AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung
Das dauert aber zu lange, wir reden dann über zehn Generationen. Vergiss den Ansatz, er führt zu keine Lösung, die den massiven Klimawandel verhindert.
Zehn Generationen halte ich für viel zu hoch angesetzt. Wir haben in der 1. Welt Geburtenquoten von unter 1,3 bei einer allgemeinen Förderung von Kindern (starke Befürwortung auf sozialer Ebene mit hartem sozialen Druck gegen Abweichlern, staatliche und wirtschaftliche Unterstützung, einen kompletten Medizinzweig, der sich nur darum kümmert). Würde man die gleichen Anstrengungen in Gegenrichtung unternehmen könnte man, ohne denen die Kinder wirklich toll finden, auf die Füße zu steigen, locker auf 1,0 runter kommen. Das wäre ein Größenhalbierung jeder Folgegeneration und auch wenn wir zusätzlich eine Verlängerung der Lebensspannen haben, wird die vom hohen Niveau der USA oder Europas ausgehend locker durch die vorzeitigen Todesfälle ausgeglichen. Eine Geburtenquote von 1 entspricht ja keiner Renterquote von 1. Somit halte ich eine Nettohalbierung des Bevölkerungzuwachses pro Generation für locker möglich und daraus resultiert direkt eine Nettohalbierung der Bevölkerung pro Lebensspanne, also aktuell ca. alle 3 Generationen. Nach weniger als 5, nicht erst nach 10 Generationen wären die USA auf dem von dir gewünschten Level.
Wo du aber recht hast: Das ist viel zu lahm um einen massiven Klimawandel zu verhindern, wir reden von 150-180 Jahren. Aber beinahe alles ist zu lahm, um einen massiven Klimawandel zu verhindern - "schnell genug" wären ein paar Maßnahmen gewesen, die man vor 20 Jahren hätte beginnen müssen. Aber damals wurde man ja richtig schief angeguckt, wenn das Problem nur Ansprach. Mittlerweile sind xy°-Ziele bis 2100 nur noch lächerlich, die Erde geht an dem Tag schließlich nicht unter und allein die heute schon vorhandenen Treibhausgase, Wärmeausdehnung und Eisbewegungen werden bis 2200-2300 Auswirkungen haben, selbst wenn wir morgen auf Steinzeittechnik umschalten. Zu einer vernünftigen Klimapolitik gehört deswegen die Kontrolle des weltweiten Bevölkerungswachstums. ALLE anderen Maßnahmen, die wir ergreifen, kann man letztlich als "pro Kopf" bilanzieren. Und auch wenn wir die Weltbevölkerung nicht (ohne zu erwartende Kriege) bis 2100 auf (auch bei westlichem Lebensstandard) gut verträgliche 1 Milliarde reduzieren können, so können wir uns die restliche Arbeit massiv vereinfachen, wenn wir global eine durchaus realistische Schrumpfung auf 5,5 Milliarden bis 2060 schaffen, anstelle des erwarteten Wachstums auf 11 Milliarden.
Das bedeutet weitaus mehr als eine 50% Redkuktion des restlichen Aufwandes, da viele Schritte für die letzten Prozent Klimaschutz besonders teuer werden. Wenn wir statt 98% des überhaupt Denkbaren nur 49% erreichen müssen, dann genügen dafür 10-20% der Anstrengungen, die für 98% nötig wären. Diese 10% sind immer noch weitaus mehr, als wir heute machen - aber sie sind wenigstens realistisch. Die 98% sind ein Niveau, bei dem ein Nuklear-Uboot mit Fischernetz als einzig praktikable Zukunftsoption erscheint. Bonuspunkte bei einer schrumpfenden Bevölkerung: Wir werden im Zuge des unvermeidbaren Meeresspiegelanstieges bis zu 50%, sicherlich aber mehr als 10% der heutigen globalen Infrastruktur verlieren. Außerdem im Zuge der Erwärmung zumindest für ein paar Jahrhunderte 20-40% der landwirtschaftlichen Produktionsflächen beziehungsweise deren Qualität. Wenn gleichzeitig 20% der bestehenden Infrastruktur frei werden und 20% weniger Nahrung benötigt wird, ist das zu schaffen. Wenn wir dagegen schon rein aufgrund des Bevölkerungswachstums 60% mehr Infrastruktur und 60% mehr Nahrung benötigen, haben wir keine Chance.
Also wie gesagt: Die Bevölkerung wird schrumpfen, das können wir nicht ändern. Aber wir können wählen zwischen weniger Geburten und sehr viel mehr Toten.
Aktuelle Sorgen der Politik: "Wir sterben aus" "Geburtenmangel" "Herdprämie" "Familienförderung"

Imho sollte jeder, der ein Kind in die Welt setzen will, sich erstmal darüber klar werden, wir er ihm eine Zukunft bieten kann. Bislang haben wir pro Nase nämlich maximal 1/3 Zukunft zu vergeben und das ist ganz schön dürftig.