ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Als ob das abschießen von Satelliten heutzutage ein Problem darstellt.
Technisch kein großes, solange sie über eigenes Territorium oder über entsprechende Marineinheiten fliegen. Aber wegen der entstehenden Trümmer besteht ein hohes Risiko, weitere Nationen zu schädigen, mit denen man noch nicht im Krieg befindet. Insbesondere wenn man sehr viele Satelliten zerstören will, um den Gegner komplett blind zu machen.
Und eben gerade weil es technisch relativ leicht ist, gibt es auch taktische Vorbehalte dagegen: Wenn man selbst damit anfängt, wird sich der Gegner mit gleiche Methodik revanchieren. Dieses Risiko einzugehen ist aus mehreren Gründen eine verdammt schlechte Idee, in einem symmetrischen Konflikt kann daher erwartet werden, dass sich beide Seite zurückhalten. (Vergl. Düppel als Radargegenmaßnahme im zweiten Weltkrieg. Die wurden auch lange Zeit von beiden nicht eingesetzt, weil man sich im Klaren darüber war, dass die Gegenseite die Methode sofort übernehmen würde.)
Öhm... Nein?
Also ich sag nicht, dass es innerhalb der Bundeswehr keine Kultur der Zerwaltung gäbe, aber der Ansatz ist nicht korrekt. Die zivile Führung ist grundsätzlich Entscheider, schon alleine weil im GG §87a festgehalten ist:
Stärke der BW richtet sich nicht nach der Notwendigkeit, sondern nach dem zur Verfügung gestellten Haushalt. Die BW kann fordern was Sie will, wenn der BT die Mittel nicht bereitstellt, dann passiert garnichts
Es geht nicht um die Höhe der Mittel, es geht um die Art der Verwendung. Die ist bei der Bundeswehr DAS große Problem. Deutschland ist seit Ewigkeiten in den Top10, die letzten Jahre haben wir regelmäßig >80% des Etats Russlands ausgeben. Aber haben wir eine Armee mit einer Schlagkraft >80% Russlands? Oder können wir auch nur mit Großbritannien mithalten, die um uns herum tänzeln? Nicht einmal näherungsweise. Weil die Abermilliarden des Verteidigungshaushaltes nicht in kosteneffektive Beschaffung und Unterhalt fließen, sondern in etwas dass man selbst mit viel wohlwollen nur als Lobbygeschenke und Korruption bezeichnen kann.
Und bei der Verwendung der Mittel entscheiden die Minister nur auf dem Papier und auch nur bei den ganz großen Projekten. Respektive wenn die Bundeswher eine Großbeschaffung beschließt, setzt der Minister halt am Ende demonstrativ seine Unterschrift drunter um zu zeigen, dass er ja total toll ist. Aber kein einziger Minister hat ein großes Beschaffungsprogramm selbst durchgeplant (zumindest nicht soweit, wie mein Horizont zurückrecht) und dann der Bundeswehr aufgezwungen und alles unterhalb von Großgerät-Neuanschaffungen wird auf politischer Ebene nicht einmal formell besiegelt, sondern allenfalls rückblickend überwacht. Zuständig für Beschaffungsentscheidungen ist die zuständige Abteilung der Bundeswehr höchstselbst und die Billanz des Beschaffungswesens ist eine einzige Katastrophe. Sowohl militärisch als auch aus Sicht des Steuerzahlers. Nur ThyssenKrupp, Heckler & Koch und Airbus findens total geil.
Oh was mir noch eingefallen ist: Einführung NSAK (Neues SchießAusbildungsKonzept) und die Fehlplanung der Schießstandwartung. Auch hier, BW wurde komplett von ziviler Verwaltung überholt. Mehr peng peng = mehr Saturierung der Geschossfänge = frühere Wartung. Aber, frühere Wartung = Geld dafür nicht im Haushalt eingeplant, also Sperrung Schießanlage. Also Ausweichen auf andere, dort höhere Belastung = frühere Wartung, aber, kein Geld weil Haushalt und so = Sperrung.
Ergebnis und Siegerehrung: Wir standen ne zeitlang in einigen Regionen ohne nutzbare Schießbahnen da.
