Atomenergie & Energiepolitik (inkl. Umfrage "Atomstrom in Deutschland, Ja oder Nein?")

Atomstrom in Deutschland, Ja oder Nein?

  • Ja

    Stimmen: 84 51,2%
  • Nein

    Stimmen: 80 48,8%

  • Umfrageteilnehmer
    164
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Wie armselig ist das denn? Hat sich ein halber Kindergarten angemeldet nur um das Umfrageergebnis zu verfälschen?
 
Ein User, der kürzlich wegen massiver Verstöße gegen die Forenregeln gesperrt wurde, verbringt diesen Tag offensichtlich damit, Zweitaccounts zu erstellen (siehe oben). Gut möglich, dass er diese genutzt hat, um die Umfrage zu manipulieren - ich habe sie jetzt einfach geschlossen, ist ja ohnehin schon sehr alt.
Es gibt leider keine Möglichkeit, Stimmenabgaben ungültig zu machen, d.h. solange ich nicht weiß, wieviele Fehlstimmen agegeben wurden, kann ich das Ergebniss nicht passend korrigieren. Auch ein Neustart der Umfrage ist technisch nicht möglich. (bzw. man müsste den Thread komplett neu anlegen. Ggf. bietet der von der Regierung zu beschließende Atomkonsens dann ohnehin Anlass für eine neue Umfrage)
 
Zuletzt lagen die Atomgegner mit 4 oder 5 Stimmen vorne. :ka:

Edit: Ach das war Forseti. Da lag ich mit dem Kindergarten ja gar nicht so falsch. :schief:
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi!

Ich bin mal so - und oute mich als 'Pro-Atom-Strom'.
Jedoch mit einem großen 'Aber'.

Ich will's Euch auch erklären: wenn wir den Atomstrom abschaffen wird folgendes passieren:

  1. die Energiekonzerne verlangen von der Regierung eine Entschädigung
  2. die Energiekonzerne erhöhen die Strompreis - und zwar mehr, als notwendig.
    Haben wir ja beim Öko-Cent gesehen:die Mehrkosten betragen 1Cent je kw/h; erhöht wurde um viel mehr, bei mir z. B. um 5Cent.
  3. die Energiekonzerne reißen die deutschen AKW's ab - und kaufen sich von der Entschädigung, die sie bekommen in AKW's jenseits der deutschen Grenzen ein
    Und zwar da, wo's am billigsten ist.
  4. Wir - die Bürger, die den Atomausstieg gewollt haben - sind doppelt die Dummmen: wir zahlen für den Atomausstieg, die Energiekonzerne verdienen sich dumm und dämlich - und wir haben immer noch (ausländischen) Atomstrom.

Nicht, dass ich grundsätzlich für Atomstrom wäre - mir ist nur ein deutsches AKW lieber, als ein Schrottreaktor hinter der Grenze; wenn der hoch geht, sind wir auch gearscht.
Dann lieber ein - sicherer - deutscher Reaktor als einer in Frankreich, Tschechien oder wo auch immer, wo wir keinen Einfluss und keine Überwachungsmöglichkeiten haben.

Grüße

Jochen
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem ist ja, wer sagt, dass unsere Kraftwerke sicherer sind als die in Frankreich/Tschechien oder sonst wo in Europa?

Die Energiekonzerne können ja gern fordern, was sie wollen, die Frage ist halt, muss man das mitmachen?
Ist es nicht sinnvoller, die Oligarchen besser zu kontrollieren, eventuell das Leitungsnetz zu verstaatlicht?
 
Ein KKW ist kein Fernheizkraftwerk ;)
Dem widerspreche ich: das AKW Stade beispielweise wurde - unter anderem - errichtet, im Prozesswärme an die nahe gelegene Saline zu liefern.
Da dieser Dampf über einen Wärmetauscher erzeugt wird, ist er auch vom Reaktorkreislauf getrennt und nicht radioaktiv.
Da AKW Stade lieferte in seiner Betriebszeit (1972-2003) 662MW elektrische Nettoleistung, sowie 1892 MW thermische Leistung - also rund dreimal so viel thermische Leistung (durch den Prozessdampf für die Saline) wie elektrische Leistung.
Stade war das erste AKW, welches Fernwärme lieferte.

Das Problem ist ja, wer sagt, dass unsere Kraftwerke sicherer sind als die in Frankreich/Tschechien oder sonst wo in Europa?
Meines Wissens sind die deutschen AKW nicht nur die teuersten, sondern anerkantermaßen auch die sichersten.

Ist es nicht sinnvoller, die Oligarchen besser zu kontrollieren, eventuell das Leitungsnetz zu verstaatlicht?
Tja, bis vor einigen Jahrzehnten war die Stromerzeugung/das Stromnetz (wie die Bahn auch) staatlich - dann wurde privatisiert.....
Dass die Privatisierung in einigen Bereichen (Ver- und Entsorgung, Feuerwehr, Krankenhäuser usw.) Blödsinn ist, haben mittlerweile auch etliche Gemeinden kapiert - und schaffen sich wieder eigene Betriebe an, weil's preiswerter und zuverlässiger ist.



Grüße

Jochen
 
Zuletzt bearbeitet:
Umfrageergebnisse aufmöbeln macht Spaß :daumen:
Traurig...

die Energiekonzerne verlangen von der Regierung eine Entschädigung
...und warum sollte man sie zahlen? (Vermutlich wird die Regierung so dumm sein, aber solche Forderungen kommen früher oder später so oder so.)

die Energiekonzerne erhöhen die Strompreis - und zwar mehr, als notwendig.
Tja, Monopole können das machen wann immer sie wollen, die Energiewende ist da nur eine von vielen Ausreden.

die Energiekonzerne reißen die deutschen AKW's ab - und kaufen sich von der Entschädigung, die sie bekommen in AKW's jenseits der deutschen Grenzen ein
Und zwar da, wo's am billigsten ist.
Das könnte man auch politisch verhindern.

