Der Militärthread


Hingehen, ankucken. Lohnt sich - und das sag ich nicht nur als Mitglied des Fördervereins.
Ich kann auch den entsprechenden YouTube Kanal empfehlen.
Die kurzen Kanonen dieser Typen dienten speziell dem urbanen Kampf.
Die kurzen Kanonen der frühen Panzer IV waren nicht für den urbanen Kampf sondern als Bunkerbrecher gedacht und für die Unterstützung von Infanterie im Gelände.
 
Eher im Gegenteil, die Meisten wurden gebaut.
Der Mix aus WK I und II mag irritieren.
Man muss bedenken:
Die meisten Entwürfe wie auch reale Panzer nahmen das voraus, was wir heutzutage als "Main Battle Tank" bezeichnen.
Kanonen mit 120 bis 130 mm sind eher Standard als Ausnahme.
Auch gibt es mittlerweile keine Differenzierung in Jagd- und Kampfpanzer mehr.
Der "Überschwere KP Maus" ist mit seiner 128 mm Kanone somit eher Standard aus heutiger Sicht.
Die deutsche Eigenentwicklung "Sturmgeschütz" gab es bei anderen Armeen so nicht.
Die kurzen Kanonen dieser Typen dienten speziell dem urbanen Kampf.
Die hierfür benötigte Feuerkraft lässt sich heute mit einem Pickup und einem rückstoßfreien Geschütz entwickeln.

Dass die sog. "Landkreuzer" größenwahnsinniger Schwachsinn waren, ist eh klar.
Als alter Bauigel kann ich dazu nur schreiben, dass für die Fahrstrecke eine ca. 60 cm starke Betonplatte als Straße zuerst hätte hergestellt werden müssen. Selbst auf aus laienhaft tragfähigem Grund hätte sich so ein Teil binnen wenigen Metern wg. dem Eigengewicht in den Boden gerammt.
"Dora" ist ein Spezialfall, einmal aufgebaut hatte es ein schreckliche Feuerkraft.
In Zeiten, in denen die durchschnittliche Nutzlast von Bombern 2-3 to betrug, war es eine Alternative.
Ebenso heute mit Nutzlasten von Kampfflugzeugen, die problemlos auch mal 10 to schleppen können natürlich überflüssig.
Alle diese Entwicklungen darf man alleinig im Kontext zu den technischen Möglichkeiten der Entstehung sehen.
Dann sagen wir mal lieber: die wenigsten wurden in Serie gebaut, vieles davon waren nur Prototypen bzw. Erprobungsfahrzeuge, die sich entweder leistungsbedingt und/oder kriegsverlaufsbedingt nicht durchgesetzt haben. Oder nur Kleinserien-Resteverwertung etc.

Bezogen auf das Video gilt das für:
- "Kugelpanzer"
- "Hochammer"
- "Orionwagen"
- "Kampfwagen M28"
- "Marienwagen"
- "Leichttraktor"
- "Leichter Kampfwagen II"
- "Trefaswagen"
- "Skoda T-25"
- "Flakpanzer IV 'Kugelblitz' " (hier kann man diskutieren. Kriegsbedingt nur 5 gebaut, grundsätzlich aber anscheinend ein gelungener Entwurf, der sich hätte durchsetzen können)
- "A7VU"
- "K-Wagen"
- "VK.72.01 (K)" ("Löwe", hier sind aber - soweit ich weiß - nichtmal authentische Skizzen überliefert)
- "E-100"
- "Panzerkampfwagen VIII" ("Maus")
- "Landkreuzer P.1000 Ratte"
- "Landkreuzer P.1500 Monster" (soweit ich weiß entspringt das Ding rein der Fantasie von Fans von unsinniger Nazi-Pseudo-Technologie)

Tatsächlich im Truppeneinsatz waren:
- Panzerjäger I
- Sturmpanzer I
- Panzerkampfwagen II
- Panzerkampfwagen 38(t) (erbeutete tschechische LT vz. 38)
- Jagdpanzer 38(t) ("Hetzer", basierte auf den Fahrgestellen des LT vz. 38)
- 15cm s.l.G 33/2 (Sfl) auf Jagdpanzer 38(t) (man weiß es nicht genau, außerdem kein Jagdpanzer, wie im Video aufgrund der falschen Bezeichnung zu vermuten wäre. Es ist eine Artillerie-Selbstfahrlafette, nur eben auf dem Fahrgestell des Jagdpanzer 38(t)
- Sturmgeschütz III
- Sd.Kfz 164 ("Nashorn")
- Flakpanzer IV ("Möbelwagen") (die Darstellung im Video ist glaube ich falsch und zeigt eine 20mm Kanone, keine 37mm)
- Flakpanzer IV ("Ostwind") (Kleinserie)
- Panzerkampfwagen IV
- Sturmpanzer IV
- Panzerkampfwagen V ("Panther")
- A7V (ganze 20 Stück...)
- Jagdpanzer V ("Jagdpanther")
- Panzerkampfwagen VI ("Tiger")
- Panzerjäger Tiger (P) ("Ferdinand"/"Elephant") (Resteverwertung der bereits gebauten Fahrgestelle für den Porsche-Tiger, der sich bei der Ausschreibung für den Panzerkampfwagen VI nicht durchsetzen konnte)
- Sturmmörserwagen 606/4 mit 38 cm RW 61 ("Sturmtiger") (18 Stück...)
- Panzerkampfwagen VI Ausf. B Tiger II ("Königstiger")
- Jagdpanzer VI ("Jagdtiger")

Gar nicht rein passen:
- Karl-Gerät
- Panzerkampfwagen IX (wird ja sogar im Video beschrieben: gab es nie, war nur ein Versuch, die Alliierten mit Fakenews zu verwirren)
- Panzerkampfwagen X (noch ein Fantasieprodukt eines Propaganda-Zeichners)
- "Schwerer Gustav"

Insgesamt kann man sagen: 20 der im Video gezeigten Fahrzeuge waren tatsächlich irgendwie im Einsatz, auch wenn sie vielleicht nur Resteverwertung waren. Ebenfalls 20 Fahrzeuge waren entweder totaler Quatsch, keine Panzer oder sind nie über die Vorführmodellbauten oder Erprobungsexemplare hinaus gekommen.
 
Hmm scheint als würden sich Serbien & der Kosovo mal wieder um Nummernschilder streiten.
Serbien hat anscheinend gepanzerte Einheiten an die Grenze verlegt.
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Videos zeigen einen Panzerzug bei der Verlegung per Lkw, ob das aber zeitliche & örtliche Relevanz hat ist unklar, der serbische Präsident hat der NATO jedoch ein Ultimatum gestellt.

