Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Und jetzt gibt es zwei Sichtweisen. Deine, die auf den absoluten Verbrauch zielt und zurecht sagt "Ungeheuerlich", und meine, die ganz stolz ist, vom Maximalverbrauch vor vierzig Jahren, als ich fünfmal mehr pro Jahr bei doppeltem Verbrauch fuhr auf, nur noch auf 10% gekommen zu sein. Ich habe also menen Verbrauch um 90% reduzieren!

Und da es das einzige Laster ist, was ich habe und ansonsten extrem sparsam bin, habe ich da nicht einmal ein schlechtes Gewissen, obwohl Menschen von außen zurecht auf diesem ihrer Meinung nach überflüssigen Verbrauch hinweisen.

Aktueller Zielwert sind 3 t CO2-Äquivalent pro Jahr und Kopf insgesamt. Das sind ungfähr 30 Wochenenden zu je zwei Tagen bei deinem Verbrauch allein durch Mopedfahren. Es muss aber für die gesamten direkten und indirekten Emissionen reichen und du wirst zumindest noch ein paar Nahrungsmittel konsumieren, offensichtlich auch etwas Elektronikgüter und sicherlich einiges an Reifen. Ggf. sogar Strom und Gas aus nicht regenerativen Quellen, Nutzung weiterer motorisierter Verkehrsmittel außer dem Motorrad, etc.. Anzunehmen also, dass du immer noch weit über der Grenze liegst - dabei wärst gerade du wegen deiner Vergangenheit einer von denen, die noch einiges an früherer Verschwendung nachträglich zu kompensieren hätten.
 
Es geht darum das man, wenn man die Moralkeule schwingt, auch Vorbild sein sollte.
Kann man doch auch, wenn man eben hier und da was tut.,, Man kann sich ja trotzdem was gönnen und wenn einer mit seinem Mustang am Wochenende herum fährt, hat das nicht wirklich Einfluss.
Fliegen ist deutlich schlimmer.
Ein Moor trocken legen noch viel schlimmer.
 
Kann man doch auch, wenn man eben hier und da was tut.,, Man kann sich ja trotzdem was gönnen und wenn einer mit seinem Mustang am Wochenende herum fährt, hat das nicht wirklich Einfluss.
Fliegen ist deutlich schlimmer.
Ein Moor trocken legen noch viel schlimmer.
Ja ja, es gibt immer Sachen die deutlich schlimmer sind.:schief:
 
Kann ich kaum glauben.
Ich war auch erstaunt. Ich hab mal die Mengen meiner Verbräuche zusammengerechnet, das Moped liegt mit allen Betriebsmitteln unter einer Tonne pro Jahr. Ich muss quasi nicht heizen, brauche wenig Strom, Kleidung trage ich ewig und repariere sie, usw. Einzig Lebensmittel sind ein offener Punkt, das schwankt je nach Herstellart, die ich nicht beurteilen kann, sehr. Ich konsumiere kaum und ja, einizger Luxus ist regelmäßig gut Essen zu gehen, das hab ich nicht fassen können. Auch Kulturangebote brauchen ziemlich viel Energie, wenn man das auf die Besucher umlegt, sieht es wieder anders aus.

Ich fliege nicht, ich mache Radurlaube und mache quasi alle Fahrten mit dem Rad. Die Berechnungen sind ungenau und es geht erst einmal nur um meinen direkten Verbauch. Die ganzen indirekten Verbräuche sind schwer zu ermitteln. Z.B. wurde dieses Jahr mein Haus renoviert und es gab tonnenweise Styropor Isolation. Das ist natürlich auch nicht mit drin.
 
Indirekte Verbräuche sind verdammt schwer zu ermitteln. Da sehe ich die Schuld dann aber auch bei denjenigen, die sie verursachen. Ich kann versuchen, lokal einzukaufen (oder auch nicht. man hat ja zum Jahresanfang gesehen, dass man damit zu erheblichen Teilen rassistische Klimaschädlinge bezuschusst), ich kann versuchen Bio zu kaufen (bei CO2 z.T. sogar negativ, aber positiv bei NO2 und ggf. auch CH4), ich kann selektiv Produkte von Herstellern mit (angeblich) nachhaltiger Produktion, allgemein geringen Produktionskosten o.ä. wählen. Aber die Anbieter müssen sie halt auch anbieten. Sonst bleibt nur Konsumvermeidung, wo ich aber auch nicht schlecht dastehe. (Lebensbilanz neu gekaufter Smartphones + Tablets + Laptops: 0) Das einzige Laster, dass ich mir erlaube, ist ein gehobener Konsum von Milchprodukten. (Selbst bei Fleisch liegt mein Haushalt im Rahmen der bis vor kurzem geltenden Empfehlungen und legt den Schwerpunkt dabei aus Umweltschutzgründen auf Schwein.)

Ähnliches sehe ich das bei beruflichen Emissionen - wenn meine Branche der Meinung ist, ein virtuelles Treffen reicht nicht, dann kann ich meine Abneigung ausdrücken und ich kann versuchen, dem verbrauchten Kerosin durch zusätzliche private Nutzung etwas mehr Sinn zu geben. Aber anhängen lasse ich mir dieses CO2 nicht, über dessen Vermeidung andere entscheiden. Genausowenig habe ich Einfluss darauf, ob die Bahn in der ich sitze, mit Kohlestrom fährt oder ob der ÖPNV einen E-Motor hat. Bei sowas bleibt einem als kleiner Angestellter nur die Politik und da meine rechteste und zugleich letzte in eine Regierungsmehrheit geflossen Wahlentscheidung "rot grün" war...

Wichtig ist es halt, im Umkehrschluss die direkten Emissionen so knapp zu halten, dass man reichlich Reserven für indirektes hat. "Zuviel" kann man ja nicht machen. "Nicht Pendeln" und "nicht fliegen sind da schon verdammt schwere Steine im Brett. Ich habe nie ausgerechnet, was die erfolgreiche Außenpolitik von Angela M. + Freunden nebst Wählern in 2022/2023 angerichtet hat. Aber ich bin seit einem Jahrzehnt nicht mehr privat geflogen, habe bis auf besagte Lücke nur Biogas bezogen und Ökostrom schon weit länger (immer von reinen Anbietern, keinen schöngerechneten Graustrom). Immobilien, die Emissionen verursachen könnten oder den Raum für Einsparung derselben geben würden, können sich nur besser verdiendende und Öko-Schweine leisten, und die Bau-CO2-Budget der gemieteten Wohnung liegt von "heute" in etwa so weit entfernt wie Scholz von "Klimakanzler". Bleiben auf meiner direkten Bilanz also nur PKW-Emissionen von 560 kg pro Jahr und Haushaltsmitglied im Schnitt über die letzten Jahre. Und da wäre ich durchaus bereit gewesen, für technisch möglich erscheinende <400 kg etwas mehr auf die Theke zu legen. Baut(e) aber niemand mit ausreichender Transportkapazität (und keinen Deut mehr) sowie benötigter Ergonomie angeboten. Ich hab ein Jahr lang recherchiert, ehe ich mich für das kleinste annehmbare Übel (und reale 6,5 l / 100 km) entschieden habe.
 
Harald Lesch hat sich aber stark verändert. :ugly:
Jedenfalls gute Videos zum Thema Klimawandel und Kipppunkte.

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Zum Thwaites-Gletscher in der Westantarktis ist das hier ganz spannend. Auch er kollabiert schon und das immer beschleunigter. Auch hier ist der Kipppunkt schon erreicht
Für mich ist die Antarktis schon verloren.
55 Millionen Jahre war sie ein Eisklotz auf der Erde und wir schaffen es sie abzuschmelzen, ganz ohne Kontinentalverschiebung, die das sonst gemacht hätte.
 
Eine Null zu viel? :klatsch: :D
Im Grunde genommen ist es ja auch wurscht. Ich bezweifle, dass die Menschheit dann noch da ist.
So oder so - bestimmt nicht. :)
Aber der Punkt ist schon erwähnenswert, charakterisiert er doch quasi die Entwicklung zu unserer heutigen Epoche.
Wir, die Fauna wie Flora und letztlich Homo (Sapiens) sind Kinder einer wirklich sehr kühlen Phase des Planeten.

Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit hätte sich das irgendwann auch von selbst wieder umgedreht.

Allerdings sind wir Menschen dann doch viel Schneller als Mama Natur.
Was dann letztlich das Kernproblem ist.
Die Evolution wird kaum sooo schnell sein, wie wir das Klima ändern.
 
So oder so - bestimmt nicht. :)
Aber der Punkt ist schon erwähnenswert, charakterisiert er doch quasi die Entwicklung zu unserer heutigen Epoche.
Wir, die Fauna wie Flora und letztlich Homo (Sapiens) sind Kinder einer wirklich sehr kühlen Phase des Planeten.
Säugetiere brauchen es kühl. Dann werden sie auch recht groß.
Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit hätte sich das irgendwann auch von selbst wieder umgedreht.
Wird es auch. Die Kontinente driften ja weiter. Irgendwann gibt es wieder einen Superkontinent.
 
... Wir, die Fauna wie Flora und letztlich Homo (Sapiens) sind Kinder einer wirklich sehr kühlen Phase des Planeten....
Und genau das verstehen so viele nicht. Zur alles übertreffenende Spezie wurden wir in der letzten Kaltzeit, als die Steinzeitkulturen überall außerhalb Afrikas die Megafauna ausrotteten. Nur in Afrika hatten die Tiere Zeit und Raum genug, um sich an den neuen und extrem gefährlichen Jäger anzupassen. Überall, wo wir neu auftauchen, haben wir alles platt gemacht. Während den Eiszeiten.

Wir Säugetiere werden mit den merklich steigenden Temperaturen extreme Probleme bekommen. Aber wie bekommt man das in Köpfe rein, die sehen "Och, war ja schonmal viel wärmer als heute, wo ist das Problem"? Gar nicht. Und ohne Problembewusstsein kein Handlungsdruck.

Außerdem haben "wir" den Biber längst als Ursache der Hochwasser identifiziert, Problem gelöst, wenn alle Biber ausgerottet sind. Also nix mehr mit Solarzelle, Wärmepumpe und E-Auto.
 
Und genau das verstehen so viele nicht. Zur alles übertreffenende Spezie wurden wir in der letzten Kaltzeit, als die Steinzeitkulturen überall außerhalb Afrikas die Megafauna ausrotteten. Nur in Afrika hatten die Tiere Zeit und Raum genug, um sich an den neuen und extrem gefährlichen Jäger anzupassen. Überall, wo wir neu auftauchen, haben wir alles platt gemacht. Während den Eiszeiten.

Ja und Nein :)
Sapiens wanderte vor nicht allzu langer Zeit aus Afrika heraus - vor 100.000 Jahren aus Afrika, erst vor 40.000 Jahren nach Europa.

Wenn es Bevölkerungsdruck war, warum sind dann nicht alle Elefanten in Afrika weg?
Immerhin war Sapiens da über 100.000 Jahre konzentriert.
Zeit genug, alles aufzufuttern, was nicht bis 3 auf den Bäumen war.

Und warum hat Neanderthalensis während seiner fast 200.000 Jahre Regentschaft nicht alle Mamuts ausgerottet, die nachweislich noch von 20.000 Jahren in Sibirien lebten?

Ich denke, es ist ein Konglomerat aus Klimawandel hin zum milderen Klima, kombiniert durch Populationen von Sapiens aber auch anderen, moderneren Predatoren und evtl. noch unbekannten Ereignissen (Eifel-Vulkanausbruch??)

Und wie zum Teufel wurden nachweislich Sapiens, die vor 40kJ zweifellos wie ein heutiger Kenianer aussahen, binnen dieser Zeit zum blonden Europäer, obwohl auch klar ist, dass die 40kJ eigentlich für solche eine Transformation zu kurz sind.
Neanderthaler hat dafür 100 kJ gebraucht und war mit Sicherheit gleich schlau und genetisch besser ausgerüstet.

Da ist noch Vieles im Dunklen der Geschichte und es gibt m. E. keine einfache Antwort.
 
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