Sorry, aber Du willst doch nicht ernsthaft tschechische oder bulgarische AKW vom Tschernobyl-Typ auf eine Stufe mit deutschen AKW's stellen, oder?
Auch wenn die Atomlobby und ihre Fans nicht Müde werden, solche Ängste zu verbreiten:
Es gibt und gab nie einen RBMK in Tschechien oder Bularien. Nur WWER und da ist der /320 sogar besser gegen Kernschmelzen geschützt, als Konvoi-Anlagen (jedenfalls nach Hersteller- und Betreiberangaben - aber auf die verlässt man sich bei Vattenfall ja auch, nicht wahr?

)
Die einzige Nation, die noch RBMK in Betrieb hat, ist Russland.
Und die Forderung, Fessenheim still zu legen, ist sicher auch völlig unbegründet, oder?
Wieso? Ist das ominöse keinen Müll produzierende AKW, das sich einige herbeiträumen?
Ich drück's mal anders aus: es bringt nix, wenn wir unsere AKW's für zehn Jahre Restlaufzeit nachrüsten und gleich 'um die Ecke' stehen nicht nachgerüstete 'Tschernoby-Reaktoren' in der Gegend umher, von denen wir dann unseren Strom bekommen.
Der Plan ist eigentlich nicht, unseren ältesten Schrott nachzurüsten (dazu waren die Stromkonzerne bekanntermaßen nicht bereit) und anschließend noch mehr Geld in fremde zu stecken. Der Plan, ist verfügbares Geld in eigene erneuerbare zu stecken um endlich diese Geldverschwendung zu beenden. Auf dem Weg dahin lässt man die etwas besseren Reaktoren noch weiterlaufen, denn irgendwie haben es die großen Stromkonzerne ja nicht für nötig gehalten, ihre vor 11 Jahren gemachten Versprechen zur Energiewende auch umzusetzen.
Diese AKW' s entziehen sich nämlich komplett der Kontrolle und Überwachung durch die deutschen Behörden - aber die radioaktive Wolke wird auch garantiert an der Grenze halt machen.
Um es noch einmal zu wiederholen

:
Die (u.a. deutsche) Diplomatie hat bereits zur Stilllegung unsicherer Reaktoren in Europa geführt. Das ist mehr, als man von den deutschen Behörden sagen kann (Stichwort Krümmel, Biblis, AVR).
Mag sein - aber wir müssen ja dessen Weiterbetrieb nicht noch dadurch sichern, dass
- deutsche Firmen/Stromversorger sich dran beteiligen
- wir den Strom von solchen Dingern auch noch importieren
Ersteres lässt sich ohne Verstaatlichungen nicht verhindern, letzteres ist nicht geplant.
die EU wird da von Wettbewerbsfreiheit reden und uns das verbieten (wenn's nicht schon durch diesen dussligen, voreilenden Gehorsam scheitert)
Ich habs nicht mehr genau in Erinnerung, aber ich glaube, es gab vor 2-3 Jahren mal eine EU-Initiative zur unterschiedlichen Besteuerung von Stromarten (die der Union nicht passte und ganz schnell wieder verschwand), dass wäre ähnlich wirkungsvoll. Auch gibt es Bestrebungen, die Deckungssummen für Atomkraftwerke deutlich zu steigern und wie bereits erwähnt wurde: Geltende Vorschriften zum Nachweis von Entsorgungsmöglichkeiten würden privater Atomkraft ebenfalls den Hahn abdrehen.
Deutschland war in den letzten Jahren einer der beiden wichtigsten Atomlobbyisten in der EU.
Überprüfbar ist's sowieso nicht - und wenn, dann wird der Atomstrom halt im Ausland verkauft und der von diesem ersetzte Kohlestrom geht an uns.
Auch kein Gewinn....
Falls es nicht aufgefallen ist: Die Mehrheit der EU-Staaten hat 0 AKWs, vom Rest hat die Hälfte minimale Kapazitäten und der Rest seit mindestens drei Monaten eine Anti-AKW-Bewegung.
Es mögen nicht alle aussteigen, aber einen Neubau wird kaum jemand durchbringen (selbst wenn der politische Wille für wirklich sichere Kraftwerke da wäre: Diese sind so teuer, das bis heute keines der nach-Tschernobyl-Konzepte in vollem Umfange umgesetzt wurde) -> es gibt keinen unbenötigten Atomstrom, den man Deutschland verkaufen könnte oder an dessen Stelle man Deutschland etwas verkaufen kann. Im Gegenteil: Der Wegfall deutscher Stromexporte könnte in einigen Ländern sogar zu Knappheiten führen.
der europäische Stromverbund wurde mit Absicht eingeführt, um eventuelle Versorgungsengpässe - witterungsbedingt, wegen Veranstaltungen oder durch Ausfälle - ausgleichen zu können.
