für all diese Produkte gibt, wo du bei Wegfall eines Artikels, einfach auf einen anderen schwenken kannst.
Wir sprechen hier von sehr gefährlichen organisierten Banden, die diese Strukturen schon mit viel Gewalt an sich gerissen, oder aufgebaut haben.
Also bist du entweder ein Bigplayer und handelst schon mit all oben erwähnten Dingen, oder du bist auf dem Weg dahin, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du da einfach alternativ einsteigen kannst, weil du strukturell da reingezwungen wirst, indem deine Haupteinnahmequelle wegbricht.
 
Unter "kriminelle Strukturen" (so die Wortwahl von HenneHuhn) verstehe ich Edit: nicht den Dealer an der Ecke, der die letzte Verkaufsebene bildet. Internationaler Schmuggel in größerem Maßstab wird auch bei Cannabis von organisierten Banden durchgeführt, weil es anders gar nicht geht. Und mit Ausnahme von schweren Kriegswaffen und Menschen, die etwas unhandlicher als Drogenpäckchen von ein paar kg sind, macht es keinen Unterschied, WAS geschmuggelt wird. Wer zuverlässig mehrmals im Jahr 200 kg Gras in die EU reinbekommt, kann stattdessen auch 200 kg Munition fahren. Und die Lieferrouten für Opiate und Haschisch aus Vorderasien sind sowieso verwoben. Wo es eine feste Aufteilung zwischen verschiedenen Banden besteht, würde ich eine Durchmischung der Strukturen erwarten - niemand braucht den Boss der anderen Bande, aber seine erfahrenen Ausführenden sind doch eine nützliche Personalaufstattung. Allerdings wäre mir kein einziger Fall in Erinnerung, wo in den letzten Jahr(zehn)enten Drogen in 6+-stelligem Wert nur einer Sorte und keinerlei Waffen gefunden wurden. Das scheint praktisch immer vermischt zu sein.
 
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Unter "kriminelle Strukturen" (so die Wortwahl von HenneHuhn) verstehe ich den Dealer an der Ecke, der die letzte Verkaufsebene bildet.
Schon klar, aber mein Punkt war, dass der Endkunden-Grasdealer durch Wegfall von Einnahmen nicht plötzlich zum Dealer von Waffen oder Menschen wird. Wie sollen das überhaupt laufen? :ugly:

Und bei Handel von härteren Drogen a la Kokain/Heroin/Amphetamine ist die Strafgebung in Deutschland noch ne Ecke härter als bei Cannabis, soweit ich weiß.
 
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Unter "kriminelle Strukturen" (so die Wortwahl von HenneHuhn) verstehe ich den Dealer an der Ecke, der die letzte Verkaufsebene bildet. Internationaler Schmuggel in größerem Maßstab wird auch bei Cannabis von organisierten Banden durchgeführt, weil es anders gar nicht geht. Und mit Ausnahme von schweren Kriegswaffen und Menschen, die etwas unhandlicher als Drogenpäckchen von ein paar kg sind, macht es keinen Unterschied, WAS geschmuggelt wird. Wer zuverlässig mehrmals im Jahr 200 kg Gras in die EU reinbekommt, kann stattdessen auch 200 kg Munition fahren. Und die Lieferrouten für Opiate und Haschisch aus Vorderasien sind sowieso verwoben. Wo es eine feste Aufteilung zwischen verschiedenen Banden besteht, würde ich eine Durchmischung der Strukturen erwarten - niemand braucht den Boss der anderen Bande, aber seine erfahrenen Ausführenden sind doch eine nützliche Personalaufstattung. Allerdings wäre mir kein einziger Fall in Erinnerung, wo in den letzten Jahr(zehn)enten Drogen in 6+-stelligem Wert nur einer Sorte und keinerlei Waffen gefunden wurden. Das scheint praktisch immer vermischt zu sein.