Und die Wartung von Schießanlagen plant der Minister persönlich, ja? Da ist nicht zufällig vielleicht irgend ein Angestellter der Bundeswehr zuständig/zwischengeschaltet, der es verpfuscht hat? (Oder sogar 20-30, weil ist ja ein Staatsbetrieb?)
... Auslandseinsätze (die ja dann auch regelmäßig eklatante Mängel aufzeigen, obwohl sie mit der Creme de la Creme der knappen Ausrüstung durchgeführt werden) ...
Das ist auch nicht korrekt und zeigt, dass hier leider komplette Unkenntnis ... besteht.
Die ... Auslandseinsätzen aufrecht zu erhalten, ... ist eine massive Herausforderung gewesen, v.a. weil Entscheidungen der Vergangenheit (Ersatzteile...) die Ausbildung & die Einsatzfähigkeit der Truppenteile beeinträchtigt haben.
Protipp: Wenn man seinem Gesprächspartner "komplette Unkenntniss" an den Kopf wirft, dann sollte man im Anschluss etwas schreiben, dass ihn nicht 1:1 bestätigt.
Also zu sagen "die paar Einsätze" ist grundfalsch und wird den Problemen mit denen die BW umgehen musste nicht gerecht.
Ich sage nicht, dass die einzige Aufgabe der Bundeswehr in "den paar Einsätzen" bestand, sondern dass "die paar Einsätze" die Gelegenheiten waren, bei denen Mängel nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden konnten. Wenn du bei der Ausbildung in Deutschland nicht schießen kannst, weil der Schießstand im Arsch ist, interessiert das keine Sau. Wenn du in Afghanistan nicht schießen kannst, weil kein Gewehr im Bestand ist, dass die dort geplanten Kämpfe und dortigen Bedingungen aushält, dann wird deutschlandweiter Skandal draus.
(Was heißt nicht, dass ich in die Geißelung des G36 einsteigen will, da hätte das Einsatzkonzept angepasst werden müssen mit mehr G3 und der Anerkennung, dass eine für Mitteleuropa ausgerüstete Armee in Afhangistan nicht einfach die gleiche Aufgabe mit der gleichen Menge Personal erfüllen kann. Aber die Beispiel passen besser zusammen als Hubschrauber, die Wegen Salz nicht über der Nordsee respektive wegen Staub nicht über Mali fliegen können.)
Kennt eigentlich immer jemand die korrekte Masse dieser Waffe? Deutsche Wikipedia spricht von 1.000 kg, was falsch sein muss, die entlische von "3 Tomahawks" (also 5,8 t - übrigens mehr, als eine F-35 einseitig tragen können dürfte), aber ohne Quelle.
War zu erwarten das sie diese zur Demonstrationen einsetzten.
Wurde wohl schon in Syrien demonstriert und war somit nicht "klar". Angriff auf ein Munitionsdepot (gut gesichert, gut verbunkert) in einem Gebiet wo man zuletzt viele Verluste hatte, ist aber rein militärisch ein Paradebeispiel für eine Waffe hoher Reichweite, die schwer abzufangen ist und hohe Durchschlagskraft besitzt.
Wenn man nach ukrainischen Nachrichten und unserer Berichterstattung geht, müssten die Ukrainer schon fast den Krieg gewonnen haben.
Also zumindest der seriösere Teil unserer Medien (ukrainisch kann ich nicht) berichtet nur darüber, dass Putin den Angriffskrieg schon fast verloren hat. Das ist aber was ganz anderes als ein ukrainischer Sieg. Es gibt praktisch keine ukrainischen Rückeroberungen und es gibt auch kaum Gerät, mit dem diese möglich wären. Von einem Gegenangriff zur Sicherung von Krim und Donbass sowie einem Sturz des Kriegsverbrechers ganz zu schweigen, da nützen einem Guerillataktiken überhaupt nichts. Die FARC wurde jahrzehntelang nicht geschlagen, gewonnen hat sie trotzdem nicht.
Aber das ist nicht Thema dieses Threads, dafür gibt es einen passenderen.
?

