Wir haben es 15 Jahren geschafft, die Hälfte unserer Stromerzeugung auf erneuerbare Quellen umzustellen. Für was genau sollen wir jetzt 115 weitere Jahre brauchen?
Als ich das letzte mal geguckt habe, hatten wir 2021 und die Einführung erneuerbarer Energien lief seit 91 (allerspätestens aber 2000). Also 30 Jahre für die einfache Hälfte, für die man keinerlei neuen Zwischenspeicher und keine internationalen Netze brauchte und selbst dann noch sehr gut geeignete Standorte nutzen konnte, wenn man einen Bogen um Idioten gemacht hat, für die Strom aus der Steckdose kommt und somit nur diese sichtbar sein darf. Allein das nächste Viertel wird mindestens noch einmal den gleichen Aufwand erfordern und danach wird es richtig kritisch. 75 auf 90% dürfte doppelt bis viermal so anstrengend sein, wie von 0% auf 50% und für 90 auf 100% haben wir bislang bestenfalls technisch denk-, aber keine finanzierbaren nationalen Konzepte und bislang auch nicht die internationale Bereitschaft für supranationale.
Aber 100% erneuerbarer Strom ist sowieso nur die Spitze des Eisbergs.
100% erneuerbare Energien bedeutet zusätzlich das DREIFACHE an Primärenergie für nicht-elektrische Zwecke bereitzustellen und für einige davon werden zwingend reduzierende chemische Eigenschaften benötigt, für die bislang Synthesewasserstoff die einzig plausible Möglicht ist, dessen Erzeugung noch einmal etwas mehr verschlingt. In einigen Teilen kann man statt Strom auch direkt erneuerbare Thermie nutzen oder, wenn man über Strom geht, Effiziensteigernde Maßnahmen anwenden (Wärmepumpe => nur ein Teil der Heizenergie muss als eneuerbarer Strom vorliegen), aber Summasummarum dürfte für "100% erneuerbare Energien" trotzdem die 4-6 fache Kapazität dessen nötig sein, was wir in den letzten 30 Jahren aufgebaut haben.
Der letzte Teil ist der entscheidende.
Sehr viele Menschen lehnen Windkraftanlagen in Ihrer Nähe ab, haben aber offensichtlich absolut kein Problem damit, wenn woanders um den Faktor 100 mehr Wald für Braunkohle abgeholzt wird.
Das klassische Problem, Strom soll aus der Wand kommen und billig sein, aber man selbst will nicht in der Nähe von:
- Windrädern im Wald
- Windrädern in der Fläche
- Einer Kohleförderung
- Einem Atomkraftwek
- Einem Atomendlager
- Einer Müllverbrennungsanlage
- oder einem Kohlekraftwerk leben.
Strom aus der Nordsee klasse, Stromtrassen um den Strom in den Süden zu transportieren, Teufelswerk.
Kann man noch, bezüglich anderer Themen, erweitern um
- Autobahnen
- Flughäfen
- Bahnstrecken
- Gewerbegebiete
- Kindergärten/Schulen/Schwimmbäder
(- Wohngebäude mit mehr als 3-8 Parteien für die Leute, die einem die ganzen Dienstleistungen erbringen)
Aber WEHE irgendwas davon ist nicht in 3 bis 15 Minuten bequem erreichbar.
Ältere Generationen haben zwar Deutschland mit aufgebaut und für unseren jetztigen Wohlstand gesorgt. Aber die Umweltprobleme hat man lange nicht für ernst genommen.