Alles in allem finde ich fast, dass die Stomversorgung verstaatlicht sein sollte (wobei ich nicht der große Fan von sowas bin), aber die 3 großen Konzerne werden nie Konkurrenz aufkommen lassen und damit die Preise gestalten wie sie wollen, aber Energie ist entscheident für einen Staat (nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Wirtschaft) und da haben verstaatlichte Betriebe den Vorteil, dass sie nicht kostendeckende arbeiten müssen (würde man die Preise so ansetzen, dass der Staat minimale Verluste durch die Stromversorgung macht, dann wäre es unterm Strich doch sinnvoll, da der Standort Deutschland deutlich attraktiver werden würde).
Leider geht das alles nicht so einfach...
 
Ich will's Euch auch erklären: wenn wir den Atomstrom abschaffen wird folgendes passieren:

1. die Energiekonzerne verlangen von der Regierung eine Entschädigung

Sollen sie doch. Die spannende Frage ist aber: Wird die Regierung ihnen eine zahlen? Bei unserer Regierung leider nicht auszuschließen. Aber man könnte auch einfach eine gewisse vom Bundesrat nicht gestützte, noch vom Verfassungsgericht zu prüfende Gesetzesänderung zurücknehmen - und schon hätte man einen Atomausstieg, der mit der Atomindustrie abgesprochen wurde und zu dem sich diese verpflichtet hat und der daumen*pi zur Abschaltung 2020-25 (je nach länge der Stillstandzeiten) führt. Die Sofortabschaltungen kann man, gerade bei Reaktoren wie Krümmel, über den Entzug der Betriebserlaubniss durch die Länder regeln - Gründe gibt es mehr als genug.

Natürlich hätte diese Lösung den "Nachteil", dass sie eine 100%ige Bankrotterklärung bzw. fast schon Abdankung von Schwarz-Gelb wäre. Aber das ist dann der Unterschied zwischen "Ein Atomausstieg ist die falsche Wahl" und "Merkels Atomausstieg ist mangelhaft". Letzteres würden sehr, sehr viele Leute unterstützen.

2. die Energiekonzerne erhöhen die Strompreis - und zwar mehr, als notwendig.

Machen sie so oder so. Ist aber auch kein großer Beinbruch, denn zum einen wird der Umstieg leichter, wenn die Leute sparen, zum anderen wird es so rentabler für Investoren, in erneuerbare Energien einzusteigen, was seinerseits das Monopol der großen vier aushölt. Nicht mal die Folgen für die Wirtschaft würde ich als problematisch bezeichnen. Natürlich schaden die höheren Kosten kurzfristig, aber wir stecken gerade in einer Aufschwungsphase - wenn sie das verkraften kann, dann jetzt. Und irgendwann kommen diese gestiegenen Kosten sowieso und das nicht nur in Deutschland. Wenn sich unsere Wirtschaft jetzt daran anpassen kann/muss, anstatt ggf. in einer Abschwungphase damit konfrontiert zu werden, ist sie später im Vorteil.
Blieben noch die Bürger und ihr Geld. Da muss man allgemein gegenrechnen, dass der Gesellschaft langfristig weniger Kosten entstehen (siehe gesamten restlichen Thread), d.h. unterm Strich auch hier kein zusätzliches Minus (dass die Begleichung eines derart kapitalen, viele Jahrzehnte praktizierten Fehlers wie der Atomkraft nicht ganz ohne Strafe dahergeht, sollte dagegen klar sein und muss akzeptiert werden. Wäre dafür, es über die Renten zu finanzieren :ugly: :P ;) )

Haben wir ja beim Öko-Cent gesehen:die Mehrkosten betragen 1Cent je kw/h; erhöht wurde um viel mehr, bei mir z. B. um 5Cent.

Ironischerweise sind die Standardtraife damit z.T. teurer, als die der Anbieter reinen Ökostroms, wo letztere doch angeblich so schweine teure Kraftwerkstypen betreiben sollen...

die Energiekonzerne reißen die deutschen AKW's ab - und kaufen sich von der Entschädigung,

Siehe oben

die sie bekommen in AKW's jenseits der deutschen Grenzen ein

Glaubst du, Vattenfall muss sich noch jenseits der Grenze in AKWs einkaufen? :hmm:
Das sind sowieso Großkonzerne und die lassen sich anderswo sicherlich nicht durch moralische Bedenken abhalten. Aber damit hat die deutsche Energieversersorgung nichts zu tun. Selbst die Bundesregierung beteiligt sich an der Finanzierung von Kernreaktoren in brasilianischen Erdbebengebieten. (oder wurde das jetzt doch eingestellt? Sollen ja einige Leute "überrascht" dazugelernt haben, aber ich hätte nichts von einem Rückzieher bei den Bürgschaften für die deutschen Kernanlagenbauer gehört)


Dem widerspreche ich: das AKW Stade beispielweise wurde - unter anderem - errichtet, im Prozesswärme an die nahe gelegene Saline zu liefern.
Da dieser Dampf über einen Wärmetauscher erzeugt wird, ist er auch vom Reaktorkreislauf getrennt und nicht radioaktiv.
Da AKW Stade lieferte in seiner Betriebszeit (1972-2003) 662MW elektrische Nettoleistung, sowie 1892 MW thermische Leistung - also rund dreimal so viel thermische Leistung (durch den Prozessdampf für die Saline) wie elektrische Leistung.
Stade war das erste AKW, welches Fernwärme lieferte.

Iirc ist es auch das letzte. Es wurden zwar ein paar weitere vorbereitet, aber afaik in Deutschland nie ans Netz angeschlossen.

