Hmmm...das kenne ich noch von der Offz. Schule.
Die Formeln wurden während des I. Weltkrieges und hier dem Stellungskrieg entwickelt.
Auf einem moderneren, dynamischen Schlachtfeld wird zumindest der "Vorteil" (der mittlere Graph bei Wicki) mit dem Faktor 1,5 belegt.
Was ist ein Vorteil?
Natürlicher Vorteile, z. B.: Geländehindernisse z. B. Berg, Fluss, Sumpf usw..
Technische Vorteile, z. B.: Reichweiten der Geschütze
Logistische Vorteile, z. B.: Munition, Rettung Verwundeter, Verpflegung
Taktische Vorteile, z. B.: Zanken, Flankenangriffe, Kesselungen
Idealisiert wird dann unterschieden in "Überzahl", "Vorteil" und "draw", was die Kompensation der numerischen Überlegenheit durch Nutzung der Vorteile wieder spiegelt.
Diese mathematische Beschreibung funktioniert wirklich nur dann in dem Szenario größere Armeen stehet sich in Linie auf der gesamten Front gegenüber (also klassische I. WK oder Großschlachten II. WK)
Die Dynamiken mit relativ kleinen Truppen auf beiden Seiten (maximal Divisionsgröße = ca. 10.000 Mann) lassen sich naturgemäß nur schlecht abbilden.
Auch ist der Wert Kampfmoral in keiner Weise abgebildet, was ganz offensichtlich in diesem Krieg aber ein entscheidendes Momentum ist.
Ich vergleiche gerne in Diskussionen die jetzige Situation ein wenig mit den Perserkriegen (griechischer Städtebund gegen das Perserreich).
Auch hier griff eine Großmacht mit weit überlegener Truppenanzahl auf dem Papier invasiv einen viel kleineren Gegner an.
Das Endresultat war, dass auf dem Gym. heute Griechisch, statt persisch gelehrt wird....
Letztlich nutzen die Griechen punktuelle Überlegenheiten um in einem langen Abwehrkampf den Gegner zum Rückzug zu bewegen.
Da dieser alte Konflikt aber gute 10 Jahre dauerte (Ok, mechanisierte Verbände gab es damals keine) dürfte ein längerer Kriegsverlauf auch hier eher wahrscheinlich sein.