Der Militärthread

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https://sonar21.com/putting-russias-ukraine-invasion-in-context/
Was sagst du zu dieser Analyse?
Der Mann sollte doch genug Abstand zu Moskau haben?

"Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden."

Sun Tzu

Ich denke das dies eine Weisheit ist, die man beherzigen sollte.
 
2011 entscheidet der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in der Finanznot: Ersatzteile kaufen wir erst, wenn wir sie brauchen.

Nochmals Danke Thomas, tolle Leistung! KTzG hat den Kauf von Ersatzteilen kurzfristig ausgesetzt & damit z.b. die Panzertruppe quasi lahmgelegt, TdM hat das auf die Spitze getrieben, was zum Jahrelangen Ausfall eines unserer Uboote geführt hat.

Politische. Entscheidungen.

Auf Grundlage wessen Empfehlungen und Beurteilungen?
War es eine Vorgabe über den Kopf der gesamten Bundeswehr hinweg?
Welche Position haben die militärischen Berater z.B. bezüglich einer alternativen Einsparung bei den Hubschrauber-Neubeschaffungen bezogen? Welche anderen Vorschläge haben sie gemacht, welche Argumente sprachen aus damaliger Sicht für den gewählten Sparschwerpunkt?

Ernst gemeinte Fragen, denn ich weiß es nicht und ohne direkten Konakt zu den jeweiligen Kreisen kann man es auch nicht wissen, weil die Entscheidungsfindung intern in Bundeswehr und Ministerium abläuft.

Ich stelle nur fest, dass die Bundeswehr 2012 weder auf den Barrikaden war noch zu 90% außer Betrieb. Irgendwie müssen größere Teile also doch halbwegs einverstanden und halbwegs mit Ersatzteilen versorgt gewesen sein. Auch die beiden nachfolgenden Ministerinnen haben keine Kritik an dem geäußert, was sie vorgefunden haben, und was deiner eigenen Aussage nach schon vor Maiziere begonnen wurde, obwohl die alleinige Schuld auf seine Entscheidung gepackt wird.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich eine CDU-Verteidigungsminister verteidige, aber: Das klingt verdammt strange. Wenn ein Fehlzustand in einer Organisation sich über 10 Jahre hinweg aufbaut und in dieser Zeit vier verschiedene Führungspersonen vorne stehen, dann kann man jeden einzelnen dafür verantwortlich machen, dass sie nichts dagegen getan, sondern ihre Unterschrift druntergesetzt haben. Aber wo immer ich auch sonst von solchen Fällen gehört habe, lag der eigentliche Fehler im Mittelbau, der die gesamte Zeit über personell weitestgehend konstant blieb und einem fachlich inkompetenten Chef nach dem anderen die Argumente und Statistiken vorgesetzt hat, die zu seiner Meinung passen. Und machen wir uns nicht vor - Minister sind immer fachlich inkompetent. Deren Job ist es auch auch nicht, den Fachbereich "Bundeswehr" zu leiten, sondern ein Ministerium und dessen Unterbau, in dem Fall die Bundeswehr, liefert die Fachkompetenz an. (Oder eben nicht)

Wie gesagt - als externer kann ich nicht sagen, ob es in diesem Fall nicht doch einmal ausnahmsweise anders war und tatsächlich der Minister persönlich sich über alle Empfehlungen hinweggesetzt und das Gegenteil erzwungen hat. Aber es ist sehr, sehr, sehr merkwürdig, dass er es in einer Demokratie geschafft haben soll, alle anderen zum Schweigen zu bringen, die von diesem Ausbruch von Macht und Inkompetenz getroffen wurden.

Aber vielleicht finden wir ja bei den weiteren Beispielen konkretere Hinweise, dass ein Minister persönlich und gegen ausdrückliche Empfehlung der Bundeswehr das Lastenheft des Tigers umgeschrieben und neue Einsatzstrategien für Kampfpanzer befohlen hat.

Du bist lustig... Mal was von Befehl & Gehorsam gehört?

Ja. Mal was von Bürger in Uniform und von Kadavergehorsam gehört?

Oder den Prozess wie das mit Führung in der BW funktioniert?

In einigen Aspekten denkbar schlecht. Das ist es ja, was ich kritisiere.

Was sollen Soldaten denn machen, etwa streiken? Oh ne, dürfen Sie leider nicht.

Wofür haben wir einen Wehrbeauftragen? Seitwann steht der Verteidigungsminister in der Befehlskette ganz oben, noch über dem Kanzler? Wo steht im Grundgesetzt, dass Generäle neben dem Minister freundlich in die Kamera lächeln müssen? Wozu hat die Bundeswehr eine eigene Medienabteilung und Selbstdarstellung? (Einschließlich, wie ich gerade feststellen muss, einer Webseite, die zwar ewige Ladezeiten, miserable Performance und voll modernes Großkacheldesign hat, aber nicht einmal ein Mitteilungsarchiv das länger als 3-4 Jahre zurückreicht. Hat wohl wieder ein Minister im Alleingang befohlen, dass das Geld auf Optik verschwendet wird.)

Fakt ist: Dass es bei der BW knirscht ist seit Jahrzehnten bekannt - es kümmert nur niemanden.

Fakt ist auch: Das einzige, was seit Jahrzehnten in der Ursachenkette konstant ist, ist die Bundeswehr. Wenn Bundeswehr + Grüne, Bundeswehr + SPD, Bundeswehr + CDU, Bundeswehr + CSU und Bundeswehr + FDP jedes Mal nur zu enormen Ausgaben und wenig Funktion führt, ist es dann so schwer zu verstehen, warum viele Leute das Problem nicht allein in der Politik sehen?

Bei der Menge an Fehlentscheidungen, für die die Minister im Alleingang verantwortlich sein sollen, frage ich mich langsam, wofür die Bundeswehr überhaupt eine Verwaltung hat? Scheinbar werden da ~15 Milliarden (Überschlagsrechnung aus Sachmitteln + Anteil am Gesamtpersonal umgelegt auf die Gesamtpersonalausgaben) für etwas ausgegeben, dass am Ende keinerlei Wirkung hat.

Hat sich irgendjemand gekümmert obwohl die Wehrbeauftragten immer und immer wieder dasselbe berichtet haben?

Das einzige, was die Wehrbeaufragten seit Jahrzehnten konstand jammern ist "wir wollen mehr Geld". Das "wofür" ändert sich zwar nicht jährlich, aber offensichtlich scheint nicht jeder Minister die gleichen Fehler zu erzwingen? 2000 hat der Wehrbeauftragte z.B. zum Thema "Kleidung" weitergegeben, dass die Luftwaffenauszubildenen einen zweiten Sportanzug wollen und dass einigen Soldaten mit Bedarf kein orthopädischer Bergschuh/leicht zur Verfügung gestellt wurde. Und das wars. Klingt für mich anders als heute. Bei Infrastruktur wurden seinerzeit hygienische Mängel in den Kasernen und an einer mangelnden Möglichkeit, "Fernseher, Hi-Fi-Geräte, Computer und Mobiltelefone ... sicher [zu] verschließen." [sic]

2011, dem Jahr in dem der Bundeswehr von einem diktatorischen de Maiziere jegliche Kontrolle über ihre Einsatzbereitschaft genommen wurde, hat der Wehrbeauftragte ein (zugegebenermaßen sehr kurzes) Hauptkapitel seines Berichts dem Thema "Haar- und Barterlass/Anzugsordnung" bzw. bestehender Unklarheiten dazu gewidmet. Aber im Bereich "Infrastruktur" geht es mal wieder nur um die Kasernen - wobei ausdrücklich große Fortschritte festgehalten werden (obwohl die böse, böse Politik seit 2000 alles daran gesetzt haben soll, dass sich niemand um die Belange der Soldaten kümmert) und nur Sorge über eine Verlangsamung des Fortschrittes und einseitige Mittelverteilung geäußert werden.