Der Streit bekommt langsam Enkelkinder, dass jetzt derart eskaliert wird ist dagegen neu.
 
Eher im Gegenteil, die Meisten wurden gebaut.
Der Mix aus WK I und II mag irritieren.
Man muss bedenken:
Die meisten Entwürfe wie auch reale Panzer nahmen das voraus, was wir heutzutage als "Main Battle Tank" bezeichnen.
Kanonen mit 120 bis 130 mm sind eher Standard als Ausnahme.
Auch gibt es mittlerweile keine Differenzierung in Jagd- und Kampfpanzer mehr.
Der "Überschwere KP Maus" ist mit seiner 128 mm Kanone somit eher Standard aus heutiger Sicht.

128 mm /L55 ist auch heute nicht Standard. Auch wenn mir wieder irgendwer "nur Wiki Wissen" vorwerfen wird, mögen die dortigen Angaben vielleicht als Mindestniveau genommen werden: Der Leo hat erst seit A6 120/55 und ist damit immer noch allen anderen NATO-Panzern voraus, die Russen kommen mit 125/48 auch nicht näher an das Hauptrohr des VIII ran. Und kein einziger davon hat ein 75-mm-Geschütz als Sekundärwaffe. Das ist mit heutigen Munitionsarten auch bei schlicht nicht nötig, um weitaus bessere Performance zu erreichen (bzw. überhaupt irgendwelche - bei Hitlers Größenwahn haben ja offensichtlich die Nachteile weit überwiesen)

Aber die Besonderheit der Maus war auch schon damals nicht die Bewaffnung, die 12,8 cm PaK gab es auch einzeln und sie hatte zwar wesentlich bessere panzerbrechende Munition zur Auswahl, aber nur eine geringfügig höhere Mündungsenergie als die in großer Zahl gefertigte russischen 152 mm /L29. Die Besonderheit war die extreme Panzerung. Und da wirst du lange nach einem zweiten Beispiel für physische 150-mm-oder-mehr rundum suchen.

Moderne Kampfpanzer haben zwar effektiv besseren Schutz und wenn man in horizontaler Linie durch schräge Platten misst und Hohlräume mitzählt, kommen auch hohe Zahlen zusammen (die englische Wiki kommt so auf 1,8 m bei der Leo II Front :ugly:), aber seitlich und vor allem hinten kommen deutlich dünnere Platten zum Einsatz. Deswegen sind die im Resultat auch keine "überschweren" Bunker, die kaum zur Lageänderung fähig sind, sondern eben MBT, die tatsächlich kämpfen, als Einsätze mit reichlich Ortsveränderung durchführen. Damit sind die im zweiten Weltkrieg eingesetzten Panzer schon mangels Stabilisatoren und schneller Zielsysteme nicht vergleichbar.

"Dora" ist ein Spezialfall, einmal aufgebaut hatte es ein schreckliche Feuerkraft.
In Zeiten, in denen die durchschnittliche Nutzlast von Bombern 2-3 to betrug, war es eine Alternative.

Dora war schon durch Flugzeuge mit 0,5 Tonnen Zuladung und präzisen Zielmethoden (die fehlten Anfangs des Krieges) obsolet. Einfach weil die für den Betrieb des riesigen Dings nötige Infrastruktur viel zu anfällig war bzw. soviel Schutz benötigte, dass man mit vergleichbarem Aufwand auch Bomberflotten größerer Gesamtnutzlast hätte auf den Weg schicken können. Einzig bei der Zerstörung tief verbunkerter Stellungen hätte Dora eine einzigartige Funktion gehabt (und wurde dafür ja auch gebaut), da nicht mal Grand Slam so tief in den Boden eindringen konnte. Aber das wäre höchstens gegen die Schweiz von Wert gewesen.


Die kurzen Kanonen der frühen Panzer IV waren nicht für den urbanen Kampf sondern als Bunkerbrecher gedacht und für die Unterstützung von Infanterie im Gelände.

Entsprechende Konfigurationen, im Verlauf des Krieges auch in weit stärkerer Form, gab es übrigens bei allen Kriegsteilnehmern. Außerhalb deutscher Propagandafilme war es halt selten ein Panzerkrieg und gegen Bunker brauchte man keine Hochgeschwindigkeitskanone, sondern etwas, dass großvolumige Sprenggranaten einige bis ettliche 100 m weit schleudern konnte.
 
128 mm /L55 ist auch heute nicht Standard. Auch wenn mir wieder irgendwer "nur Wiki Wissen" vorwerfen wird, mögen die dortigen Angaben vielleicht als Mindestniveau genommen werden:
:)
Genau genommen hatte ich geschrieben zw. 120 und 130 mm.
Schlichtweg um auch einige moderne Exoten bzgl. Kaliber nach oben abzudecken.
Da z. B. M1 Abrams, Leclerc oder Challenger2 alle mit 120mm Kanonen (allerdings mit unterschiedlicher Lauflänge) ausgerüstet sind, darf man wohl ohne rot zu werden verlautbaren, dass der Kaliber 120 mm Glattrohr Standard in der Nato ist.
BTW. ist die 120/L55 von Hyundai Wia des südkoreanischen K2 bzgl. Feuergeschwindigkeit und Treffergenauigkeit besser als Leclerc oder auch Leo2.
Die Russen werden ja (evtl.) ihren T-14 von 125 mm auf 152 mm nachrüsten - schauen wir mal.

Kurzum wurde in der damaligen, speziell deutschen Panzerentwicklung viele Dinge vorweggenommen, was eben heute eher Standard ist.
Das wollte ich hauptsächlich kommunizieren.

Wie meine ich das?
Die Entwicklung z. B. des E-100 (Hauptbewaffnung projektiert 12,8 cm oder gar 15,1 cm) war nach Erbeutung von Plänen durch die Siegermächte mit eine wesentliche Grundlage zur Weiterentwicklung von Hauptpanzern bis ca. 1970.
Auch das prinzipielle Design des z. B. Skoda T-25 findet sich findet sich mit eine flacheren Turm im russischen T-44 wieder.
Die ganzen größeren Entwicklungen (die Monstrositäten mal abgesehen) scheiterten ja nicht an der Hauptbewaffnung sondern primär daran, wie man die Kräfte der schießenden Kanone irgendwie über Turm bzw. Fahrzeug ableiten kann, an moderner (leichterer) Panzerung und auch primär an der Motorisierung.
Es ist halt arg witzlos, wenn ein Panzer mit 150 mm Bewaffnung nur mit 20 km/h durchs Gelände kriecht, der Motor soviel Sprit säuft, das er von selbst nach keinen 100 km steht und nach jedem Schuss der halbe Turm ausgewechselt werden muss.

