AW: 400 Flüchtlinge vor Europas Küste ertrunken - Kaum bis keine Reaktion in den Medien - 400 von ca. 23.000 seit dem Jahr 2000
Welcher Krieg herrscht gerade auf dem Balkan? Nur das ich deine Aussage richtige verstehen und dagegen argumentieren kann.
Offener Krieg herrscht da, meines Wissens nach (habe die Länder nicht alle detailliert geprüft) derzeit nicht. Das schlimmste, was man so hört, sind großflächige Anfeindungen gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen.
Ich hoffe, dass hilft dir beim Verständnis von Aussagen über syrischen Kriegsflüchtlinge bzw. deren Behandlung weiter.
(Auch wenn sich mir persönlich nicht erschließt, wieso du die Situation auf dem Balkan in diesem Kontext ansprichst.)
Es wollen doch durchaus User hier offen diskutieren.
Hast du den Thread gelesen oder nur ueberflogen?
Ich finde da Reaktionen ziehmlich heftig, sobald man etwas gegen Fluechtlinge sagt.
Das sich dann der Ein oder Andere in etwas verschachtelte Rethorik verrennt kannst du ihm nicht uebel nehmen und schon gar nicht ankreiden.
Was ich hier schon mehrfach angeprangert habe, ist die fehlende Toleranz.
Aber selbst sowas wurde niedergeschmettert mit (nicht genau dieser Wortlaut aber aehnlicher): bei rechtem Gedankengut hoert die Toleranz auf.
Das ist, in Anbetracht der Auswirkungen von manch rechtem Gedankengut auf das Leben von Menschen, ja auch durchaus verständlich. Tollerieren kann man nur Dinge, die man nicht mag, die aber keinen nenneswerten Schaden anrichten.
Das heißt aber eben noch lange nicht, dass man über Dinge, die man nicht tollerieren kann, nicht diskutieren könnte. "Darüber reden" und "verstehen wollen" bedeutet nicht, dass Akzeptanz und Unterstützung das Ziel sind, Verständniss selbst ist auch was schönes - und hat seinen Nutzen.
Ich habe schon mal in einem anderen Thread nachgefragt wie eigentlich ein Nazi bzw Nationalsozialist definiert wird.
Wurde mir glaube ich auch von dir ruyven, erklaert.
So schlimm fand ich dann die Definition nicht wirklich, aber die Verwednung dieser Ausdruecke ist verheerend, weil da immer damit eine Assoziation mit Kriegsverbrechern aus dem WWII hergestellt wird.
Tjo. Es wird sich leider nicht vermeiden lassen, dass Ansichten, die zum Tod von Menschen führen und zwar gerade weil sie Vorstellungen aufgreifen, die schon im Rahmen der Praktiken von WW2-Kriegsverbrechern zum Tod von Menschen führten, mit genau diesen assoziiert werden. Wer solche Ansichten vertritt, muss halt damit Leben, dass er kontrovers ist - und ggf. einer Minderheit angehört, der es die Mehrheit verweigert, ihre für Andere schädlichen Ansichten in die Praxis umzusetzen.
Ich bin noch immer der Meinung das wir erstmal aufs eigene Volk achten muessen, ohne wenn und aber.
Das wir dafuer Sorge zu tragen haben, das keiner auf der Straße schlafen muss und sich trotz Arbeit oder Rente um Gratisessensausgabe bemuehen muss.
Und wie willst du das "ohne wenn und aber" erreichen? Solange wir nicht unser gesamtes Wirtschaftssystem umstellen, wird es immer Leute geben, die auf Hilfe angewiesen sind. Der Kapitalismus baut darauf auf, dass es Verlierer gibt und sowohl die Kosten für viele grundlegende Güter als auch die Definition von eben diesen vom Lebensstandard derjenigen abhängt, die nicht ganz zur Gruppe der Verlierer gehören, ist eine allgemeine Wohlstandssteigerung nicht die Lösung.
Ich bin auch dafuer das wir eher die 3,5 Millionen (oder wie hoch war die reale Zahl?) der Arbeitslosen an eine vernuenftige Arbeit bringen muessen von der sie leben koennen, bevor wir weiter der Wirtschaft nachplappern das wir unbedingt (billige) Fachkraefte brauchen.
Die reale Zahl dürfte irgendwo bei HartzIV-Empfängern (iirc 7 Millionen) abzüglich der Kinder von HartzIV-Empfängern (iirc um die 1,5 Millionen) liegen.
Seltsamerweise hat jeder Neuankoemmlich in Deutschland das Recht ein menschenwuerdiges Dasein zu fristen, nur die Bevoelkerung die schon hier ist nicht so wirklich.
