AW: 400 Flüchtlinge vor Europas Küste ertrunken - Kaum bis keine Reaktion in den Medien - 400 von ca. 23.000 seit dem Jahr 2000
Ich weiß das kommt jetzt komisch. In dem Kindergarten in den meine Kinder gehen, wurde aber gerade viel wegen Nepal gemacht und wird auch schon des öfteren über Afrika geredet.
Dazu wurde auch diese extrem simple Zusammenfassung herangezogen. Diese spricht zwar nur die gröbsten Denkansätze an, trifft es aber dennoch:
Der Kinderspiegel: Warum sind viele Menschen in Afrika so arm? - Wirtschaft - Tagesspiegel Mobil
So eine komplizierte und vielschichtige Thematik ist wirklich schwer auf das Nötigste herunterzubrechen, vor allem für den Kindergarten. Die Kinder sind in dem Fall gar nicht reif für solche Dinge, und die Wörter in dem Spiegel-Artikel sind auch teilweise unbekannt.
Was bringt es mit kleinen Kindern über so etwas auf Basis eines solchen textes zu lesen und zu sprechen? Mir ist schon klar das die Betreuerinnen keinen Doktor in Geschichte und Politische Bildung haben, aber in dem Artikel wird sehr viel verallgemeinert, und das ist in meinen Augen relativ schlecht.
Einerseits ist es zu einfach, die Schuld auf die momentan herrschenden Personen (sind teilweise keine Politiker) zu schieben. Oft sind jene, welche durch Waffengewalt an die Macht gekommen sind, und das sind viele, natürlich weniger am Wohl der Bevölkerung interessiert als jemand der demokratisch gewählt wurde. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
Hier wird Europa als "Bösewicht" dargestellt, als alleiniger (neben den Politikern), von den USA fehlt jede Spur. Sehr komisch, und meines Erachtens ganz einfach falsch. Die Kindern können sich unter "Amerika" gleich viel vorstellen wie unter "Europa", warum nicht beide erwähnen?
So, nun zum eigentlichen Post, bei dem ich viele Dinge einfach nicht so stehen lassen kann.
Aus meiner persönlichen Erfahrung dort und mit Menschen und Organisationen die dort tätig sind/waren kann ich sagen, dass das größte Problem tatsächlich die dortigen Staatsaparate sind.
Hier wird gern gegen die europäischen Konzerne geschimpft, das ist auch nicht so falsch. Tatsache ist aber, dass die Regierungen und Machthaber das so wollen. Ohne deren mitspielen, ginge so etwas doch überhaupt nicht.
Das größte Problem sind nicht die Staatsapparate oder Politiker, sondern die Gier. Korruption gibt es nämlich überall, auch in wohlhabenden Ländern. Jedoch schauen die EU oder andere "fortschrittliche" Nationen dabei zu, wie diese Politiker von den Konzernen geschmiert werden. Ja, wäre die Politiker dort alles rechtschaffende und ehrbare Menschen, dann würde so etwas erschwert werden. Dasselbe gilt aber genauso für Lobbyisten und Manager/Berater von den Konzernen. Würden diese kein Geld für etwaige Vergünstigungen oder Erleichterungen "bieten", dann kämen die Politiker nicht in die Lage, überhaupt darüber nachzudenken. Ist ein kleines Henne/Ei-Problem, aber dazu gehören nunmal beide Seiten.
Ich weiß was du sagen willst, hab aber einige Dinge ergänzt.
Man kann schwerlich abstreiten, dass beide Seiten schuld daran sind.
Zusätzlich sage ich es noch einmal...
Unterschätzt nicht die Menschen selbst dort. Mit unserer Denkweise ist deren nicht zu vergleichen. Sehr viele Menschen dort kümmert es einen Dreck wie es den Nachbarvölkern geht und akzeptieren das gegenseitige abschlachten und sehen auch nicht was falsch daran ist, sich an diesen Umständen zu bereichern.
Interessant, du gehst hier etwas auf die andere Denkweise dieser Menschen ein, bitte merken, wird später noch wichtig.
Ja, die Menschen dort denken anders, das stimmt.
