Denken wir das doch mal durch ...
Steuern hoch = mehr Einnahmen (erst einmal) = wahrscheinlich weniger attraktiv = wahrscheinlich weniger Bürger / Unternehmen = weniger Einnahmen ... rinse and repeat.
Leistungen kürzen = mehr soziale Verarmung = verelendung ganze Quartiere = wahrscheinlich weniger attraktiv = wahrscheinlich weniger Bürger / Unternehmen = weniger Einnahmen ... rinse and repeat.
Also wenn du schon in der Politik bist, wie gedenkst du, als Politiker, dieses Problem zu beheben?
Für eine komplexe Frage gibt es leider keine einfache Antwort.
Ich darf an der Stelle an den Bundeetat 2025, Entwurf verweisen:
Das ist sozusagen Realität, mehr ist nicht in der Kasse, mehr kann man nicht ausgeben -
Außer man generiert irgendwoher mehr:
www.bundeshaushalt.de
Da kann man interaktiv die einzelnen Posten abrufen und sich informieren.
Hier davon ein Bild:
Für den größten Posten siehts grob so aus, dass von den ca. 180 Mrd. 74% Rente und Grundsicherung im Alter ist.
Mehr oder weniger eine unantastbare Zahl, zumal alle Renten oberhalb von ca. 1.200 € einer zusätzlichen Besteuerung unterliegen.
Im zweitgrößten Posten ist überwiegend (>>40 Mrd. €) die oft diskutierte Grundsicherung enthalten. Diese ist als Einzelposten ungefähr (etwa 10-20% geringer) so hoch, wie der Verteidigungshaushalt: 53 Mrd., Digitales und Verkehr (im Wesentlichen Infrastruktur, Bahn, Brücken usw.) mit knappen 50 Mrd. € und auf Augenhöhe die allgemeine Finanzverwaltung mit 46 Mrd..
DA sind z. b. alle Förderungen drinnen.
Ein nicht unwesentlicher Anteil ist jetzt schon die Bundesschuld mit aktuell 33 Mr. €/Anno bei 60% Verschuldungsquote.
Die Problematik an der Stelle ist, das sehr vieles auf Staatsanleihen läuft.
Die waren früher supergünstig - vor Corona bekam die BR für faktisch Umme, ohne Zinsen Geld geliehen, jetzt zahlt jeder cent an Staatsschuld jeder stuerzahlende Bürger - kräftig.
Das kann sich also mit Orientierung am Wertpapiermarkt jeder selber ausrechnen, was es bedeutet, wenn nur 20 Mrd. an neuen Schulden gemacht werden.
Man kann ander stuerschraube drehen, um die Staatsschuld auszugleichen - sehr beliebt bei allen (Ironie)
oder
Man kürzt andere Ressorts, damit die Staatsschulden augeglichen bleiben - auch äußerst beliebt (Ironie)
Was will ich damit sagen:
Weitere Staatsschulden verlagern die heutigen Probleme nur wenige Jahre, nicht Jahrzehnte nach hinten.
Das kann man machen, wenn in die Zukunft projektiert auch einnahmequellen generiert werden.
Wer macht Einnahmen? - Stuerzahler und Betriebe gleich welcher Art.
Das Ziel muss m. M. nach zu allererst darin liegen, ein Wirtschaftwachstum deutlich jenseits von +2% (jetzt rote Null) und eine Art Vollbeschäftigung (< 1-2 Mio. Arbeitslose + Bürgergeldempfänger), jetzt 2,7 Mio + 5,5 Mio. Bürgergeldempfänger zu schaffen.
Dann ist der Bund wieder in der Lage, ohne Steuererhöhungen entweder
a) Investitionsschulden aufzunehmen
b) frei werdende Gelder aus der "Vollbeschäftigung" in nachhaltige Investitionen zu stecken.
Klare, verlässliche + dauerhafte Leitplanken für die Industrie, das Handwerk wäre da ein Pfund...