Kampf gegen Online-Beschimpfungen: Teilerfolg für Künast

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Das Heiratsalter ist nur ein Punkt, entscheidender ist jedoch im Zweifelsfall erst einmal die Prüfung, ob die Heirat dem Willen beider Eheleute entspricht. Zwangsehen sind aufzulösen, aber das Alter der Eheleute bei Eheschließung muss man doch etwas differenzierter betrachten - die Ehemündigkeit mit 18, wie sie in Deutschland und einigen anderen Ländern gilt, ist auch in der westlichen Welt nicht der universelle Maßstab.
Beispielsweise kann man auch in den USA in den meisten Bundesstaaten ab 16 heiraten, wenn das Einverständnis der Eltern vorliegt. In Sonderfällen (z.B. Schwangerschaft) kann das Mindestalter und/oder das Einverständnis der Eltern sogar entfallen.

Wenn zwei junge Leute in North Carolina oder West Virgina einvernehmlich, mit dem Segen der Eltern und nach dortigem Recht rechtskräftig mit 16, 15 oder gar 14 Jahren geheiratet haben und nach Deutschland übersiedeln, annullieren wir dann diese Ehe in Deutschland? Wohl eher nicht.

Preisfrage: Was befähigt zwei Teenager aus den USA oder irgend einer anderen Nation des Abend- und Morgenlandes, in denen man nicht ungeachtet der Umstände bis zum 18 Lebensjahr warten muss) besser zur Ehe als deutsche Teenager? Da will mir irgendwie nichts einfallen.
 
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Das Heiratsalter ist nur ein Punkt, entscheidender ist jedoch im Zweifelsfall erst einmal die Prüfung, ob die Heirat dem Willen beider Eheleute entspricht. Zwangsehen sind aufzulösen.
Darum möchte ich auch einen konkreten Fall, Es geht mir auch darum zu sehen, ob der User überhaupt die Komplexität der Situation verstanden hat.

Das nächste ist die Definition des Wortes "Zwangsehe". Ich habe einen indischen Studenten betreut, ihn durch seinen Master gebracht und eine Stelle besorgt. Der war 25 und ich diskutierte mit ihm, wie er sich denn Beziehung vorstellt. Seine Antwort war: "Da kümmern sich sich meine Eltern drum. Die haben 30 Jahre Erfahrung mit Beziehungen und können besser beurteilen, wer für mich gut ist." Zu dem Zeitpunkt war er schon 7 Jahre in Deutschland und ziemlich gut integriert. Ich habe über die Antwort gestaunt. Er hat dann die Frau geheiratet, die seine Eltern ihm ausgesucht haben. Ist das eine "Zwangshochzeit"? Ist es eine Zwangshochzeit gewesen, wenn früher in unseren Adelhäusern Ehen arrangiert wurden?

Mein Ziel ist es nur, dass man andere Kulturen akzeptiert und im besten Fall versteht. Wer mit Scheuklappen aus seiner Gartenzwergkultur über andere entscheidet, erzeugt in der Regel als "rechtsbraunversiffter Heilsbringer" mehr Elend als er Positives bewirkt. Meine Meinung. Ich haue jetzt wieder in eine politische Kerbe, weil ich mir zu 99% sicher bin, dass jene, die Frau Künast mit diesen unsäglichen Beleidigungen überzogen haben, zu jenen "rechtsbraunversiffter Heilsbringer" zu zählen sind, die unter anderem gegen politische Korrektheit "kämpfen".
 
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Darum möchte ich auch einen konkreten Fall, Es geht mir auch darum zu sehen, ob der User überhaupt die Komplexität der Situation verstanden hat.

Das nächste ist die Definition des Wortes "Zwangsehe". Ich habe einen indischen Studenten betreut, ihn durch seinen Master gebracht und eine Stelle besorgt. Der war 25 und ich diskutierte mit ihm, wie er sich denn Beziehung vorstellt. Seine Antwort war: "Da kümmern sich sich meine Eltern drum. Die haben 30 Jahre Erfahrung mit Beziehungen und können besser beurteilen, wer für mich gut ist." Zu dem Zeitpunkt war er schon 7 Jahre in Deutschland und ziemlich gut integriert. Ich habe über die Antwort gestaunt. Er hat dann die Frau geheiratet, die seine Eltern ihm ausgesucht haben. Ist das eine "Zwangshochzeit"? Ist es eine Zwangshochzeit gewesen, wenn früher in unseren Adelhäusern Ehen arrangiert wurden?

