Huh? Jetzt komm ich nicht mehr mit. Eben noch Gaza, wo es arg wenig offenes Gelände gibt, auf einmal Bergkarabach. In letzterem sollte ein Panzer auch mit mäßiger Taktik relativ gute Chancen gegen Infanterie haben (zumindest gegen Infanterie mit Überlebenswillen), bietet aber seinerseits ein sehr gutes Ziel für alles moderne mit mehr Wumms, egal ob boden- oder luftgestützt.

Im letzten Konflikt um Bergkarabach wurden Drohnen mit großer Effektivität eingesetzt, hier hat man Infanterie in halbwegs offenem Gelände getroffen. Und wenn du nicht mehr mitkommst, wenn ich dein eigenes Beispiel bejahe, dann weiß ich nicht wie ich mit Dir kommunizieren soll...
Also mit Ausnahme der scheinbar an einer Hand abzählbaren BMP-1-basierten Verhikel sehe ich den Bildern nichts, das Platz geschweige denn die nötige Tragfähigkeit für vielschichtige improvisierte Panzerungen. Da hätte ich eigentlich erwartet, dass 30-/40-mm-MK für die Bekämpfung ausreichen oder eben Hohlladung (Tandemladung oder mehrere Schüsse bei denen mit zusätzlichen Gittern).
Das setzt aber voraus, dass man
1.) Tandemladungen besitzt
2.) Die Zeit und das Schussfenster für mehrere Schüsse hat
Der IS hat diese Waffen nicht nach Gusto eingesetzt, sondern gezielt. Posten der Syrischen Armee z.b. mit viel offenem Gelände darum wurden mit den schwerstgepanzerten SVBIEDs getroffen, in engeren Städten braucht man keinen Meshgitter umschlossenen BMP1.
zudem, das muss ich zugeben, ist OSINT nicht die beste Möglichkeit das tatsächliche Ausmaß der "Kreativität" der IS Fahrzeuge darzustellen, aber die einzige erlaubte. Bitte auch nicht vergessen, ISIS war keine Deppentruppe. Die hatten eine wirklich effiziente Produktion an gepanzerten Fahrzeugen UND, das darf man auch nicht vergessen, haben Chemische Waffen selbst synthetisiert UND ein "Delivery System" für die Kampfstoffe eingesetzt. Technische Expertise war in jedem Fall vorhanden.
www.oryxspioenkop.com
Siehe Bild 2, viel Spaß wenn das Ding auf deine Stellung zugerollt kommt.
Das können AMX-10, Centauro, Rooikat,... aber auch.
Jedes mobile, kanonenbasierte Waffensystem kann das. Es geht darum, dass Panzer, ob Kette oder Rad, Fähigkeiten mitbringen, die man nicht immer ersetzen kann. Drohnen, Luftwaffe, Helikopter, modernste Panzerabwehrraketen, alles gut und schön, alles auch mit Fähigkeitslücken versehen.
Mir geht es darum, dass ein neu(entwickelt)er MBT so viel leisten muss, wie 2/3/4 andere Fahrzeuge, ehe er pro investierte Ressource mehr Nutzen erbringt.
Kommt drauf an.
Wenn man sich anschaut, was wir grade mit dem Leo2 versuchen. Hier noch ne 20mm, da noch ne Klimaanlage, dort noch was um ihn sowohl im Häuserkampf, als auch in der Wüste bestehen lassen zu können.
Und dann schauste auf den T-14. Klassicher Kampfpanzer, nur mit gesteigerter Überlebensfähigkeit.
Alleine, dass der Leo2 A4 in der MLC 60 und der A7+ in MLC 80! kategorisiert wird zeigt doch, dass hier kein Konzept mehr vorliegt, sondern versucht wird aus einer Machete ein Schweizer Taschenmesser zu bauen.
Wenn unsere Intention ist, auf den Armata Unterbau zu reagieren, dann müsste die Antwort in einem kleineren, leichteren Kpz mit >120mm Bewaffnung liegen, ohne zusätzlichen Schnickschnack. Klimaanlage? Braucht man nicht, dort wo man gedenkt, den T-14 zu bekämpfen. Minenschutz? Wozu, in einem Szenario, in dem gegen russische Panzer gekämpft wird sollten Panzer der Bundeswehr doch sowieso hauptsächlich in Verteidigung & Gegenangriff / Verzögerung eingesetzt werden. (Minenschutz ist wichtig, keine Frage, bei einer Neuentwicklung wird man den auch besser ins Konzept bauen können, als das nachträglich an den Leo zu kleben!)
Wenn man aber glaubt, einen minengeschützten Kampfpanzer mit L55, Luftverlastbar, für den Kampf im urbanen Gelände & bei extremen Temperaturen zu benötigen, dann wird das ggf. schwieriger zu realisieren.
Der Versuchsträger PSO hat ja gezeigt, dass wenigstens bei KMW einer mitdenkt, dort hat man den A5 Turm genutzt, mit L44.
Die Frage ist nicht, was kann der Panzer, die Frage ist, was SOLL er können und das ist direkt verbunden mit der Sicherheitspolitischen Ausrichtung der Bundesrepublik. Und solange wir das nicht geklärt haben, solange ergibt es keinen Sinn Milliarden in eine Neuentwicklung zu stecken. Zumal die Frage weiterhin besteht, ob dies überhaupt notwendig wäre zum aktuellen Zeitpunkt (hier kann man trefflich streiten, wenn man erst Entwickelt wenn andere den Bedarf dazu bestimmen, dann wirds vllt ein wenig spät).