Das Problem der Elektroautos ist nicht die Reichweite, keine Ahnung warum alle so darauf achten, dass Kernproblem ist die Aufladezeit. Fahre ich irgendwo hin mit dem Auto, dann möchte ich mich nicht 30 Minuten oder länger an einer Zapfsäule stellen und warten bis der Akku gerade einmal bis zu 80% aufgeladen ist. Nein, dass muss instant gehen. Mein Vorschlag: genormte Akkuaufnahmestelle am Auto, so dass an entsprechenden "Tankstellen" der leere Akku, beim Parken auf einem Wechselschacht im Boden, durch einen vollen einfach ausgetauscht wird. Das geht schnell, wenn es genormt ist.
Leider sehe ich es nicht das sich Hersteller da auf ein einheitliches Verfahren einigen, wenn es doch jetzt schon nicht klappt mit Stromaufnahmeadaptern, verschiedenster Hersteller und Modelle.
MfG
Gab es schon, die Firma nannte sich "Better Place". Ist glorreich gescheitert, einerseits an mangelnder Kooperation der Autohersteller, andererseits gibt es hier auch einige Nachteile:
1) Stärkere Akkuhülle --> Mehr Gewicht --> Geringere Reichweite.
2) Die Akkus sind meistens irgendwo verbaut, sodass der Platz optimal genutzt wird, bspw. im Boden. Mit Wechselakkus muss das zugänglich sein --> Einschränkungen durch Gewichtsverteilung, Zugänglichkeit, etc.
3) Einheitsgröße. Die Akkus müssten in jedes Auto passen, dementsprechend richten sich die Maße nach dem kleinsten Modell. Man kann zwar in größeren Autos mehr Packs verbauen, Platz wird man aber verschenken.
4) Die Dinger haben ja einiges an Gewicht. Das heißt der Tausch muss somit automatisch stattfinden. Eine Maschine die von Smart Fortwo bis Porsche Cayenne mit allen Größen umgehen kann wird ein kleines Vermögen kosten. Vor allem in Relation zu einer besseren Steckdose.
Du siehst, die auf den ersten Blick beste Lösung wirft einige Probleme auf.
Bei mir nicht, siehe mein Beitrag! Ich hab spaßeshalber mal bei der Stadt geschaut, die haben online eine Karte mit den öffentlichen Stationen. Sind einige Km von mir zu hause weg die Stationen... Klasse, wer hat nicht Lust, morgens sein Auto mit der Bahn holen zu gehen... da kann ich mir auch ne Monatskarte kaufen und direkt Bahn fahren
Tankstellen gab's früher auch nicht an jeder Ecke. Man kann nicht erwarten, dass innerhalb von wenigen Jahren eine komplette Infrastruktur für ein "neues" Antriebskonzept aufgebaut ist. Man braucht sich ja nur anschauen, wie schleppend der Breitbandausbau vereinzelt statt findet. Allerdings würde ich in der Stadt so gut es geht sowieso nur mit Öffis fahren (Bin da in Wien aber auch sehr verwöhnt).
Das Problem bei Elektroautos, gerade im Deutschen Raum, ist, dass die meisten vom Start weg eine ausgereifte Lösung erwarten und in alten Verhaltensmustern festgefahren sind. Was viele echt nicht zu behirnen scheinen: Ein Elektroauto fährt man nicht bis man "leer" ist und tankt dann. Man parkt, weiß, dass man etwas länger stehen bleiben wird (Arbeit, Zuhause, Einkauf, Kundenbesuch,...) und hängt sich an eine Säule falls vorhanden. Natürlich ist die Infrastruktur dafür noch lausig in unseren Breiten (im Vergleich mit Skandinavien z.B.), aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wir sind noch in der Early Adopter Phase. Man stelle sich vor, Computer wären auch nicht weiterentwickelt worden, da sie zu Beginn erheblich langsamer in ihrem Einsatzgebiet waren als eine Person mit Rechenschieber. Wäre interessant was viele hier im Forum ohne das Hobby PC machen würden
Das "Horrorszenario" Langstrecke ist sowieso das lustigste Argument.
"Mehr als 90% aller Autofahrten in Österreich sind unter 50 Kilometern, jede zweite Fahrt sogar kürzer als fünf Kilometer.
INTERCONTINENTAL WIEN SETZT AUF ELEKTROMOBILITAT | InterContinental Wien, 22.03.2012
Wird für Deutschland nicht viel anders sein. Bleiben die Ausnahmefälle Urlaub und Vielfahrer:
1) Wenn ich 1-2 mal im Jahr wirklich mehrere 100km mit dem Auto wegfahre, kann man es wohl verkraften, wenn man alle paar Stunden mal stehen bleibt zum Tanken. Guter Vorwand für Cafe und Pinkelpause. Wer sich beim Erreichen der Destination Stress macht sollte sowieso nachdenken wie er das Konzept "Urlaub" interpretiert.
2) Wer täglich mehrere 100km am Stück fährt und vielleicht auch noch einen dichten Terminkalender hat, für den sind E-Autos in der derzeitigen Form in der Tat nichts. Der ist mit einem Diesel nach wie vor am besten dran. Allerdings bezweifle ich, dass die Meisten die das kritisieren in diese Kategorie fallen. Eher in die Kategorie "was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht".