AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung
Bisherige Diskussion:
Es wäre immer höflich, eine konkrete Aussage zu machen und diese mit einem Link zu belegen.
Nur seitenlange Texte zu verlinken und zu erwarten, dass andere aus dem Link das heraus holen,
was man meint, ist zu einfach. Wir haben ja eine Einigung gefunden, holperig, aber gefunden. Nun
zur Wirkung:
Wirkung von CO2:
Man kann natürlich einfach immer von 26% ausgehen.
Zuerst einmal sollte man sich die Zahlen genau ansehen und nicht behaupten, was gemacht wird.
Wo kommen denn 9% und wo 26% her? Schauen wir uns den in Wiki verlinkten Artikel von 1997
mal genauer an, denn es ist nicht so schwer, ein paar Messungen zu machen und eine Spannweite
von 9-26% ist sehr groß. Es liegt einfach daran, dass der Anteil von CO2 durch Wasser überstrahlt
wird. In trockenen Arktischen Gebieten ist der Einfluss von Wasserdampf minimal, in feucht, warm
tropischen Gebieten riesig. Viel wichtiger ist darum der absolute Wert.
Da CO2 in der Atmosphäre ziemlich gleichmäßig verteilt ist, ist der absolute Wert, abhängig natürlich
von der Konzentration und der Bodentemperatur, überall auf der Welt ähnlich, durchschnittlich 32W/m²
nach Deiner Quelle. Darüber hinaus wird in unterschiedlichen Frequenzen gemessen. Bei langwelligen
sind es 26% Anteil, bei Kurzwelligen 0%, auch nicht verwunderlich, siehe dazu Tabelle 3 und 4.
Abstract:
"The longwave radiative forcing of the climate system for both clear (125 W/m²) and cloudy (155 W/m²) conditions are discussed.
The authors find that for the clear sky case the contribution due to water vapor to the total longwave radiative forcing is 75 W/m²,
while for carbon dioxide it is 32 W/m²
http://journals.ametsoc.org/doi/pdf/10.1175/1520-0477(1997)078<0197:EAGMEB>2.0.CO;2
In Klimasimulationen wird natürlich nicht ein fester Wert genommen, sondern es werden die vielen tausend
Messwerte aus hunderten von Studien zusammen gefasst, weil in jeder Studie andere Orte und andere Situationen
bewertet wurde. Schaust Du Dir die alten Werte in Deinem Link an, die auf vielen Studien von 1975-1995
beruhen (siehe Tabelle 1), dann ist die Schwankungsbreite der Werte relativ gering.
Jetzt lese ich in Ruhe den Artikel, auch wenn er uralt ist.Ich glaube kaum, dass ist irgend etwas neues finde,
dafür habe ich das Thema in den letzten dreißig Jahren zu oft raus und runter gekaut.
Bewertung Deiner Aussagen:
Es nervt einfach. Es fehlt scheinbar an allen Ecken und Enden das mathematische Rüstzeug. .
Nur weil Du Daten fehlinterpretierst, bedeutet es nicht, dass Wissen dazu unpräzise ist. Nehmen wir als
Beispiel dazu Deine immer wieder genannten 8-26%. Das ist nicht die Unsicherheit, es sind je nach Ort,
Zeit und äußeren Bedingungen bekannte unterschiedliche Werte. Alles Werte, die in Simulationen einfließen.
Es gibt zwei Ebenen. Zuerst müssen sämtliche relevanten Effekte erkennt und physikalisch beschrieben werden.
Damit sind wir ziemlich weit. Man findet zwar immer wieder neue Faktoren, in denen gerade die Biosphäre
stabilisierend oder verstärkend rückkoppelt, diese neu beschriebene Faktoren haben aber immer geringere
Relevanzen. Im zweiten Schritt müssen diese einzelnen Effekte quantifiziert werden. Und auch an dem Punkt
werden wir immer genauer. Es ist darum absurd, auf irgendwelche alten Studien zu verweisen, die in der
Regel heute quantitativ überholt sind. Die genauen Werte findet man in aktuellen IPCC Bericht
Trotz allem Fortschritt ist eine Prognose schwierig ud die Bandbreite der Modellrechnungen je nach Para-
metern, wie der weiteren Entwicklung der CO2 Ausstöße und der Bewertung bestimmter noch unsicherer
Faktoren schwankt. Mit viel Glück passiert wenig, wahrscheinlich passiert viel im schlimmsten Fall wird es
katastrophal. Wolen wir das Leben unserer Nachfahren wider besseren Wissend dem Schicksal anvertrauen?
Schlusswort:
Was mich immer wieder aufregt sind Menschen wie Du, die sich einzelne Zahlen heraus picken, den Effekt
dahinter nicht in Gänze durchdringen. aber herum tönen, dass tausende von Forscher keine Ahnung haben.
Lerne zuerst zu verstehen, schaue dann auf konkrete Daten und diskutiere danach fundiert.
Ich bin aus dem Thema ziemlich lange raus, weil der Drop gelutsch ist. Alle Effekte sind qualitativ hinreichend
genau beschrieben. Was offen ist, sind quantivifierungen. Da ich keine Lust habe, jedes Jahr hunderte von
Veröffentlichungen zu lesen, freue ich mich immer wieder, wenn andere Foristen neue Ergebnisse finden
und verlinken, z.B. gerade zu Themen wie Meeresströmungen, Windsystemen etc.