Ich komme nicht mehr ganz mit:
Reden wir jetzt von einem konkreten Einsatz"profil", dass entweder hochbeweglich im Unterschall bis transsonischen Bereich sein kann ODER gut für höhere Überschallgeschwindigkeiten, aber unabhängig von der Bauform selten für beides? Oder reden wird davon, was prinzipiell mit Nurflüglern möglich und welche aerodynamischen Profile und Proportionen sie dafür bräuchten?
Aaaaalso,
ICH kritsierte, dass die vom
@Tschetan verlinkte Drohne in der Beschreibung AUCH als Wingman-Begleitdrohne zum Einsatz kommen kann/soll. MEINE Begründung: Agilität, Manövierfähigkeit eines Nurflüglers ist einem Jagdflugzeugprofil unterlegen (sonst würde vermutlich die F-22 eher einer B-2 ähneln

)
Darauf hin kam von DIR ein allgemeiner Abriss über Vorteile und theoretische Möglichkeiten eines Nurflüglers.
ICH war immer in der Gedankenwelt über die Sinnigkeit, einer zweifellos stealthfähigen Drohne als KI-Begleitjäger, die wie ein Nurflügler aussieht.
Das zweifelt niemand an. So wie nahezu jede militärische Entwicklung, die man in Deutschland die letzten Jahrzehnte angestoßen hat. Die großen Defizite gibt es am anderen Ende: Man muss nicht nur in die richtige Richtung losspazieren, sondern man muss auch bei einem konkreten, homogenen, zu den tatsächlichen Anforderungen passenden Endprodukt ankommen. Und das geht mit schöner Regelmäßigkeit in die Hose, weil die Konzerne darauf aus sind, für möglichst viel Steuergeld möglichst viel Know-How aufzubauen, dass sie dann auf dem freien Markt teuer verkaufen können. Aber nicht darauf, der Bundeswehr das nötige Equipment zu liefern. (Im Gegenteil, je größer die Lücken, desto lukrativer die Nachrüstung.)
Und die Bundeswehrverwaltung lässt das halt in der Regel mit sich machen und steigt nicht den Abzockern aufs Dach, sondern dem Parlament, dass noch mehr Kohle rüberschieben soll. Genau nach so einem Szenario ließt sich für mich auch das neue Projekt: Bereits in die offizielle Broschüre dreht sich zu >>80% nicht, darum, was am Ergebnis toll für die Bundeswehr wäre, sondern was an seiner Entwicklung toll für die Unternehmen ist (und dank abfallender Brotkrumen in weit geringerem Maße auch für deren Wahlkreise winkwink). Der BDLI verspricht nicht einmal, dass sie ein tolles Produkt bauen werden, sondern nur, dass seine Mitglieder danach wissen, wie man ein tolles Produkt bauen sollte.
Falls mal ein kritischer Kunde vorbeikommt, der auf sein Budget achtet.
Gut, dass theoretische Wunschvorstellungen, technische Umsetzung, Sinnigkeit der Anschaffung und Realität bei der BW Beschaffung verschiedene paar Stiefel sind, dem kann ich kaum widersprechen.
Die Entwicklungsingenieure bei z. B. Lookheed Martin oder Kraus-Maffei sind ja auch nicht ganz auf den Kopf gefallen, wenn sie ein Flugzeug oder Panzer entwickeln.
ICH bin immer ein Fan davon gewesen, lieber 100 Panzer von der Stange zu kaufen als nach 10 Jahren Lieferverzögerung mit nur 10 Panzern mit Carbon-Brillenablage angeben zu wollen...
Damit wird aber dessen Fähigkeit zu schneller Neuausrichtung irrelevant, insbesondere wenn man nicht einen, sondern ein halbes Dutzen haben. Wieso sollte ein Kugelschwarm möglichst schnell um irgend eine Achse rotieren können?
Es waren exemplarische Bilder des künftige Eurofighters...
DAMALS war tatsächlich vorgesehen, einen bemannten Jäger mit 3-4 Drohnen begleiten zu wollen.
die USA testeten bereits solche Konfigurationen mit dem Ergebnis:
Willste Chaos in der Luft haben, nimmste mehrere Drohnen, willste einen effektiven KI-Wingman, bleib bei einer.
hier war der Test mit einer F-35 und 5 oder 6 Drohnen:
Download scientific diagram | F-35 with loyal wingmen UCAVs (Source: US Air Force 3 ) from publication: Conceptual design of a fifth generation unmanned strike fighter | Conceptual Design | ResearchGate, the professional network for scientists.
www.researchgate.net
Was dann in 10 oder 20 Jahren als Serienmodell tatsächlich bei der Truppe eingeführt wird = keine Ahnung
In der Tat wäre beim Einsatz von mehreren Drohnen die notwendige Beweglichkeit deutlich geringer, volle Zustimmung.