Meines Wissens sind die deutschen AKW nicht nur die teuersten, sondern anerkantermaßen auch die sichersten.

sagt die deutsche Atomlobby...
Unabhängige Untersuchungen gibt es bekanntermaßen nicht.
Bis vor 3 Monaten galten auf alle Fälle französische und britische Kraftwerke als genauso sicher (im Vergleich zu den nicht-Konvoi-Anlagen z.T. als sicherer). Genauso wie die japanischen.
Erst nachdem sich herausgestellt hat, dass auch schöngeredete nicht-russsische Reaktoren tatsächlich ihr Restrisiko einlösen können, gelten auf einmal nur noch die Reaktoren im eigenen Land als sicher. Wohlgemerkt: Bei den Briten sind auch die eigenen Reaktoren die sichersten. Bei den Franzosen auch. ...

Was berechtiger ist, ist die Angst vor Temelin. Da hätte man vor 10 Jahren eine EU-weite Anti-AKW-Regelung gebraucht (ich brauch wohl nicht zu sagen, welche politischen und wirtschaftlichen Kräfte dagegen waren?). Aber die Mär vom gefährlichen Atom-Importstrom kann man sich trotzdem sparen. Tschechien hat >>80% Kohlestrom, die paar Reaktoren könnten nicht einmal die drei größten Deutschen ersetzen, wenn man den gesamten Atomstrom exportieren würde.
Würde Deutschland importieren müssen (anstatt nur Exporte einzustellen), dann wäre das sicherlich keine nenneswerte Quelle.

Tja, bis vor einigen Jahrzehnten war die Stromerzeugung/das Stromnetz (wie die Bahn auch) staatlich - dann wurde privatisiert.....
Dass die Privatisierung in einigen Bereichen (Ver- und Entsorgung, Feuerwehr, Krankenhäuser usw.) Blödsinn ist, haben mittlerweile auch etliche Gemeinden kapiert - und schaffen sich wieder eigene Betriebe an, weil's preiswerter und zuverlässiger ist.

Die Gemeinden habens kapiert, die große Politik noch lange nicht...
(siehe Bahnprivatierung oder die Auflagen für Griechenland, wo der Staat jetzt quasi alles verramschen muss, wovon man im Zukunft vielleicht hätte leben können)
 
Meines Wissens sind die deutschen AKW nicht nur die teuersten, sondern anerkantermaßen auch die sichersten.

Das haben die Japaner auch mal von ihren gedacht.
Doch die Realität ist wie immer eine andere und wenn jeder Störfall in deutschen Reaktoren peinlichst genau dokumentiert, gemeldet und ausgewertet wäre, würden die Anlangen alle schon lange still stehen, weil sie eben alles andere als sicher sind.
 
...und warum sollte man sie zahlen? (Vermutlich wird die Regierung so dumm sein, aber solche Forderungen kommen früher oder später so oder so.)

Ich habe noch gestern ein Interview mit einem Richter (? es war jedenfalls ein hochrangiger Jurist) gelesen, der sich dahingehend geäußert hat, daß eine Klage auf Schadensersatz da sehr gute Aussichten auf Erfolg hätte. Will sagen: Das entscheidet eben nicht die Regierung, ob sie da was zahlen muß, sondern einzig das deutsche Recht. Wo berechtigte Ansprüche bestehen, kann man die hier ja gottlob auch durchsetzen. Auch, wenn einem das im Einzelfall vielleicht mal nicht paßt.

Das könnte man auch politisch verhindern.

Wie soll man das denn politisch verhindern? Ein multinationaler Konzern kann doch investieren und kaufen, wo er will. Wenn man jetzt politisch verhindern wollte, daß die Kernkraftwerke andernorts bauen oder kaufen oder sich an solchen beteiligen, wäre das doch nichts anderes, als wenn man einer beliebigen deutschen Person auf politischem Wege verbieten würde, sich ein Haus in Holland oder Aktien in den USA zu kaufen.

Alles in allem finde ich fast, dass die Stomversorgung verstaatlicht sein sollte (wobei ich nicht der große Fan von sowas bin), aber die 3 großen Konzerne werden nie Konkurrenz aufkommen lassen und damit die Preise gestalten wie sie wollen, aber Energie ist entscheident für einen Staat (nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Wirtschaft) und da haben verstaatlichte Betriebe den Vorteil, dass sie nicht kostendeckende arbeiten müssen (würde man die Preise so ansetzen, dass der Staat minimale Verluste durch die Stromversorgung macht, dann wäre es unterm Strich doch sinnvoll, da der Standort Deutschland deutlich attraktiver werden würde).
Leider geht das alles nicht so einfach...

Wenn eine eine Insitution in Staatseigentum nicht kostendeckend arbeitet, zahlt am Ende jeder die Differenz über Steuern. Das mag zwar erstmal nett klingen, führt aber am Ende zu großer Ungerechtigkeit, weil die Abrechnung nicht mehr vebrauchsgerecht ist und gerade auf dem Energiesektor Fehlanreize setzen würde. In so einem Modell kann sich ja jeder an zwei Fingern abzählen, daß er einen umso größeren Schnitt macht, desto mehr Energie er verbraucht. Immerhin zahlt er ja weniger, als das Produkt tatsächlich wert ist. Eigentlich dachte ich, daß es politisch gewünscht ist, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Das haben die Japaner auch mal von ihren gedacht.
Doch die Realität ist wie immer eine andere und wenn jeder Störfall in deutschen Reaktoren peinlichst genau dokumentiert, gemeldet und ausgewertet wäre, würden die Anlangen alle schon lange still stehen, weil sie eben alles andere als sicher sind.

