Indirekte Verbräuche sind verdammt schwer zu ermitteln. Da sehe ich die Schuld dann aber auch bei denjenigen, die sie verursachen. Ich kann versuchen, lokal einzukaufen (oder auch nicht. man hat ja zum Jahresanfang gesehen, dass man damit zu erheblichen Teilen rassistische Klimaschädlinge bezuschusst), ich kann versuchen Bio zu kaufen (bei CO2 z.T. sogar negativ, aber positiv bei NO2 und ggf. auch CH4), ich kann selektiv Produkte von Herstellern mit (angeblich) nachhaltiger Produktion, allgemein geringen Produktionskosten o.ä. wählen. Aber die Anbieter müssen sie halt auch anbieten. Sonst bleibt nur Konsumvermeidung, wo ich aber auch nicht schlecht dastehe. (Lebensbilanz neu gekaufter Smartphones + Tablets + Laptops: 0) Das einzige Laster, dass ich mir erlaube, ist ein gehobener Konsum von Milchprodukten. (Selbst bei Fleisch liegt mein Haushalt im Rahmen der bis vor kurzem geltenden Empfehlungen und legt den Schwerpunkt dabei aus Umweltschutzgründen auf Schwein.)
Ähnliches sehe ich das bei beruflichen Emissionen - wenn meine Branche der Meinung ist, ein virtuelles Treffen reicht nicht, dann kann ich meine Abneigung ausdrücken und ich kann versuchen, dem verbrauchten Kerosin durch zusätzliche private Nutzung etwas mehr Sinn zu geben. Aber anhängen lasse ich mir dieses CO2 nicht, über dessen Vermeidung andere entscheiden. Genausowenig habe ich Einfluss darauf, ob die Bahn in der ich sitze, mit Kohlestrom fährt oder ob der ÖPNV einen E-Motor hat. Bei sowas bleibt einem als kleiner Angestellter nur die Politik und da meine rechteste und zugleich letzte in eine Regierungsmehrheit geflossen Wahlentscheidung "rot grün" war...
Wichtig ist es halt, im Umkehrschluss die direkten Emissionen so knapp zu halten, dass man reichlich Reserven für indirektes hat. "Zuviel" kann man ja nicht machen. "Nicht Pendeln" und "nicht fliegen sind da schon verdammt schwere Steine im Brett. Ich habe nie ausgerechnet, was die erfolgreiche Außenpolitik von Angela M. + Freunden nebst Wählern in 2022/2023 angerichtet hat. Aber ich bin seit einem Jahrzehnt nicht mehr privat geflogen, habe bis auf besagte Lücke nur Biogas bezogen und Ökostrom schon weit länger (immer von reinen Anbietern, keinen schöngerechneten Graustrom). Immobilien, die Emissionen verursachen könnten oder den Raum für Einsparung derselben geben würden, können sich nur besser verdiendende und Öko-Schweine leisten, und die Bau-CO2-Budget der gemieteten Wohnung liegt von "heute" in etwa so weit entfernt wie Scholz von "Klimakanzler". Bleiben auf meiner direkten Bilanz also nur PKW-Emissionen von 560 kg pro Jahr und Haushaltsmitglied im Schnitt über die letzten Jahre. Und da wäre ich durchaus bereit gewesen, für technisch möglich erscheinende <400 kg etwas mehr auf die Theke zu legen. Baut(e) aber niemand mit ausreichender Transportkapazität (und keinen Deut mehr) sowie benötigter Ergonomie angeboten. Ich hab ein Jahr lang recherchiert, ehe ich mich für das kleinste annehmbare Übel (und reale 6,5 l / 100 km) entschieden habe.