Ich gehe prinzipiell davon aus, dass die Nato früher oder später gegen den Counterpart T-14 bewaffnungstechnisch eine Antwort finden muss und wird. Ob das nun die 130 oder gar 140 mm Kanone werden wird - keine Ahnung.
Fakt ist, dass die aktuellen 120mm Kanonen an der technischen Grenze liegen, um eine moderne Reaktivpanzerung mit dem Erstschuss zu knacken.
Aber vielleicht bin ich ja zu oldfashioned und in Zukunft werden das evtl. Drohnen mit entsprechender Bewaffnung erledigen und den Panzer zur aussterbenden Gattung aufs Abstellgleis befördern.


Ach so, "urbaner Kampf" war die generelle militärische Bezeichnung "in meiner Zeit" für die Bekämpfung befestigter Ziele, die sich eben meist tatsächlich in städtischer Umgebung abspielten, egal ob Bunker, Keller oder Gebäude.
Dies im Kontext zum Sturmgeschütz.
Dass dies in Zeiten asymmetrischer Kriegsführung nicht mehr ganz korrekt ist, bitte ich zu entschuldigen, der Schreibfluss und so....
 
Fakt ist, dass die aktuellen 120mm Kanonen an der technischen Grenze liegen, um eine moderne Reaktivpanzerung mit dem Erstschuss zu knacken.

Fakt ist, die Leistungsdaten der LKE II gegen Reaktivpanzerung sind als Streng Geheim eingestuft, es hat aber seinen Grund warum Russland seine Kampfpanzer der T-Reihe mit immer dickeren Türmen versieht und die frontale Turmpanzerung verstärkt.

Es ist halt arg witzlos, wenn ein Panzer mit 150 mm Bewaffnung nur mit 20 km/h durchs Gelände kriecht, der Motor soviel Sprit säuft, das er von selbst nach keinen 100 km steht und nach jedem Schuss der halbe Turm ausgewechselt werden muss.
Das passiert doch teilweise schon mit dem Leo. Wir sind mit dem A4 im Angriff Kreise um A6 in der Verteidigung gefahren, der Mobilitätsunterschied ist nicht zu unterschätzen. Und da reden wir erstmal "nur" über etwas mehr Gewicht bei gleichem Motor. Weitere Kampfwertsteigerungen machen das Ding ja noch unbeweglicher, wobei ich nicht sagen will, der A6 wäre langsam, nur, dass der A4 halt mobiler , dafür für moderne Szenarien deutlich weniger geeignet ist.

Ich gehe prinzipiell davon aus, dass die Nato früher oder später gegen den Counterpart T-14 bewaffnungstechnisch eine Antwort finden muss und wird. Ob das nun die 130 oder gar 140 mm Kanone werden wird - keine Ahnung.
Solange der Panzer in homöopathischen Stückzahlen produziert wird muss man gar nichts. Rheinmetall testet eine 130mm Kanone, aber ob nochmal ein rein deutscher Panzer gebaut wird, oder wie FCAS ein europäisches Projekt aufgelegt wird, alles Zukunftsmusik. So gravierend ist die Bedrohung durch den T14 nicht, als dass man direkt reagieren müsste, wenngleich die ursprüngliche Forderung nach 2xxx Panzern bis ~2030 eine dringende Reaktion erfordert hätte - von der Zahl sind wir aber weit weit entfernt.

Da z. B. M1 Abrams, Leclerc oder Challenger2 alle mit 120mm Kanonen (allerdings mit unterschiedlicher Lauflänge) ausgerüstet sind, darf man wohl ohne rot zu werden verlautbaren, dass der Kaliber 120 mm Glattrohr Standard in der Nato ist.
Natürlich, das sagt ja auch die entsprechende STANAG
 
:)
...darf man wohl ohne rot zu werden verlautbaren, dass der Kaliber 120 mm Glattrohr Standard in der Nato ist.

Ja. Aber der (Standard-)Kaliber allein sagt eben nichts über eine Waffe aus. Die /L55 des Leo 6 ist (*laut Wiki*) 33% stärker als /L44, die große Teile der restlichen NATO einsetzen. Und selbst die britische /L30 ist noch leistungsfähiger, als die L11A5 des Challenger 1, die ihrerseits ein 120 mm /L55 Design war. Die Unterschiede innerhalb eines Kalibers können weitaus größer als die zwischen Kalibern sein und dass die Deutschen damals etwas "von 120 bis 130 mm" genommen haben und wir heute auch wieder was "von 120 bis 130 mm" nehmen, ist purer Zufall. Vor den 2-3 120 mm Generationen hatte man 105 mm, davor 90 mm (Und wäre der Sheridan mehr als ein Experiment geblieben, sähe diese Liste RICHTIG wirr aus) . Und selbst die 90er waren meines Wissens nach durchschlagstärker als die 128 mm PaK.

Kurzum wurde in der damaligen, speziell deutschen Panzerentwicklung viele Dinge vorweggenommen, was eben heute eher Standard ist.
Das wollte ich hauptsächlich kommunizieren.

Und das erachte ich als weitestgehend falsch. Nicht umsonst gilt der T-34 als Urahn des modernen Panzers. (Auch wenn der Pz V natürlich einige ähnliche Ideen wenig später umsetzte und über die französische Panzerentwicklung direkten Einfluss auf NATO-Nachkriegsdesigns hatte.)

Wie meine ich das?
Die Entwicklung z. B. des E-100 (Hauptbewaffnung projektiert 12,8 cm oder gar 15,1 cm) war nach Erbeutung von Plänen durch die Siegermächte mit eine wesentliche Grundlage zur Weiterentwicklung von Hauptpanzern bis ca. 1970.

? Was bitte schön hat denn irgendwer aus dem E-100 abgeleitet??

Auch das prinzipielle Design des z. B. Skoda T-25 findet sich findet sich mit eine flacheren Turm im russischen T-44 wieder.

Die Arbeit am T-44 begann 43, gebaut wurde er 44 (hint: its in the name), aber vor 45 hatte garantiert kein sowjetischer Entwickler Zugriff auf Papierprojekte der besetzten Tschechen. Etwaige Ähnlichkeiten von T-44 und T-25 dürften schlichtweg darin begründet sein, dass ersterer eine evolutionäre Steigerung des T-34 war und letzterer der Versuch, ausgehend von dem T-34 als Vorlage einen neuen, besseren Panzer zu entwickeln.

Es ist halt arg witzlos, wenn ein Panzer mit 150 mm Bewaffnung nur mit 20 km/h durchs Gelände kriecht, der Motor soviel Sprit säuft, das er von selbst nach keinen 100 km steht und nach jedem Schuss der halbe Turm ausgewechselt werden muss.

Exakt: Sie scheiterten daran, dass das Konzept des eigentlich-gar-nicht-mobilen-Bunkers Schwachsinn war. Und abgesehen davon, dass sie das eindrücklich vor Augen geführt haben, hatten sie keinen Einfluss auf die spätere Panzerentwicklung. Auch beziehungsweise erst recht nicht mit ihrer Bewaffnung, denn die Marinen aller Kriegsparteien hatten weitaus größere Geschütze längst im Einsatz und die dienten überall als Basis für Landartillerie (mal direkt, mal indirekt wie z.B. bei der 88, die einen langen Bogen über FLAK machte, ehe sie zur Panzerabwehr kam). Die Größen, derer man sich bedient hat, wurden dabei sowohl im als auch nach dem Krieg von den erwarteten Panzerungen der Gegner abhängig gemacht und jeweils so klein, wie (mittelfristig) nötig gewählt, um mobil zu bleiben.

Mit Ausnahmen der deutschen Monster-Flops. Da galt "so groß wie möglich", weil der GröFaz natürlich auch das größte Rohr haben musste.

Ich gehe prinzipiell davon aus, dass die Nato früher oder später gegen den Counterpart T-14 bewaffnungstechnisch eine Antwort finden muss und wird. Ob das nun die 130 oder gar 140 mm Kanone werden wird - keine Ahnung.

Wenn der potentielle Gegner einen neuen Panzer in nenneswerten Stückzahlen einsetzt (was bei Russland etwas länger dauern könnte^^), dann muss man reagieren, ja. Ich glaube, so wirklich viel ist über den Selbstschutz des Armata aber nicht bekannt. Propaganda zu den aktiven Systemen, Schweigen zu den passiven, keine Einsätze - was es da braucht, ist schwer zu sagen. Gut möglich, dass größere Kaliber nicht der richtige Ansatz sind.

Auf alle Fälle sind sie vorerst kein praktikabler Ansatz, denn die bestehenden NATO-Panzer sind größtenteils schon mit der 120 /L55 überfordert und komplett neue Designs sind weniger denn je in Entwicklung - wobei die Projekte der letzten 30-40 Jahre ohnehin die Angewohnheit hatten, ohne Beschaffung zu enden.

Allgemein geht der Trend weg vom MBT, weil er zu teuer, zu unflexibel und trotz allem von zu vielen, heutzutage billigen Waffensystemen zu knacken ist. Drohnen sind vorerst ein Höhepunkt, der alte Bilanzen komplett auf den Kopf stellt. Der beste Schutz von Panzern gegen Luftangriffe war mal "Flugzeuge sind teuer, Piloten sind schweine teuer und Raketen ohne beides treffen nicht". Aber das war einmal.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf alle Fälle sind sie vorerst kein praktikabler Ansatz, denn die bestehenden NATO-Panzer sind größtenteils schon mit der 120 /L55 überfordert und komplett neue Designs sind weniger denn je in Entwicklung - wobei die Projekte der letzten 30-40 Jahre ohnehin die Angewohnheit hatten, ohne Beschaffung zu enden.
Hat denn außer dem Leo2 A6 aufwärts noch irgendein anderer Panzer die L55?
Und ja, das längere Rohr hat definitiv Nachteile, v.a. im bebauten oder bewaldeten Gebiet - i know, #Aufschrei, kein Panzergelände, aber find in Deutschland mal 4-5km flaches offenes nicht bebautes, oder bewaldetes Gelände auf dem sich Panzer mal 5 Minuten austoben können.

Ansonsten sind das jetzt keine unüberwindbaren Änderungen die der A6 gegenüber dem A4/A5 mit der L44 stemmen musste. Das Mehr an Gewicht kommt nicht nur über die Kanone, sondern über die zusätzliche Panzerung an Turm und Wanne - und das man die Drehstäbe bei den ersten Umrüstloßen nicht verbessert hat, naja, dafür kann die Kanone nix.

Allgemein geht der Trend weg vom MBT, weil er zu teuer, zu unflexibel und trotz allem von zu vielen, heutzutage billigen Waffensystemen zu knacken ist. Drohnen sind vorerst ein Höhepunkt, der alte Bilanzen komplett auf den Kopf stellt. Der beste Schutz von Panzern gegen Luftangriffe war mal "Flugzeuge sind teuer, Piloten sind schweine teuer und Raketen ohne beides treffen nicht". Aber das war einmal.
Jain.
Der Kampfpanzer wird auf absehbare Zeit nicht ersetzt werden, seine Rolle könnte sich aber verändern.
Wer gesehen hat, wie türkische A4 in Syrien aufgeraucht werden und vergleicht, wie Israel seine Merkava im Libanon verheizt und später in Gaza sehr effektiv eingesetzt hat, der bemerkt, die Taktik hat hier noch sehr viel Potential.

Auch sollte man nicht vergessen, dass weiterhin an Soft- und Hardkill Vorrichtungen gearbeitet wird, Hardkill scheitert aktuell hauptsächlich an (der für mich utopischen) Forderung, auch gegen KE Geschosse eingesetzt werden zu können. Der moderne MBT soll kein Bunker sein, aber ihn als Bunker einsetzen zu können kann unfassbar viel Wert sein. Gab mehr als einen Außenposten / Stützpunkt in Syrien / Iraq der von ISIS und ihren modifizierten Fahrzeugen überrannt wurde weil Hohladungsgseschosse nicht durch die mehrschichtige Panzerung gekommen sind. 120mm KE (oder 105mm), v.a. wenn sie von einem WBG geführt werden, sind da ganz andere Wirkmittel.
 
Hat denn außer dem Leo2 A6 aufwärts noch irgendein anderer Panzer die L55?

Ich wüsste von keinem. Punkt war eher, dass sich laut Wiki der Abrams auch nicht umrüsten ließe, weil er mit so viel schwingender Masse nicht klarkommt und beim kompakten Turm des Leclerc hätte ich auch so meine Bedenken. (Abgesehen davon, dass der Ersatz der bestehenden französischen Eigenkonstruktion gegen irgendwas von Rhein Metall vermutlich sowie einen Ersatz der gesamten Eingeweide erfordern würde.)

