Trotzdem würde mich mal der "Einsatzgrad" der russischen Luftwaffe aus deiner Sicht interessieren, wenn die die ganze Zeit bei Übungsflügen den "Sittich" machen, ich glaube eher nicht, das du da einsteigen würdest, wenn du die Wahl hättest!
Das ist naturgemäß schwierig und wohl recht subjektiv eingefärbt.
Mich erstaunen die Abstürze der relativ neuen , aber dennoch schon seit einigen Jahren im Dienst befindlichen Maschinen.
Elektronik:
Sprich die Technik müsste allen Beteiligten eigentlich klar sein, ich glaube also nicht wirklich an Problemen beim Wartungspersonal. Eher evtl. dass die Sanktionen zugeschlagen haben und die Techniker (sofern dies die Absturzursachen waren) mittlerweile improvisieren müssen.
Ich denke nicht, dass da die berühmten Washmaschinenchips zum Einsatz kommen, sondern, weil alles mehr oder weniger bei Suchoi hergestellt wurde/wird, dass elektronische Bauteile untereinander ausgetauscht werden.
Für mich logisch, die Russen brauchen Jabos, weniger Jäger.
Die Suchoi 27/30/34/35 usw. sind alle sehr eng verwandt, also schlachtet man bei der "ungenutzten" 35 aus und setzt es bei der 34 ein.
Beim Tornado wurde zu meiner Zeit die Elektronik für die Steuerung alle 25 Flugstunden ausgewechselt.
Klar, der Pilot verlässt sich zu 100% beim überschallschnellen Tiefflug auf das Terrain-Following-System.
Ein Ausfall wäre zu ebenso 100% tödlich.
Die Russen dürften das sicherlich ähnlich handhaben.
Nur, setze z. B. die Motorsteuerung von einem A3 in einen A6.
Bin mir nicht sicher, ob da dann Gutes dabei herauskommt.
Personal:
Ein viel wichtigerer Punkt sehe ich beim Flugpersonal.
Auf dem Papier hat(te)n die Russen eine mächtige Luftwaffe.
Schon zu Beginn des Krieges war ich baff, dass kaum der Versuch unternommen wurde, mit drölftausend Luftüberlegenheitsjäger, gefolgt von ebenso vielen JaBos alles auszuschalten, was auch nur annähernd die Luftüberlegenheit gefährden könnte.
Die Russen haben auf dem Papier eine mächtige Kampfhubschrauberflotte, die nach Erringung der Luftüberlegenheit eigentlich für Schrecken ohne Ende hätte sorgen können.
Haben sie aber nicht.
Daher mutmaße ich, dass zweifellos sehr viele Flugzeuge nicht nur auf dem Papier, sondern in Realität irgendwo herumstehen.
Aber dank Filz und Muff intern dafür gesorgt wurde, das nicht all zu viele Piloten "combat ready" waren oder schlichtweg gar nicht da waren.
Das Geld wurde dann "anderweitig" ausgegeben.
Schoigus Datscha usw....
Klar 200 Abschüsse über der Ukraine später wird nun jeder, der einen Stick in der Hand halten kann (nach-)geschult.
Gerade das Video von
@Optiki mit der SU-34 spricht Bände.
Viel zu schnell, viel zu tief für einen Übungsflug über einer Stadt.
Das ist fast ein Klassiker für einen unerfahrenen Piloten, der unter allen Umständen versucht, z. B. beim Landeanflug nicht in den Strömungsabriss zu kommen.
Also ist er schneller als vorgesehen, hat die Flaps nicht komplett draussen und wenn dann noch eine zu starke Lenkbewegung gemacht wird (z. B. Seitenwindausgleich), saust man halt ungebremst irgendwo rein.
Ich hatte schon Trallpiloten bei mir auf dem Backseat, die Schreikrämpfe bekommen haben, weil ich mit der F-4 kurz vor "Stall" der Landepiste entgegengeschwebt bin.
Gerade, wenn einer von einem Transportflieger auf Jet umgeschult werden würde, kann ich mir solche Zenarios sehr gut vorstellen, weil die immer mit Höchstdrehzahl der Turboprops auf die Landepiste stürzen.
Na ja, Busfahrer wird immer Busfahrer bleiben...
Als Jagdbomber war die Mirage III im Tiefflug dank der wesentlich niedrigeren Flächenbelastung deutlich unruhiger als die F-104.
DAS wäre mir neu, die III gilt selbst heute noch als äußerst stabile Waffenplattform im Tiefflug als JaBo...
Und hey, Hopser im Tiefflug von 3-5 m sind normal.
Wer das nicht abkann, sollte am besten nicht in ein Cockpit steigen.