Ersatzteile werden in den Bericht dagegen nur zweimal erwähnt. Aber nicht als große Beschwerde über de Maizieres katastrophale Fehlentscheidung, die jedem einzelnen Bundeswehrangehörigen die Fußnägel hochgerollt hätte. Sonder einmal als Randbemerkung bei den gepanzerten Fahrzeugen im Auslandseinsatz, für die Ersatzteile nicht vor Ort waren. Im gleichen Absatz wird lobend erwähnt, dass aber zumindest die Fahrzeuge selbst endlich da waren - obwohl "niemand" sich drum gekümmert hat.

Das zweite Mal ist als Randbemerkung bei den P3Cs, deren Instandsetzungen wegen Ersatzteilmangel teilweise bis zu 28 statt der bereits großzügig geplanten 15 Monate dauert, also wohl auf Fehler zurückgeht, die zwischen dem er erst 10 Monate zurückliegenden Amtsantritt de Maizieres und der erst 60 Monate zurückliegenden Lieferung der P3C inkl. Ersatzteile stattgefunden haben müssen. Ausgemusterte P3C aus den Niederlanden übrigens, die den deutschen Steuerzahler in den ersten 10 Jahren 110 Millionen je Stück bei einer Verfügbarkeit von weit unter 50% und teilweise einstelligen Flugstunden gekostet haben, während in den USA zwei Jahre vor dem Bericht der 50 Jahre jüngere Nachfolger flog und dann für 140 Millionen pro Stück, neu versteht sich, beschafft wurde. Der taucht im Bericht für 2021 wieder auf - als etwas, dass die Bundeswehr jetzt anschafft.
(Das ist übrigens eine der Beschaffungen, die die Bundeswehr höchst selbst ausgearbeitet und dem Paralment direkt vorgelegt hat, weil die Summe zu groß für ene Einzelentscheidung der Verteidigungsministerin war. Aber irgendwie muss sie den Antrag wohl doch torpediert bekommen haben, denn es ist nur eine Übergangslösung, bis eine Gemeinschaftsentwicklung mit den Franzosen fertig ist. Welcher Politiker wohl deren Lastenheft im Alleingang schreibt?)

Nur der politische Wille kann hier entscheiden, z.b. stärkeres Controlling im Bereich Rüstung, Änderungen in den Verträgen, Durchsetzen von Vertragsstrafen. Aber dann kommt H&K, KmW & Co, heulen rum sie müssten Leute entlassen, das gefällt dem Landesfürsten nicht und wenn dessen Partei grad an der Regierung ist, nunja...

...dann hat die Bundeswehr mit allerschönster Regelmäßigkeit schon seit 10 Jahren eine Entwicklung am laufen, deren Einsatzzweck unmöglich von dem Gerät erfüllt werden können, das Franzosen/Italiener/Schweden/... für genau den gleichen Zweck nutzen, und deren Ergebnis jetzt zum doppelten Preis alternativlos ist...

Wenn der politische Wille fehlt, dann macht die Bundeswehr da GARNIX dran.

Und das muss sich ändern. Wenn die Leute, die Ahnung von den militärischen Bedürfnissen haben, nicht ständig Ausschreibungen durchgehen lassen würden, die an den Bedürfnissen vorbeigehen, aber ganz spezifisch die Nutzung international bewährten Materials unmöglich machen, dann würde man vieleicht auch mal bewährtes Material innerhalb der stattlichen Budgets bekommen. Aber stattdessen wird 1A Standortpolitik bis in den letzten Absatz betrieben. Dieses Problem muss die Bundeswehr lösen, dann kann man auch über mehr Geld reden (nur muss man das dann nicht mehr), aber du scheinst ja offensichtlich selbst der Meinung zu sein, dass man Verteidigungsminstern keinen einzigen Euro anvertrauen kann.
 
Auf Grundlage wessen Empfehlungen und Beurteilungen?
Unklar, gab keinen Untersuchungsausschuss, aber ich würde mal tippen, externe Berater. Just in Time Logistics, Lean Management, das sind klassische Big4 Buzzwords.


War es eine Vorgabe über den Kopf der gesamten Bundeswehr hinweg?
Ähm, ja...
Soldaten wollen volle MunBunker, einen Ozean an Sprit, Lagerhallen voll Ersatzteile und soviel Panzerband wie auf dem Planeten nur aufzutreiben ist. Bitte bedenke den Kontext! Die BReg hat nach 2008 das Sparen angefangen, das hat sich auch auf die BW ausgewirkt, mit solchen kuriosen Entscheidungen.

Ich stelle nur fest, dass die Bundeswehr 2012 weder auf den Barrikaden war noch zu 90% außer Betrieb. Irgendwie müssen größere Teile also doch halbwegs einverstanden und halbwegs mit Ersatzteilen versorgt gewesen sein. Auch die beiden nachfolgenden Ministerinnen haben keine Kritik an dem geäußert, was sie vorgefunden haben, und was deiner eigenen Aussage nach schon vor Maiziere begonnen wurde, obwohl die alleinige Schuld auf seine Entscheidung gepackt wird.
Sorry, wenn du das mit nicht mitbekommst, dann ist das nicht meine Schuld. Ich saß bei Kdo H in diversen Sitzungen, da gabs mehr als genug Widerstand gegen diese Pläne. Funktioniert halt am Ende nicht, wenn der IBUK sagt, machen wir trotzdem. Frust in der Truppe darüber gabs seit mindestens 2009, aber das geht die Befehlskette nach oben und nicht quer zur Bildzeitung. Und TDM hat die alleinige Schuld an der Entscheidung Ersatzteile JIT zu beschaffen, siehe das U-35 Debakel.
Ich kann auch nix dafür, wenn Du und der Rest der nicht Uniform tragenden Bevölkerung sich dafür nicht interessieren. Augen Geradeaus berichtet das seit Jahren.

Nur mal so, WER wirklich "auf die Barrikaden" gehen müsste, das IST der Verteidigungsminister und zwar innerhalb des Kabinetts. DORT muss dieser deutlich machen was ein Sparkurs bedeutet.
Siehe https://www.tagesspiegel.de/politik...scholz-bremst-von-der-leyen-aus/24099590.html
Politische. Entscheidungen. Will die BReg das einfach nicht, dann gibts das auch nicht. Ende der Diskussion. Jetzt kann der Inspekteur vor Wut gerne dem Ibuk ins Büro pinkeln, aber ändern wird sich daran nix. That's how Mafia Bundeswehr works.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich eine CDU-Verteidigungsminister verteidige, aber: Das klingt verdammt strange. Wenn ein Fehlzustand in einer Organisation sich über 10 Jahre hinweg aufbaut und in dieser Zeit vier verschiedene Führungspersonen vorne stehen, dann kann man jeden einzelnen dafür verantwortlich machen, dass sie nichts dagegen getan, sondern ihre Unterschrift druntergesetzt haben.
Da geb ich Dir teilweise Recht, Fakt ist aber, KTzG & TdM haben deutlich, deutlichst den aktuellen Zustand der BW mit zu verantworten, auch weil diese beiden den Sparkurs der Bundesregierung umsetzen mussten. Politische. Vorgaben. TdM ist aber einfach nur ne komplette Flachpfeiffe als IBUK gewesen, die Ersatzteilgeschichte ist aber die für die heutige Situation relevante Entscheidung.

Und again, Widerstand von wo? Gegen was? Im GG steht ganz klar, Art & Umfang der Streitkräfte ergeben sich durch den Haushalt. Das ist kein Hollywood wo irgendjemand sagt "Das unterschreibe ich nicht."
Wenn was dumm ist, dann gibts Feedback. Und das beste Mittel dass die Truppe hat, ist ehrliche Meldung.
Können wir nicht, weil. Fertig. Minister will Haubitzen für Übung in. Geht nicht, sind alle verplant, Rest kaputt.
Ja aber Prestige Projekt gegenüber unseren Bündnispartnern... Ok, gib Ersatzteile oder streiche andere Vorhaben.
Öhm... Gut, dann kein Prestige Projekt.


Aber wo immer ich auch sonst von solchen Fällen gehört habe, lag der eigentliche Fehler im Mittelbau, der die gesamte Zeit über personell weitestgehend konstant blieb und einem fachlich inkompetenten Chef nach dem anderen die Argumente und Statistiken vorgesetzt hat, die zu seiner Meinung passen. Und machen wir uns nicht vor - Minister sind immer fachlich inkompetent. Deren Job ist es auch auch nicht, den Fachbereich "Bundeswehr" zu leiten, sondern ein Ministerium und dessen Unterbau, in dem Fall die Bundeswehr, liefert die Fachkompetenz an. (Oder eben nicht)
Die Minister geben die großen Linien vor. Schau dir VdLs Staatssekretärin an, die Suder. Kommt aus der Beratung. Was haben wir während VdLs Regentschaft? Die Berateraffäre. https://www.handelsblatt.com/politi...ss-ich-kann-mich-nicht-erinnern/25494470.html


Ja. Mal was von Bürger in Uniform und von Kadavergehorsam gehört?
Soldatenrecht und so...?
Solange der Befehl rechtsmäßig ist gibts da nix zu wackeln. Again, this is not Hollywood.


Seitwann steht der Verteidigungsminister in der Befehlskette ganz oben, noch über dem Kanzler?
Ähm, seit das GG §65a besitzt?:ka: Erst im Verteidigungsfall geht die Kompetenz nach §115b auf den Kanzler über.

Wo steht im Grundgesetzt, dass Generäle neben dem Minister freundlich in die Kamera lächeln müssen?
§15 Soldatengesetz.


Wozu hat die Bundeswehr eine eigene Medienabteilung und Selbstdarstellung? (Einschließlich, wie ich gerade feststellen muss, einer Webseite, die zwar ewige Ladezeiten, miserable Performance und voll modernes Großkacheldesign hat, aber nicht einmal ein Mitteilungsarchiv das länger als 3-4 Jahre zurückreicht. Hat wohl wieder ein Minister im Alleingang befohlen, dass das Geld auf Optik verschwendet wird.)
Politische Vorgabe. Mit Ende der Wehrpflicht musste man auf dem Arbeitsmarkt ganz normal konkurrieren. Hätte man wissen können weil die Amis ihren Übergang wissenschaftlich aufbereitet haben, hat man nicht, seis drum, daher kommt der ganze Blödsinn.


Fakt ist auch: Das einzige, was seit Jahrzehnten in der Ursachenkette konstant ist, ist die Bundeswehr. Wenn Bundeswehr + Grüne, Bundeswehr + SPD, Bundeswehr + CDU, Bundeswehr + CSU und Bundeswehr + FDP jedes Mal nur zu enormen Ausgaben und wenig Funktion führt, ist es dann so schwer zu verstehen, warum viele Leute das Problem nicht allein in der Politik sehen?
Ne, das ist gar nicht schwer zu verstehen, denn schließlich schiebt der Wähler damit auch seine eigene Verantwortung mit dieser Bewertung ab. Nenn mir EINE Bundestagswahl der letzten 20 Jahre bei der Sicherheits- und Verteidigungspolitik eine vorrangige Rolle gespielt hat. Nur eine.

Fakt ist: Niemand, absolut niemand außerhalb der BW schert sich einen Dreck um die Bundeswehr. Außer, man braucht sie und es funktioniert dann nicht. Siehe auch die Fremdnutzung z.b. 2015 zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Hat keine Sau interessiert was das für Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Truppe hatte, siehe damit verbunden auch die Forderung der Bürgermeisterin von Berlin jetzt die BW zur Bewältigung der Flüchtlinge aus der Ukraine einzusetzen.


Bei der Menge an Fehlentscheidungen, für die die Minister im Alleingang verantwortlich sein sollen, frage ich mich langsam, wofür die Bundeswehr überhaupt eine Verwaltung hat? Scheinbar werden da ~15 Milliarden (Überschlagsrechnung aus Sachmitteln + Anteil am Gesamtpersonal umgelegt auf die Gesamtpersonalausgaben) für etwas ausgegeben, dass am Ende keinerlei Wirkung hat.
Soviele Fehlentscheidungen müssen die Minister bzw, die BReg gar nicht treffen. Schau Dir an, welche Auswirkungen die jeweils letzte Reform auf die Truppe hatte. Zudem, eine Verwaltung bewältigt Verwaltungsaufgaben. Nach Vorgaben der Politik. Da werden 15 Milliarden ausgegeben, damit ich Überstunden einreichen konnte, oder Trennungsgeld, oder Dienstreiseanträge.


Das einzige, was die Wehrbeaufragten seit Jahrzehnten konstand jammern ist "wir wollen mehr Geld". [...] Welcher Politiker wohl deren Lastenheft im Alleingang schreibt?)
Ich hab den Absatz mal gekürzt. Was du nicht vergessen darfst, die Entscheidung keine Ersatzteile mehr zu kaufen sondern JIT zu bestellen macht ja nicht von heute auf morgen alles kaputt. Es gibt nicht ohne Grund seit 2014 den Bericht zur Einsatzbereitschaft der BW, aber der ist mittlerweile Geheim.
Es war alles öffentlich. Jeder konnte das lesen & verstehen.

Für 2014 kann ich, als damaliger Angehöriger einer G3 Abteilung, sagen - die Einsatzbereitschaft von Großgerät war deutlich beeinträchtigt, Ursache dafür war fast ausschließlich der Mangel an Ersatzteilen und damit unfassbar lange Instandsetzungszeiträume.


Und das muss sich ändern. Wenn die Leute, die Ahnung von den militärischen Bedürfnissen haben, nicht ständig Ausschreibungen durchgehen lassen würden, die an den Bedürfnissen vorbeigehen, aber ganz spezifisch die Nutzung international bewährten Materials unmöglich machen, dann würde man vieleicht auch mal bewährtes Material innerhalb der stattlichen Budgets bekommen. Aber stattdessen wird 1A Standortpolitik bis in den letzten Absatz betrieben. Dieses Problem muss die Bundeswehr lösen, dann kann man auch über mehr Geld reden (nur muss man das dann nicht mehr), aber du scheinst ja offensichtlich selbst der Meinung zu sein, dass man Verteidigungsminstern keinen einzigen Euro anvertrauen kann.
Solange sich nichts am politischen Willen diese Probleme ernsthaft anzugehen nichts ändert bringt auch mehr Geld absolut gar nichts.
Bleiben wir bei Ersatzteilen. Es bringt GARNICHTS jetzt einfach nur Ersatzteile zu kaufen. Wir haben die Lagerstätten und deren Verwaltung aufgelöst, wir müssten die Depots wieder mit mehr Dienstposten versehen, logistische Ketten dafür einführen, Prozesse auf allen Ebenen etc. Das ist nicht einfach "hier haste Geld, kauf Dir halt nen neuen Vergaser".