Aber in puncto "Nachbarschaftshilfe" sind wir doch nicht besser. Da hat man am Balkan doch auch zugesehen, oder in der Ukraine. Ich will hier bei Gott keine Diskussion über die Ukraine hier beginnen. Es soll einfach zeigen, dass die Unterschiede die du glaubst zu sehen doch nicht so groß sind. Natürlich muss man immer einen anderen Maßstab ansetzen.
Außerdem musst du auch aus einem anderen Blickwinkel auf die Situation blicken: Viele Menschen haben in Afrika sehr viel schlimmes mitgemacht und sind froh selbst den Tag zu überleben. Wenn man nichtmal genug Essen für die Familie hat sind Probleme im Nachbardorf/land verständlicherweise sehr weit weg. Wäre doch bei uns nicht anders. Fehlt es Familie Maier in Hintertupfing an Brot und Wasser ist es denen vermutlich egal wenn in Vordertupfing ein Massaker geschieht.
Im Norden sieht das aber alles wieder ganz anders aus als im Süden. Wenn man einfach über Afrikaner spricht, ist das als würde man auch US Bürger mit Norweger, Italiener, Romänen (sagt man das so?) und Chinesen gleichsetzen. Man muss da deutlich unterscheiden.
Ganz genau, so wie es nicht "den Europäer" gibt, gibt es auch nicht den "Afrikaner". Und in Afrika ist es noch stärker variierend, ich sag nur die hunderte Amtssprachen, welche es auf dem Kontinent gibt.
Die Menschen im Norden beispielsweise die jetzt von Krieg bedroht sind, haben sich vieles selbst so ausgesucht und sind von der Kolonialisierung schon weit entfernt.
Jetzt kommen wir zu fragwürdigen Teil. Die Menschen haben sich Krieg ausgesucht? Welche Mensche? Präzisiere da bitte, diese Verallgemeinerung besitzt Stammtischniveau.
Algerien als Beispiel ist schon lange aus der Kolonialzeit heraußen?
Unabhägig wurden sie 1962, nachdem Frankreich das Land ausgebeutet hat. Dann folgte ein Bürgerkrieg und die letzten Jahrzehnte hat man sich dann halbwegs stabilsiert.
Was haben sich diese Menschen in Nordafrika denn genau ausgesucht? Krieg? Bürgerkrieg? Das kann doch nicht dein Ernst sein. Wenn ich etwas missverstanden habe, dann wäre ich für eine Erklärung dankbar.
In der Mitte, oder dem Süden sieht's anders aus. Da gibt's noch echte Buschvölker die leicht zu manipulieren sind. Sie glauben an Götter und nicht an Krankheiten.
Dich ihren Glauben und ihre Erziehung ist der Norden eh sehr hart drauf. Der Weg zum Krieg ist da kein weiter. Bei den wirklich armen Nationen sieht's anders aus, aber auch hier hat man viel selbst zu tragen. Hier wird Aids einfach ignoriert, fröhlich weiter geschwängert (leider viel durch Vergewaltigung) und so ist es natürlich schwer, auf die Beine zu kommen. Ich führe das deshalb an, weil ein sehr großer Teil des Hungers und der Armut daher rührt. Da hilft auch keine Entwicklungshilfe.
Bei dem Teil habe ich wirklich schlucken müssen.
Vor allem, wenn man sich nochmal kurz diesen Textteil durchliest:
Zusätzlich sage ich es noch einmal...
Unterschätzt nicht die Menschen selbst dort. Mit unserer Denkweise ist deren nicht zu vergleichen.
Diese Denkweise betrifft alle Lebensbereiche.
Inwiefern sind "echte Buschvölker" leicht zu manipulieren? Ohne Kontakt zur Außenwelt, zu den Medien und ohne die Sprache richtig zu können sind solche Gruppen eher schwerer zu manipulieren als der halbwegs gebildete Mitteleuropäer der alles glaubt was in der Zeitung steht.
Diese Menschen haben eine lange Tradition, Werte und Geschichten, die sich nicht einfach verdrängen lassen. So ein verdrängungsprozess kann natürlich trotzdem stattfinden, allerdings passiert das selten friedlich und ohne Opfer.
