Da er lediglich die kalte Progression abmildert, also kurz gesagt auf die Mehreinnahmen verzichtet, ist es nun mal festgeschrieben, dass die die viele Steuern zahlen, auch mehr profitieren.
Ich finde den Ansatz erstmal vollkommen richtig.
Was die Grünen und die SPD natürlich nicht erwähnen, sind die Pakete welche mit FDP-Zustimmung durchgewunken werden. Nämlich die Erhöhung von Wohngeld und die "Hartz 4" Umwandlung zum Bürgergeld inkl. dessen Erhöhung.
Noch ist das Bürgergeld nicht in trockenen Tüchern und nach bisherigen Planungen wird die ""Erhöhung"" nicht einmal die Inflation ausgleichen. Das ist keine kalte Progression, dass ist sogar kalte Regression. Ausgehend von einem problematisch niedrigen Ausgangsniveau.
Aber war natürlich klar, dass es einige Leute gut finden, wenn "es ist kein Geld da"-Lindner schon wieder Steuermilliarden an die verschenkt, die ohnehin schon mehr als andere haben.
Wie lange zahlt man Modernisierungzuschläge?
Modernisierungsumlage bezhalt man logischerweise solange, bis die Modernisierung bezahlt ist. Also solange, bis die Mieter dem Vermieter eine Wertsteigerung seines Eigentums geschenkt haben. (Und oft zusätzlich auch noch einen Teil der Unterhaltskosten erstattet, für sie eigentlich schon mit der normalen Miete aufkommen. Wer sich doppelt bezahlen lässt, hat mehr vom Leben...)
Ein anderer Schritt, wäre wenn Gewerkschaften bei Lohnerhöhungen keinen prozentualen Erhöhungen mehr erkämpfen sondern Fixbeträge.
Statt 3% eben 150 Euro. Das sind dann 10% für den mit 1500 Brutto, und 1% für den mit 15.000. Das wäre fair, denn schon durch die prozentualen Lohnabschlüsse wächst die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter.
Für die Gehälter von Führungskräften gibt es in der Regel keine Tarife, die werden individuell ausgemacht. Dafür verhandeln die Gewerkschaften also schlichtweg gar nichts. Piloten und Ärzte sind die einzigen Besserverdiener mit gewerkschaftlichen Lohnverhandlungen, die mir gerade einfallen. Aber die haben ja auch ihre eigenen Gewerkschaften, denen der Pöbel komplett egal ist.
Was man aber mal einführen könnte: Dass die mittlere absolute von den Gewerkschaften ausgehandelten Lohnsteigerung für ALLE Arbeitnehmer gilt, solange kein andere Vereinbarung getroffen wurde. Das wäre mal ein saftiger Anreiz für Arbeitgeber, überhaupt nach Tarif zu bezahlen (um nur den ausgehandelten prozentualen Anstieg weitergeben zu müssen). Die Tarifabschlüsse sind in Deutschland nämlich eigentlich ganz gut, aber wegen flächendeckender Tarifflucht bringt das viel zu vielen rein gar nichts.
Damit dreht man nur weiter an der Preispirale.
Ich habe persönlich nichts dagegen wenn die Friseurin statt 12, 24€ pro Stunde bekommt. Dann kostet der Herrenschnitt mit waschen halt nen Fuffi....zahle ich gerne.
Aber Andere können sich das dann nicht mehr leisten.
Nur Löhne hoch hilft nicht.
Doch. Es mag nicht die eleganteste Art sein, aber zum einen profitieren Besserverdiener eben kaum von Lohnsteigerungen und Reiche überhaupt nicht, sodass man effektiv eine größere Anhebung unten und eine geringere am oberen Ende der Gesellschaft hat und direkt die Einkommenssschere schließt. Zum anderen wirken steigende Löhne auch nur eingeschränkt auf die Preise von Import- und automatisiert hergestellten Entitäten (einschließlich eines erheblichen Teils virtueller Güter, vor allem Finanzprodukten).
"10% mehr Lohn" für Arbeiter und Angestellte bedeutet also nicht "10% höhere Preise" sondern eher 5%. Das heißt Armen werden dadurch effektiv 5% Reicher und Reiche, die die Preise ja auch zahlen müssen, werden effektiv 5% ärmer. Verglichen mit einer Einkommensschere, die geschätzt 100000% auseinanderklafft, ist das nicht viel - aber es hilft.
Direkte Maßnahmen wie z.B. feier ÖPV, freie Kultur, freie Sporteinrichtungen und vor allem tatsächlich freie Bildung sollte man darüber hinaus aber nicht vergessen. Auch z.B. die von den Grünen propagierte (aber irgendwie nicht in Gesetzesvorlagen gegossene) Kombination aus höheren Energieabgaben und pro Kopf ausgeschüttetem Energiegeld hätte eine stärkere soziale Ausgleichsfunktion. (Und nebenbei noch eine sehr willkommene Lenkungswirkung.)
Ehrlich gesagt habe ich das nicht ganz auf dem Schirm. Meine Frau geht nie zum Friseur. Die schneidet und tönt sich selber die Haare.
Meine war vor Corona 2-3 mal im Jahr dar (je ~20 €) und seitdem gar nicht mehr - wachsen lassen und überflüssige, körpernahe Kontakte vermeiden.
Lange Haare sind schön und wer waschen/spülen/etc. nicht alleine hinbekommt, den will ich schon aus rein olfaktorischen Gründen nicht in meiner Wohnung haben

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