Nach deutschen Standards hätte an dieser Stelle überhaupt kein AKW gebaut werden dürfen. Und zwar zu keiner Zeit. Was sich die Japaner dabei gedacht haben, diesen Ort zu wählen, wird wahrscheinlich ihr Geheimnis bleiben. Aber im Endeffekt darf ja jeder Staat das tun, was er für richtig hält.
Und Störfälle in Kernanlagen werden schon sehr genau dokumentiert. Das geht ja so weit, daß die Medien die Bevölkerung in helle Panik versetzen, sobald nur mal in irgendeinem Umspannwerk bei einem Kernkraftwerk ein Trafo brennt. Allerdings beeinträchtigt das nicht die Sicherheit des Kraftwerks. Bei einem konventionellen Kraftwerk ist sowas nicht einmal meldepflichtig und die Medien läßt es gleich ganz kalt. Da kommt dann eben die Werksfeuerwehr und dann wird anschließend etwas aufgeräumt. Alles kein Drama. Gleichwohl kommt sowas häufiger vor, als man erstmal denkt.
 
Hi!

Wobei das mit dem politisch verhindern schwer ist: wer zwingt denn die Konzerne, ihre Quellen offen zu legen?
Notfalls wird eine Tochtergesellschaft gegründet oder der Strom bei örtlichen Versorgern eingekauft - und deren Hintergründe und Besitzverhältnisse sind schon in Deutschland kaum zu verfolgen; im Ausland wird das garantiert nix!

So wird also kaum feststellbar sein, wo der Strom, den die Konzerne nach Deutschland liefern, letztendlich her kommt.

Grüße

Jochen
 
Ich habe noch gestern ein Interview mit einem Richter (? es war jedenfalls ein hochrangiger Jurist) gelesen, der sich dahingehend geäußert hat, daß eine Klage auf Schadensersatz da sehr gute Aussichten auf Erfolg hätte. Will sagen: Das entscheidet eben nicht die Regierung, ob sie da was zahlen muß, sondern einzig das deutsche Recht. Wo berechtigte Ansprüche bestehen, kann man die hier ja gottlob auch durchsetzen. Auch, wenn einem das im Einzelfall vielleicht mal nicht paßt.

Ging es da um die beschlossenen Ausstiegsgesetze, oder um die bisherige Zwangsabschaltung ohne rechtliche Grundlage? Bei letzterer haben sie definitiv gute Karten, schließlich hatte Schwarz/Gelb ihnen ja den Betrieb gesetzlich garantiert (schade, dass der Bürger Parteien nicht auf Schadensersatz verklagen kann...), aber für die Folgen eines Gesetzes muss man afaik nicht entschädigt werden (auch wenn diverse Lobbys oft im vorraus was aushandeln). Das müsste man erst einmal vorm Bundesverfassungsgericht komplett kippen.

Wie soll man das denn politisch verhindern?

Politisch nicht. Aber ein Staat mit der Bedeutung Deutschlands könnte erfolgreich auf diplomatischem Wege gegen den Bau weiterer Kraftwerke und für die Stilllegung älterer eintreten.

Wenn eine eine Insitution in Staatseigentum nicht kostendeckend arbeitet, zahlt am Ende jeder die Differenz über Steuern. Das mag zwar erstmal nett klingen, führt aber am Ende zu großer Ungerechtigkeit, weil die Abrechnung nicht mehr vebrauchsgerecht ist und gerade auf dem Energiesektor Fehlanreize setzen würde.

Abseits einer (sehr wünschenswerten) bundesweiten Sicherung der Grundversorgung hat ein Betrieb in Staatsbesitz aber nicht per se eine schlechtere Bilanz, als ein privater. Das ist eine Frage der Führung und man muss staatliche Betrieben keinen über Jahrzehnte gereiften Beamtenwasserkopf oben drauf setzen (d.h. in Deutschland vielleicht schon ... :( ) und staatliche Betriebe, die Mindeststandards garantieren und dem Staat auch noch Gewinne einbringen und die es ihm ermöglichen, Infrastrukturprojekte ohne langwierige Verhandlungen umzusetzen, sind definitiv besser, als Privatbetriebe, die Netze verfallen lassen, ländliche Räume ignorieren, möglichst viel Geld der deutschen Kunden/Steuerzahler einsacken und am besten noch im Ausland investieren und die für jedes kleines bißchen Zukunftsvorbereitung großzügige Förderprogramme verlangen.

Nach deutschen Standards hätte an dieser Stelle überhaupt kein AKW gebaut werden dürfen. Und zwar zu keiner Zeit.

Deutschland hat keine Standards, die den Bau von AKWs in Tsunamigefährdeten Gebieten verbieten. Und den Betrieb in erdbebengefährdeten Gebieten wohl auch nicht. Ob unsere schönen Siedewasserreaktoren in Philipsburg I, Biblis 1 und 2 wohl Stärke 6,5 bis 7 so ohne weiteres wegstecken würden? Konstruiert wurden sie afaik für maximal 6 und wenn ich an die bisherige Betriebsgeschichte denke, dann haben sie die Konstruktionsziele in der Realität eher unterboten. Neckarwestheim ist afaik für 7 gerüstet, müsste aber schon fast in der "größer 7,5"-Zone stehen.

Soviel zu deutschen Standards und was sie alles nicht verbieten. (erwähnte ich schon gewisse brasilianische Reaktoren in zwar nicht Erdbeben, aber -rutsch gefährdeten Gebieten, die zwar auf dem technischen Stand der 80er Jahre sind, deren Bauteile 20 Jahre auf Halde lagen (zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ein Ditteljahrhundert auf dem Buckel hätten), aber die vollste Unterstützung unseres Lieblingswirtaußenministers haben und laut Regierungsgutachten alle deutsche Ansprüche so toll erfüllen, dass man 1,3 Milliarden reinstecken kann?)