Das Recht hat jeder. Je nachdem, wie man "menschenwürdig" definiert, fehlt aber einigen die Möglichkeit. Wobei es Flüchtlingen wohl mit am schwersten fällt, abseits von Obdachlosen (je nach Schätzung 100.000 bis 250.000, einschließlich einer gewissen Schnittmenge mit anerkannten Flüchtlingen und einer vermutlich sehr großen mit abgelehnten Asylbewerbern und illegalen Einwanderern.)
Was ich auch seltsam fand: vor dieser ganzen Fluechtlingsgeschichte hoerte man immer wieder das Deutschland zu viele Schulden hat, dies und das konnte nicht umgesetzt werden, der Nullneuverschuldungsplan muss eingehalten werden etc etc etc.
Diese Aussagen sind komplett versiegt, anscheinend haben wir jetzt doch Geld genug und die Verluste der Banken koennen wir auch noch auffangen, aehhh die Griechen retten meinte ich natuerlich.
Deutschland kann seine Schulden genausowenig zurückzahlen, wie 90% der restlichen Staaten der Welt. Aber Deutschland kann leicht und ohne größere Konsequenzen weitere Schulden aufnehmen (weiß nicht, wie es gerade jetzt ist, aber in den letzten beiden Jahren hatten deutsche Staatsanleihen z.T. sogar negative Zinsen, d.h. Deutschland hat daran verdient, Schulden aufzunehmen). Dazwischen gibt es eine Milliardenbreite Spanne von "ist es uns das wert?". Warum das beim Thema "Menschenleben retten" so eine schwierige Frage ist und beim Thema "Bankengewinne retten" so einfach war, ist aber in der Tat eine gute Frage.
Und wehe es begehrt irgendwer auf, siehe netzpolitik.org. Da wird Strafanzeige wegen Verrat gestellt, aber was ist mit unseren Politikern die NICHTS gegen NSA und Co unternehmen?
Die gehen damit scheinbar dem Volkswillen nach, jedenfalls wurden sie wiedergewählt, obwohl sie sich einen Dreck um diverse Enthüllungen gekümmert haben
btw. wer befasst sich eigentlich mit dem TTIP? Das will ja die Bundesmerkel unbedingt durchbekommen.
Wird sie auch. Die einzige größere Mehrheit dagegen findet sich im Europaparlament und da Politiker es europaweit mit systematischer Fehldarstellung hinbekommen haben, dass jede Stärkung europäischer Demokratie als schlecht gilt, kann dieses fast gar nichts unternehmen.
Wenn man mal etliche Sachen betrachtet die aktuell passieren, auch die, die manche gerne verstecken wollen, koennte man auf die Idee kommen das, die ganze Fluechtlingsproblematik ein gewolltes/gefoerdertes Ablenkungsmanoever ist.
Ich setzt jetzt meinen Aluhut auf und geh in meinen Keller.
Der Eindruck könnte so häufig entstehen, soviel Aluminiumverschwendung ist aus ökologischen Gründen abzulehnen. Bis auf einige wenige Ausnahmen, wo wichtige Entscheidungen passend z.B. auf Sportgroßereignisse oder Zeiträume mit Zeitnot gelegt werden, würde ich da aber keine Absicht erwarten. Es ist vielmehr die vollkommen normale Synthese aus Medienstruktur und Wähler(des)interesse:
Große Themen sind diejenigen, die eindrucksvolle Bilder (fast/ganz tote Flüchtlinge) und/oder Schlagzeilen mit wenigen Wörtern ("Pleitegriechen") ermöglichen. Komplexe wirtschaftliche oder gar gesellschaftlich-wirtschaftliche Zusammenhänge (von naturwissenschaftlichen, insbesondere ökologischen will ich gar nicht erst reden) gäbe es zwar immer zu thematisieren, oft wären es sogar die wichtigsten, aber sie haben nur dann eine Chance auf Titelseiten, wenn nichts aber auch wirklich gar nichts anderes passiert. Und das ist extrem selten der Fall. Die BILD wird lieber über Big Brother (die RTL-Show) berichten, als über Big Brother (die US-Überwachung) aufzuklären, denn für letzteres müsste sie ihren Lesern erst einmal die Aufgaben und Arbeitsweisen internationaler Geheimdiente sowie deren Beziehungen untereinander erklären.
(Übrigens der Grund dafür, warum diverse NGOs tun, was sie tun. Die Veranstaltungen zahlreicher Flüchtlingsorganisationen in Deutschland oder so ziemlich jede einzelne Aktion, die Greenpeace je gemacht hat, bringen der Sache rein gar nichts. Aber sie sorgen dafür, dass es auf einmal schöne Bilder zum Thema gibt und eine emotions- und/oder aktionreiche, unkomplizierte Story für zwei Absätze. Und nur damit hat das Thema eine Chance auf Leser-/Zuschauerinteresse und somit Medienpräsenz. Traurig aber Deutschland.)