@Tschetan

Echt jetzt? Du willst ne unabhängige Fachquelle und bringst nen Typen der Verschwörungstheorien gegen Demokratische Präsidentschaftskandidaten veröffentlicht hat?
Oh und nach
In short, Russia has a professional military and is not saddled with social justice warrior baggage. Promotions in the Russian military are not dependent on being transgender friendly.
Hab ich aufgehört zu lesen, denn wer mit soviel Bias da reingeht wird mir sicher keine neutrale Bewertung liefern. Nice try, such doch mal bitte jemanden der nicht in der Right Wing Troll Bubble steckt...
 
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Fakt ist: Niemand, absolut niemand außerhalb der BW schert sich einen Dreck um die Bundeswehr.

Ich hab den Absatz mal gekürzt. Was du nicht vergessen darfst, die Entscheidung keine Ersatzteile mehr zu kaufen sondern JIT zu bestellen macht ja nicht von heute auf morgen alles kaputt. Es gibt nicht ohne Grund seit 2014 den Bericht zur Einsatzbereitschaft der BW, aber der ist mittlerweile Geheim.
Für 2014 kann ich, als damaliger Angehöriger einer G3 Abteilung, sagen - die Einsatzbereitschaft von Großgerät war deutlich beeinträchtigt, Ursache dafür war fast ausschließlich der Mangel an Ersatzteilen und damit unfassbar lange Instandsetzungszeiträume.
Das kann ich inhaltlich unterschreiben.
Darf als Beispiel die Lieferung von AlphaJets nach Thailand 1999 und 2000 beschreiben.
Ich war damals in Fürsty bei den Überresten der Fluglehrgruppe Fürstenfeldbruck als Fluglehrer stationiert wo die 20 oder 25 Jets generalüberholt an Thailand abgegeben werden sollten.
Der Rüstungsdeal wurde von der damaligen BR eingefädelt.
Zunächst hat es aber die BR versäumt, für die notwendigen Ersatzteile Budget zu verabschieden, dann wurde zu spät bestellt. (alles Bundestag, Verteidigungsministerium, nix Bundeswehr)
Dann kam vom Verteidigungsministerium die Order, Maschinen vom alten nicht mehr existierenden JG49 + der sich in Auflösung befindlichen Fluglehrgruppe auszuschlachten, damit die Maschinen an Thailand geliefert werden könnten.
Ende 2000 wurden dann die Maschinen nach Thailand geflogen - zur Hälfte von uns, da Thailand nicht genügend Piloten zum Training nach D. geschickt hatten.
Und Fürsty war "kastriert", wir hatten von ursprünglich noch 16 flugfähigen Maschinen dann 2 einsatzfähig und ich bin zu den Tornados versetzt worden.
 

«Mehr als zwanzig Jahre nach dem Entwicklungsstart der F-35 bleibt das Flugzeug in praktischer und rechtlicher Hinsicht nichts weiter als ein sehr teurer Prototyp.»


Diese Probleme sind schon Jahre bekannt.
Ja und bis dahin kannst du uns bitte ersparen irgendwelche VT Idioten hier zu präsentieren. Sonar21 ist nichts anderes als ein elendes Right-Wing Meinungsmache Portal dass wunderbar pro russische Propaganda einstreut.

Danke.

Hier ist etwas vom österreichischen Bundesheer. Sehr interessant und gut erklärt.
Bestätigt den vorhergehenden Artikel im Prinzip.

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Zuletzt bearbeitet:
@Tschetan
Die Wiener verwenden schonmal ne ganz andere Karte. Vllt fällt Dir auf, dass Sonar deutlich größere Gebiete als russsich kontrolliert markiert, aber eher nicht weil Bias und so.
Lustig wie das Video exakt DAS erklärt was ICH hier geschrieben habe. Bei Minute 2, Landung Hostomel, nicht funktioniert.
Anderes Beispiel: Teilweise komplette Vernachlässigung sämtlicher taktischen Grundsätze, wie die Landung bei Hostomel am ersten Kriegstag gezeigt hat. Klar kann man Luftlandetruppen in der Tiefe des Raumes anlanden lassen, das ist kein Thema. Das in unmittelbarer Nähe zu einer Millionenstadt & einem Verteidigungsschwerpunkt der Ukrainer zu tun, ohne auch nur den Hauch einer Chance diese Truppe irgendwann zeitnah zu entsetzen ist...
kreativ? Dabei muss beachtet werden, die Kämpfe bei Tschernobyl wurden NACH der Landung gemeldet. D.h. die Truppe die am ehesten geeignet war, die Luftlande zu entsetzen war 130km entfernt in Kämpfe um eine Engstelle verwickelt. Warum man auch über den Prypjat angreifen will erschließt sich mir nicht. Marschengebiet, nur zwei Übergange über den Fluss, kaum Möglichkeiten Brücken zu schlagen, ein Atomkraftwerk in der Nähe... Wenn Tschernobyl das Zwischenziel des Angriffs war, ok. Aber dann klappt halt keine Raum-Zeit Berechnung für die Luftlandung in Hostomel.

Das Video der Ösis ist vom 18.03. Mein Beitrag vom 16.03. Just Saying.
Zudem solltest du das Video mal schauen. Hier wird ganz klar herausgearbeitet wie der initiale Angriff NICHT funktioniert hat und zu zeitlichen Verzögerungen & Verlusten geführt hat. Also exakt das, was Konsens ist, der russische Plan hat zunächst nicht funktioniert. Das war, ist und bleibt Konsens.

Jetzt nach der Umgruppierung & Änderung der Taktik hat man Erfolge erzielen können, aber auch diese sind weit weg von den zu erreichenden Zielen.
 
Sieht so aus als würde sich die BW da mit der F-35 mal wirklich wieder teuren Schrott, sprichwörtlich, in die Garage stellen:

Wie die "Welt" jedoch auf Grundlage eines bislang geheim gehaltenen Berichts des Pentagons aufdeckt, sind die F35-Kampfjets alles andere als ausgereift und zuverlässig.

Der zitierte Prüfbericht rückt das Hochleistungs-Triebwerk des Fliegers in den Mittelpunkt. Es sei - neben der Steuerungs-Software - der hauptsächliche Schwachpunkt. Ende September 2021 standen mehr als 50 US-F35 mit Motorausfall im Hangar. Das liege an der schlechten Versorgung mit Ersatzteilen.

Das US-Verteidigungsministerium ließ verlauten, die Luftwaffe der USA wolle im kommenden Haushaltsjahr 2023 statt 94 voraussichtlich nur 61 F35A bestellen.

Einen Kampfjet mit nur einem Triebwerk, den Starfighter, ebenfalls aus dem Hause Lockheed, hatte die Bundeswehr bereits zwischen 1961 und 1990 im Einsatz. Auch der Starfighter wurde für seine Störanfälligkeit unrühmlich bekannt.

 
Hier ist auch eine tiefere Betrachtung notwendig.

Man muss bedenken, wie über die nukleare Teilhabe in den letzten Jahren diskutiert wurde und dass Deutschland sich entscheiden muss ob man die US Atomwaffen in DEU haben will - dann brauchts Trägersysteme, oder nicht, dann braucht man auch keine Flugzeuge die das können.

Fakt ist, der Tornado kommt in die Jahre, der Eurofighter kann, so wie wir ihn gekauft haben keine Atomwaffen tragen und FCAS ist noch nicht soweit (https://www.dw.com/de/deutschland-sucht-neuen-atombomber/a-51941514). Jetzt gibts verschiedene Optionen, von denen dürften US Flugzeuge die am schnellsten umsetzbare sein. Ob es F-35 sein müssen darf diskutiert werden, die Krux daran ist, schon Von der Leyen hat sich in Ihrer Rolle als Ministerin mit dem Thema befasst, echte Traktion hats aber - wie so oft - erst mit Eintritt einer Krise bekommen.
Und das mit einer SPD die vor Monaten das Thema Nukleare Teilhabe noch sehr kritisch gesehen hat.
 
@Tschetan
Die Wiener verwenden schonmal ne ganz andere Karte. Vllt fällt Dir auf, dass Sonar deutlich größere Gebiete als russsich kontrolliert markiert, aber eher nicht weil Bias und so.
Lustig wie das Video exakt DAS erklärt was ICH hier geschrieben habe. Bei Minute 2, Landung Hostomel, nicht funktioniert.


Das Video der Ösis ist vom 18.03. Mein Beitrag vom 16.03. Just Saying.
Zudem solltest du das Video mal schauen. Hier wird ganz klar herausgearbeitet wie der initiale Angriff NICHT funktioniert hat und zu zeitlichen Verzögerungen & Verlusten geführt hat. Also exakt das, was Konsens ist, der russische Plan hat zunächst nicht funktioniert. Das war, ist und bleibt Konsens.

Jetzt nach der Umgruppierung & Änderung der Taktik hat man Erfolge erzielen können, aber auch diese sind weit weg von den zu erreichenden Zielen.

Leider zeigt die österreichische Karte nicht die momentanen Positionen, aber da gibt es einiges an Material, was sich vergleichen und nutzen läßt.

Vom militärischen Aspekt ist es sicher sinnlos seine besten Truppen und die militärische Infrastruktur in einem Konflikt zu verheizen.
Wie sollte ein neuer Aufbau funktionieren, wenn viele erfahrene Offiziere, Unteroffizier und Mannschaften gefallen sind?
Mit jedem Tag geht mehr von diesen wichtigen Ressourcen verloren.
Kasernen, Technische Dienste, Rüstungsbetriebe und mit jedem weiteren Verlust an Gelände und Ortschaften, reduziert sich die Verhandlungsmasse.
Ich finde es militärisch unsinnig.

Die Idee vom Partisanenkampf ist sicher für einige Aussenstehende attraktiv, aber in den meisten Gebieten nicht praktikabel.
Es ist nicht Afghanistan, mit seinen Bergen, sondern überwiegend ein flaches, freies Land mit Feldern und gut mit Drohnen und anderem Gerät zu kontrollieren.
Bis auf den Westen des Landes , den ich aber nicht als Ziel sehe.

Übrigens hat der Angriff auf den Flugplatz schon einiges gebracht.
1. Das binden von Kampfgruppierungen
2. Ausschalten von Transportflugmöglichkeiten
3. Die Möglichkeit in südliche Richtung vorzudringen und sich mit der südlichen Richtung zu vereinigen.
4. Das vorverlegen von Luftabwehr Kapazitäten, um einen größeren Bereich des Luftraums zu kontrollieren.

Auf jeden Fall ein sehr Komplexes Szenario mit einem hohen Anspruch an die Logistik.

Zur Karte.
Keine wird in Kriegen Anspruch auf Vollständigkeit erheben können, genauso wird auch nicht jede Gegend in eroberten Ländern Soldaten sehen, aber es gibt Verkehrswege, Verkehrsknoten und militärische Gegebenheiten, die entscheiden, wer welchen Bereich kontrolliert.
Ob jetzt irgendwo mal eine Gruppe auftaucht und Schaden macht ist völlig egal.
Auch im Irak konnten die USA nicht jeden Bereich kontrollieren, nicht einmal in Bagdad.
 
Ähm, ja...
Soldaten wollen volle MunBunker, einen Ozean an Sprit, Lagerhallen voll Ersatzteile und soviel Panzerband wie auf dem Planeten nur aufzutreiben ist. Bitte bedenke den Kontext! Die BReg hat nach 2008 das Sparen angefangen, das hat sich auch auf die BW ausgewirkt, mit solchen kuriosen Entscheidungen.

Du schmeißt schon wieder "sparen allgemein" und "sparen am falschen Ende durcheinander...

Ich saß bei Kdo H in diversen Sitzungen, da gabs mehr als genug Widerstand gegen diese Pläne.

Ich frag noch ein letztes Mal, diesmal auf einen Satz konzentriert:
Wo wurden Alternativvorschläge angemahnt?

Und again, Widerstand von wo? Gegen was? Im GG steht ganz klar, Art & Umfang der Streitkräfte ergeben sich durch den Haushalt. Das ist kein Hollywood wo irgendjemand sagt "Das unterschreibe ich nicht."

Da steht nicht von "Art". Da "Grundzüge der Organisation". Welche Bordwaffen eins von wenigsten drei Dutzend Großgeräten erhält ist garantiert kein "Grundzug" der Armee. Die größe eines Ersatzteilpuffers für Fahrzeug X auch nicht oder die Marke der orthopädischen Schuheinlagen ebensowenig. Und der Bundestag hat als "Grundzug" auch nie "Einsatzuntauglich" beschlossen, sondern stimmt nur über wenige Beschaffungspakete und über Haushaltsentwürfe ab. Pakete und Entwürfe, die formell von der Verwaltung der Bundeswehr ausgearbeitet werden.

Die Minister geben die großen Linien vor.

Eben. Und die Fehler dadurch stecken dann in jedem Detail. Minister sollte (bestenfalls) sagen: "Wir halten Ausrüstung für XY00 Panzergrenadiere vorrätig". Aber doch nicht "wir halten Schuhe für Y00 Panzergrendadiere, Unerhosen für X000 Panzergrenadiere, Gewehre für XYYY Panzergrenadiere und Handschuhe für 5 Panzergrenadiere". Genau das sind doch aber die Rückmeldungen, die aus der Truppe kommen - egal wo man hinguckt, 50-80% der für Einsatzbereitschaft nötigen Arten von Ressourcen sind in (mehr als) ausreichender Anzahl da, aber 15% sind knapp und 5% der Arten von Teilen, die man brauchen könnte, sind nicht einmal in ausreichender Zahl für die Hälfte der geplanten Einsatzstärke verfügbar. Und das glaube ich nicht, dass Minister höchstpersönlich für noch so kleine Ecken der Bundeswehr im Alleingang Beschaffungspläne vermurksen.

Das ist schon rein vom rein vom Zeitaufwand ausgeschlossen, da müsste man ja sämtliche Aufsichtsratsrunden und Golfpartien durchtippen. Mag sein, dass bei größeren Projekten mal so eine Liste vom Minister selbst unterschrieben wird, aber garantiert nicht zusammengestellt und auch nicht im Alleingang/ohne Beratung geprüft, weil dafür die Kompetenz fehlt. (Schon allein die ganzen Abkürzungen sind für Zivilisten ja eine unüberwindbare Einstiegshürde :ugly: )
Also: Wer VERplant diese Details? Wer bestimmt welche Komponenten beschafft und welche nicht beschafft werden? Wer schreibt in eine Ausschreibung rein, wie groß das Ersatzteilpaket je Einheit sein soll?