Und Störfälle in Kernanlagen werden schon sehr genau dokumentiert. Das geht ja so weit, daß die Medien die Bevölkerung in helle Panik versetzen, sobald nur mal in irgendeinem Umspannwerk bei einem Kernkraftwerk ein Trafo brennt. Allerdings beeinträchtigt das nicht die Sicherheit des Kraftwerks. Bei einem konventionellen Kraftwerk ist sowas nicht einmal meldepflichtig und die Medien läßt es gleich ganz kalt. Da kommt dann eben die Werksfeuerwehr und dann wird anschließend etwas aufgeräumt. Alles kein Drama. Gleichwohl kommt sowas häufiger vor, als man erstmal denkt.

Nur dauert es nicht immer solange, den Trafo auch tatsächlich zu löschen und es liegt auch nicht wirklich im Ermessen des Betreibers, die Meldungspflicht zu ignorieren, egal wie unwichtig er das Ereigniss findet.

Aber das "kommt häufig" merke ich mir mal für den Fall, dass hier wieder wer behauptet, man bräuchte AKW für eine zuverlässige Grundlast. Regelmäßiges auftreten von Schäden, in deren Folge dann für ~ein halbes Jahrzehnt kein Strom produziert wird, passt nicht so ganz zu "zuverlässig".
 
Ging es da um die beschlossenen Ausstiegsgesetze, oder um die bisherige Zwangsabschaltung ohne rechtliche Grundlage? Bei letzterer haben sie definitiv gute Karten, schließlich hatte Schwarz/Gelb ihnen ja den Betrieb gesetzlich garantiert (schade, dass der Bürger Parteien nicht auf Schadensersatz verklagen kann...), aber für die Folgen eines Gesetzes muss man afaik nicht entschädigt werden (auch wenn diverse Lobbys oft im vorraus was aushandeln). Das müsste man erst einmal vorm Bundesverfassungsgericht komplett kippen.

Gute Frage. Meines Wissens ging es um die jetzt beschlossene Abschaltung bis 2022 und die verordnete Stillegung von Krümmel(?). Da hat der Betreiber wohl in den letzten zwei Jahren 700 Millionen Euro reingepumpt in dem guten Glauben, das Kraftwerk auch wieder in Betrieb nehmen zu können. Da das nun wohl doch nicht mehr passieren dürfen soll, wollen die natürlich ihr verschwendetes Geld zurück. Kann auch sein, daß die Übertragung von Reststrommengen da reinspielt, weil bei vollständiger Übertragung aller Reststrommengen auf die noch laufenden AKW ein Abschalten bis 2022 wohl ein Aufbrauchen der Reststrommengen rein technisch gar nicht zuläßt.

Politisch nicht. Aber ein Staat mit der Bedeutung Deutschlands könnte erfolgreich auf diplomatischem Wege gegen den Bau weiterer Kraftwerke und für die Stilllegung älterer eintreten.
Wenn Du noch das Wort "erfolgreich" aus dem Satz streichst, würde ich Dir sogar recht geben und sagen, daß sich Deutschland dafür diplomatisch tatsächlich einsetzen könnte. Lediglich Erfolg wird man damit halt nicht haben.

Abseits einer (sehr wünschenswerten) bundesweiten Sicherung der Grundversorgung hat ein Betrieb in Staatsbesitz aber nicht per se eine schlechtere Bilanz, als ein privater. Das ist eine Frage der Führung und man muss staatliche Betrieben keinen über Jahrzehnte gereiften Beamtenwasserkopf oben drauf setzen (d.h. in Deutschland vielleicht schon ... :( ) und staatliche Betriebe, die Mindeststandards garantieren und dem Staat auch noch Gewinne einbringen und die es ihm ermöglichen, Infrastrukturprojekte ohne langwierige Verhandlungen umzusetzen, sind definitiv besser, als Privatbetriebe, die Netze verfallen lassen, ländliche Räume ignorieren, möglichst viel Geld der deutschen Kunden/Steuerzahler einsacken und am besten noch im Ausland investieren und die für jedes kleines bißchen Zukunftsvorbereitung großzügige Förderprogramme verlangen.

Stimmt schon. Es gibt kein Naturgesetz, das verhindert, daß ein staatlicher Betrieb sinnvoll und ertragreich wirtschaftet. Da man aufgrund des Lohngefüges in Staatsbetrieben (da müßten dann ja Beamte arbeiten) allerdings nie die Besten der Besten auffinden kann, wird das wahrscheinlich eher nichts. Wer auf seinem Gebiet wirklich herausragend ist, arbeitet in der Privatwirtschaft, weil er da wesentlich mehr verdienen kann. Das ist erstmal nicht schlimm, solange es nur um die Vergabe von KFZ-Kennzeichen oder die Erteilung von Baugenehmigungen geht, aber die wirtschaftliche Stromversorgung eines Landes ist schon eine ganz andere Hausnummer. Ich meine, man sieht ja auch an den Skandalen und Skandälchen der einzelnen Landesbanken und bei verschiedenen Stadtkämmerern, daß manche Personen eben doch von dem ganz großen Spiel mal besser die Finger lassen.

Nur dauert es nicht immer solange, den Trafo auch tatsächlich zu löschen und es liegt auch nicht wirklich im Ermessen des Betreibers, die Meldungspflicht zu ignorieren, egal wie unwichtig er das Ereigniss findet.