Ich sprach vom "Schwarzmarkt und den dahinterstehenden, kriminellen Strukturen". Das umfasst doch relativ deutlich mehrere Ebenen, auf jeden Fall war das meine Intention beim Schreiben.
Die Vorstellung, dass wenn mal eben ein X-Millionen-€-Markt wegbricht, einfach das Handelsvolumen anderer illegaler Güter, die z. T. andere Zielgruppen ansprechen, "als Ersatz" in gleichem Maße hochgefahren werden kann, halte ich so pauschal auch erstmal für gewagt. Und wenn da sowieso eine "Mischkalkulation" herrscht (was ich gar nicht bestreite, insbesondere in Bezug auf Drogen), ruinierte man sich damit ja die Preise, sofern man nicht gleichzeitig auch den Absatz deutlich steigern kann.
 
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Und wie kann jemand so bescheuert sein, es als Erfolg zu bewerten, wenn in den letzten Jahren nur noch viele und nicht mehr sehr viele mit dem Rauchen angefangen haben, obwohl der Grundsatz lautet, dass bei funktionierendem Jugendschutz kein einziger davon auch nur die Möglichkeit haben sollte?
Polter mal hier nicht so rum: Entwicklung des Raucher- und des Nieraucheranteils unter deutschen Jugendlichen im Zeitraum von 1979 bis 2021

Der Anteil Jugendlicher Raucher ist deutlich zurück gegangen!

Und 0 Jugendliche Raucher bei funktionierenden Jugendschutz?
Der Jugendschutz wird nie 100% funktionieren.

Aber ich glaube das du das nicht ernst gemeint hast. Weil so naiv kann man gar nicht sein. :ugly:
 
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Die dahinter stehenden Strukturen machen das nicht, weil sie Cannabis geil finden. Sondern weil sich mit illegalen Geschäften mehr Geld verdienen lässt und sie die Sache mit der Polizei nicht stört. Wenn du denen ihren jetzigen Markt abdrehst, werden viele davon nicht, wie ggf. die Endkunden-Dealer, in den legalen Vertrieb wechseln, sondern auf andere Drogen, Waffen, Menschenhandel, etc. umsteigen.
Uhhh... also, die Meisten in meiner Wahrnehmung, die Cannabis konsumieren, organisieren sich das über "Privatanbau", Freunde usw..
"Professionelle" Dealer spielen in ländlichen Strukturen bei dieser Droge kaum eine Rolle.
Das mag in einer Stadt dann anders aussehen, kann ich aber nicht beurteilen.

Der Kontakt zu Typen, die andere, härtere Drogen nach Europa hineinbringen, mag sicherlich in irgend einer Form gegeben sein.
Aber Waffenhandel und Menschenhandel ist eine ganz andere Liga der Schwerkriminalität.
Solchen Typen möchte ich nicht mal tagsüber in der belebten Fußgängerzone begegnen.

In meiner Wahrnehmung reden wir da dann über ost/südosteuropäische oder nahöstliche/nordafrikanische Clanstrukturen.
Die werden sich mit Sicherheit nicht mit einem zugekifften Bohemian aus Berlin-Mitte abgegeben, der sich als Haschisch-Kleindealer mit Ware aus dem niederländischen Koffeeshop versucht.

Kurzum, die strukturierte und gefestigte Verbindung vom Cannabis-Kleindealertum zu der professionellen Schwerkriminalität sehe ich nicht wirklich.
 
Also Gras verkaufen kann man schon locker ab 14, heute wird das aber meist den Flüchtlingen überlassen. Die trainieren Laufwege das die Polizei die nicht bekommt etc.
 
Sagt mal: Was bitte schön suchen eigentlich so viele Posts über Schäden an russischer Infrastruktur in schwedischen Gewässern in einem Thread zur deutschen Regierung?
Vom Schwurbeldauerbrenner 9/11 ganz zu schweigen?


Schon klar, aber mein Punkt war, dass der Endkunden-Grasdealer durch Wegfall von Einnahmen nicht plötzlich zum Dealer von Waffen oder Menschen wird.