Wie gesagt: Die lassen mich nicht reinspazieren und Nachschauen, ich kann die Fragen nur stellen. Aber in jeder Organisation, die ich kenne, wird das auf Ebenen mit entsprechendem Überblick oder maximal 1-2 Stationen darüber entschieden, gebündelt und nach oben weitergereicht oder sogar direkt vor Ort gelöst. Nur in der Bundeswehr dreht deiner Schilderung nach die Verwaltung den ganzen Tag Däumchen und die Soldaten erhalten direkt vom Minister detaillierte (verkackte) Anweisungen bis zur letzten Schraube.

Ähm, seit das GG §65a besitzt?:ka: Erst im Verteidigungsfall geht die Kompetenz nach §115b auf den Kanzler über.

Touché.

§15 Soldatengesetz.

Es geht nicht um politische Meinungen. Wenn die Bundeswehr damit beschäftigt ist, Übungsmunition aus Zahnbürsten zu feilen, dann kann sie keine Publicity-Wirksamen Empfänge abhalten. Macht sie aber. Zusammen mit dem jenigen, der statt der Beschaffung von Kugeln die von Zahnbürsten angeordnet hat. (Und Vorderlader günstig geraucht eingekauft hat. Schwarzpulver fehlt natürlich.)

Soviele Fehlentscheidungen müssen die Minister bzw, die BReg gar nicht treffen. Schau Dir an, welche Auswirkungen die jeweils letzte Reform auf die Truppe hatte. Zudem, eine Verwaltung bewältigt Verwaltungsaufgaben. Nach Vorgaben der Politik. Da werden 15 Milliarden ausgegeben, damit ich Überstunden einreichen konnte, oder Trennungsgeld, oder Dienstreiseanträge.

Wozu Überstunden und Dienstreisen, wenn gar nichts da ist, womit man arbeiten kann und woanders auch nicht :P ? Und wie kommt es, dass dieser Overhead bei der Bundeswehr mindestens 10 mal größer ist, als in jeder anderen Organisation, obwohl schon die Struktur der Tätigkeit unterdurchschnittlich viel Möglichkeiten für Einzelfallregelungen lässt?

Und wohlgemerkt: Bei anderen Organisationen kümmert sich die Verwaltung in dieser viel kürzeren Zeit auch noch darum, dass das Material da ist. (Mit wechslendem Erfolg, aber immer weit über Bundeswehrdurchschnitt)

Ich hab den Absatz mal gekürzt. Was du nicht vergessen darfst, die Entscheidung keine Ersatzteile mehr zu kaufen sondern JIT zu bestellen macht ja nicht von heute auf morgen alles kaputt.

Und genau deswegen frage ich mich eben, ob der Fehler so klar zugeordnet werden kann. Sowohl zeitlich als auch von der Ebene her. De Maiziere hat die Ausgaben für Lagerhaltung jedenfalls nur gekürzt, aber nicht auf Null gesenkt. Das klingt für mich nicht wie "wir bestellen Ersatzteile erst, wenn die gesamte Einheit stillsteht", sondern das klingt wie stink normales Wirtschaften: "Wir halten nur so viele Ersatzteile vorrätig, wie wir für einen überschaubaren Zeitraum benötigen". Wenn man mit übervollen Lagern anfängt, deren Unterhalt selbst schon eine Belastung darstellt, bedeutet das EINE ZEIT LANG gar nichts mehr zu bestellen und das einige Teile des Bundeswehr noch >> ein halbes Jahrzehnt gar keine Mangel hatten und es in vielen Teilen nur an einzelnen Komponenten gebricht, aber keineswegs alle fehlen, belegt eigentlich, dass Überkapazitäten da waren. Die Frage ist: Auf welche Größe wurde der Puffer festgelegt und wer hat nicht sofort nachbestellt, als diese Grenze unterschritten wurde, sondern solange weiter aus dem Lager genommen, bis ein Teil ganz aus war?

Solange sich nichts am politischen Willen diese Probleme ernsthaft anzugehen nichts ändert bringt auch mehr Geld absolut gar nichts.
Bleiben wir bei Ersatzteilen. Es bringt GARNICHTS jetzt einfach nur Ersatzteile zu kaufen. Wir haben die Lagerstätten und deren Verwaltung aufgelöst, wir müssten die Depots wieder mit mehr Dienstposten versehen, logistische Ketten dafür einführen, Prozesse auf allen Ebenen etc. Das ist nicht einfach "hier haste Geld, kauf Dir halt nen neuen Vergaser".

Und genau da vermisse ich schon wieder Hinweise auf Kompetenzen aus der Bundeswehr. (Überspitzt) Problem:
"Wir haben keine Lager für Ersatzteile, wir haben kein Lagerpersonal"
rationale Lösung:
"Man braucht Lager und Personal"
Forderung Bundeswehr:
"GELD GELD GELD"

Sorry, aber wo sind denn die intelligenten Planer, die von den letzten drei Verteidigungsministern unterdrückt wurden? Warum zieht keiner von denen einen Plan aus der Tasche und sagt "die Bundeswehr könnte echt geil sein, wenn wir jetzt das, das, das und das machen!"


Und das mit einer SPD die vor Monaten das Thema Nukleare Teilhabe noch sehr kritisch gesehen hat.

Eigentlich haben die alle außer der Union (und der Bundeswehr :P ) kritisch gesehen, oder?
Gibt es eigentlich Kritik an der Wahl der F-35 aus der Truppe? Unter AKK wurde die noch ausgeschlossen mit dem Hinweis, dass die Bundeswehr prinzipiell keine einstrahligen Maschinen will.
 
Du schmeißt schon wieder "sparen allgemein" und "sparen am falschen Ende durcheinander...
Das eine bedingt bei der BW das andere...

Ich frag noch ein letztes Mal, diesmal auf einen Satz konzentriert:
Wo wurden Alternativvorschläge angemahnt?
Was für Alternativen bitte. Die BW hat Auftrag, der soll erfüllt werden. Wenns jetzt Vorgaben gibt, die dem im Weg stehen dann gibts keine Alternativen. Man kann Ersatzteile JIT bestellen, oder es lassen, welche andere Möglichkeit solls denn noch geben?


Da steht nicht von "Art". Da "Grundzüge der Organisation". Welche Bordwaffen eins von wenigsten drei Dutzend Großgeräten erhält ist garantiert kein "Grundzug" der Armee. Die größe eines Ersatzteilpuffers für Fahrzeug X auch nicht oder die Marke der orthopädischen Schuheinlagen ebensowenig. Und der Bundestag hat als "Grundzug" auch nie "Einsatzuntauglich" beschlossen, sondern stimmt nur über wenige Beschaffungspakete und über Haushaltsentwürfe ab. Pakete und Entwürfe, die formell von der Verwaltung der Bundeswehr ausgearbeitet werden.
Sagt dir Weißbuch der Bundeswehr irgendwas? Nein?
Das Weißbuch ist ein durch das Bundesministerium der Verteidigung erarbeitetes und durch die Bundesregierung verabschiedetes Grundlagendokument, das die sicherheitspolitische Lage der Bundesrepublik Deutschland und der Verbündeten für die kommenden Jahre aus Sicht der Regierung darstellt und als Leitfaden für sicherheitspolitische Entscheidungen und Handlungen in Deutschland dienen soll. Insbesondere werden Schlussfolgerungen für die Aufgaben der Bundeswehr und deren Personalstärke, Ausrüstung und Ausbildung gezogen und Anknüpfungspunkte für andere Ressorts der Bundesregierung geschaffen, damit diese ihre Instrumente mit sicherheitspolitischem Bezug weiterentwickeln können.
Politische. Vorgaben. Ka wie oft ich das noch wiederholen muss.