Das hat sich im großen und ganzen bewährt.
Da kann Deutschland nicht einfach aussteigen.
Verlangt ja auch niemand. Im Gegenteil: Die Kapazitäten müssen dringed ausgebaut werden, um den Bedürfnissen einer europäischen Versorgung mit regenerativen Energien gerecht zu werden.
Ob Deutschland sich vollständig selbst versorgen kann - zumal ohne AKW's - darf auch bezweifelt werden.
Deutschland überversorgt sich mit AKWs seit Jahrzehnten.
Es wurde gerade erst wieder eine Studie vorgelegt, wie sich Deutschland problemlos ohne AKWs versorgen könnte.
Es wurden in der Vergangenheit Regierungsstudien vorgelegt, die Potentiale für >50% Strom aus erneuerbaren Energien aufgezeigt haben.
Zumindest vorerst - in 20 Jahren könnte es was werden, vorher kaum.
Der Atomausstieg wurde 2000 beschlossen und die Stromkonzerne haben zugestimmt, 2022 soll das letzte Kraftwerk abgeschaltet werden. Ich seh da kein Problem mit einem 20 Jahresrahmen - außer die Stromkonzerne sollten ihre Versprechen nicht ganz gehalten haben...
Was macht man mit Vertragsbrüchigen? Ihnen Subventionen zu stecken
Eines darf man nicht übersehen: Immerhin erzeugen AKW's nahezu ein Viertel (genau: 23,3%) des deutschen Stroms.
In Anbetracht der langen Planungs- und Baurechtsphasen in Deustchland - es dauert oft mehrere(!) Jahrzehnte, bis ein Kraftwerk gebaut werden darf;
WKA afaik <6 Jahre von Planungsbeginn bis Stromproduktion. (Die E-126/6MW wurde laut Wiki 2006 vorgestellt, seit 2009 sind zwei im Hamburger Stadtgebiet am Werkeln. Das wären sogar nur drei Jahre und ganz sicher gehören Großstädte nicht zu den Bauplätzen mit den geringsten Auflagen) Weitere Einwände?
Was Jahrzehnte braucht, bis es mal Strom liefert, das sind die AKWs, von denen wir deinen Behauptungen nach nächsten Monat unseren Strom importieren sollen, obwohl sie bislang noch nicht einmal jemand bauen will.
Und da glaube ich nicht dran - auch weil gerade die Grünen jedes Großprojekt mit Klagen und Einsprüchen nahezu unendlich verzögern. Rücksicht auf die Betroffenen wird dabei nicht genommen - da wird ein Ortsumgehung verzögert, weil irgendwo auf der geplanten Trasse ein paar Vögel nisten (könnten; gesehen hat die keiner!).
Wer keine Ahnung von Ornithologie hat, kann ja mal versuchen, einen Vogel, der definitiv da ist (weil man ihn hört), auch zu sehen

Kraftwerke haben allerdings einen deutlich geringeren Flächenbedarf, als Autobahnen (Preisfrage: Welches Kraftwerk ist 100 km lang?) und gerade WKAs werden auch nicht unbedingt in den letzten verbliebenden Feuchtwiesen im Tal errichtet. (Hat sich schonmal jemand überlegt, wie es sein kann, dass große Verkehrsprojekte mit schönster Regelmäßigkeit durch Biotope verlaufen, die nur deswegen einen so hohen Schutzstatus genießen, weil sie so extrem selten sind? Es ist keineswegs so, dass große Teile Deutschlands unter Schutz stehen und jedem Halm ein Umweltschützer lauert, wie ein kurzer Blick auf diverse Agrarwüsten zeigt.)
Windräder wollen die auch nicht vor der Tür haben - abgesehen davon, könnte ja ein Vogel dagegen fliegen.
Vogelschlag ist ein vergleichsweise kleines Problem (außer für ein paar Leute, die auch Fliegenklattschen für den Holocaust halten) und bei der Ausweisung von Baugebieten wird auf den Vogelzug und wichtige Brutgebiete Rücksicht genommen. Beschwerden über WKAs "vor der Haustür" sind mir von grünen Politikern nicht bekannt - bitte belege deine Unterstellung.