Mein Ziel ist es nur, dass man andere Kulturen akzeptiert und im besten Fall versteht. Wer mit Scheuklappen aus seiner Gartenzwergkultur über andere entscheidet, erzeugt in der Regel als "rechtsbraunversiffter Heilsbringer" mehr Elend als er Positives bewirkt. Meine Meinung. Ich haue jetzt wieder in eine politische Kerbe, weil ich mir zu 99% sicher bin, dass jene, die Frau Künast mit diesen unsäglichen Beleidigungen überzogen haben, zu jenen "rechtsbraunversiffter Heilsbringer" zu zählen sind, die unter anderem gegen politische Korrektheit "kämpfen".

1. Das ist ein Plot aus "The Big Bang Theory", aber auch von anderen indischen Filmen. Es ist dort normal und weil es das in weiten Teilen der Welt nicht ist, kann man daraus gute Film- oder Serienstoffe machen. Man darf dabei nicht unterschätzen, Indien hat zwar 1,3 Milliarden Einwohner, aber deren Zivilgesellschaft ist erstaunlich monolithisch und recht träge, wenn es um gesellschaftliche Veränderungen geht. Nicht umsonst konnten wenige Zehntausend Briten ein Millionenvolk unterjochen.

2. Bei Künast waren es definitiv Leute aus der Klientel "Ich bin ja kein Nazi, aber..." Es ist an der Stelle extra 3 unter Christian Ehring hoch anzurechnen, dass sie in der Sendung nach dem Künast-Urteil Alice Weidel als Nazischlampe bezeichnet haben und das Gericht in Hamburg meinte, das ist Satire da "Weidels Partei in weiten Teilen der Öffentlichkeit eher als Partei des rechten, teilweise auch sehr rechten Spektrums wahrgenommen wird Der Aussagegehalt von „********“ habe zwar eine sexuelle Konnotation. Es liege für den Zuschauer aber auf der Hand, „dass die Bezeichnung nur gewählt wurde, weil die Antragstellerin eine Frau ist, die Äußerung aber keinerlei Wahrheitsgehalt aufweist“. Anlass für ihre Verbreitung sei allein die Forderung, die politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, gewesen.“ (Zitat: Alice Weidel verliert gegen "extra3" vor Gericht: "Nazi-***" ist okay, weil Satire - Medien - Gesellschaft - Tagesspiegel)

Man darf in dem Zusammenhang darauf hinweisen, nach dem Urteil kam aus der AfD-Ecke genau die Forderung, political correctness doch über Bord zu werfen... aber wie das bei Rechten, Faschisten und rechtsbraunversifften Heilsbringern schon immer war, die Regeln sollen immer für andere gelten.
 
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2. Bei Künast waren es definitiv Leute aus der Klientel "Ich bin ja kein Nazi, aber..." Es ist an der Stelle extra 3 unter Christian Ehring hoch anzurechnen, dass sie in der Sendung nach dem Künast-Urteil Alice Weidel als Nazischlampe bezeichnet haben und das Gericht in Hamburg meinte, das ist Satire da "Weidels Partei in weiten Teilen der Öffentlichkeit eher als Partei des rechten, teilweise auch sehr rechten Spektrums wahrgenommen wird Der Aussagegehalt von „********“ habe zwar eine sexuelle Konnotation. Es liege für den Zuschauer aber auf der Hand, „dass die Bezeichnung nur gewählt wurde, weil die Antragstellerin eine Frau ist, die Äußerung aber keinerlei Wahrheitsgehalt aufweist“. Anlass für ihre Verbreitung sei allein die Forderung, die politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, gewesen.“ (Zitat: Alice Weidel verliert gegen "extra3" vor Gericht: "Nazi-********" ist okay, weil Satire - Medien - Gesellschaft - Tagesspiegel)

Man darf in dem Zusammenhang darauf hinweisen, nach dem Urteil kam aus der AfD-Ecke genau die Forderung, political correctness doch über Bord zu werfen... aber wie das bei Rechten, Faschisten und rechtsbraunversifften Heilsbringern schon immer war, die Regeln sollen immer für andere gelten.
Das finde ich auch nicht in Ordnung.
Genauso wie damals mit Böhmermann und seinen "Freund" Erdogan.
Ich finde auch Kunst, Unterhaltung, Satire hat ihre Grenzen.
 