Äh - sorry. In dem Satz fehlte ein entscheidendes "nicht". Ich sprach nicht vom Dealer an der Ecke, sondern eben von den kriminellen Strukturen im Hintergrund.

Und bei Handel von härteren Drogen a la Kokain/Heroin/Amphetamine ist die Strafgebung in Deutschland noch ne Ecke härter als bei Cannabis, soweit ich weiß.

Soweit ich weiß nicht wesentlich, sobald der Maßstab stimmt. Bei Cannabis gibt es halt gewisse Bagatellgrenzen, unterhalb derer die Strafverfolgung in aller Regel eingestellt wird. Aber da liegen die Vertriebsnetze natürlich weit drüber.


Ich sprach vom "Schwarzmarkt und den dahinterstehenden, kriminellen Strukturen". Das umfasst doch relativ deutlich mehrere Ebenen, auf jeden Fall war das meine Intention beim Schreiben.
Die Vorstellung, dass wenn mal eben ein X-Millionen-€-Markt wegbricht, einfach das Handelsvolumen anderer illegaler Güter, die z. T. andere Zielgruppen ansprechen, "als Ersatz" in gleichem Maße hochgefahren werden kann, halte ich so pauschal auch erstmal für gewagt. Und wenn da sowieso eine "Mischkalkulation" herrscht (was ich gar nicht bestreite, insbesondere in Bezug auf Drogen), ruinierte man sich damit ja die Preise, sofern man nicht gleichzeitig auch den Absatz deutlich steigern kann.

Das Absatz und Nachfrage in den anderen Märkten nicht plötzlich explodieren, ist ein gutes Argument.
Allerdings denke ich nicht, dass sich das großartig auf die Berufswahl der bisherigen organisierten Kriminellen auswirken wird. Was willst du denn im Lebenslauf deiner Bewerbung angeben, wenn du die letzten 15 Jahre den Transport von Gras aus Marokko nach Deutschland organisiert hast? "Spezialist für außer-EU-Importe"?
Das es pro kriminellen Kopf weniger lukrative Jobs gibt, wird langfristig vielleicht den Nachwuchs abschrecken. Aber nur weil die Schmuggler erstmal schlechter verdienen (wieviel weniger sei dahingestellt, ich kann spontan keine Statistik finden, wie groß der Canabisanteil am Handel mit illegalen Gütern ist), wird die Kriminalitätsbekämpfung nicht leichter. Denn schnappen musst du jeden Kriminellen einzelen, egal wie gut er zuletzt verdient hat, und die Zahl der Köpfe bleibt erstmal gleich.
(Es sei denn, die fangen an, sich die Köpfe gegenseitig abzureißen. Bandidos und Hells Angels, die beide auch im Transportbusiness tätig waren, sind ja ohnehin bekannt dafür. Das entlastet die Polizei erfahrungsgemäß aber auch nicht.)



Paywall :ka:

Der Anteil Jugendlicher Raucher ist deutlich zurück gegangen!

Und 0 Jugendliche Raucher bei funktionierenden Jugendschutz?
Der Jugendschutz wird nie 100% funktionieren.

Aber ich glaube das du das nicht ernst gemeint hast. Weil so naiv kann man gar nicht sein. :ugly:

Ein Anteil von 4-6%, die es sogar zugeben bei weiteren 40%, die jede Angabe verweigern ist wohl weit genug über 0, dass von Naivität allenfalls bei denen die Rede sein kann, die das als funktionierenden Jugendschutz verkaufen wollen. Man stelle sich mal vor, 5% derjenigen, denen in Deutschland das stehlen verboten ist, würden das trotzdem regelmäßig machen. Oder 5% aller Autos würden mit Tempo vor dem Kindergarten vorbeirasen. Oder 5% der Leute ohne Waffenschein hätten eine Pistole im Schrank. Würde du dann auch von Erfolgen sprechen und eine Ausweitung des Konzeptes auf weitere Bereiche befürworten? Oder misst du bei der Durchsetzung von Verboten mit zweierlei Maß?