Geläufig sind diverse, meist sehr kleine Bürgerinitiativen, die wenn dann konservative Lokalpolitiker als Fürsprecher gewinnen.
Wasserkraft ist in Deutschland soweit ausgebaut, wie es geht - da sind kaum noch ungenutzte Kapazitäten vorhanden.
Kleinkraftwerke werden noch auf bis zu 1 TW geschätzt (auch wenn ich stark davon ausgehe, dass entsprechende Studien auf sehr unzuverlässigen Hochrechnungen basieren, denn erhaltene Mühlteiche und Wasserkünste sind selten und Neubauten müssten ökologisch begutachtet werden, was für eine Studie wohl höchstens exemplarisch geschehen sein dürfte)
Das Ergebnis wird zwangsläufig - die Steinkohle wurde ja nun auch hingerichtet -
Du wiederholst dich. Und die Steinkohle wurde nicht hingerichtet, die Steinkohle ist in Deutschland seit 3 Jahrzehnten nicht mehr rentabel abbaubar. Aber die SPD scheint drauf und dran, dass wieder ändern zu wollen
eine erhebliche und zunehmende Abhängigkeit von ausländischen Ernergieträgern (Öl, Gas, Kohle) und ausländischen Ernergieversorgern sein.
Und wohin das führen kann, haben wir vor einigen Jahren gesehen, als es diesen Gasstreit gab.
Da sind wir in Deutschland ganz schnell hilfloser Spielball fremder Interessen - und das muss ja nun wirklich nicht sein.....
Tjo, das ist das Problem, wenn man auf seinen Nationalismus beharrt und sich gegen europäische Integration stellt. Niederländisch/Deutsche/Dänische Windkraftwerke mit Österreichisch/Schweizerischen Speicherkraftwerken als Reserve, Mediteranen Photovoltaikanlagen und Skandinavischen Wasserkraftwerken für die Tages- und Grundlast und Osteuropäische Biomassekraftwerke als Backup könnten einiges versorgen. Westeuropäische Gezeitenkraftwerke, wenn denn mal gewisse greenwasher ihre Werbekampagnen in die Tat umsetzten, sind auch nicht zu verachten.
Schwieriger wird es natürlich, wenn man alles auf nem kleinen Staatsteritorium zusammenquetschen will. (wobei Deutschland da -neben Spanien und Italien- die mit Abstand besten Chancen hat, denn wir haben sowohl Agrarfläche für Biomasse-Reserven als auch Berge für (Pump-)Speicherkraftwerke und exellente Windkraftbedingungen in der Hälfte des Landes)
Und: schon die jetzige Regierung ändert ihre Meinung gerne mal - wer garantiert denn, dass eine eventuelle neue Regierung den Atomkonsens nicht einfach kippt?
Nun: Während die jetzige Regierung ihre Meinung gerne mal ändert (hatten wir jemals so viele Ministerwechsel?), haben es die 3 vorrangegangenen Regierungen afaik nicht gemacht (die davor hab ich weniger bewusst wahrgenommen - glaube mich aber zu erinnern, dass sie eine klare Linie hatten. Wenn auch nicht unbedingt die, die man in ihren Wahlversprechen zu erkennen glaubte). D.h. Der Ausstieg vom Ausstieg aus dem Ausstieg vom Ausstieg müsste innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgen. Ich denke nicht, dass dieses Jahr noch der politische Wille dazu entstehen wird - Fukushima dürfte in regelmäßigen Abständen wieder in den Nachrichten auftauchen. Wenn man in einem Jahr anfängt, Pläne zu schmieden, muss man das ausgehend von jetztigen Schnellbeschlüssen machen - sicherlich nicht einfach, da einen kostengünstigen Übergang zu finden und ich denke auch nicht, dass bis dahin überhaupt ausreichend neue Fakten zu Tage treten und die neue FDP scheint etwas weniger hartnäckig zu sein, die Union wird sich mit Endlagersuche im Stammland herumärgern müssen. In 1,5 Jahren wird niemand mit Wiedereinstiegsplänen kommen, denn da ist Wahlkampf.
Wie die Wahl ausgeht, bleibt abzuwarten, aber nach aktuellem Stand der Dinge sieht es nicht so aus, als bekäme Schwarz-Gelb noch einmal eine Mehrheit. Mit allen anderen Kombinationen ist kein Wiedereinstieg zu machen.
