Mal was zum Thema Gesundheitspolitik: Lauterbach macht sich schon Gedanken über neue Corona-Mutationen im Herbst. An sich ist das ja ok aber ich habe das Gefühl das er sich mit Nichts anderen beschäftigt.
"Herbst" "Impfen" "Herbst" "Impfen" "Herbst" "Impfen" - was anderes habe ich von ihm noch nicht gehört, seitdem er Minister ist. Dass wir schon mitten in der bislang zweitheftigsten Welle sind (mit guten Chancen auf neue Spitzenwerte), obwohl noch lange kein Herbst ist, dass Krankenhäuser schon wieder die normale Gesundheitsversorgung einschränken müssen und dass er mittlerweile rund 80-90% derjenigen geimpft hat, die das ohne Zwang werden mit sich machen lassen, dass Impfen aber nunmal kein Heilmittel ist - vollkommene BLindheit gegenüber solchen Fakten. Stattdessen werden die wenigen noch verbleibenden Maßnahmen erstmal ersatzlos gestrichen, die Erfassung bewusst in Richtung null zurückgefahren und man streitet sich mit der FDP darüber, welche Möglichkeiten man schon einmal komplett ausschließt, wenn es ernst werden sollte.
Wann auch immer das sein soll im Vergleich zu dem, was wir schon erreicht haben.
Die einzige Ausnahme die ich sehe sind Bereiche, ohne die ein Staat und eine Gesellschaft nicht auskommt und wo Gewinnerwirtschaftung überhaupt nicht zur Frage stehen sollte. Da ist es dann aber auch kein Problem, dass dort für Löhne gesorgt wird, mit denen die Menschen die dort arbeiten auch gut leben können, z.B. in der Pflege.
Ich habe ehrlich gesagt wenig Ahnung, was du mit dieser diffusen Einschränkung sagen willst. Aber wenn du den Personalabbau in nahezu allem mit Publikumsverkehr, die ersatzlose Abschaffung zahlreicher Praktikanten- und Aushilfsstellen (auch z.B. in der Pflege) und die massenhafte Verlagerung sämtlicher kleiner produzierender Tätigkeiten nach Asien nicht siehst, musst du ziemlich blind sein. Keiner dieser Jobs war ein Traumberuf, klar, sie waren ja auch schlecht bezahlt. Aber genau letzteres kann mit Aufstockung ändern und wenn die vernünftig dimensioniert wird, hat man am Ende des Monats mehr in der Tasche als nur via ALGII und der Staat hat trotzdem weniger Geld ausgeben müssen. Win-Win-Win-Situation.
Für alle anderen Bereiche und Sektoren gilt: Wenn dort nicht genug erwirtschaftet wird, um mindestens den Mindestlohn zu zahlen, dann werden sie eben verschwinden - auf die ein oder andere Weise.
Jo. Und wenn sie hierzulande verschwinden, weil da niemand mehr bezahlen will und nicht, weil da niemand mehr arbeiten will, dann ist das schlecht für die, die lieber dort als gar nicht arbeiten würden.
Damit wird gerne, oft und viel nach Art des Ankündigungslord gedroht, wenn der Tag lang ist.
Und immer mal wieder wird es auch umgesetzt.
Es mag durchaus gute Gründe dafür geben, dafür Sorge zu tragen, dass Menschen in einer Art Arbeitsrhythmus bleiben. Nur darf es nicht zu einer ... Schaffung eines großen und indirekt staatlich und durch die Solidargemeinschaft subventionieren Niedriglohnsektors führen, wie es derzeit der Fall ist.
Sagst du, ohne Begründung, auf die man eine Diskussion aufbauen könnte. Ich sage das Gegenteil und habe das begründet.
Denn daran stoßen sich nur reiche Lumpensäcke gesund, und diejenigen, die noch zum Amt rennen müssen Zwecks aufstocken, bezahlen mit ihren Steuern am Ende ihre eigene Lohnaufstockung.
Auch dazu habe ich etwas geschrieben, wurde aber wohl mal wieder ignoriert.
Apropos Mindestlohn: Die Zeit- und Leiharbeit ist explizit vom MiLoG ausgenommen und hat ihre eigenen Extrawürste.
Nicht nur die. Und du kannst dir ja gerne mal angucken, wieviele Tätigkeiten, die noch nicht ganz abgeschafft wurden, dahin gewandert sind.
Auch nicht ganz richtig. Jalta, Baku waren begehrte Reiseziele.
Jalta liegt in der Ukraine, Baku in Aserbaidschan. Ich habe eine Aussage über Russland gemacht und die halte ich weiterhin nicht für falsch.
Ich selber hatte mit meiner Frau damals eine Mittelasienreise ergattert
...
mit einem Freundschaftzug vom Bauwesen in Moskau und Leningrad
Tjo, es gab halt schon immer welche die gleicher waren.
Ich AGs, waren hier im Osten Massenhaft. Bau, Kuriere, Reinigung.
Schlimm!
Tjo. "Waren". Ich sag ja nicht, dass es im Osten keine Betroffenen gab. Ich sage nur, dass sie da nicht häufiger gab als anderswo und schon gar nicht exklusiv. Und für die Rhein-Ruhrregion (insbesondere, aber auch Bremen, Hamburg,...) galt zumindest bis weit in die 10er hinein "sind".