Und gerade, damit man im Alter nicht in Armut landet (obwohl man sein ganzes Leben gearbeitet hat), ist die Erhöhung des Mindestlohnes sehr wichtig. Zusätzlich privat vorsorgen können Menschen mit geringen Einkommen nämlich in der Regel nicht. Weil die anderen Kosten fast alles aufressen. Und ihnen wenig Geld übrig bleibt.
"Privat Vorsorgen"? Wie denn mit Garantiezinsen von praktisch null und mit einer Wirtschaftskrise nach der nächsten? Unterhalb von "Haus kaufen" gibt es kaum noch was, was man wirklich selber machen kann und private Anbieter wollen vor allem eins: Gewinne abzeigen. Entsprechend wenig bleibt dem going-to-be Rentner.
Das einzige, was gegen Altersarmut helfen würde, wäre mehr staatliche Vorsorge. Leider ist auch von der Ampel nichts Produktives in Sachen Rentenreform zu erwarten.
Ich bin ja auch für mehr Lohn...was aber nie bedacht wird.
Steigt der Lohn, steigen die Preise, weil nen Unternehmen garantiert nicht auch nur auf einen Euro verzichtet.
Durch höhere Löhne hat man dann am Ende irgendwann sogar weniger in der Tasche, weil sich der Staat an höheren Einkommen natürlich mehr dran gesundstößt.
Zählt natürlich nur für Deutsche Produkte.
Es stimmt, dass höhere Löhne erstmal eine Inflationsspirale auslösen. Aber läuft nicht 1:1 ab:
Importierte Waren werden z.B. nicht teurer, du kaufst von deinen 10% mehr Lohn also nicht nur Waren von Firmen mit 10% mehr Lohnkosten, sondern auch welche die billig bleiben und kannst dir somit mehr leisten. Außerdem bedeuten 10% mehr Lohn nicht 10% mehr Einkommen von Selbstständigen und 10% mehr Mindestlohn bedeuten gar keine Lohnerhöhung für Führungskräfte. Das heißt auch hier müssen die Preise gar nicht um 10% angehoben werden, sondern im Beispiel nur um 5%. Trotz kalter Progression kannst du dir vom höheren Einkommen also mehr leisten.
Draufzahlen tun dagegen reiche Leute, die von ihren Aktien leben. Die Zahlen nämlich auch die höheren Preise, erhalten aber mangels Lohn auch keine Lohnerhöhung. Unterm Strich verringern höhere (Mindest-)Löhne also die soziale Spaltung.
(Und die höheren Sozialabgaben sorgen dann noch dafür, dass bei Renten, Pflege,... weniger gekürzt werden muss, was ebenfalls Arbeitern zu gute kommt.)
Also ich kann mich noch an meine Studienzeit erinnern. Regelstudienzeit waren 10 Semester, der Durchschnitt lag bei 13 Semestern, Elektrotechnik.
Naja wobei mit der heutigen Wissens-/Informationsdatenbank des Internets dürfte das Studium auch effizienter von der Hand gehen. Was wir damals alleine mit Büchern an Zeit verbraten haben nur um eine bestimmte Fragen zu beantworten... Heute gibst du das einmal bei Youtube/google in die Sucher ein und kriegst zig Videos die dir das alles animiert vorgekaut erklären.
Dafür haben sich aber auch die Stoffpläne weiterentwickelt. Man muss die Basics ja immer noch verstehen, aber zusätzlich auch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte drauf haben.
Die größere Auswirkung auf die formellen Regelstudienzeitüberschreitungen hatte aber Bachelor/Master, zumindest an den Universitäten. Dadurch gibt es jetzt doppelt so viele Studienabschlüsse bei gleicher Studiendauer (Bachelor ist in vielen Fächern nix wert, ein brauchbares Studium hat weiterhin 10 Semester Regelstudienzeit), also verteilt sich auch die Regelstudienzeit-Überschreitung feiner: 12 Semester insgesamt sind jetzt nicht mehr "+2", sondern "+1" beim Bachelor und "+1" beim Master.
Zusätzlich sind viele Studenten aber auch gezwungen, gar keinen Überhang zuzulassen. Früher war es recht einfach, jedes Jahr z.B. 80% des Pensums zu machen, wenn man nebenbei arbeiten gehen musste. Hat man halt im 2. Semester 20% des 1.-Semesterstoffs nachgeholt und zusätzlich 60% 2. Semester studiert. War in der Summe wieder 80% und einmal quer durchs Studium schob man am Ende zwei Semester Mehraufwand vor sich her. Aber heute geht "im SS statt im WS" oft gar nicht mehr, weil Kurse von strengen Stundenplänen vorgeschrieben und oft nur entweder/oder angeboten werden. Und wegen der gleichen Stundenpläne ist es auch schwer möglich. 3.-Semesterinhalte im 5. Semester nachzuholen. Selbst wenn es nur 20% Nachholbedarf sind, muss dafür dann oft 40-60% des 5. Semesters ausfallen lassen. Zieht man das "20% nebenbei Arbeiten" das ganze Studium durch, studiert man so am Ende nicht 1 Jahr länger, sondern 3 Jahre. Das kann man sich aber eigentlich nicht erlauben, weswegen immer mehr Studenten heute auf Studienkredite ausweichen und dann zwar mehr in der Regelstudienzeit fertig werden, danach aber auch hoch verschuldet sind. Und oftmals noch einen schlechteren Abschluss haben, weil Wiederholung eines nur knapp geschafften Kurses gar nicht in Frage kommt und außerdem keinerlei Zusatzkenntnisse neben dem Vorgeschriebenen, weil zusätzliche, freiweillige Veranstaltungen nicht mehr vorgesehen sind.
Ich bin ja auch der Meinung das man jeden eine Gelegenheit geben sollte.
Auch dem Bewerber mit Hauptschulabschluß. Wenn er z.B. praktisch was kann und sich für eine handwerkliche Stelle bewirbt. Das solche Bewerbungen nicht gleich im Müll landen.
"Chance geben" kostet Zeit und Arbeit. Spätestens seitdem HartzIV-Sanktionen Hintz und Kunz zwingen, sich auf jeden Scheiß zu bewerben, auch wenn sie noch so schlecht passen, hat ein Arbeitgeber aber schnell mal 400-500 Bewerbungen für eine einfache Stelle vor sich liegen. Denen kann er einfach nicht allen eine Chance geben und warum sollte er das überhaupt wollen? Er sucht den besten und um den zu finden, muss er erst einmal möglichst einfach die 450 schlechtesten Aussieben. "Schulabschluss" ist da ein ziemlich simples Kriterium und jemand, der keine mittlere Reife gemacht hat, steht sowieso schon einmal in dem Verdacht, entweder blöd, faul oder unfähig zu sein. (Und das nicht zu Unrecht, denn wer schlau, fleißig und fähig ist, hätte ja einen Realabschulabschluss gemacht. Dass der Schüler bei mangelnden Fähigkeiten oftmals nur eine Teilschuld trägt, ist dem Arbeitgeber dabei egal. Für den zählt nur, dass jemand anderes schon mehr kann.)