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Ich finde auch Kunst, Unterhaltung, Satire hat ihre Grenzen.
Da gehen die Meinungen auseinander. Darum ist Kunstfreiheit mit das erste, was totalitäre Systeme unter Kontrolle stellen. Es gibt gar keinen Grund dafür, Kunst zu begrenzen. Niemand wird mit dieser Art Kunst gegen seinen Willen belästigt. Najaa, Höcke vielleicht mit seinem eigenem Deckmal vor der Tür. Aber das sind auch nur ein paar unschuldige Betonquader. Ansonsten geht man freiwillig zu Veranstaltungen der Künstler oder kauft deren Produkte.

Die Titanic überschreitet meine Grenze auch regelmäßig. Es sitzt jedes mal tief und gut, denke ich an Barschel in der Badewanne. Und ja, für die Angehörigen ist das ein Schlag ins Gesicht. Das muss man auch sehen und bewerten. Wer sich aber ins politische Rampenlicht stellt, muss damit rechnen. Die Beleidigungen gegen Künast fallen aber nicht unter Kunstfreiheit. Ganz im Gegen zur "Nazischlampe" von Extra 3 oder Herrn Nuhr mit seiner "Sachkritik" am urteilenden Richter.
 
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Das finde ich auch nicht in Ordnung.
Genauso wie damals mit Böhmermann und seinen "Freund" Erdogan.
Ich finde auch Kunst, Unterhaltung, Satire hat ihre Grenzen.

Das sehe ich genauso.

Aber, in dem Fall war es wichtig und richtig seitens extra 3, auf diesen Umstand hinzuweisen. Die Verrohung von Sprache und das Anhimmeln von Leuten, die Klartext reden, aber sofort anfangen zu Heulen, wenn sie Kontra kriegen, muss aufgedeckt werden. In Deutschland sind es die Dummnüsse der AfD, die aber ihre Vorbilder in anderen Ländern haben. Nehmen wir Trump, dessen Anhänger behaupten, er wäre tough und ein Kämpfer. Obwohl der Typ nichts anderes tut, als 24/7 auf Twitter rumzuheulen, wie ungerecht das alles ist.

Mit 8 Jahren Millionär, mit 30 schon mit ein paar Dutzend Millionen aus Pleiten rausgekauft von Daddy, 1999 über 400 Millionen durch Steuertricks steuerfrei geerbt, wahrscheinlich fast alles verzockt, durch ein völlig idiotisches Wahlsystem ins Präsidentenamt gespült, obwohl man ein ganzes Leben lang grad mal in der Grauzone zum Kapitalverbrecher gelebt hat. Das lässt sich lückenlos in allen authoritären Systemen nachvollziehen. Putin, Bolsonaro, erst recht Kim und Mohammed Bonesaw. Erdogan ist die Ausnahme.

Diese angeblich harten Leute sind nichts anderes als absolute Weicheier, die sich selbst aufwerten wollen, indem sie andere abwerten. Ganz gut ersichtlich daran, wie sie mit Veränderung umgehen. Welcher normal gefestigte Mensch sieht in einer 16jährigen, die sich für Klimaschutz einsetzt, eine Bedrohung? Weicheier und Schlaffis.