Eben. Und die Fehler dadurch stecken dann in jedem Detail. Minister sollte (bestenfalls) sagen: "Wir halten Ausrüstung für XY00 Panzergrenadiere vorrätig". Aber doch nicht "wir halten Schuhe für Y00 Panzergrendadiere, Unerhosen für X000 Panzergrenadiere, Gewehre für XYYY Panzergrenadiere und Handschuhe für 5 Panzergrenadiere". Genau das sind doch aber die Rückmeldungen, die aus der Truppe kommen - egal wo man hinguckt, 50-80% der für Einsatzbereitschaft nötigen Arten von Ressourcen sind in (mehr als) ausreichender Anzahl da, aber 15% sind knapp und 5% der Arten von Teilen, die man brauchen könnte, sind nicht einmal in ausreichender Zahl für die Hälfte der geplanten Einsatzstärke verfügbar. Und das glaube ich nicht, dass Minister höchstpersönlich für noch so kleine Ecken der Bundeswehr im Alleingang Beschaffungspläne vermurksen.
Der Minister muss aber eine Kultur implementieren, die solches Verhalten bestraft. Ich hab Dir doch zitiert, dass z.T. ausgehandelte Vertragsstrafen nicht eingefordert wurden. Sowas entscheidet kein A12 Beamter mal eben selbst. Kuck Dir die Staatssekretäre der letzten Jahre an und wunder dich warums nicht vorwärts ging.

Die Rückmeldungen kommen doch aus der Truppe... Berichte zur Einsatzbereitschaft gingen (jedenfalls als ich noch in einer G3 Abteilung war) wöchentlich ans Kdo H, die Division Schnelle Kräfte hat täglich! den Einsatzgrad ihrer Luftfahrzeuge gemeldet. Solche Dinge sind bekannt, es gibt nur sehr sehr wenig was kurzfristig ohne Budget getan werden kann.

Und dann kommt sowas raus: https://www.welt.de/politik/deutsch...wehr-zieht-mit-Besenstielen-ins-Manoever.html

Und die Gründe sind nicht in 2015 zu suchen, sondern davor. Jahrelang wurde gespart, obwohl das Weißbuch Landesverteidigung als Zweck der BW vorsah. Dann kam die Annexion der Krim und von heute auf Morgen musste die Bundeswehr ran. Und schon wird öffentlich deutlich, was der Sparkurs & die Entscheidungen der letzten Jahre angerichtet hat.
Ich bitte zu bedenken dass noch 2015 ein Konzept die Runde gemacht hat bei der alle Verbände nur 30% des Gesamtmaterials bekommen sollten und es einen Pool an Mat geben solle, der dann je nach Auftrag an die Verbände verteilt wird. Der Plan kam von Kdo H - uhh die bösen Planer... Die Vorgabe zur Einsparung kam aber vom Minister. Politische. Vorgaben.

Die Diskussion darüber ging locker 10 Monate eher mehr. Und ich weiß nicht wie oft wir vorgerechnet haben, dass damit die Aufträge, grade VJTF, nicht zu erfüllen seien.


Also: Wer VERplant diese Details? Wer bestimmt welche Komponenten beschafft und welche nicht beschafft werden? Wer schreibt in eine Ausschreibung rein, wie groß das Ersatzteilpaket je Einheit sein soll?
Das macht im Überbau die Bundeswehrverwaltung. Und hier liegt ein Denkfehler vor. Es gibt ganz klare Verschleißanalysen, Bedarfsrechnungen für jedes Waffensystem. Am KpZ kenn ich mich am besten aus, also verzeih wenn ich dabei bleibe. Bremsen, Kettenpolster, Zahnkränze, der bumms der im ganz normalen Betrieb verschleißt, dafür gibts seit Jahr und Tag Berechnungen was ein Bataillon pro Jahr etwa verbraucht. Ja, bei verstärktem Übungsbetrieb weicht das ab, aber das nicht weiter wild.

Wenn aber dieser formulierte Bedarf nicht gedeckt wird, weil jemand entschieden hat einfach den Kauf von Ersatzteilen im laufenden Jahr auszusetzen, oder weil man Ersatzteile JIT beschaffen will dann ist wurscht was auf diesem Papier steht. Das macht die Ersatzteilentscheidung ja so perfide - wir kaufen den Rotz ja immer im Paket, also System + Ersatzteilversorgung, dass jetzt einseitig auszusetzen ist... ungut.

Es geht doch genau darum, dass Entscheidungen aus dem Kontext des Sparens getroffen wurden die sich GEGEN den Bedarf der Truppe gerichtet hatten. Der Bedarf ist seit Jahren klar formuliert. X Systeme eines Typs mal Schlüssel Ersatzteile = Gesamtsumme Ersatzteile.
Ob dieser Bedarf gedeckt wird ist aber abhängig vom allokierten Budget & das ist... du ahnst es... eine politische Entscheidung.


Es geht nicht um politische Meinungen. Wenn die Bundeswehr damit beschäftigt ist, Übungsmunition aus Zahnbürsten zu feilen, dann kann sie keine Publicity-Wirksamen Empfänge abhalten.
Warum nicht? Was hat das eine mit dem anderen zu tun?


Wozu Überstunden und Dienstreisen, wenn gar nichts da ist, womit man arbeiten kann und woanders auch nicht :P ? Und wie kommt es, dass dieser Overhead bei der Bundeswehr mindestens 10 mal größer ist, als in jeder anderen Organisation, obwohl schon die Struktur der Tätigkeit unterdurchschnittlich viel Möglichkeiten für Einzelfallregelungen lässt?
Weil sehr sehr viel verwaltet werden muss? Kuck doch alleine mal wieviele Liegenschaften die BW hat, es heißt auch nicht umsonst Standortverwaltung...


Und wohlgemerkt: Bei anderen Organisationen kümmert sich die Verwaltung in dieser viel kürzeren Zeit auch noch darum, dass das Material da ist. (Mit wechslendem Erfolg, aber immer weit über Bundeswehrdurchschnitt)
Verwechsel bitte nicht Gewinnorientierte Unternehmen mit einer staatlichen Institution. Die Lufthansa hat ein gaaanz anderes Interesse daran seine Maschinen einsatzbereit zu halten als der Staat. Erneut, das ist politisch bedingt. Macht die LH Verluste weil die Maschinen kaputt sind geht die Pleite. Kümmert sich der Wähler nicht um den Zustand der Bundeswehr und lässt das den Politikern damit durchgehen, dann haben die, ohne Bedrohung von außen, wenig Interesse das zu ändern, v.a. wenn man dabei noch sparen kann. Und genau DAS ist 2008-2014 passiert.


De Maiziere hat die Ausgaben für Lagerhaltung jedenfalls nur gekürzt, aber nicht auf Null gesenkt. Das klingt für mich nicht wie "wir bestellen Ersatzteile erst, wenn die gesamte Einheit stillsteht", sondern das klingt wie stink normales Wirtschaften: "Wir halten nur so viele Ersatzteile vorrätig, wie wir für einen überschaubaren Zeitraum benötigen".
Das wars eben NICHT.
Die Entscheidung war, Ersatzteile dann zu bestellen wenn diese gebraucht werden. Just in time logistics.

U-35 hat doch gezeigt wie wenig das funktioniert... Es hat 2! Jahre gedauert um das notwendige Ersatzteil zu beschaffen. ZWEI. JAHRE.
Klar sind manche Ersatzteile zu dem Zeitpunkt noch vorrätig gewesen, die schmeißt man nicht weg. Aber dort wo schon Mangel bestand, z.b. durch die Entscheidung über Monate gar keine Teile mehr zu kaufen um kurzfristig Ausgaben zu sparen, dort wurde es massiv schlimmer, siehe die Bereitschaft bei Flugzeugen & Helikoptern.
Das Problem dabei ist, man kann die BW nicht mit BMW vergleichen. Keiner der Rüstungskonzerne hält einfach so Produktionskapazität vor und wartet nur darauf dass die BW mal ein Seitenruder für ein Uboot braucht.