Ansonsten sind das jetzt keine unüberwindbaren Änderungen die der A6 gegenüber dem A4/A5 mit der L44 stemmen musste. Das Mehr an Gewicht kommt nicht nur über die Kanone, sondern über die zusätzliche Panzerung an Turm und Wanne - und das man die Drehstäbe bei den ersten Umrüstloßen nicht verbessert hat, naja, dafür kann die Kanone nix.

Ich will die Kanone nicht allgemein schlecht reden. Nur sagen, dass sie die Anforderungen an den Turm nicht unwesentlich erhöht und man schon ein paar Reserven bei Lagerung und Richttechnik braucht, um sie einfach so einbauen zu können. Für alles, was auch nur einen Ticken darüber hinaus geht, müsste man die Türme teilweise neu entwickeln und dann ist man ganz schnell an dem Punkt, an dem Aufhängung und Leistung auch nicht mehr reichen. Kurz: Der heraufbeschworene 140-mm-Panzer wäre eine komplette Neuentwicklung im Vergleich zu den bestehenden Designs, die ja meist ihrerseits die erste Neuentwicklung nach der letzten 105-mm-Generation waren. Neuentwicklungen irgend einer Art wird es aber so schnell nicht geben. Die Amerikaner haben bereits zwei M1-Ablöseentwicklungen eingestampft und das dritte "umfassende" Programm läuft eher schleppend und mit Konzentration auf einen Bradley-Ersatz, da wird vor 2040 nichts zur Truppe kommen. Wenn überhaupt - bei zunehmenden Rückzug vom europäischen Kontinent und Einsatz der Panzer nur in stark rückständigen Staaten kann man den Zeitplan beliebig weiter Strecken und Budgets umverteilen. MGCS scheint etwas ernster zu laufen, aber a) wäre dass das erste Deutsch-Französische-Programm, dass zu einem einheitlichen Ergebnis führt b) wäre es das erste deutsche oder französische Programm, dass seinen Zeitplan nicht um 50 bis >100% überschreitet c) kam noch Corona dazwischen und d) ist das einzige Bauteil dieser Neuentwicklung, das bislang (= nach 75% der veranschlagte Technologieentwicklungsphase) überhaupt mal genannt/gezeigt wurde, die Kanone. Und die fällt weiterhin unter "120-130 mm" - und wartet weiterhin darauf, dass die NATO die Einführung eines neuen Munitionsstandards beschließt, wonach noch einmal locker ein Jahrzehnt bis zur Einsatzreife vergehen dürfte, weil unter Garantie wieder 1,5 Partnerstaaten eine so deutliche Änderung erfordern, dass man den bisherigen Prototypen in die Tonne treten muss.

Daher Fazit: Nö, das wird so schnell nichts mit compis 140er Panzer. Wie ich gerade lese, wurde der K2 mal für sowas konzipiert, könnte also vermutlich noch geupgraded werden, aber der ist nicht gerade ein Exportschlager und auch nicht gegen den T-14 gerichtet.

Jain.
Der Kampfpanzer wird auf absehbare Zeit nicht ersetzt werden, seine Rolle könnte sich aber verändern.
Wer gesehen hat, wie türkische A4 in Syrien aufgeraucht werden und vergleicht, wie Israel seine Merkava im Libanon verheizt und später in Gaza sehr effektiv eingesetzt hat, der bemerkt, die Taktik hat hier noch sehr viel Potential.

Taktik gegen wen? Infanteristen in Deckung. DAS Paradeopfer für Drohnen schlechthin. Natürlich wird man an Taktiken und Upgrades arbeiten, um die Schlagkraft BESTEHENDER Panzer gegen diesen, in letzter Zeit recht häufig angetroffenen, Gegnertyp zu verbessern. Aber wird man auch NEUE Panzer dagegen Anschaffen? Erdogan ist zugegebenermaßen dabei und pflegt allgemein Großmatchtsphantasien. Aber die meisten Armeen können ihre Budgets heute nicht mehr mit "wir wollen in der Lage sein, unverletzbar auf fremdes Territorium zu rollen" rechtfertigen. Und wenn es darum geht, anrückende Infantrie oder auch anrückende Panzer zu stoppen, sind andere, tendentiell günstigere Waffensysteme eine gute Wahl.

Auch sollte man nicht vergessen, dass weiterhin an Soft- und Hardkill Vorrichtungen gearbeitet wird, Hardkill scheitert aktuell hauptsächlich an (der für mich utopischen) Forderung, auch gegen KE Geschosse eingesetzt werden zu können. Der moderne MBT soll kein Bunker sein, aber ihn als Bunker einsetzen zu können kann unfassbar viel Wert sein. Gab mehr als einen Außenposten / Stützpunkt in Syrien / Iraq der von ISIS und ihren modifizierten Fahrzeugen überrannt wurde weil Hohladungsgseschosse nicht durch die mehrschichtige Panzerung gekommen sind. 120mm KE (oder 105mm), v.a. wenn sie von einem WBG geführt werden, sind da ganz andere Wirkmittel.

105 mm KE verschießt auch ein Centauro.
Und was für Fahrzeuge hat der IS, die eine BGM-71E oder eine PARS3 nicht stoppen kann?
 
Ich wüsste von keinem. Punkt war eher, dass sich laut Wiki der Abrams auch nicht umrüsten ließe, weil er mit so viel schwingender Masse nicht klarkommt und beim kompakten Turm des Leclerc hätte ich auch so meine Bedenken. (Abgesehen davon, dass der Ersatz der bestehenden französischen Eigenkonstruktion gegen irgendwas von Rhein Metall vermutlich sowie einen Ersatz der gesamten Eingeweide erfordern würde.)
Ich glaube eher, dass hier die Komplexität des Systems Kanone eine Rolle spielt und nicht die zusätzliche Länge.
Was auch im Zusammenhang steht mit:

Ich will die Kanone nicht allgemein schlecht reden. Nur sagen, dass sie die Anforderungen an den Turm nicht unwesentlich erhöht und man schon ein paar Reserven bei Lagerung und Richttechnik braucht, um sie einfach so einbauen zu können.
Dem hier. Beim Leo wars recht einfach, denn die L44 / L55 sind sich extrem ähnlich. Ja, man braucht etwas stärkere Rohrrücklaufbremsen, aber von der Grundidee ist das Plug & Play. Beim Abrams wäre das den kompletten Turm entkernen und neu aufsetzen.

Taktik gegen wen? Infanteristen in Deckung. DAS Paradeopfer für Drohnen schlechthin.
Infanterie ungeschützt im offenen Geländer, ja, das hat Bergkarabach deutlich gezeigt.
Israel hat gezeigt, wie man Kampfpanzer einsetzen kann um auch im Hybriden Umfeld erfolgreich zu sein, etwas das in Syrien durch die Türken nicht funktioniert hat. Die Gründe dafür sind komplex, nur haben die Israelis aus dem Fiasko im Libanon ihre Lehren gezogen.