Bei Erdogan weiß ich nicht, was Böhmermann da geritten hat. Erdogan hat viele Angriffspunkte, aber ihn als Ziegenf!cker zu betiteln und mit Priklopil, dem pädophilen Entführer von Natascha Kampusch in einen Topf zu werfen, war einfach unsachlich und mehrere Schritte zu weit. Erdogan ist ein Narzisst und Verbrecher, der sich auf Kosten seiner Staatsbürger bereichert. Er ließ sich einen riesigen "Palast" bauen, ebenso wie er jeden noch so fernen Verwandten in Regierungsposten hob. Aber seine sexuelle Orientierung war dabei niemals ein Thema und es macht auch keinen Sinn, dies im Sinne der Kunstfreiheit als ultima ratio gegen einen Moslem zu mißbrauchen. Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass Böhmermann persönlich davon betroffen war und deshalb mit der größtmöglichen Härte zuschlagen wollte.

Man muss da aber sagen, das ZDF hat sich in der Affäre vorbildlich verhalten. Böhmermann ist kein John Oliver, aber ich mag ihn, weil er sich Sachen traut.
 
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Da gehen die Meinungen auseinander. Darum ist Kunstfreiheit mit das erste, was totalitäre Systeme unter Kontrolle stellen. Es gibt gar keinen Grund dafür, Kunst zu begrenzen. Niemand wird mit dieser Art Kunst gegen seinen Willen belästigt. Najaa, Höcke vielleicht mit seinem eigenem Deckmal vor der Tür. Aber das sind auch nur ein paar unschuldige Betonquader. Ansonsten geht man freiwillig zu Veranstaltungen der Künstler oder kauft deren Produkte.

Die Titanic überschreitet meine Grenze auch regelmäßig. Es sitzt jedes mal tief und gut, denke ich an Barschel in der Badewanne. Und ja, für die Angehörigen ist das ein Schlag ins Gesicht. Das muss man auch sehen und bewerten. Wer sich aber ins politische Rampenlicht stellt, muss damit rechnen. Die Beleidigungen gegen Künast fallen aber nicht unter Kunstfreiheit. Ganz im Gegen zur "Nazischlampe" von Extra 3 oder Herrn Nuhr mit seiner "Sachkritik" am urteilenden Richter.
Das eine geschieht unter dem Deckmantel der künstlerischen Freiheit. Das andere unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit.
Beides hat für mich Grenzen und man sollte nicht alles durchgehen lassen.
Z.B. dann wenn jedwede Respektlosigkeit gegenüber einzelnen Personen abhanden kommt und sie öffentlich aufs übelste denunziert und runtergemacht werden.
 
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Das eine geschieht unter dem Deckmantel der künstlerischen Freiheit. Das andere unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit.
Beides hat für mich Grenzen und man sollte nicht alles durchgehen lassen.
Z.B. dann wenn jedwede Respektlosigkeit gegenüber einzelnen Personen abhanden kommt und sie öffentlich aufs übelste denunziert und runtergemacht werden.

Die Kunst- und Satirefreiheit ist in Deutschland fast so frei wie im angelsächsischen Raum. In Deutschland steht sie eng im Zusammenhang mit der "Weltbühne" und Kurt Tucholskys berühmten Zitat: "Was darf Satire? - Alles." Das stimmt natürlich nicht so, denn es gibt Dinge, die einfach niemals lustig sind. Bei extra 3 gibt es eine Regel, die besagt: "Das "Pferd" Zuschauer springt nicht über tote Kinder."

Man darf aber nie vergessen, Prominenz ist im Nachrichtenwert neben Aktualität einer der wichtigsten Punkte. Serdar Somuncu, der ja leider auf seine mittelalten Tage auch zu einem Nuhr'schen Grantler wird und seine künstlerischen Ambitionen gegen ein sicheres Gehalt bei den Ö-R getausch hat, hatte damals in seinem Programm "Der Hassprediger" diesen tragischkomischen Tiefschlag zum Rechtspopulisten Jörg Haider, der durch einen selbst verschuldeten Autounfall starb: "Ist es eigentlich tragisch, wenn ein Nazi stirbt, weil er in einer Rechtskurve zu viel Gas gibt?"
 
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Das nächste ist die Definition des Wortes "Zwangsehe". Ich habe einen indischen Studenten betreut, ihn durch seinen Master gebracht und eine Stelle besorgt. Der war 25 und ich diskutierte mit ihm, wie er sich denn Beziehung vorstellt. Seine Antwort war: "Da kümmern sich sich meine Eltern drum. Die haben 30 Jahre Erfahrung mit Beziehungen und können besser beurteilen, wer für mich gut ist." Zu dem Zeitpunkt war er schon 7 Jahre in Deutschland und ziemlich gut integriert. Ich habe über die Antwort gestaunt. Er hat dann die Frau geheiratet, die seine Eltern ihm ausgesucht haben.

Witzig, genau so einen Fall habe ich auch in meinem Bekanntenkreis. Das Mädel hat einen Abschluss zum neidisch werden und ist eigentlich überhaupt nicht konservativ - sie hat sich bis Ende 20 Zeit gelassen und ihr Single-Leben genossen, bis sie ihre Mutter gefragt (!) hat, nach einem Partner für den nächsten Lebensabschnitt zu suchen. Ihre Eltern kannte ich schon, bevor ich sie kennengelernt habe und weiß daher, dass die halb begeistert ("Endlich!") und halb verzweifelt ("Wie kriegen wir unsere Tochter in dem Alter noch vermittelt?") waren. Zum Schluss war das aber kein Problem, weil aus oben genannten Gründen eine gute Partie. Als Paar habe ich die Beiden nur zwei-, dreimal getroffen und maße mir daher kein Urteil an, ob es eine - nach welchem Verständnis auch immer - glückliche Ehe ist, aber sie scheint zumindest nicht dysfunktional zu sein.
Das ist für unseren Kulturkeis (heutzutage) ein ganz fremdes Konzept: Die Ehe ist eher eine Zweckgemeinschaft für gemeinsames Wirtschaften und Nachwuchs. Hauptsache, der Partner ist verlässlich und idealerweise respektvoll. Liebe kann, muss aber nicht.

Ist das eine "Zwangshochzeit"? Ist es eine Zwangshochzeit gewesen, wenn früher in unseren Adelhäusern Ehen arrangiert wurden?

Ich denke nicht. Man muss sich den Partner ja nicht zwingend selbst ausgesucht haben, um mit ihm/ihr einverstanden zu sein. In unserer voll progressiven, hochmodernen Gesellschaft überlassen es die Leute den Algorithmen von Partner-Portalen und Agenturen, den Partner fürs Leben zu suchen. Warum sollten es dann nicht auch die Eltern machen können? Zwang ist es, wenn man die ausgesuchten Kandidat(inn)en ehelichen muss, auch wenn man nicht will.

Tja, und was das Heiratsalter angeht, gibt es natürlich durchaus sinnvolle Grenzen, nur liegen die nicht unbedingt bei 18 Jahren. Logischerweise können Neunjährige (wie es in einigen Ländern möglich ist) noch keine einvernehmlichen Ehen schließen, weil sie - rein von der geistigen Reife her - noch gar nicht dazu befähigt sind. Teenagern darf man das aber durchaus zutrauen. Sie konnten es schon seit Urzeiten, warum sollten sie es ausgerechnet heute, in modernen Gesellschaften mit allen Bildungs-, Informations- und Beratungsmöglichkeiten und unter dem Schutz von Gesetzen nicht mehr können?

Und was das Sexuelle angeht, ist das ein Thema, dass ich hier lieber nicht anfangen möchte. Aber auch hier halte ich weniger das reine Alter nach Kalender als die tatsächliche geistige und körperliche Reife für entscheidend, sowie - ich kann es nur wiederholen - dass auf einigermaßen symmetrische Partnerschaften geachtet wird. Dass, was sich damals einige Grüne (und nicht nur die) zusammenfantasiert haben, klappt einfach nicht: Zwischen Erwachsenen und Kindern kann es kein tatsächliches Einvernehmen geben, weil letztere von ersteren grundsätzlich abhängig sind.
Abhängigkeiten kann es natürlich auch unter erwachsenen Partnern geben, aber da besteht keine grundsätzliche Diskrepanz.