Wenn man mit übervollen Lagern anfängt, deren Unterhalt selbst schon eine Belastung darstellt, bedeutet das EINE ZEIT LANG gar nichts mehr zu bestellen und das einige Teile des Bundeswehr noch >> ein halbes Jahrzehnt gar keine Mangel hatten und es in vielen Teilen nur an einzelnen Komponenten gebricht, aber keineswegs alle fehlen, belegt eigentlich, dass Überkapazitäten da waren.
Again, das ist gegen jede militärische Realität. Eine Einsatzbereite BW gem. Weißbuch, mit Schwerpunkt Landesverteidigung muss Kriegsfähig sein, d.h. die Lagerhaltung von Ersatzteilen ist zwingende Notwendigkeit für diesen Status.
Das ist kein Wirtschaftsbetrieb, das ist ne Armee. Die kostet nun mal Geld und zu glauben man könne hier 1:1 Lehren aus der Wirtschaft umsetzen klappt einfach nicht. Das was ein PzBtl gem. Verbrauchsrechnung benötigt müsste eigentlich vorrätig rumliegen und bei Verbrauch ersetzt werden.

Überkapazitäten sind höchstens dort entstanden, wo Einheiten aufgelöst wurden. Aber das ist nur Theorie, zeigt das Beispiel der Antriebskränze beim Leo2. Wir sind von 15 Btl auf 6 runter, d.h. in der Theorie hätte man 9x den Ersatzteilbestand übrig zum verteilen auf die anderen 6 (Mitte der 2000er war das, Transformation der Bundeswehr). Was war 2010? Richtig, die Panzertruppe hatte keine Antriebszahnkränze mehr und musste die Panzer unterm Schleppdach stehen lassen.

Wie kann das sein? Ganz einfach, es wurde entschieden nach dem Sparkurs der nach 2008 verordnet wurde, über Monate keine Ersatzteile zu kaufen. Da Ersatzteilmangel aber schon deutlich länger ein Problem war gabs keine Überbestände an Zahnkränzen, also fuhr der Leo erstmal nicht. Bzw. die verfügbaren Panzer wurden gepoolt und für Aufgaben wie die ILÜ eingesetzt.


Die Frage ist: Auf welche Größe wurde der Puffer festgelegt und wer hat nicht sofort nachbestellt, als diese Grenze unterschritten wurde, sondern solange weiter aus dem Lager genommen, bis ein Teil ganz aus war?
Welcher Puffer... Versteh doch bitte einfach, dass es in manchen Bereichen nie einen Puffer gab.


Und genau da vermisse ich schon wieder Hinweise auf Kompetenzen aus der Bundeswehr. (Überspitzt) Problem:
"Wir haben keine Lager für Ersatzteile, wir haben kein Lagerpersonal"
rationale Lösung:
"Man braucht Lager und Personal"
Forderung Bundeswehr:
"GELD GELD GELD"

Sorry, aber wo sind denn die intelligenten Planer, die von den letzten drei Verteidigungsministern unterdrückt wurden? Warum zieht keiner von denen einen Plan aus der Tasche und sagt "die Bundeswehr könnte echt geil sein, wenn wir jetzt das, das, das und das machen!"
Plan haben ist das eine, Plan umsetzen das andere. Ka wie du Dir das vorstellst, aber die BW hat nicht mal im Ansatz genug Geld bekommen um das was sie hat aufrecht zu erhalten. Da bringen Dir auch keine tollen Pläne was. Es war und ist nach wie vor Mangelverwaltung, die genialen Planer machen es irgendwie möglich, dass die Aufträge grade so erfüllt werden. Schau Dir doch an was Scholz als Finanzminister gemacht hat, wenigstens hat AKK als IBUK endlich mal dagegen gehalten und Klartext geredet.

Geld ist das EINZIGE was diese Probleme löst.
Geld um endlich genug Mat zu kaufen. Genug Bewaffnung für alle Fahrzeuge. Genügend Helme, Westen & Wäsche. Genügend irgendwas was grade wieder Mangel ist. Batterien. Klebeband. Schuhcreme. Funkgeräte...

Gibt es eigentlich Kritik an der Wahl der F-35 aus der Truppe? Unter AKK wurde die noch ausgeschlossen mit dem Hinweis, dass die Bundeswehr prinzipiell keine einstrahligen Maschinen will.
Ka, das ist so kurzfristig beschlossen worden, ich gehe aber davon aus, dass unter Vdl / AKK eine Studie zu F-18 / F-35 / Eurofighter gemacht wurde und danach wie Optionen bewertet wurden. Der Gedanke US Modelle für diesen Zweck zu kaufen ist ja nicht neu.
 
Es sagt doch dahingehend auch schon eine Menge wenn Frau Lambrecht sich verspricht (Deutschland wird die gesamten 5000 Soldaten der neuen EU-Eingreiftruppe stellen) und darauf aus der BW hektisch, fast schon panisch, Telefonate ins Verteidigungsministerium geführt werden, ob man richtig gehört hat und wenn ja woher man dafür das Material dafür nehmen soll...

 
Zuletzt bearbeitet:
Gibt es eigentlich Kritik an der Wahl der F-35 aus der Truppe? Unter AKK wurde die noch ausgeschlossen mit dem Hinweis, dass die Bundeswehr prinzipiell keine einstrahligen Maschinen will.
Neben der erwähnten Zweistrahligkeit (die aus der Zeit vom Starfighter herrührt) war es lange Zeit "Doktrin",
dass ein vollwertiger JaBo mit zwei Mann Besatzung geflogen wird.
"Vergleichbare" Muster SU-34, F-15 E weisen dieses Merkmal auf.
Liegt auf der Hand, in Maschinen mit Pilot und WSO kann der Pilot Fluchtmanöver einleiten, während der WSO z. B. das Ziel für die GBUs weithin markiert. Bei einem einsitzigen JaBO muss das alles der Pilot machen, bzw. er muss so lange markieren, bis die Rakete oder Bombe einschlägt...

Weiterhin wird bemängelt:
-Schlechte Manövrierbarkeit, geringer Anstellwinkel im Dogfight, Zellenbelastung nur 4,6g (Vorgabe BW 9g)
-schlechte Cockpitsicht (ca. 220°, BW-Vorgabe ?)
-Schub-Gewichtsverhältnis nur 0,88, Tornado 0,75, Vorgabe BW >1,0
-eigentlich sollte der Nachfolger Tornado eine kürzere Landebahn benötigen, ist ungefähr gleich
-Bei voller Luft-Boden-Bewaffnung sollten 4x AIM9 mitgeführt werden können, kann F-35 (derzeit) noch nicht.
 
In Bezug auf die interessante Diskussion von @hoffgang und @ruyven_macaran , hier ein (für die Verhältnisse unseres kleinen Regionalmagazins) recht detaillierter Artikel über mögliche Mängel im Beschaffungs- und Auftragsvergabewesen der BW am konkreten Beispiel:

"250 Millionen zu viel: Kritik an Lürssen-Auftrag für die Bundeswehr"

So als Laie liest sich das schon recht ungeheuerlich...
 
Man kann sich bei Rüstungsgeschäften nicht des Eindrucks erwehren, dass die anscheinend alle bei FJS in die "Lehre" gegangen sind.
 
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