Aber das "kommt häufig" merke ich mir mal für den Fall, dass hier wieder wer behauptet, man bräuchte AKW für eine zuverlässige Grundlast. Regelmäßiges auftreten von Schäden, in deren Folge dann für ~ein halbes Jahrzehnt kein Strom produziert wird, passt nicht so ganz zu "zuverlässig".
Ist doch klar, daß Löscharbeiten im Umfang mal variieren können. Und bei einem Kernkraftwerk muß nach sowas eben erstmal umfangreichst geprüft werden, ob wirklich noch alles funktioniert und nicht doch irgendwas irgendwo einen kleinen Hau abbekommen hat. Und das ist ja eigentlich auch ganz gut so, denn ein vermeidbares Risiko sollte man da nicht unnötig eingehen. Und beim normalen Kohlekraftwerk muß eben gar nichts nach so einem Ereignis geprüft werden.
 
Hi!

Mit den Trafobränden: es gab schon etliche, die Stunden oder Tage gebraucht haben, bis sie endlich gelöscht waren.

Allerdings stehen nun mal AKW's erheblich mehr im Fokus der Medien - und ein 'Brand im AKW XY' bringt nun mal mehr Auflage/Zuschauerzahlen als ein 'Trafobrand im Kohlekraftwerk AB'.

Und gerade Trafobrände kommen - leider - öfters vor, als man weiß.
Wenn im Kraftwerk 'um die Ecke' ein Trafo explodiert und abbrennt, steht's eben nur auf Seite 14 im Lokalblatt - ein qualmender Trafo im AKW ist aber sofort auf n-tv oder N24 zu sehen.

Grüße

Jochen

Ein User, der kürzlich wegen massiver Verstöße gegen die Forenregeln gesperrt wurde, verbringt diesen Tag offensichtlich damit, Zweitaccounts zu erstellen (siehe oben). Gut möglich, dass er diese genutzt hat, um die Umfrage zu manipulieren - ich habe sie jetzt einfach geschlossen, ist ja ohnehin schon sehr alt.
Es gibt leider keine Möglichkeit, Stimmenabgaben ungültig zu machen, d.h. solange ich nicht weiß, wieviele Fehlstimmen agegeben wurden, kann ich das Ergebniss nicht passend korrigieren. Auch ein Neustart der Umfrage ist technisch nicht möglich. (bzw. man müsste den Thread komplett neu anlegen. Ggf. bietet der von der Regierung zu beschließende Atomkonsens dann ohnehin Anlass für eine neue Umfrage)

Ich hoffe, dieser User bleibt uns dauerhaft erspart - solchen Kinderkram können wir in diesem ernsten Umfeld nicht brauchen.
Soll er sich in den Kammerspielen oder sonstwo austoben!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Gute Frage. Meines Wissens ging es um die jetzt beschlossene Abschaltung bis 2022 und die verordnete Stillegung von Krümmel(?). Da hat der Betreiber wohl in den letzten zwei Jahren 700 Millionen Euro reingepumpt in dem guten Glauben, das Kraftwerk auch wieder in Betrieb nehmen zu können. Da das nun wohl doch nicht mehr passieren dürfen soll, wollen die natürlich ihr verschwendetes Geld zurück. Kann auch sein, daß die Übertragung von Reststrommengen da reinspielt, weil bei vollständiger Übertragung aller Reststrommengen auf die noch laufenden AKW ein Abschalten bis 2022 wohl ein Aufbrauchen der Reststrommengen rein technisch gar nicht zuläßt.

Die Übertragung von Reststrommengen muss genehmigt werden, da gibt es kein pauschales Anrecht drauf. Wenn die Stromkonzerne zuviele Reststrommengen übrig haben, weil die Kraftwerke, die sie als betriebssicher bezeichnet haben, 50% der Zeit nicht einmal betriebsfähig waren, dann ist das wohl deren ihr Problem. Krümmel hätte, wenn es so funktioniert hätte, wie vorgesehen, längst abgeschaltet werden müssen. Das Vattenfall und E.ON seit 6 Jahren nicht in der Lage sind, das Ding auf volle Leistung zu bringen (oder überhaupt anzuschalten), ist garantiert kein Argument FÜR längere Laufzeiten.
Und Entschädigungsbedarf sehe ich auch. Ein Unternehmen, dass eine mit der (rot-grünen) Regierung geschlossene Vereinbarung bricht, um Schrottreaktoren länger laufen zu lassen und daraufhin ein bißchen was investiert, der brauch sich nicht zu beschweren, wenn die (schwarz-gelbe) Regierung ihre Fehler eingestehen muss und sich ihrerseits von (hinter verschlossenen Türen, an demokratischen Institutionen vorbei und sehr zum Wohle der Nuklearbranche) geschlossen Vereinbarungen zurückzieht.
Wie gesagt: Wenn das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass die Umgehung des Bundesrates illegitim war, dann sind die Regelungen, in deren Hoffnung investiert wurde, sowieso Geschichte - und dieses Risiko war von Anfang an bekannt.

Wenn Du noch das Wort "erfolgreich" aus dem Satz streichst, würde ich Dir sogar recht geben und sagen, daß sich Deutschland dafür diplomatisch tatsächlich einsetzen könnte. Lediglich Erfolg wird man damit halt nicht haben.

Frankreich sicherlich nicht. England hatte selbst mal ein Ausstiegsprogramm und dürfte im Moment dazu tendieren, es wieder aufzugreifen - die Aussicht auf engere wirtschaftliche Zusammenarbeit (Stichwort: Banken&Finanzmärkte) mit Deutschland könnte das Zünglein an der Waage sein. Länder wie Tschechien können von Deutschland ohnehin wesentlich mehr profitieren, als ihnen die Atomenergie je einbringen könnte. Litauen war die EU-Mitgliedschaft schon einen Ausstieg wert.
Desweiteren sollte mitlerweile die Mehrheit der EU-Länder keine AKWs haben und mehrere Länder haben nur 1-2 kleine Reaktoren, auf die sie verzichten könnten. Wenn sich Deutschland dauerhaft auf die Seite des Ausstiegs stellt (d.h. der Union nicht in ein paar Monaten wieder einfällt, dass da ja diverse große deutsche Konzerne hinter stehen), dann sollte es bequem zu einer EU-weiten Mehrheit reichen. Die erzwingt vielleicht nicht den sofortigen Ausstieg in den verbliebenen Ländern, könnte aber sicherlich ein Neubauverbot und hohe Sicherheitskriterien (mit folgender Abschaltung von Altmeilern) erzwingen, wenn sie ein Schwergewicht wie Deutschland im Boot hat.