105 mm KE verschießt auch ein Centauro.
Und was für Fahrzeuge hat der IS, die eine BGM-71E oder eine PARS3 nicht stoppen kann?

Modifizierte Suizidtrucks mit mehrschichtiger Panzerung, bestehend aus Stahl, Legierung, Hohlraum & Ytongsteinen. Die Perschmerga haben da Hohlladungen draufgefeuert was Sie nur da hatten, wirklich gebracht hats nix. Und die Taktik des IS war oftmals recht einfach, dickes SVBIED in den Stützpunkt fahren, zünden, danach die selbstgebauten APCs anrücken lassen, fertig.
Irgendein vernünftiges Massegeschoss hätte diese Attacken weit weniger effektiv sein lassen, wie gesagt, ein Kampfpanzer, bestenfalls WBG fähig und das Thema ist durch, v.a. wenn man ein Schussfeld >1500m hat.

+

Dabei geht es auch um den Ablauf. Ein Kpz kann ein Ziel unfassbar schnell auffassen, anvisieren und bekämpfen, weitaus schneller als es jede Rakete könnte. Nicht nur das, mit einer guten Besatzung kann ich auch in kürzester Zeit mehrere Ziele bekämpft haben UND ich hab die Wahl für meine Munition, ob ich KE oder MZ (Hohlladung) haben möchte.

Und, wer in Syrien oder im Irak hat denn bitte eine PARS3 zur Verfügung?
 
Infanterie ungeschützt im offenen Geländer, ja, das hat Bergkarabach deutlich gezeigt.

Huh? Jetzt komm ich nicht mehr mit. Eben noch Gaza, wo es arg wenig offenes Gelände gibt, auf einmal Bergkarabach. In letzterem sollte ein Panzer auch mit mäßiger Taktik relativ gute Chancen gegen Infanterie haben (zumindest gegen Infanterie mit Überlebenswillen), bietet aber seinerseits ein sehr gutes Ziel für alles moderne mit mehr Wumms, egal ob boden- oder luftgestützt.


Modifizierte Suizidtrucks mit mehrschichtiger Panzerung, bestehend aus Stahl, Legierung, Hohlraum & Ytongsteinen. Die Perschmerga haben da Hohlladungen draufgefeuert was Sie nur da hatten, wirklich gebracht hats nix.

Also mit Ausnahme der scheinbar an einer Hand abzählbaren BMP-1-basierten Verhikel sehe ich den Bildern nichts, das Platz geschweige denn die nötige Tragfähigkeit für vielschichtige improvisierte Panzerungen. Da hätte ich eigentlich erwartet, dass 30-/40-mm-MK für die Bekämpfung ausreichen oder eben Hohlladung (Tandemladung oder mehrere Schüsse bei denen mit zusätzlichen Gittern).

Ich könnte mir zwar vorstellen, wie man etwas von dir beschriebenes auf LKW-Basis umsetzen könnte, aber das Ergebnis hätte eine derart überlastete Vorderachse, dass es sich keinerlei Explosionseinwirkung in der Gegend mehr erlauben könnte und somit entweder schon bei einem HE-Treffer 60-100 mm lahmgelegt werden würde (vielleicht auch 40 mm Maschinenwerfer, wenn man genug Munition hat um zu Feuern, bis etwas direkt unter der Front landet). Alternativ müsste der Angreifer seine Panzerung bis wenige Zentimeter über die Straße runterziehen, würde dann aber mit genannter Ausrüstung leicht verursachbaren Kratern in der Straße hängen bleiben.

Was natürlich nicht klappt: Einen derarigen LKW nur mit Infanteriewaffen zu stoppen. Aber wo bislang nicht einmal ein Schützenpanzer parat steht, reicht das Budget offensichtlich erst recht nicht für einen Kampfpanzer.

Dabei geht es auch um den Ablauf. Ein Kpz kann ein Ziel unfassbar schnell auffassen, anvisieren und bekämpfen, weitaus schneller als es jede Rakete könnte. Nicht nur das, mit einer guten Besatzung kann ich auch in kürzester Zeit mehrere Ziele bekämpft haben UND ich hab die Wahl für meine Munition, ob ich KE oder MZ (Hohlladung) haben möchte.

Das können AMX-10, Centauro, Rooikat,... aber auch.

Und, wer in Syrien oder im Irak hat denn bitte eine PARS3 zur Verfügung?

All diejenigen, die das Budget für einen 140-mm-MBT hatten, es aber nicht für einen solchen ausgegeben haben ;) . Die Frage ist nicht, ob es eine sinnvolle Anwendung für die heute verwendeten Panzer gibt. Die existiert ohne Zweifel. Und sei es nur, weil man lieber darin Wache an einem Konrollpunkt sitzt als in einer genauso gut sichtbaren Bretterhütte daneben.

Mir geht es darum, dass ein neu(entwickelt)er MBT so viel leisten muss, wie 2/3/4 andere Fahrzeuge, ehe er pro investierte Ressource mehr Nutzen erbringt.
 
Huh? Jetzt komm ich nicht mehr mit. Eben noch Gaza, wo es arg wenig offenes Gelände gibt, auf einmal Bergkarabach. In letzterem sollte ein Panzer auch mit mäßiger Taktik relativ gute Chancen gegen Infanterie haben (zumindest gegen Infanterie mit Überlebenswillen), bietet aber seinerseits ein sehr gutes Ziel für alles moderne mit mehr Wumms, egal ob boden- oder luftgestützt.
:(
Im letzten Konflikt um Bergkarabach wurden Drohnen mit großer Effektivität eingesetzt, hier hat man Infanterie in halbwegs offenem Gelände getroffen. Und wenn du nicht mehr mitkommst, wenn ich dein eigenes Beispiel bejahe, dann weiß ich nicht wie ich mit Dir kommunizieren soll...

Also mit Ausnahme der scheinbar an einer Hand abzählbaren BMP-1-basierten Verhikel sehe ich den Bildern nichts, das Platz geschweige denn die nötige Tragfähigkeit für vielschichtige improvisierte Panzerungen. Da hätte ich eigentlich erwartet, dass 30-/40-mm-MK für die Bekämpfung ausreichen oder eben Hohlladung (Tandemladung oder mehrere Schüsse bei denen mit zusätzlichen Gittern).