Nur wenig ältere Generationen haben Deutschland vorher kaputt gemacht und die Aufbauer haben sich, gerade in der BRD, nicht sonderlich viel Mühe gegeben, sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Stattdessen haben sie "ihren" tollen "Aufbau" zu großen Teilen auf Verschuldung, restlose Ausbeutung von Rohstoffreserven, mangelhaft integrierte Arbeitszuwanderung und Umwelt- sowie Sozialschäden in anderen Ländern gestellt und nebenbei auch noch reichlich Altlasten "gebaut", die sie dann hier in der Natur "entsorgt" haben. Also kurz gesagt: Die haben das gemacht, was in BIP-Statistiken voll durchschlägt, aber das waren nur gefühlt/geschätzt 20% der Arbeit. Weitere 20-30% haben sie andere machen lassen. Und 50% sind immer noch nicht gemacht, sondern werden nachfolgenden Generationen überlassen. Den Generationen, von denen man gleichzeitig erwartet, dass sie einem 20 Jahre hohe Renten zahlen.
Ich hatte auch schon ein Jahr dabei, wo das Finanzamt gesagt hat, das ich "Pendel" statt den Kram als Dienstreise anzuerkennen...und dann hab ich den Fehler gemacht, Einspruch einzuerlegen. Seit dem nehmen die sich besonders viel Zeit für mich und hab jährlich ne Steuerprüfung. Ich früh mich schon, bald stehen die Affen wieder vor der Tür.^^
Okay. Das scheint dann wirklich ein SEHR spezieller Fall zu sein. Den kann man in allgemeinen politischen Empfehlungen/Regelungen/Wünschen vermutlich unmöglich abdecken

.
Für Akkuauto(bei den aktuellen Dingern) fahre ich zu Zeiteffizient...ich will weder früher los, und später Heim kommen will ich auch nicht, bei dem bisschen Freizeit will ich das nicht auf irgend einer Raststätte verbringen.
Klingt nach einem Scheißjob, wenn dir Fahrstrecken von 400-500 km nicht als Arbeitszeit anerkannt und entsprechend mit entspannter Fahrweise geplant werden.
Große Strecken kommen schon ab und zu zusammen, wenn ich meine Schwester und Patenkind in Norddeutschland besuchen will, geht das nunmal nur von Freitagabend bis Samstagabend, vorallem, weil ich meistens in Süddeutschland arbeite.
A7 ist eh auf weiten Strecken 130 (wenn man viel Glück hat

) was auch mit Batterieauto gut geht, und eben hast du noch gesagt, du könntest die durchschnittliche berufliche Fahrstrecke nicht durch einen Umzug reduzieren. Je nach Lage sind übrigens die ICE-Direktverbindungen von München-Nürnberg-Würzburg respektive Stuttgart-Frankfurt nach Hamburg-Neumünster-Kiel wirklich flott. Wenn dich vor Ort jemand abholen kann oder das Endziel in der Nähe besagter Bahnhöre liegt, ist Park+Ride in den hohen Norden nicht nur entspannter und umweltschonender, sondern sogar schneller als PKW. Selbst bei sehr flotter Fahrweise.
Und für die aktuellen Preise für E-Autos und die ganzen Nachteile bin ich raus, zudem gibts noch nix auf dem Markt, was mir gefällt.
Letzteres stimmt natürlich. Die Zahl der Wagen, die für deutlich über 400 km geeignet sind, ist sehr klein und die etwas weniger teuren auch noch einander sehr ähnlich. Wobei die Strom- und Steuergeschenke derzeit immer noch sehr hoch sind, gerade wenn man versucht, auf vollen Straßen zügig zu fahren. Das kann durchaus billiger als ein Verbrenner sein, insbesondere wenn man eben von einem Haus auf dem Land mit Solar startet, die Hinfahrt also immer umsonst ist.
Es schreitet aber voran...ich denke mal, so in 7-8 Jahren werde ich mir auch sowas kaufen. Ist ja nicht so, das ich E-Autos verteufel, aber so richtig praktikable Langstreckenbomber gibt halt noch nicht.