Setzt sich aber das "§klassische" KI-Wingman Thema durch, muss m. A. nach die Flugleistung und Beweglichkeit einer solchen Drohne mind. der des eigentlichen Jägers entsprechen, im Idealfalls sogar noch deutlich darüber liegen. Ein KI-Wingman macht ja auch nur dann Sinn, wen es messbare Vorteile gegenüber einem normalen Begleiter gibt, oder?
Die Tu-95 hatte laut Wiki 200 Schuss zu je rund 250 g. Also maximal 50 kg, wenn man sie komplett leerschießt. Das ist auch bei deutlich kleineren Flugzeugen problemlos machbar; ein Eurofighter verbraucht bei maximalem Schub die gleiche Menge Sprit binnen 20 Sekunden. (Nichts desto trotz soll FCAS ja [insert Dr. Evil Zitat mit doppelten Anführungszeichen] bekommen)
Was dagegen ein Problem ist: Den kompletten Turm samt Druckkabine für den Schützen unterzubringen. Man braucht sich nur die Tu-14 anzugucken, um zu sehen, was der Waffenstand einer Tu-95 aus einem Flugzeug mit der halben Größe eine Su-34 macht. An der Tu-16 passte er schon etwas besser, stellt aber immer noch eine ordentliche Belastung der Zelle da, verhindert die Unterbringung eines vernünftigen rückwärtigen Radars, stört die Aerodynamik, etc.. All das gegen den praktisch nicht vorhandenen Nutzen einer handgeführten Kanone bei typischen Angreifern ab den 60ern haben zur Abschaffung der direkten Selbstverteidigung geführt.
Aber genau diese miese Bilanz verschiebt sich massiv, wenn man nur noch die reine Waffe in einem Mini-Turm unterbringt und ein hohe Zielgenauigkeit selbst gegen schnellste Objekte erreicht, in dem man moderne Steuerungstechnik nimmt. Blick über den Tellerrand zu Marine: Keine hat in den 60ern oder 70ern noch viel auf eine FLAK gehalten. Heute sind Phalanx, Kashtan, Goalkeeper, Meroka,... Standard. Und 2-3 Jahrzehnte später erreichen die Systeme Größen und Geschwindigkeiten, die sie auch wieder lufttauglich machen.
Nein, ja, ja.
Mir ging es bei Abwehrbewaffnung NICHT um das Gewicht von den paar hundert mitgeführten Schuss Munition, sondern
a) (wie von Dir ausgeführt) um das Einbaugewicht/Größe der Waffe.
und vor allem
b) um die strukturelle Zellenbelastung eine Flugzeuges bei Schuss und die enormen Rückstosskräfte eienr großkalibrigen Waffe
Solltest du jemals z, B. eine echte Schrotflinte abgeschossen haben, erinnern dich die Schmerzen an der Schulter noch ein paar Tage später an die Rückstossenergie.
Kurzum:
Bei großen Mehrzweckkampfflugzeugen /Bombern könnte eine rückwärtige Rohrbewaffnung durchaus immer noch eine Option sein. ich persönlich se da aber eher Systeme, die eine nur sehr geringe/keine Rohrausrichtungsmöglichkeit haben, sondern eher auf smarte Munition setzen.
Das größte potential sehe ICH aber bei künftigen Laser-Abwehrwaffen in Jets:
The next steps for the U.S. Air Force's tactical airborne laser pods are finally here, with official plans to deliver a first prototype later this year.
www.wissenschaft-x.com
Aber die MQ-28 einfach nicht wie etwas aus, bei dem ich mir eine Umsetzung solcher Wünsche als sinnvoll vorgestellt hätte.
Es ist ein Versuchsträger für die Strukturoptimierung, KI-Tests usw., KEIN Serienmodell.