Das setzt aber voraus, dass man
1.) Tandemladungen besitzt
2.) Die Zeit und das Schussfenster für mehrere Schüsse hat

Der IS hat diese Waffen nicht nach Gusto eingesetzt, sondern gezielt. Posten der Syrischen Armee z.b. mit viel offenem Gelände darum wurden mit den schwerstgepanzerten SVBIEDs getroffen, in engeren Städten braucht man keinen Meshgitter umschlossenen BMP1.

zudem, das muss ich zugeben, ist OSINT nicht die beste Möglichkeit das tatsächliche Ausmaß der "Kreativität" der IS Fahrzeuge darzustellen, aber die einzige erlaubte. Bitte auch nicht vergessen, ISIS war keine Deppentruppe. Die hatten eine wirklich effiziente Produktion an gepanzerten Fahrzeugen UND, das darf man auch nicht vergessen, haben Chemische Waffen selbst synthetisiert UND ein "Delivery System" für die Kampfstoffe eingesetzt. Technische Expertise war in jedem Fall vorhanden.

Siehe Bild 2, viel Spaß wenn das Ding auf deine Stellung zugerollt kommt.

Das können AMX-10, Centauro, Rooikat,... aber auch.
Jedes mobile, kanonenbasierte Waffensystem kann das. Es geht darum, dass Panzer, ob Kette oder Rad, Fähigkeiten mitbringen, die man nicht immer ersetzen kann. Drohnen, Luftwaffe, Helikopter, modernste Panzerabwehrraketen, alles gut und schön, alles auch mit Fähigkeitslücken versehen.


Mir geht es darum, dass ein neu(entwickelt)er MBT so viel leisten muss, wie 2/3/4 andere Fahrzeuge, ehe er pro investierte Ressource mehr Nutzen erbringt.

Kommt drauf an.
Wenn man sich anschaut, was wir grade mit dem Leo2 versuchen. Hier noch ne 20mm, da noch ne Klimaanlage, dort noch was um ihn sowohl im Häuserkampf, als auch in der Wüste bestehen lassen zu können.
Und dann schauste auf den T-14. Klassicher Kampfpanzer, nur mit gesteigerter Überlebensfähigkeit.

Alleine, dass der Leo2 A4 in der MLC 60 und der A7+ in MLC 80! kategorisiert wird zeigt doch, dass hier kein Konzept mehr vorliegt, sondern versucht wird aus einer Machete ein Schweizer Taschenmesser zu bauen.

Wenn unsere Intention ist, auf den Armata Unterbau zu reagieren, dann müsste die Antwort in einem kleineren, leichteren Kpz mit >120mm Bewaffnung liegen, ohne zusätzlichen Schnickschnack. Klimaanlage? Braucht man nicht, dort wo man gedenkt, den T-14 zu bekämpfen. Minenschutz? Wozu, in einem Szenario, in dem gegen russische Panzer gekämpft wird sollten Panzer der Bundeswehr doch sowieso hauptsächlich in Verteidigung & Gegenangriff / Verzögerung eingesetzt werden. (Minenschutz ist wichtig, keine Frage, bei einer Neuentwicklung wird man den auch besser ins Konzept bauen können, als das nachträglich an den Leo zu kleben!)

Wenn man aber glaubt, einen minengeschützten Kampfpanzer mit L55, Luftverlastbar, für den Kampf im urbanen Gelände & bei extremen Temperaturen zu benötigen, dann wird das ggf. schwieriger zu realisieren.
Der Versuchsträger PSO hat ja gezeigt, dass wenigstens bei KMW einer mitdenkt, dort hat man den A5 Turm genutzt, mit L44.

Die Frage ist nicht, was kann der Panzer, die Frage ist, was SOLL er können und das ist direkt verbunden mit der Sicherheitspolitischen Ausrichtung der Bundesrepublik. Und solange wir das nicht geklärt haben, solange ergibt es keinen Sinn Milliarden in eine Neuentwicklung zu stecken. Zumal die Frage weiterhin besteht, ob dies überhaupt notwendig wäre zum aktuellen Zeitpunkt (hier kann man trefflich streiten, wenn man erst Entwickelt wenn andere den Bedarf dazu bestimmen, dann wirds vllt ein wenig spät).
 
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:(
Im letzten Konflikt um Bergkarabach wurden Drohnen mit großer Effektivität eingesetzt, hier hat man Infanterie in halbwegs offenem Gelände getroffen. Und wenn du nicht mehr mitkommst, wenn ich dein eigenes Beispiel bejahe, dann weiß ich nicht wie ich mit Dir kommunizieren soll...

Echtes Verständigungsproblem. Ich sprach z.B. von Infanteristen in Gebieten mit Deckung, wo sie mit Infrarotsicht von oben immer noch besser aufgespürt werden können, als von Fahrzeugen und vor allem keine Möglichkeit mehr haben, sich irgendwo "hinter" zu verstecken. (Drohne in dem Fall eher Hubschrauber basiert mit Rohrbewaffnung, wie sie teilweise schon für Polizeisonderkommandos gezeigt wurden, denn Starrflügler mit Raketen)

Das setzt aber voraus, dass man
1.) Tandemladungen besitzt

Klar - schlechte Ausrüstung ist immer schlecht, keine Frage. Hier geht es nur um gute Ausrüstung a) vs. gute Ausrüstung b). (Wobei ein MTB schon einige Klassen von "gut" über einer Tandemladung ist)

Die hatten eine wirklich effiziente Produktion an gepanzerten Fahrzeugen UND, das darf man auch nicht vergessen, haben Chemische Waffen selbst synthetisiert UND ein "Delivery System" für die Kampfstoffe eingesetzt. Technische Expertise war in jedem Fall vorhanden.

Ich unterschätze die nicht, viele der Bilder legen nahe, dass sie zumindest WT- und nicht WoT-Wissen haben :D . Aber für die Frage, ob man Angriffe vom Typ X stoppen kann, ist es ja unerheblich, wer die startet und z.B. BMPs konnte der IS nicht selbst bauen, somit auch nur in begrenzter Zahl für Selbstmordkommandos einsetzen.

Siehe Bild 2, viel Spaß wenn das Ding auf deine Stellung zugerollt kommt.

Ohja, der klassische Killdozer. Wobei man scheinbar glücklicherweise keine Steinschichten integriert hat

Bei einem extrem schwer gepanzerten Kettenfahrzeug wird es immer schwierig. Bei Konzentration auf die Front halte ich es durchaus für möglich, auf einem CAT-Chassis genug Schutz selbst vor einem Leo 2 zu improvisieren; die Tragfähigkeit für schwere Lasten weit vorn ist einfach enorm und gegen einen vollwertigen Bunker kommen moderne KEs schnell an ihre Grenzen, zumal die der hintenliegende Achstrieb und der Reihenmotor mit Fahrer dahinter ein derart minimalisiertes Ziel abgeben, dass man fast schon von einem Dual-Use-Produkt sprechen muss.