Hängt davon ab, was man als Langstrecke bezeichnet. Ich kenn Leute, die fahren nicht mehr als 300 km am Tag, die sind versorgt. Wer sein (Alpen-)Tal für den Nabel der Welt, sowieso. Für nationale Langstrecke von einem zentralen Punkt aus ist man technisch praktisch schon da. Ein 3SR, S100, E-Tron oder erst recht Taycan müsste deine Fahrten eigentlich fast ohne Nachteile abdecken können. (Natürlich muss man bei den längsten Strecken ggf. hin und zurück kurz zwischenladen, was die Pinkelpause von 5 Minuten auf 10-15 Minuten verlängert, anstatt nur auf einer von beiden Fahrten zu Tanken. Aber das ist ja keine Katastrophe. Wenn auf Fahrten, wo die Batterie komplett reicht und man am Ziel laden kann, spart sich umgekehrt die Tankstelle komplett)
Aber echte Langstrecke, also Urlaubsfahrten von 1000-1200 km...
Da habe ich mittlerweile bedenken, dass sowas gar nicht mehr kommt (weil es mit Batterieauto einfach ressourcentechnischer Wahnsinn ist), sodass ich irgendwann im Regen stehe, wenn Verbrenner(-einrichtungen) weg sind.
Die garantierten Reichweiten liegen bei 160.000 ... 200.000 km für 70%
Restkapazität.
Wer garantiert denn derart wenig? Dachte eher so 80% bis 300000 km, stellenweise sogar mehr, würden zum guten Ton gehören?
Für die meisten Autohalter ist jedenfalls ein anderer Aspekt das größere Problem: 15-20 Jahre. Solange braucht das durchschnittliche Auto in Deutschland, bis es oben genannte Kilometerzahl erreicht hat und die Garantien gehen aus gutem Grund nur bis 10 Jahre/80%. Zellalterung macht sich aber exponentiell bemerkbar und die 80% sind ja schon 80% der Nutz-, nicht der Absolutkapazität. Also 20% Verlust der Nenn-kWh + kompletter Verlust der Sicherheitsreserven. Noch einmal 10 Jahre später wären dann 30-50% Restreichweite schon optimistisch und das ausgehend von "viel zu wenig", sodass die meisten heute gebauten Batterieautos außerhalb des Pendlereinsatzes (also da, wo man PKW komplett zugunsten von ÖPV abschaffen muss) vermutlich nie die 200000 km erreichen, sondern lange vor vergleichbaren Verbrennern verschrottet werden. (Akkuwechsel bewusst ignoriert, denn der wird ein finanzieller Totalschaden)
Aber der Motor hat damit definitiv nichts zu tun. (Genausowenig wie er die Lebenserwartung der meisten Verbrenner limitiert, obwohl deren Motoren für Laufleistungen deutlich unter des technisch leicht machbaren konstruiert sind)
Wieviele Sockenpuppen hatte Schaffe89 eigentlich bis jetzt schon?
Nicht jeder Account der trollt ist Schaeffe. Den hat man im WPW eher selten gesehen, geht schließlich nicht um AMD-Konkurrenten hier.
Soweit sind wir noch nicht, weil wer in der Eifel, Odenwald, Hunsrück, Schwarzwald etc. etc. etc etc. wohnt wird sein Auto auch als Langstreckenfahrzeug sehen, weil es dort verdammt schwierig ist mit der Bahn Langstrecken zurück zu legen.
OH NEIN! 800 Millionen Deutsche aus Eifel, Odenwald, Hunsrück und Schwarzwald bangen um ihre Mobilität!
Mal im Ernst: Natürlich ist die Bahn alias ÖPV alias Massenverkehrsmittel der falsche Ansatz für alle Gegenden, in denen man INDIVIDUALverkehr schon alleine deswegen braucht, weil mangels Menschen vor Ort selten mal mehr als ein Individum in die gleiche Richtung will. Aber genau deswegen ist das klimatologisch auch komplett irrelevant. Ein paar 10000 bis wenige 100000 Leute verursachen nicht den Großteil der deutschen Verkehrsemissionen. Und weil wir in einem ziemlich dichten Land wohnen ist auch keines dieser Gebiete größer als die Reicheweite eines Zoe oder gar Twizzy und umgekehrt haben die meisten Haushalte in diesen Gegenden ein vollkommen ausreichendes Dachflächen/Mitgliederverhältnis, um Batterieautos mit eigenem Solarstrom zu laden.