Uhhh... also, die Meisten in meiner Wahrnehmung, die Cannabis konsumieren, organisieren sich das über "Privatanbau", Freunde usw..
"Professionelle" Dealer spielen in ländlichen Strukturen bei dieser Droge kaum eine Rolle.
Das mag in einer Stadt dann anders aussehen, kann ich aber nicht beurteilen.

Da jetzt massenhaft über die Legalisierung berichtet wird, finde ich keine Statistiken mehr. Aber soweit ich weiß, ist das insgesamt komplett anders und meine Beobachtungen in Städten stützen das auch. Das meiste Gras wird nicht privat im Blumentopf angebaut, sondern gekauft. Und wo jemand kauft, egal ob persönlich oder über Freunde, muss jemand anderes schmuggeln oder in großem Maßstab illegal aktiv sein. (Wobei größere Plantagen in Deutschland zumindest nicht oft gefunden werden und irgendwie glaube ich bei unseren Strompreisen auch nicht an ihre zahlreiche Existenz.)

Der Kontakt zu Typen, die andere, härtere Drogen nach Europa hineinbringen, mag sicherlich in irgend einer Form gegeben sein.
Aber Waffenhandel und Menschenhandel ist eine ganz andere Liga der Schwerkriminalität.
Solchen Typen möchte ich nicht mal tagsüber in der belebten Fußgängerzone begegnen.

Und trotzdem stehen die Chancen nicht so schlecht, dass du das schon gemacht hast.
Eine Abgrennzung sehe ich dagegen nicht. Wo es Gras gibt, sind oft auch Ampethamine verbreitet, Kokain gilt zumindest nicht als selten. Große Importwege für sowas verlaufen genau parallel zu denen für Waffen & Co über Osteuropa. Ab einem gewissen Maß sollten die Akteure den Kontakt zum Waffenhändler schon allein wegen des Bedarfs an Selbstschutz suchen - wer 100000 € im Rucksack spazieren trägt und weiß, dass andere Kriminelle wissen, dass er einen Raub nicht mal anzeigen kann, entwickelt schnell das Bedürfniss, sich zu bewaffnen.


In meiner Wahrnehmung reden wir da dann über ost/südosteuropäische oder nahöstliche/nordafrikanische Clanstrukturen.
Die werden sich mit Sicherheit nicht mit einem zugekifften Bohemian aus Berlin-Mitte abgegeben, der sich als Haschisch-Kleindealer mit Ware aus dem niederländischen Koffeeshop versucht.

Ich weiß, es macht auf der Straße einen anderen Eindruck. Aber selbst in Berlin gibt es nicht genug Hipster, um den Verbrauch aller Konsumenten zu decken, in dem erstere 1-2 mal im Jahr ein halbes Pfund aus den Niederlanden mitbringen. Und die meisten würden so viel doch gar nicht mehr in die Designertasche bekommen, obwohl Apple sich solche Mühe mit immer flacheren Produkten gibt :ugly: .
 
Beim ersten mal aufrufen geht ist es wohl frei...
Ein Anteil von 4-6%, die es sogar zugeben bei weiteren 40%, die jede Angabe verweigern ist wohl weit genug über 0, dass von Naivität allenfalls bei denen die Rede sein kann, die das als funktionierenden Jugendschutz verkaufen wollen.
Fast 60 % Auskunftsquote bei den ganz jungen Menschen von 15-18 Jahren. Gegenüber eine Auskunftsquote von 65% im Schnitt durch alle Altersgruppen. Soviel weniger ist das nicht.

Und ich weiß nicht warum du das immer mit dem funktionierenden Jugendschutz hervorbringst.
Das hat hier niemand behauptet, dass der Rückgang der jungen Raucher, alleine daran liegt.
 
