Du nimmst (selbstverständlich mit Stativ) eine Belichtungsreihe auf, sodass alle Pixel in mindestens einem der Fotos jeweils perfekt belichtet sind (ohne ausgebrannte Farbkanäle und möglichst weit vom Sensorrauschen entfernt). Anschließend übergibst du die Dateien an eine HDR-Verarbeitungssoftware (Photoshop ist dazu etwa mit dem "HDR Pro"-Modul fähig, Photomatix ist state-of-the-art), welche so einige Korrekturen vornimmt (RAW-Verarbeitung (chromatische Aberration, Verzerrung, Vignettierung usw.), Noise Removal, Bildausrichtung durch leichte Verwacklungen zwischen den Aufnahmen, Ghost Removal, Inverse der Ansprechkurve deines Sensors anwenden uvm). Heraus kommt eine Datei, welche sich dank hoher Präzision sehr schön der Nachverarbeitung unterziehen lässt. Du nimmst bei HDRs die Szene– unabhängig vom Anzeigemedium - auf und hast sie später komplett auf deinem Rechner. Dann kannst du in Ruhe schauen, was du 'draus machst.
Da dein Monitor die sehr hohen Helligkeitsverhältnisse, welche in der HDR-Datei stecken, nicht wiedergeben kann, gibt es viele verschiedene Ansätze, die Dynamik möglichst effizient und ohne 'Wahrnehmungsverzerrungen' auf 0–255 zu komprimieren. Nennt sich Tonemapping. Wenn du ein Bild mit hoher DR etwa ganz linear auf den Anzeigebereich skalierst, werden feine Details stark abgemildert oder verschluckt. Dies wird von vielen Tonemappern durch Verstärkung der Hochfrequenzdetails ausgeglichen. Wer die entsprechenden Parameter nicht gut anzuwenden weiß oder einen 'surrealen' Look erzeugen möchte, trägt dann zu dem Klischee eines speziellen, hässlichen "HDR-Looks" bei, welchen es prinzipiell schon nicht geben kann.
Wenn du einfach fotografieren willst, dann muss HDR nicht sein. Kommst auch ohne sehr gut zurecht. Falls du aber auch technisch 'dran interessiert bist (Mathe, Informatik, Psychophysik & Wahrnehmung): Gönn' dir.
Schreibe dir auf Rückfrage 'ne Liste, was du vor der Aufnahme so einstellen solltest.