Auch war der MQ-28 exemplarisch für die Entwicklung gedacht.
in den USA werden derzeit grob 6 oder 8 verschiedene Testmuster ausprobiert.
de.wikipedia.org
daraus:
Die unbemannten Luftfahrzeuge sollen hierbei einen breiten Aufgabenbereich abdecken, indem sie selbständig Luftkämpfe durchführen, Luftnahunterstützung liefern, Begleitschutzaufgaben übernehmen, für Aufgaben in der elektronischen Kampfführung, der Zielmarkierung und zur Wahrnehmung von ISTAR-Aufgaben (Intelligence, Surveillance, Target Aquisition and Reconnaissance) eingesetzt werden können.
Der Versuchsträger von Boing sieht z. b. völlig anders aus...
The robotic aircraft would fly shotgun with crewed aircraft, giving them an edge in combat.
www.popularmechanics.com
Der von Kratos sieht so aus:
de.wikipedia.org
Mit der MQ-25 wird z. B. ein unbemanntes Tankflugzeug getestet.
de.wikipedia.org
Mit der der X47 wurde schon 2011 an dem Thema gearbeitet (Träger-Drohne):
en.wikipedia.org
Triebwerkskraft ist aber eben nicht unbegrenzt und die QM-28 hat trotz Außenabmessungen jenseits einer F-35 weiterhin nur ein Triebwerk, dass den Proportionen nach auch keinen größeren Durchmesser haben kann. (Masse konnte ich leider keine Angaben zu finden, deswegen die F-35 selbst als Beispiel im weiteren Verlauf)
Und die F-35 ist definitiv kein Muster, dass eine Minute bei 50 g oder auch nur 25 g fliegt, auch nicht ohne Piloten und mit noch so vielen Verstärkungen. Bei 25 g reden wir hier, wenn schon etwas Sprit raus ist, immer noch von 700 "Tonnen" = 7 MN, die in der Kurve nach außen drücken. Das übersteigt die Auftriebsfähigkeiten von 42 m² Tragfläche radikal. Da nützt es auch nichts, wenn du die Kiste mit Schubvektor auf 90° Anstellwinkel bringst, die kachelt erstmal in der bisherigen Richtung weiter und ehe du sie mit deinen mickrigen 0,2 MN Nachbrennerschub nenneswert in die neue Orientierung beschleunigt hast, vergehen sowieso Ewigkeiten.
Da es sich augenscheinlich um einen Versuchsträger mit nur einem Triebwerk handelt und das Pratt & Whitney aus der F-35 eines der modernsten und stärksten Triebwerke mit 125 kN dry und 190 kN AB, gehe ich schwer davon aus, dass es sich genau um dieses Triebwerk auch handelt.
Die F-35 wird strukturell die 13,5 evtl. 15 g schaffen.
Navy Flugzeuge sind grundsätzlich auf ca. 15 g ausgelegt, um langfristige Strukturschäden bei Starts (3-6 g je nach Katapulttyp) und Landungen 4-8 g auszuschließen.
Um 25 g auch nur halbwegs aerodynamisch fliegen und den Schwung in eine neue Richtung mitnehmen zu können, würde ich ein Design in Richtung einer Draken zzgl. großzügigen Canards bei radikaler Abmagerungskur erwarten.
Aerodynamisch, ja.
Deltaflügler mit Canards sind was Kräfteverschub angeht, derzeit die beste mir bekannte Geometrie.
(50 g? Weit jenseits meines aerodynamischen Vorstellungsvermögens. Mal so als Überschlagsrechnung: Leitwerk und Rumpf einer F-35 haben maximal die doppelte Grundfläche der Tragflächen, also angenommene 136 m² Gesamtfläche die der Vogel in den Wind stellen kann. Nimmt man dafür den cW-Wert einer flachen Platte an - real ist sie auch in der Richtung noch deutlich windschlüpfriger - ergibt das bei @1080 km/h Bewegung in dieser Richtung und unter Vernachlässigung erster transsonischer Effekte nur 6,3 MN maximalem Luftwiderstand. Das heißt um das maximale Startgewicht überhaupt mit 25 g abzubremsen, müsste eine F-35 bereits mit Überschallgeschwindigkeit quer zur eigentlichen Flugrichtung unterwegs sein. Sonst kann sie schlicht rein aerodynamisch nicht den nötigen Widerstand aufbringen und driftet einfach auf einer balistischen Bahn mit geringerer Krafteinwirkung davon.)
Du denkst zu kompliziert.
Ich kann dir mit einer normalen Sportmaschine bis zum Strukturbruch vielfache g´s geben.
Einfaches Dippmanöver genügt (und mit ein Grund, warum so mancher Fluganfänger die ersten 200 h nicht überlebt):