Trotz aller modernen Rollenverteilungen, kommen wir an einem natürlichen Umstand nicht vorbei, Frauen gebären Kinder und sind aus vielerlei Gründen, erstmal in der Mutterrolle "gefangen", denn zu 90%plus bleibt das an Ihnen am Anfang hängen.
Das rein praktische Ergebnis, der Aufweichung der Schutzfunktion der Ehe, durch die moderne Rollenverteilung ist, das jetzt Ehemänner, die gleichen Möglichkeiten haben, sich aus dem Staub zu machen, wie das "früher" und heute Nicht-Ehemänner schon immer konnten. Die Frau steht erstmal aus natürlichen Gründen, als die Dumme dar, das sind die rein praktischen Fakten.
Jain, mittlerweile kann die Frau aber auch als Alleinerziehende arbeiten gehen und das ist Normalität, früher war das bei weitem nicht der Fall bzw. mit mehr Hürden belegt.
Damit würdest du aber den Hauptteil der Kindererziehung , als staatliche Aufgabe begreifen, ob das gewollt ist und vor allen dingen auch erstrebenswert, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. (Hier habe ich auf Grund der deutschen Historie und auch der weltweiten Historie, kolossale Bedenken)
Du verwechselst Erziehung mit Bildung. Einer der wesentlichen Kritikpunkte an der Herdprämie war, dass diese die frühkindliche Bildung torpediert weil es Kinder eben von den Bildungsangeboten der Kita fernhält. Zudem sollte man auch anerkennen, dass es mittlerweile häufig notwendig ist, dass die Frau zeitnah nach der Geburt (6-12 Monate) wieder ins Berufsleben einsteigt, weil es finanziell nicht anders geht.
Die Entwicklungen seit 1949 sind ja mehrgleisig. Der Effekt, dass mehr Frauen am Erwerbsleben teilgenommen haben hat ja auch dazu geführt, dass mehr Geld zur Verfügung stand, was Preise hat steigen lassen etc. Wir könnten nicht so wohnen wie wir wohnen (Location, nicht Luxus) wenn meine Frau nicht zu 80% arbeiten würde, ist nicht drin.
Das ist aber auch gewollt, denn man bekommt nur dann (finanziell) unabhängige Frauen wenn diese auch sozialversicherungspflichtig angestellt sind, denn das Schreckensszenario, dass der Alte die Frau sitzenlässt wenn das Kind alt genug ist besteht weiter, mit oftmals deutlichen Folgen für die Frau - Jahrelang nicht gearbeitet, alt, keine Berufserfahrung, aus die Maus.
Frauen haben die Möglichkeit jederzeit arbeiten zu gehen, eine (alleinerziehende) Mutterschaft, steht dem aber teilweise im Weg, zumindestens, um das gleiche Geld zu verdienen und die gleiche Position auszufüllen.
Tja wie willst du Arbeitgeber davon überzeugen, dass sie erstmal oder in erster Linie bei einer Personalentscheidung an ihr Unternehmen denken?
Frauen haben in der Theorie die Möglichkeit. Das Angebot im Bereich Kita / KiGa / Grundschule muss massiv besser werden um das auch wirklich gewährleisten zu können. Ich kenn einen Extremfall, ne Intensivkrankenschwester die nicht arbeiten gehen konnte weil sie keinen Platz für Ihren Sohn bekommen hat - ja, während der Covid Pandemie.
Jaaa, der Rechtsanspruch... Ich hab nen Anwalt nehmen müssen um diesen durchzusetzen, die Krankenschwester klagt jetzt. Nur falls jemand glaubt, Rechtsanspruch würde auch automatisch Betreuungsplatz bedeuten.
Ich habe hier nicht den Stein der Weisen gefunden, das jetzige Modell und die weitere "Abschaffung" der Ehe ist nicht meins, gerade weil sich die letzten Jahre, rein praktisch eher negativ auf die Frauen (Armutsrisiko) ausgewirkt haben, Corona war nochmal ein Musterbeispiel, an wem letztendlich das Meiste hängen bleibt.
Aber Frauen sind besonders dann von Altersarmut betroffen, wenn sie nicht arbeiten gegangen sind, oder halt halbtags. Die Ehe an sich, wenngleich der Gedanke, ist ja keine Sicherheit nicht doch verlassen zu werden. Wenn dem so wäre, der christliche Gedanke hier tatsächlich zutrifft "Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen" ist super, aber in 2021 einfach nicht mehr zutreffend.
Man muss nicht die Ehe herabsetzen um Frauen zu unterstützen, dazu gibts andere Wege, man muss aber auch nicht die Ehe besonders bevorteilen, sondern kann diese Vorteile auf Familien mit Kindern ansetzen.
Ich will die Ehe weder abschaffen noch schwächen, aber ich sehe, dass es bessere Modelle gibt um die eigentlich notwendigen Verbesserungen zu erreichen.