Stimmt schon. Es gibt kein Naturgesetz, das verhindert, daß ein staatlicher Betrieb sinnvoll und ertragreich wirtschaftet. Da man aufgrund des Lohngefüges in Staatsbetrieben (da müßten dann ja Beamte arbeiten)

? In kaum einem Staatsbetrieb wird noch Verbeamtet. In der gesamten Lehre und Forschung abgeschafft, in der Verwaltung afaik nur noch auf höchster Ebene - nur die Polizeibeamten müssen halt Beamte sein.

Ich meine, man sieht ja auch an den Skandalen und Skandälchen der einzelnen Landesbanken und bei verschiedenen Stadtkämmerern, daß manche Personen eben doch von dem ganz großen Spiel mal besser die Finger lassen.

Ich glaube mich dunkel daran zu erinnern, das Privatbanken in ähnlich hoher Zahl betroffen waren ;)
Natürlich gibt es in Staatsbetrieben immer wieder das Problem, dass sich die Politik zu viel einmischt und dass zu unternehmerischen Problemen führt. Nur: Wenn es nicht gerade um renditegeile Börsenspekulanten sind, dann hat es i.d.R. einen guten politischen Grund, dass dies oder jenes durchgedrückt wird.
Wird die gleiche Aufgabe privatwirtschaftlich erfüllt, dann bleiben diese Gründe bestehen - aber die Politik kann sie nicht mehr einfach umsetzen, sondern sie muss versuchen, mit Steuern oder abenteuerlichen Ausnahmeregelungen, die Wirtschaft dazu zu zwingen, dass zu machen, was nötig ist.
Guck dir doch die Stromnetze als zum Thread passendes Beispiel an: Natürlich machen die Konzerne viel mehr Gewinn, als unter staatlicher Führung. Aber das liegt (nicht) nur an ihrer Verwaltung, dass liegt z.B. daran, dass sie bei der Wartung sparen und den Ausbau ganz sein lassen. Dazu müssen sie erst mit hohen Zuschüssen überredet werden. Ergebniss: Anstatt ein kaum gewinnmachendes Staatsunternehmen zu haben, hat der Staat hohe Kosten für Zuschüsse, die notwendigen Baumaßnahmen werden Jahre zu spät eingeleitet, der Bürger zahlt umso höhere Strompreise und ein paar Großkonzerne freuen sich über wachsende Vermögen, die sie dann am besten NICHT in die deutsche Wirtschaft stecken.

Sicherlich hast du in diesem Zusammenhang recht, dass man mit fixen Tarifen, wie sie in den 70ern in Staatsunternehmen üblich waren, nicht die fähigsten Leute bekommst. Aber das ist ja kein Zwangsmerkmal von Staatskonzernen. Und wenn man sich diverse nicht-Staatskonzerne anguckt, dann ist "fordert viel Geld" auch kein verlässiges Auswahlkriterium.

Ist doch klar, daß Löscharbeiten im Umfang mal variieren können. Und bei einem Kernkraftwerk muß nach sowas eben erstmal umfangreichst geprüft werden, ob wirklich noch alles funktioniert und nicht doch irgendwas irgendwo einen kleinen Hau abbekommen hat. Und das ist ja eigentlich auch ganz gut so, denn ein vermeidbares Risiko sollte man da nicht unnötig eingehen. Und beim normalen Kohlekraftwerk muß eben gar nichts nach so einem Ereignis geprüft werden.

Entweder ein Ereigniss war prinzipbedingt ungefährlich. Dann gibt es nichts zu prüfen. Oder es gab riskante Verknüpfungen, die überprüft werden müssen - dann hat man nur Glück gehabt, dass nichts schlimmeres passiert ist. Ich weiß jetzt nicht so ganz, mit welcher von beiden Varianten du FÜR Atomenergie argumentieren willst.


Allerdings stehen nun mal AKW's erheblich mehr im Fokus der Medien - und ein 'Brand im AKW XY' bringt nun mal mehr Auflage/Zuschauerzahlen als ein 'Trafobrand im Kohlekraftwerk AB'.

Und gerade Trafobrände kommen - leider - öfters vor, als man weiß.
Wenn im Kraftwerk 'um die Ecke' ein Trafo explodiert und abbrennt, steht's eben nur auf Seite 14 im Lokalblatt - ein qualmender Trafo im AKW ist aber sofort auf n-tv oder N24 zu sehen.

Nunja. Man muss auch klar sagen:
Der brenende Trafo im Kohlekraftwerk legt selten 50% der jeweiligen Netzkapazität für viele Monate lahm, führt zu einer Notabschaltung eines Kernreaktors und dem zeitweiligen Betrieb einer nuklearen Anlage ohne Stromversorgung und ohne primäre Kühlsysteme. Das sich Sicherheitsventile an Druckbehältern öffnen, Reaktorführer zu Atemschutzgeräten greifen und der Reaktor selbst Temperaturprofile durchläuft, die für regulären Betrieb tunlichst zu vermeiden sind, ist auch nicht so ganz Standard in Kohlekraftwerken.
(nur für alle die, die immer noch denken, Trafobrände in AKWs wären ein meldepflichtiges Ereigniss: Dem ist nicht so. Erst wenn ein Brand den gesamten nuklearen Betrieb beeinträchtigt, wie im Falle Krümmel, darf mans nicht mehr totschweigen)
 
Zuletzt bearbeitet:
Richtig - ein Trafobrand ist (zu recht!) kein meldepflichtiges Ereignis.
Wird nur leider oft genug von den Medien hoch gepeitscht.

und was die (eventuelle) Änderung der 'Entscheidung Atomausstieg' angeht: das ist ja das Problem - jede Regierung tut, was sie will und ändert dabei Entscheidungen der Vorgängerregierungen ab.
So haben natürlich weder Bürger noch Firmen Planungssicherheit - was ein großes Problem ist; ebenso wie die lange Dauer von Planfeststellungsverfahren.