Den vierten Satz habe ich nicht verstanden.
Du echauffierst dich darüber, das man AIDS "ignoriert". Wie war das gerade eben mit der anderen Denkweise? Du kannst gerne einem Viehhirte oder Fischer aus dem tiefsten Kongo, der nie eine Schule besuchen konnte/durfte gerne erklären was AIDS genau ist. Er kann es dir einfach nicht glauben, warum sollte er auch? Sie haben eine andere Denkweise, was für uns ganz logisch und erklärbar ist, ist für diese Menschen anders, und das muss man bedenken. Das heißt nicht das diese Menschen dumm sind, aber bei uns wurden vor gar nicht allzu langer Zeit auch Menschen eingesperrt oder ausgelacht (es passiert heute noch) wenn man etwas erklären will, was irgendwelchen "Traditionen" oder teilweise kirchlichen Werten widerspricht.
Was dagegen hilft ist Bildung. In dieser Hinsicht wurde im letzten Jahrhundert einfach zu wenig getan.
Ist doch dasselbe wie die schriftlichen Anleitungen wie man ein Kondom benutzt. Wenn dort locker 60% Analphabeten sind hat sowas keinen Sinn. Daran sind aber nicht die Menschen schuld dievor Ort sind.
Es ist traurig wie du diese Leute runtermachst. "Da wir dfröhlich weiter geschwängert". Auch das ist Stammtischniveau. Du weißt schon das in weiten Teilen Afrika viele Kinder nötig sind, um die Familie zu ernähren bzw einem Familienmitglied den Bildungsaufstieg zu ermöglichen? Dazu kommt das Problem mit der fehlenden Verhütung. Deswegen sind die Menschen dort aber nicht dumm oder sonstwas.
Großfamilien waren auch in Europa bis vor kurzem noch sehr weit verbreitet. Da hat sich auch die Kirche gegen Dinge wie Verhütung gesträubt. So etwas ist wahrlich kein afrikanisches Phänomen.
Leute in unserem Breitengraden glauben auch an den Gott, der die Dinge lenkt. Ob nun Gott für Krankheiten oder für Katastrophen verantwortlich gemacht wird ist egal, läuft beides auf dasselbe hinaus.
Worauf ich eigentlich hinaus wollte:
Über welche Flüchtlinge reden wir denn nun? Eher die Syrer, denen ihre selbst gemachte Politik nun die aktuelle Situation beschert hat und die jetzt vor dem Krieg fliehen, den sie sich (quasi) ausgesucht haben, oder reden wir von Hungerleidenden Dörfern, fernab der Zivilisation?
Die Menschen im Norden sind genauso weit entwickelt wie wir hier in Europa, haben sich aber mit unmenschlichen Strafen und religiösen Regeln angefreundet. Jetzt haben sie Probleme die genau daher rühren und es lag nicht an mangelnder Bildung.
Sehr traurig so etwas zu lesen. Die Syrer sind also selbst schuld an der Situation? Du bist dir der Zusammenhänge zwischen Bürgerkrieg, Rebellen, IS, Irak, USA (Westen) usw bewusst? Anscheinend nicht, sonst würdest du nicht so einen Quatsch schreiben.
Die Kinder und Familien die unter dem Krieg leiden sind selbst schuld? Die haben es sich nicht ausgesucht, dass die USA im Irak zugesehen hat wie die Sunniten konsequent aus dem öffentlichen Leben und Arbeitsmarkt ausgeschlossen wurden. Sie haben es sich nicht ausgesucht, dass die Türkei alle (auch Extremisten und Fanatiker) durchgelassen, medizinisch versorgt und teilweise auch ausgebildet hat, um Assad zu stürzen? Diese Menschen haben es sich nicht ausgesucht dass ihre Häuser zerbombt und Familienmitglieder von beiden Seiten, nämlich Armee und Rebellen gefangen genommen oder getötet wurden.
Der stinknormale Syrer, der jeden Tag zur Arbeit geht und froh ist sein Leben leben zu dürfen hat mit der Situation wirklich wenig am Hut, wieso urteilst du hier so undifferenziert und oberflächlich?
So, habe fertig.