Mein Fazit: Vor 2017 wird keine Regierungsmehrheit für einen Wiedereinstieg zu machen sein. Bis dahin sollten die jetzt abgeschalteten AKWs vollständig durch Erneuerbare ersetzt worden sein, selbst wenn Schwarz-Gelb nach den jetzigen Ökobekenntnissen keine weitere Förderung beschließt (womit ich rechne) und die Reservekapazitäten Deutschlands ausreichen, um den Rest auch abzuschalten. Wichtiger: Die geringe Zahl der verbleibenden Kraftwerke dürfte weitere Investitionen in die Kerntechnik für Hersteller und Betreiber unattraktiv machen, so dass ich einen verringerten Lobbydruck erwarte.
Die Atombranche hat nach dem letzten GAU massive Einbrüche hinnehmen müssen - nach dem jetzigen wird sie weltweit kaum noch Land gewinnen. Selbst knallharte Atomverfechter wie Japan und Länder mit großen Plänen wie China oder die USA suchen nach Alternativen.
Vor allem bei den Ausfahlzeiten. In der Regel ist aufs Jahr hochgerechnet ein AKW komplett ausser betrieb.
? Afaik kommt man schon aufgrund normaler Revisionsarbeiten auf eine Verfügbarkeit von maximal 90%. Bei 17 deutschen AKWs sind also im Schnitt fast zwei vom Netz. Dazu haben, wenn ich mich recht erinnere, Brunsbrüttel und Krümmel seit knapp einem halben Jahrzehnt (fast) nur gestanden und Neckarwestheim soll zwischen der Scheiterung einer Restlaufzeitübertragung bis zum kurzen Schwarz-Gelben-AKW-Revival mit im Schnitt <20% Leistung gelaufen sein.
(würde mich an der Stelle mal interessieren, wieviel % ihrer Nennleistung die deutschen AKWs 2008-2010 erbrachten und wieviel deutsche Photovoltaikanlagen geschafft haben

)
Gehen wir mal davon aus, daß die Strom export
ierenden Länder einfach nicht so bescheuert mit dieser Frage umgehen wie die Deutschen: Wenn nur Ökostrom exportiert würde, würde in dem entsprechenden Land eben (fast) nur konventionell erzeugter Strom verbraucht. Das macht die Rechnung doch noch wesentlich attraktiver! Gleich oder sogar höhere Einnahmen bei weniger Ausgaben. Das ist dann wirklich vernünftige Marktwirtschaft.
Nö. Die Produktionskosten bleiben die gleichen, egal was wohin geht. Dazu kommen aber die zunehmend steigenden Kosten für CO2-Zertifikate und wenn man selbst nur konventionellen Strom verbraucht, zahlt man da fleißig drauf. Desweiteren ist ja nicht so, als würden nur Deutsche Ökostrom konsumieren - der Markt dafür existiert mitlerweile europaweit.
Was den Bedarf angeht: da magst Du recht haben; wenn wir tatsächlich 130% haben, ist's gut.
Wenn wir aber nur 100% (oder 107%) haben und dann kommt eine ungünstige Situation dazu (kein Wind = keine Windenergie; Schnee = keine Sonnenenergie; große Kälte = großer Strombedarf), dann kann die Sache auch ganz schnelle in die Binsen gehen.
Du vergisst, dass wir Speichersysteme und Nachbarn haben. "fehlender Wind" geht dann in die Hose, wenn ganz Europa für mehrere Tage keinen Wind hat. Die Winterproduktion von Solaranlagen ist ohnehin nicht so prall - da geht wenig von der Jahresproduktion verloren. Dafür gibt es Wind im Winter meist um so mehr und WKAs funktionieren auch bei Schneefall. Kälte sorgt zum Glück nicht mehr für drastisch steigenden Strombedarf, denn Elektroheizungen müssten mitlerweile Europaweit verboten sein. Zudem sind die Programme für Hausmodernisierungen eines der wenigen Elemente der Rot-Grünen Regierung, dass die Häuslebauer der CDU quasi unverändert fortgeführt haben, bis die Krise zu dick wurde.
Das ist halt der Unterschied zwischen dem alten, zentralisierten Netz, dass nur die Zustände "alles ok" und "GAU" kannte (und "der Fluss ist zu warm

). In einem integrativen Verbundsystem gleichen die Stärken des einen die Schwächen des anderen aus. Man kann nicht jeden für sich betrachten, wegen Details fertigmachen und dann alles ablehnen. Das zeugt nur von mangelndem Überblick.