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Ich finde, dass man die Legalisierungsdebatte von der ganzen Kriminalitätsdebatte etwas entkoppeln sollte.
Kein Mensch mit Verstand wird wohl wirklich glauben, dass die Legalisierung die kriminellen Strukturen ausmerzen kann.
Ich würde gerne daher einen weiteren Aspekt für eine Legalisierung anbringen: Wenn ich als Vater entscheiden müsste, ob mein Kind irgendwann mit Straßendealern in Kontakt kommen muss, die eventuell nicht nur Gras dealen, und somit die große Gefahr besteht doch viel schädigendere Dinge auszuprobieren, oder mit reinem Gras aus staatlich geprüften Stellen, und dafür dann Steuern sogar enthoben werden, wähle ich lieber Letzteres. Nicht, dass ich mir so etwas wünschen kann, aber ich denke ihr wisst schon, woraus ich hinaus möchte.
Diese Verbote bringen einfach nichts. Lieber die Menschen begleiten und einen Umgang damit lehren.
Dass Leute kiffen ist seit jeher eine Realität und anscheinend ein Bedürfnis vieler Menschen - sei nun dahingestellt, ob Gelegenheit- oder Dauerkiffer - daher macht es einfach nur Sinn, wenn der Staat diese Realität anerkennt und sich diesem Bedürfnis seiner Bürger annimmt, anstatt sie durch gesetzlicher Verbote zu diskriminieren und in Kontakt zur kriminellen Szene zu treiben.
 
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Das Absatz und Nachfrage in den anderen Märkten nicht plötzlich explodieren, ist ein gutes Argument.
Allerdings denke ich nicht, dass sich das großartig auf die Berufswahl der bisherigen organisierten Kriminellen auswirken wird. Was willst du denn im Lebenslauf deiner Bewerbung angeben, wenn du die letzten 15 Jahre den Transport von Gras aus Marokko nach Deutschland organisiert hast? "Spezialist für außer-EU-Importe"?
Das es pro kriminellen Kopf weniger lukrative Jobs gibt, wird langfristig vielleicht den Nachwuchs abschrecken. Aber nur weil die Schmuggler erstmal schlechter verdienen (wieviel weniger sei dahingestellt, ich kann spontan keine Statistik finden, wie groß der Canabisanteil am Handel mit illegalen Gütern ist), wird die Kriminalitätsbekämpfung nicht leichter. Denn schnappen musst du jeden Kriminellen einzelen, egal wie gut er zuletzt verdient hat, und die Zahl der Köpfe bleibt erstmal gleich.
(Es sei denn, die fangen an, sich die Köpfe gegenseitig abzureißen. Bandidos und Hells Angels, die beide auch im Transportbusiness tätig waren, sind ja ohnehin bekannt dafür. Das entlastet die Polizei erfahrungsgemäß aber auch nicht.)


Es gibt gute Gründe davon auszugehen, dass durch eine Cannabis-Legalisierung der organisierten Kriminalität (OK) zumindest kurz- bis mittelfristig ein nicht irrelevanter Teil ihrer Einnahmen wegbricht. Ob sie dann Ausweichstrategien finden oder ob sie einen "Sozialplan" für von der Arbeitslosigkeit bedrohte Kriminalitätsfachkräfte entwickeln, ob Kurzarbeitergeld gezahlt wird oder die kleinen Straßendealer jetzt doch eine viel weniger entspannte Ausbildung als Angestellte im mittleren Dienst ihrer jeweiligen Kommune beginnen, das sind doch letztlich irreführende Gedankenspielereien.
Es sagt ja auch niemand, dass der Kampf gg. die OK Haupt- oder auch nur Nebenziel der Legalisierungsvorhaben sei. Aber dass es der OK vermutlich eine ihrer Einnahmequellen verdirbt, wäre schlichtweg ein positiver Nebeneffekt.
 
Und ich weiß nicht warum du das immer mit dem funktionierenden Jugendschutz hervorbringst.

Weil es nur darum geht, wenn Jugendliche trotz Cannabisfreigabe vor Cannabiskonsum geschützt werden sollen. Sollte dein Verweis auf sinkende Raucherzahlen nicht ein richtig schlechter Versuch gewesen sein, die nicht funktionierenden Durchsetzung bestehender Altersgrenzen als Erfolg darzustellen, sondern stattdessen ein Versuch, dir unangenehme Fakten zu vermeiden und in ein x-beliebiges anderes Thema zu springen, also über Raucher als solche zu diskutieren, bitte ich um Entschuldigung, dass ich die Frechheit hatte, weiter über Cannabislegalisierung und mögliche Auswirkungen auf Jugendliche bzw. den mangelnden Schutz selbiger zu diskutieren.


Ich würde gerne daher einen weiteren Aspekt für eine Legalisierung anbringen: Wenn ich als Vater entscheiden müsste, ob mein Kind irgendwann mit Straßendealern in Kontakt kommen muss, die eventuell nicht nur Gras dealen, und somit die große Gefahr besteht doch viel schädigendere Dinge auszuprobieren

Das wäre die alte These vom Gras als Einstiegsdroge, die (insbesondere unter Legalisierungbefürwortern) als widerlegt gilt.


Es sagt ja auch niemand, dass der Kampf gg. die OK Haupt- oder auch nur Nebenziel der Legalisierungsvorhaben sei.

Doch, einer sagt das ganz explizit. Und nur darauf bin ich eingegangen:

Ich sehe weiterhin den Hauptnutzen einer Legalisierung [...] in der Entkriminalisierung. Dadurch Entlastung von Polizei und Justiz...

Wie war das nochmal mit lächerlich?
 
Weil es nur darum geht, wenn Jugendliche trotz Cannabisfreigabe vor Cannabiskonsum geschützt werden sollen. Sollte dein Verweis auf sinkende Raucherzahlen nicht ein richtig schlechter Versuch gewesen sein, die nicht funktionierenden Durchsetzung bestehender Altersgrenzen als Erfolg darzustellen, sondern stattdessen ein Versuch, dir unangenehme Fakten zu vermeiden und in ein x-beliebiges anderes Thema zu springen, also über Raucher als solche zu diskutieren, bitte ich um Entschuldigung, dass ich die Frechheit hatte, weiter über Cannabislegalisierung und mögliche Auswirkungen auf Jugendliche bzw. den mangelnden Schutz selbiger zu diskutieren.




Das wäre die alte These vom Gras als Einstiegsdroge, die (insbesondere unter Legalisierungbefürwortern) als widerlegt gilt.




Doch, einer sagt das ganz explizit. Und nur darauf bin ich eingegangen:



Wie war das nochmal mit lächerlich?

Ich bezog mich vor allem auf die Entlastung der Justiz dadurch, dass vor allem der Aufwand für die Verfolgung (und letztlich wieder Einstellung der Verfahren wg. "Eigenbedarf" etc., trotzdem weiterhin irgendwo verbleibende Aktenvermerke usw.) von Konsumenten wegfiele.

Die unangebrachte Spitze in meinem Beitrag habe ich bereits kurz nach dem Absenden meines Beitrags wieder rausgenommen. Ich neige manchmal dazu, zu polemisch zu schreiben, das tut mir leid und versuche ich mir abzugewöhnen.

/edit: ja, ich hätte das klarer auseinander dividieren müssen. Ich schrieb in der Tat von "Hauptnutzen" und führte dann an letzter Stelle auch das "Austrocknen" an.
 
Das wäre die alte These vom Gras als Einstiegsdroge, die (insbesondere unter Legalisierungbefürwortern) als widerlegt gilt.
Ich habe zu dieser These einen persönlichen Bezug, weil ich viele in meinem Umkreis gesehen habe, die vom Joint rauchen zu Teile schmeißen und Nase ziehen wechselten und das alles im selben Dunstkreis angeboten bekommen haben.
Das Gras rauchen zwingend einen Konsum zu härteren Drogen verleitet, ist natürlich Quatsch, dass jedoch ein großes Risiko besteht, in so einem Umfeld dann doch auch mal was anderes zu konsumieren, halte ich für einen Fakt. Würde mich auch wundern, dass explizit dieser Punkt widerlegt wurde.
 
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