Sagt mal: Was bitte schön suchen eigentlich so viele Posts über Schäden an russischer Infrastruktur in schwedischen Gewässern in einem Thread zur deutschen Regierung?
Vom Schwurbeldauerbrenner 9/11 ganz zu schweigen?
Schon klar, aber mein Punkt war, dass der Endkunden-Grasdealer durch Wegfall von Einnahmen nicht plötzlich zum Dealer von Waffen oder Menschen wird.
Äh - sorry. In dem Satz fehlte ein entscheidendes "nicht". Ich sprach
nicht vom Dealer an der Ecke, sondern eben von den kriminellen Strukturen im Hintergrund.
Und bei Handel von härteren Drogen a la Kokain/Heroin/Amphetamine ist die Strafgebung in Deutschland noch ne Ecke härter als bei Cannabis, soweit ich weiß.
Soweit ich weiß nicht wesentlich, sobald der Maßstab stimmt. Bei Cannabis gibt es halt gewisse Bagatellgrenzen, unterhalb derer die Strafverfolgung in aller Regel eingestellt wird. Aber da liegen die Vertriebsnetze natürlich weit drüber.
Ich sprach vom "Schwarzmarkt und den dahinterstehenden, kriminellen Strukturen". Das umfasst doch relativ deutlich mehrere Ebenen, auf jeden Fall war das meine Intention beim Schreiben.
Die Vorstellung, dass wenn mal eben ein X-Millionen-€-Markt wegbricht, einfach das Handelsvolumen anderer illegaler Güter, die z. T. andere Zielgruppen ansprechen, "als Ersatz" in gleichem Maße hochgefahren werden kann, halte ich so pauschal auch erstmal für gewagt. Und wenn da sowieso eine "Mischkalkulation" herrscht (was ich gar nicht bestreite, insbesondere in Bezug auf Drogen), ruinierte man sich damit ja die Preise, sofern man nicht gleichzeitig auch den Absatz deutlich steigern kann.
Das Absatz und Nachfrage in den anderen Märkten nicht plötzlich explodieren, ist ein gutes Argument.
Allerdings denke ich nicht, dass sich das großartig auf die Berufswahl der bisherigen organisierten Kriminellen auswirken wird. Was willst du denn im Lebenslauf deiner Bewerbung angeben, wenn du die letzten 15 Jahre den Transport von Gras aus Marokko nach Deutschland organisiert hast? "Spezialist für außer-EU-Importe"?
Das es pro kriminellen Kopf weniger lukrative Jobs gibt, wird langfristig vielleicht den Nachwuchs abschrecken. Aber nur weil die Schmuggler erstmal schlechter verdienen (wieviel weniger sei dahingestellt, ich kann spontan keine Statistik finden, wie groß der Canabisanteil am Handel mit illegalen Gütern ist), wird die Kriminalitätsbekämpfung nicht leichter. Denn schnappen musst du jeden Kriminellen einzelen, egal wie gut er zuletzt verdient hat, und die Zahl der Köpfe bleibt erstmal gleich.
(Es sei denn, die fangen an, sich die Köpfe gegenseitig abzureißen. Bandidos und Hells Angels, die beide auch im Transportbusiness tätig waren, sind ja ohnehin bekannt dafür. Das entlastet die Polizei erfahrungsgemäß aber auch nicht.)
Paywall
Der Anteil Jugendlicher Raucher ist
deutlich zurück gegangen!
Und 0 Jugendliche Raucher bei funktionierenden Jugendschutz?
Der Jugendschutz wird nie 100% funktionieren.
Aber ich glaube das du das nicht ernst gemeint hast. Weil so naiv kann man gar nicht sein.
Ein Anteil von 4-6%, die es sogar zugeben bei weiteren 40%, die jede Angabe verweigern ist wohl weit genug über 0, dass von Naivität allenfalls bei denen die Rede sein kann, die das als funktionierenden Jugendschutz verkaufen wollen. Man stelle sich mal vor, 5% derjenigen, denen in Deutschland das stehlen verboten ist, würden das trotzdem regelmäßig machen. Oder 5% aller Autos würden mit Tempo vor dem Kindergarten vorbeirasen. Oder 5% der Leute ohne Waffenschein hätten eine Pistole im Schrank. Würde du dann auch von Erfolgen sprechen und eine Ausweitung des Konzeptes auf weitere Bereiche befürworten? Oder misst du bei der Durchsetzung von Verboten mit zweierlei Maß?
Uhhh... also, die Meisten in meiner Wahrnehmung, die Cannabis konsumieren, organisieren sich das über "Privatanbau", Freunde usw..
"Professionelle" Dealer spielen in ländlichen Strukturen bei dieser Droge kaum eine Rolle.
Das mag in einer Stadt dann anders aussehen, kann ich aber nicht beurteilen.
Da jetzt massenhaft über die Legalisierung berichtet wird, finde ich keine Statistiken mehr. Aber soweit ich weiß, ist das insgesamt komplett anders und meine Beobachtungen in Städten stützen das auch. Das meiste Gras wird nicht privat im Blumentopf angebaut, sondern gekauft. Und wo jemand kauft, egal ob persönlich oder über Freunde, muss jemand anderes schmuggeln oder in großem Maßstab illegal aktiv sein. (Wobei größere Plantagen in Deutschland zumindest nicht oft gefunden werden und irgendwie glaube ich bei unseren Strompreisen auch nicht an ihre zahlreiche Existenz.)
Der Kontakt zu Typen, die andere, härtere Drogen nach Europa hineinbringen, mag sicherlich in irgend einer Form gegeben sein.
Aber Waffenhandel und Menschenhandel ist eine ganz andere Liga der Schwerkriminalität.
Solchen Typen möchte ich nicht mal tagsüber in der belebten Fußgängerzone begegnen.
Und trotzdem stehen die Chancen nicht so schlecht, dass du das schon gemacht hast.
Eine Abgrennzung sehe ich dagegen nicht. Wo es Gras gibt, sind oft auch Ampethamine verbreitet, Kokain gilt zumindest nicht als selten. Große Importwege für sowas verlaufen genau parallel zu denen für Waffen & Co über Osteuropa. Ab einem gewissen Maß sollten die Akteure den Kontakt zum Waffenhändler schon allein wegen des Bedarfs an Selbstschutz suchen - wer 100000 € im Rucksack spazieren trägt und weiß, dass andere Kriminelle wissen, dass er einen Raub nicht mal anzeigen kann, entwickelt schnell das Bedürfniss, sich zu bewaffnen.
In meiner Wahrnehmung reden wir da dann über ost/südosteuropäische oder nahöstliche/nordafrikanische Clanstrukturen.
Die werden sich mit Sicherheit nicht mit einem zugekifften Bohemian aus Berlin-Mitte abgegeben, der sich als Haschisch-Kleindealer mit Ware aus dem niederländischen Koffeeshop versucht.
Ich weiß, es macht auf der Straße einen anderen Eindruck. Aber selbst in Berlin gibt es nicht genug Hipster, um den Verbrauch aller Konsumenten zu decken, in dem erstere 1-2 mal im Jahr ein halbes Pfund aus den Niederlanden mitbringen. Und die meisten würden so viel doch gar nicht mehr in die Designertasche bekommen, obwohl Apple sich solche Mühe mit immer flacheren Produkten gibt

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