Warum erzähle ich das jetzt, ganz einfach ein Ort der näher an einem urbanen Zentrum gelegen hätte, hätte uns 2-3 mal so viel als Miete gekostet, das Wochenende hat mit Übernachtung, Sprit, Getränke, Lebensmittel und Besuche von Eifel Ausflugszielen, Panzermuseum oder Brauereibesichtungen nie mehr als ~ 80-100€ pro Nase gekostet und liegt/lag einigermaßen Zentral für alle Clanmitglieder aus Deutschland.
Mit der Bahn und ÖPNV wäre das unmöglich gewesen oder hätte auf Grund eines andere Objektes, wohl 200-300 Euro gekostet.
Fazit: Sprit ist in Deutschland zu billig, Häuser sind zu teuer. (Außer in Gegenden, wo der Altbestand viel zu groß für die Zahl der Leute ist, die drin leben wollen.)
Also ich habe nicht den Eindruck, dass wegen der Einführung des Mindestlohns, die Arbeitlosenzahlen angestiegen sind. Hast du Zahlen die das belegen?
Wie gesagt: Die Wirkung ist ingesamt gering, weil es haufenweise Ausnahmen gibt. Deswegen haben nicht viele ihren Job verloren, aber es haben eben auch nicht viele eine Gehaltserhöhung erhalten.
Ne. Habe ich das irgendwo geschrieben?
Wer eine geringfügige Beschäftigung ausübt muß dann eben aufstocken.
DAS war meine Aussage. DU hast dem ausdrücklich wiedersprochen und noch hinterhergesetzt, dass Hartzer deutlich weniger bekommen sollen als Niedriglöhner
Aber es kann doch nicht sein, das Menschen, welche Vollzeit arbeiten (egal welcher Job), auch teilweise noch aufstocken müssen. Oder knapp darüber liegen.
Doch, das kann sein. Und meiner Meinung nach ist es auch komplett unvermeidbar, solange wir ein kapitalistisches Lohngefälle haben. Ich sehe da aber auch kein Problem drin, solange es vernünftig staatlich ausgeglichen wird und es keine Drangsalierung mit Maßnahmen gibt. Durch die technische Entwicklung laufen wir auf eine Gesellschaft zu, in der 50-80% der Jobs praktisch keine Qualifikation brauchen und der Kapitalismus zahlt für solche Jobs nun einmal nicht so viel wie für qualifizierte.
Nein. Ich sage das man Hartz IV nicht kürzen und gleichzeitig einen angemessenen Mindestlohn zahlen soll.
Nein. Zumindest nicht in dieser Form, nämlich bezogen auf ein und dieselbe Person/das gleiche "Man". Das ist meine Aussage: Der Staat soll HartzIV nicht kürzen, sondern dafür sorgen, dass das Einkommen bei zusätzlicher Arbeit angemessen steigt. Du dagegen sagst, dass man Arbeit für geringen Lohn + Zuschuss Abschaffen soll. Ein Mindestlohn gibt nicht an, was jeder bekommt, sondern er ist eine Grenze, unterhalb derer man keinen Job anbieten darf.
Dann müssen sie vom Staat eben dazu gezwungen werden die Menschen besser zu bezahlen.
Geht nur im Sozialismus, wo der Staat selbst bezahlt. Aber er kann schlecht bestimmen, was andere Leute (inkl. Unternehmer) mit ihrem Geld machen.
Fachangestelltengehälter sind weit von einen Mindestlohn entfernt.
Guck dir mal an, was eine Erzieherin oder ein Einzelhandelskaufman zum Teil verdienen. Da ist definitiv kein "weiter" Abstand dazwischen und wenn man den Mindestlohn deutlich anhebt, liegt er zum Teil sogar darüber.