Grüße

Jochen
 
So wird also kaum feststellbar sein, wo der Strom, den die Konzerne nach Deutschland liefern, letztendlich her kommt.

Grüße

Jochen

Das ist in Europa aber möglich nicht qualitativ das du bestimmen kannst welches Elektron (verzeit das ist nicht wissenschaftlich ausgedrückt) jetzt beliebig genau bestimmen kannst wo es her kommt, aber der Strom wird quantitativ Zertifiziert. Das heisst prinzipiell ist jede Kapazität die bezogen wird kann verfolgt werden.

Ich persönlich bin jetzt extrem froh, das auch die Schweizer bereit sind aus dem Atomstrom auszusteigen. Ich weiss nicht wie bewusst ihr solche Diskussionen aus dem Ausland wahrnehmt, aber heute wurde der Grundstein für den Schweizer Ausstieg gelegt. Der Nationalrat will die Betriebserlaubnisse der AKWs auslaufen lassen (bis 2035) und dabei mit flankierenden Massnahmen die Effizienz der Konsumenten und Alternativenergien fördern.

Interessant dürften in dem Zusammenhang auch Volksinitiativen wie die Energie- statt Mehrwertsteuer sein, da sie eben ein effizientes und von Energieimportunabhängige Volkswirtschaft begünstigen. Ich weiss auch das Delegationen aus Deutschland interesse an einem solchen Steuermodell haben. (Darum ist auch der Blick über die Landesgrenzen manchmal interessant)
 
Ich habe noch gestern ein Interview mit einem Richter (? es war jedenfalls ein hochrangiger Jurist) gelesen, der sich dahingehend geäußert hat, daß eine Klage auf Schadensersatz da sehr gute Aussichten auf Erfolg hätte. Will sagen: Das entscheidet eben nicht die Regierung, ob sie da was zahlen muß, sondern einzig das deutsche Recht. Wo berechtigte Ansprüche bestehen, kann man die hier ja gottlob auch durchsetzen. Auch, wenn einem das im Einzelfall vielleicht mal nicht paßt.
Dann Zahlt man eben die Strafe und streicht dafür für die nächsten Jahre die Subventionen und erlässt ein Gesetz, dass die Energieversorger alleine die Kosten für die Atommüllentsorgung tragen müssen (ich weiß, dass geht auch nicht so einfach, aber mit solchen Drohungen könnte man deutlichen Druck machen).

Wie soll man das denn politisch verhindern? Ein multinationaler Konzern kann doch investieren und kaufen, wo er will. Wenn man jetzt politisch verhindern wollte, daß die Kernkraftwerke andernorts bauen oder kaufen oder sich an solchen beteiligen, wäre das doch nichts anderes, als wenn man einer beliebigen deutschen Person auf politischem Wege verbieten würde, sich ein Haus in Holland oder Aktien in den USA zu kaufen.
Einfach verbieten, dass Atomstrom importiert wird? Über gekaufte Zertifikate könnte dann immernoch Atomstrom importiert werden, dieser dürft dann aber im Herstellerland nicht mehr als Ökostrom verkauft werden.
Importbeschränkungen gibt es massenhaft und viele sind sinnvoll, mit eingeschränkter Freiheit haben sie nicht unbedingt viel zu tun.

Wenn eine eine Insitution in Staatseigentum nicht kostendeckend arbeitet, zahlt am Ende jeder die Differenz über Steuern. Das mag zwar erstmal nett klingen, führt aber am Ende zu großer Ungerechtigkeit, weil die Abrechnung nicht mehr vebrauchsgerecht ist und gerade auf dem Energiesektor Fehlanreize setzen würde. In so einem Modell kann sich ja jeder an zwei Fingern abzählen, daß er einen umso größeren Schnitt macht, desto mehr Energie er verbraucht. Immerhin zahlt er ja weniger, als das Produkt tatsächlich wert ist. Eigentlich dachte ich, daß es politisch gewünscht ist, den Energieverbrauch zu reduzieren.
Du hast meine Idee nicht verstanden:
Sie müssen nicht kostendeckend arbeiten, weil...
...die teurer Subventionen die Betriebe aktuell für den Staat auch nicht kostendeckend arbeiten lassen.
...die Arbeiter andere Anreize bekommen könnten (sicherer Arbeitsplatz, ähnlich wie bei Beamten) und der Lohn damit etwas gesenkt werden könnte.
...günstige Energie neue Arbeitsplätze schafft und damit deutliche Summen beim Arbeitslosengeld und durch Lohn-/Umsatzsteuer frei werden.
 
Lesenswerter Artikel bei Spiegel online: Atomkraft-Aus: Stadland Frust - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

Ähnlich sieht es hier aus. Ein Bekannter meines Vaters wird auch Leute entlassen müssen wenn die Arbeit im AKW weg fällt. Aber diese Schicksale sind den Öko ja egal.Und wenn jetzt jemand damit kommt: Er kann ja umziehen. genau zieh du mal um wenn du vielleicht Familie hast oder gerade ein Haus baust. Für viele Verein hier wird es auch schlechter werden.
 
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