Bei Erdogan weiß ich nicht, was Böhmermann da geritten hat. Erdogan hat viele Angriffspunkte, aber ihn als Ziegenf!cker zu betiteln und mit Priklopil, dem pädophilen Entführer von Natascha Kampusch in einen Topf zu werfen, war einfach unsachlich und mehrere Schritte zu weit.

Ich finde es eher verwunderlich, dass sich immer noch nicht weithin herumgesprochen hat, dass Böhmermann das Gedicht vor der ersten Rezitation explizit in den Konjunktiv gesetzt hat. Sinngemäß: So würde ein Schmähgedicht aussehen.
Auslöser war doch, dass sich Erdogan und Co. ständig (nicht nur) künstlerisch geschmäht fühlten.
 
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Ich finde es eher verwunderlich, dass sich immer noch nicht weithin herumgesprochen hat, dass Böhmermann das Gedicht vor der ersten Rezitation explizit in den Konjunktiv gesetzt hat. Sinngemäß: So würde ein Schmähgedicht aussehen.
Auslöser war doch, dass sich Erdogan und Co. ständig (nicht nur) künstlerisch geschmäht fühlten.
Aber er hat Erdogan gemeint. Und ob Konjunktiv oder nicht... das war ganz schön daneben.
 
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...
Ich finde es eher verwunderlich, dass sich immer noch nicht weithin herumgesprochen hat, dass Böhmermann das Gedicht vor der ersten Rezitation explizit in den Konjunktiv gesetzt hat. Sinngemäß: So würde ein Schmähgedicht aussehen.
Wenn ich Dich jetzt beleidigen wollte, dann könnte ich Dich für Deine Ausagen jetzt "Drecksfotze" , "Stück ScheiBe" und ( ... hier einsetzen, was Dich wirlich persönlich beleidigt, du froschfressender Untermensch ...) und dann sagen, ist ja alles nur Konjunktiv. Nein, dass ist zu billig und zu einfach. Das Gedicht war für mich keine sinnvolle Kritik, weil es unerträgliche Vorurteile aufgriff und billigst verarbeitete, Das war kein gutes Stück Satire. Es ware einzig das Betteln um Aufmerksamkeit. Und das hat funktioniert. Darum war es erfolgreiche Satire, aber trotzdem keine hochwertige.

Aber all das ist egal, weil die Beleidigungen gegen Frau Künast auf keiner Sachebene blieben, so wie es bei der "Nazischlampe" gemacht wurde. Frau Künast als pädophil hinzustellen ist einfach nur eine Beleidigung. Nichts anderes
 
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Ich finde es eher verwunderlich, dass sich immer noch nicht weithin herumgesprochen hat, dass Böhmermann das Gedicht vor der ersten Rezitation explizit in den Konjunktiv gesetzt hat. Sinngemäß: So würde ein Schmähgedicht aussehen.
Auslöser war doch, dass sich Erdogan und Co. ständig (nicht nur) künstlerisch geschmäht fühlten.

Der Konjunktiv wird in Deutschland einfach anders bewertet als klare Aufforderungen.

Es ist reichlich naiv zu glauben, Böhmermann wäre der Unterschied nicht bewusst. Er hat immerhin Geschichte, Soziologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert und abgebrochen. Wenn man auch nur einen einzigen Kurs zum Thema Medienrecht angeschnuppert hat, ist das einer der ersten Punkte, der einem Klipp und Klar gesagt wird: "Der Konjunktiv rettet dich vor dem Knast!" Genau aus dem Grund verwendet die BILD auch exzessiv Fragezeichen in ihren Stories, da sie wie der Konjunktiv gewertet werden. Gleiches gilt für Täterbeschreibungen. Jeder Mensch ist unschuldig, bevor das Gericht seine Schuld festgestellt hat. "Der mutmaßliche Täter..." ist auch der mutmaßliche Täter, wenn er vor Kameras und Live jemanden umgebracht hat. Sagt man "der Täter", gibt es eine Strafe.

Wie gesagt, stell Dich nicht dumm. Es hat nebenbei auch einen Grund, warum diese Sendungen entweder in NRW oder aber Hamburg aufgenommen werden. Beide Gerichte gelten als pressefreundlich. In München wären derartige Sendungen nicht möglich, weil deren Richter die Pressefreiheit sehr viel strenger sehen und gern Klagen bezüglich Persönlichkeitsrechten zulassen.
 
