Die Ampel-Koalition will den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich beschleunigen. Bei den Klimazielen bleibt es bei den Zielen aus dem Klimaschutzgesetz der Großen Koalition, das unter dem Druck des Bundesverfassungsgerichts in diesem Frühjahr nachgebessert worden war. Demnach soll Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein.
Nach den Modellrechnungen einer Studie der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), die dem SWR vorab vorliegt, würden damit die Klimaziele des Pariser Klimaschutzabkommen allerdings verfehlt. Zu diesem Ergebnis kommt Studienleiter Volker Quaschning. Er ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW. Der Mitbegründer von "Scientists For Future", einem Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die dem Thema Klimaschutz mehr Gewicht geben möchte, hat die aktuelle Studie mit seiner "Forschungsgruppe Solarspeichersysteme" durchgeführt.
Wann Deutschland CO2-neutral werden müsse, ermittelten die Forscher anhand des sogenannten Budgetansatzes, einer globalen Obergrenze für die noch zu emittierende Gesamtmenge an Kohlendioxid aus fossilen Quellen, um gefährliche Klimaänderungen zu vermeiden - verteilt auf die Weltbevölkerung. Daraus berechnet sich auch die CO2-Menge, die Deutschland noch emittieren darf. Die Forscher stützen sich dabei auf Vorgaben des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) und neueste Veröffentlichungen des Weltklimarats IPCC.
Nach den vorliegenden aktuellen Daten zum CO2-Ausstoß und verschiedenen Modellierungen der Reduzierung der Emissionen ergeben sich laut Studie 2030 und 2035 als Referenzjahre zum Erreichen der CO2-Neutralität. "Die Maßnahmen des Koalitionsvertrags lassen eine Kohlendioxidneutralität bis 2045 möglich erscheinen, nicht aber das Einhalten des Pariser Klimaschutzabkommens", sagt Volker Quaschning dem SWR...