Aber auch unter diesen Gesichtspunkten stellt sich mit Blick auf Neukäufe wieder nicht die Frage "kann man das mit einer RPG 9 besiegen oder braucht man einen MBT?". Sondern "kann ich mir 1-2 MBTs pro Kontrollposten überhaupt leisten oder wären nicht 2 Aufklärungsdrohnen + reichlich Reserven die bessere Lösung, mit denen dass lahme Ding 15 Minuten vor Ankunft aufgespürt werden und anschließend mit einer Hellfire von hinten ausgeschaltet werden kann?"

Interessant übrigens, dass der IS auch der Meinung ist, Feurkraft und Panzerung getrennt eingesetzt wären sinnvoller.

(Letzteres entspricht ungefähr dem, was ich mir bei deiner ersten Schilderung vorgestellt habe - nur ohne Ytong-Schicht und dadurch zwar immerhin noch beweglich, aber nicht mehr sicher vor Hohladungen)

Jedes mobile, kanonenbasierte Waffensystem kann das. Es geht darum, dass Panzer, ob Kette oder Rad, Fähigkeiten mitbringen, die man nicht immer ersetzen kann.

Ok. Bislang ging es aus meiner Sicht nur um MBTs. Zwischen 65 Tonnen, 9 Millionen Leo (Preisschätzung A6 Neu auf Basis der 7 Millionen/Stück, die die Bundeswehr für die 2A7-Gebrauchtlösung zahlt) und einem 28 Tonnen, 0,25 Millionen Rooikat würde ich auch eine ziemlich breite Trennlinie ziehen. (oder sagen wir 30 t / 0,45 Mille, wenn man die 105er Version zu Bundeswehrkonditionen beschaffen würde ;) .)

Wenn unsere Intention ist, auf den Armata Unterbau zu reagieren, dann müsste die Antwort in einem kleineren, leichteren Kpz mit >120mm Bewaffnung liegen, ohne zusätzlichen Schnickschnack. Klimaanlage? Braucht man nicht, dort wo man gedenkt, den T-14 zu bekämpfen. Minenschutz? Wozu, in einem Szenario, in dem gegen russische Panzer gekämpft wird sollten Panzer der Bundeswehr doch sowieso hauptsächlich in Verteidigung & Gegenangriff / Verzögerung eingesetzt werden. (Minenschutz ist wichtig, keine Frage, bei einer Neuentwicklung wird man den auch besser ins Konzept bauen können, als das nachträglich an den Leo zu kleben!)

Richtige Arugmente, aber auch hier muss man Kosten und Nutzen insgesamt abwiegen. Wenn wir den Minenschutz weglassen, könnte man damit in einem länger andauernden Krieg nicht mehr in Gebiete vorstoßen, in denen schon mal gegnerische Infanterie war. Wenn man die Klimaanlage weg lässt, hätte man schon bei einem sommerlichen Einsatz im südöstlichen NATO-Raum ein Problem. Dafür jeweils extra Fahrzeuge anzuschaffen, kann noch teurer werden, Lücken zu lassen ist allgemein eine schlechte Option. Diese Balance zwischen Spezialisierung und universeller Einsetzbarkeit ist so alt, wie Militärtechnik im ganz weiten Sinne ("Eroberungen in regnerischen Breiten: Nicht nur Kompositbögen mitbringen, sondern auch Leute, die mit einem viel schlechteren konventionellen umgehen können.")

Aber genau da läuft seit der Jahrtausendwende der ganz große Umbruch: Billige, autonome Sensorplattformen muss man nicht mehr gegen Bedrohung X, Bedrohung Y, Bedingung Alpha und kulturelle Befindlichkeit Wurscht anpassen. Das gesamte Einsatzkonzept sieht bereits vor, dass sie ungeschützt und leicht ersetzbar sind und wenn man etwas billig in großer Zahl vorrätig hält, sind sogar ein paar Anpassungen billig. Ein moderner 152-mm-Rohrwaffenträger auf Radbasis (Entwicklungsausgangspunkt: PzH2000 + Muli-Chassis mit Ziel, etwas Dana-Ähnliches mit Direktfeuerfähigkeit über große Entfernung zu bauen) in Kombination mit einer leichten Hubschrauberdrohne wäre in der Lage, einen T-14 auszuschalten, würde dank seiner größeren Reichweite zumindest im Verteidigungsfall gar nicht erst in die Nähe von Minen kommen und könnte trotzdem jederzeit ans andere Ende der Welt geflogen werden.

Die Frage ist nicht, was kann der Panzer, die Frage ist, was SOLL er können

Meiner Meingung nach beginnt die Frage schon einen Schritt vorher: "Was soll X können?" Ob X ein Panzer wird oder nicht, ergibt sich erst im zweiten Schritt. Persönlich sehe ich bei der Zielaufklärung und der Verteidigung gegen Luftangriffe derart massive Nachteile, dass der klassische MBT ein Auslaufmodell hat. Vergleiche Schlachtschiffe.
 
Ihr scheint das immer etwas isoliert zu sehen.
Da wir gerade die Ukraine erleben, möchte ich bemerken das es bei den Russen zB immer einen Verbund an Waffen gibt. Szenarien wie sie in Syrien, oder Armenien geschahen , sind dort schwer möglich.
Russische Panzer besitzen Luftunterstützung und Deckung. Einer Panzerdivision wurde zB jeweils eine Mi-24 Staffel zugeordnet, wie auch bei der NVA, dazu Mittel wie Schilka, Panzir, Buk und Manpads.
Sie werden noch lange ihre Aufgaben erfüllen und auch der Schutz wird weiter verbessert.

Der T14 ist sicher ein guter Panzer für die Zukunft. Neben den Kosten sind die Russen aber auch nicht unter Druck ihn unbedingt in großen Stückzahlen einzuführen, weil ihre modernisierten T-72BM3, T-80 und T-90M3, völlig ausreichend im Moment sind. Sie sind optimal an ihre Einsatzregionen angepasst und technisch ausgereift.
Der Armata wird jetzt in den Truppendienst eingeführt , getestet und weiter entwickelt .
So weit ich gelesen habe, soll er vielleicht eine 150mm Kanone erhalten?


Panzer als Teil einer konventionellen Armee sind noch lange nicht obsolet.
 
Mache es mal hier rein:
Rückzug aus Mail von allen Beteiligten.
 
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