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Darum möchte ich auch einen konkreten Fall, Es geht mir auch darum zu sehen, ob der User überhaupt die Komplexität der Situation verstanden hat.

Das nächste ist die Definition des Wortes "Zwangsehe". Ich habe einen indischen Studenten betreut, ihn durch seinen Master gebracht und eine Stelle besorgt. Der war 25 und ich diskutierte mit ihm, wie er sich denn Beziehung vorstellt. Seine Antwort war: "Da kümmern sich sich meine Eltern drum. Die haben 30 Jahre Erfahrung mit Beziehungen und können besser beurteilen, wer für mich gut ist." Zu dem Zeitpunkt war er schon 7 Jahre in Deutschland und ziemlich gut integriert. Ich habe über die Antwort gestaunt. Er hat dann die Frau geheiratet, die seine Eltern ihm ausgesucht haben. Ist das eine "Zwangshochzeit"? Ist es eine Zwangshochzeit gewesen, wenn früher in unseren Adelhäusern Ehen arrangiert wurden?

Mein Ziel ist es nur, dass man andere Kulturen akzeptiert und im besten Fall versteht. Wer mit Scheuklappen aus seiner Gartenzwergkultur über andere entscheidet, erzeugt in der Regel als "rechtsbraunversiffter Heilsbringer" mehr Elend als er Positives bewirkt. Meine Meinung. Ich haue jetzt wieder in eine politische Kerbe, weil ich mir zu 99% sicher bin, dass jene, die Frau Künast mit diesen unsäglichen Beleidigungen überzogen haben, zu jenen "rechtsbraunversiffter Heilsbringer" zu zählen sind, die unter anderem gegen politische Korrektheit "kämpfen".

Das ist doch ganz einfach:

Kinderehen in Deutschland: eine Herausforderung fuer die Behoerden | Deutschland | DW | 21.09.2019

"Hier kann eine Ausnahmeregelung des Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderehen greifen, nach der eine Ehe nicht aufgehoben werden soll, wenn das erhebliche Nachteilen für den minderjährigen Ehegatten hätte. Viele Fälle, sagt Michell, würden in diesem Sinne als Härtefall eingestuft, sodass die Ehe aufrechterhalten wird."

Also genau was du im Endeffekt willst. Der Artikel beschreibt übrigens auch wie wenige Ehen bisher wirklich aufgelöst wurden.
Prinzipiell muss aber halt erstmal ein allgemeingültiges Gesetz her nach dem man und auch die Behörden sich richten können. Aber es kann halt nicht sein dass man erst mal alles vor Gericht prüfen muss, daher das Gesetz. Und dann können die, für die es ein Härtefall ist, eine Prüfung beantragen.
 
AW: Kampf gegen Online-Beschimpfungen: Teilerfolg für Künast

Wenn ich Dich jetzt beleidigen wollte, dann könnte ich Dich für Deine Ausagen jetzt "Drecksfotze" , "Stück ScheiBe" und ( ... hier einsetzen, was Dich wirlich persönlich beleidigt, du froschfressender Untermensch ...) und dann sagen, ist ja alles nur Konjunktiv. Nein, dass ist zu billig und zu einfach. Das Gedicht war für mich keine sinnvolle Kritik, weil es unerträgliche Vorurteile aufgriff und billigst verarbeitete, Das war kein gutes Stück Satire. Es ware einzig das Betteln um Aufmerksamkeit. Und das hat funktioniert. Darum war es erfolgreiche Satire, aber trotzdem keine hochwertige.
Es ist reichlich naiv zu glauben, Böhmermann wäre der Unterschied nicht bewusst. Er hat immerhin Geschichte, Soziologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert und abgebrochen.

Ich denke, ihr beide versteht hier etwas grundsätzlich falsch. Es geht nicht darum, ob es gute Satire war oder nicht, oder ob sie geschmackvoll war oder nicht. Sie war beides nicht, aber das ist nicht der Punkt. Es geht auch nicht darum, über den Konjunktiv grundsätzlich etwas rechtfertigen zu wollen.

Der Knackpunkt ist, dass es NICHT darum ging, Erdogan mit dem Inhalt des Gedichts zu schmähen, sondern mit der Unterstellung, dass man ihm so ein Gedicht vor den Latz knallen müsse, damit er begreift, wie eine Schmähung tatsächlich aussieht, nachdem er und seinesgleichen jede Kritik als Schmähung einordnen. Den Unterschied zwischen "Erdogan, du bist ein Ziegenf*cker!" und "Erdogan, wenn ich dich beleidigen wollte, würde ich nicht deine dubiosen Machenschaften ansprechen, sondern dich einen Ziegenf*cker nennen." sollte man nicht erklären müssen. DAS ist der Punkt, an dem Satire einsetzt.
Böhmermann, den ich ohnehin für maßlos überbewertet halte, hätte das allerdings deutlich besser machen können. Tatsächlich setzt er gerne auf Schockwirkung, wo trockenes Understatement womöglich sogar wirksamer wäre.

Um die Kurve zum Thema zu nehmen: Das alles trifft auf den Fall Künast nicht zu. Sie fühlt sich nicht durch Kritik geschmäht und beleidigt, sondern sie wurde tatsächlich durch Titulierungen, die in keinerlei sachlichem Bezug zur geäußerten Kritik stehen, geschmäht und beleidigt. Daran würde auch der Konjunktiv nichts ändern, da dieser keinen Unterschied verdeutlichen könnte.
 
AW: Kampf gegen Online-Beschimpfungen: Teilerfolg für Künast

Der Knackpunkt ist, dass es NICHT darum ging, Erdogan mit dem Inhalt des Gedichts zu schmähen, sondern mit der Unterstellung, dass man ihm so ein Gedicht vor den Latz knallen müsse, damit er begreift, wie eine Schmähung tatsächlich aussieht, nachdem er und seinesgleichen jede Kritik als Schmähung einordnen.
Der Hintergrund ist in Zusammenhang mit den willkürlichen Massenverhaftungen eindeutig. Trotzdem ist es ein paar Schippen zu viel, zu weit über das Ziel geschossen, denn eine Schmähung beginnt schon wesentlich früher. Diese Art Verohung der Sprache, und das ist die Parallele zu den Beleidigungen an Frau Künast, ist irgendwie zu stoppen. Dieter Nuhr nutzt die harten Worte im Sinne von "Auge um Auge, Zahn um Zahn" . Und das sollten wir längst überwunden haben.

Wenn ich an Satire zu Zeiten von Lichtenberg mit mehr oder weniger absolutistischen Herrschern denken, dann war Satire wichtig und richtig. Sehe ich heutige Misstände, also in der Regel kleine Abweichungen des Verhaltens von unserem aller Verhaltenskodex, dann schießt mir Satire oft viel zu hart und unnachgiebig. Sie darf das, aber die Dauerberieselung mit massiven Angriffen durch hunderte von Satirikern verändert unseren Sprachgebrach, ich beobachte das bei mir seit Jahren.
 
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Wenn ich an Satire zu Zeiten von Lichtenberg mit mehr oder weniger absolutistischen Herrschern denken, dann war Satire wichtig und richtig. Sehe ich heutige Misstände, also in der Regel kleine Abweichungen des Verhaltens von unserem aller Verhaltenskodex, dann schießt mir Satire oft viel zu hart und unnachgiebig. Sie darf das, aber die Dauerberieselung mit massiven Angriffen durch hunderte von Satirikern verändert unseren Sprachgebrach, ich beobachte das bei mir seit Jahren.
Da wünscht man sich die "alten" Satiriker wieder:
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Da wünscht man sich die "alten" Satiriker wieder:
Ebend, die preisgekrönte Sendung gegen den Rhein-Main-Donau Kanal mit all den korrupten Dingen wurden ganz ohne jede Beleidigung dargestellt. So geht Satire, die i ch gut finde. Aber so ist das, Zeiten ändern sich

Kann ich nur empfehlen; Hinsetzen und genießen

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