AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung
Nein ruyven es ist eben nicht aerodynamisch blöd. Es gibt ja verkleidete Liegeräder für den Sport und die Faustformel ist, dass ein man 10 bis 15km/h schneller fahren kann. Denn ganz ehrlich mit dem Fahrrad ist man vieles, aber ganz sicher nicht aerodynamisch unterwegs. 30km/h sind easy, 40 ein Kampf.
Aber auch das ist nicht das große Ding. Elektromotor rein und gib ihm. 500 bis 1000 Watt Motorleistung plus 1 bis 2kw/h Akku als Pedelec und man kommt selbst mit 2 Personen und 3 Kästen Bier bestimmt 100km weit bei 30km/h. (Ja jetzt einfach mal geschätzte Zahlen in den Raum geworfen)
Aber fakt ist, das ist eine Lösung um viele Autofahrten zu ersetzen.
Was du beschreibst ist ein Velomobil. Davon werden allein in Deutschland mindestens ein Dutzend angeboten und locker noch einmal die drei bis vierfache Zahl kann bequem aus Holland und Dänemark bezogen werden. Und ja: Die Dinger sind ein tolles Mobilitätskonzept.
Wenn man holländische oder dänische Radstraßen hat.
Aber auf deutschen Radwegen haben alle Liegeräder Komfort und Stabilitätsprobleme, weil Bordsteine, Schlaglöcher und Baumwurzeln zur Norm gehören, freie Sicht auf den Straßenverkehr dagegen nicht. Glaube mir, du willst nicht mit hohem Tempo 5-10 cm Kanten mit einem Vehikel überfahren, in dem du nicht aus dem Sattel gehen kannst. Und zumindest in den Teilen Deutschlands, die ich kenne, müsstest du das im Schnitt alle 10-50 m machen, sodass "bei niedrigem Tempo" keine Option ist. Genauso unbrauchbar ist die Konstruktion an jeder Einmündung mit parkenden Autos zwischen Radweg und Straße, weil du nicht nur selbst unsichtbar bist (davon muss man als Radfahrer immer ausgehen), sondern auch unfähig über alles hinüberzugucken, was größer als eine deutsche Dogge ist.
=> Die Dinger kann man in Deutschland nur auf der Straße fahren. Wenn du >25 km/h mit E-Unterstützung fahren willst (und ich verstehe auch nicht, wieso man für <25 km/h E-Unterstützung braucht, wenn man nicht gerade Fatties auf Langstreckentouren nimmt) sowieso.
Problem: Um auf deutschen Straßen sicher zu sein, reicht es nicht 30-40 zu fahren. Das mache ich regelmäßig an einer Engstelle in einer Senke und trotzdem drängelt sich mindestens einmal im Monat einer vorbei, um mich dann (wegen Gegenverkehr oder auch einfach nur so) mit teilweise unter 2 m Längs- und unter 0,5 m Querabstand zu schneiden. Wenn du den "aus Prinzip hinter keinem Rad"-Fahrern entgehen willst, musst du mindestens 55-60 fahren, auch S-Pedelecs dürfen aber nur bis 45 km/h unterstützen. Weitere Sicherheitsprobleme sind der fehlende physische Schutz verglichen mit Autos und den Abrollmöglichkeiten und der Übersicht eines normalen Rads sowie die eigene Unsichtbarkeit. Für den Fahrer eines typischen deutschen "Stadtautos" (2,5 Tonnen, 1,8 m Höhe) beim typischen deutschen innerstädtischen "Sicherheitsabstand" (10 m) ist ein Liegerad bei falscher, aber oft zu beobachtender Sitzeinstellung komplett unsichtbar. Das eigene Leben hängt dann nur noch von der Sichtbarkeit eines Wimpelchen oben drauf ab.
Weiter Kirschen auf der Torte dank deutscher Rahmenbedingungen: Du musst weiterhin Handzeichen geben, was eine Vollverkleidung ausschließt, denn Blinker am Fahrrad sind verboten. Genauso das abstellen auf KFZ- oder Moped-Parkplätzen. Aber natürlich auch auf Gewegen, wenn Fußgänger behindert werden, was mit so einem Ding genauso unvermeidbar ist, wie die Nutzung von Fahrradständern unmöglich.
Fazit: Wenn wir einige Fehler der STzVO korrigieren und innerorts vernünftige Fahrbahnen für Radler einführen (einfachste Methode: Tempo 30 innerorts flächendeckend. Dann kann man mit schafbaren 35 km/h auf der Straße mitschimmen), bin ich der erste, der sich so ein Ding kauft. Aber bis dahin halte ich ein einfaches, verkleidetes Liegerad/S-Pedelec für unbrauchbar in Deutschland und bin deswegen davon ausgegangen, dass du als "Fahrrad mit Dach" eher sowas
in der Art hier mit zusätzlicher Frontscheibe meinst. (Link nur zu Illustration, sowas gab es auch mal rein zum Wetterschutz, finde ich aber gerade nicht.)
Warum das nicht unbedingt die tollste Erfindung ist, brauche ich wohl nicht zu erklären
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Wer regensicher mit unter anderem Muskelkraft bei jedem Wetter in Deutschland fahren will, hat meiner Meinung nach derzeit keine Alternative zum
Twike. Aber das ist kein Fahrrad mehr, weder von der Zulassung und den Eigenschaften, noch vom Preis.
Disclaimer: Da es zwischen allen Bauformen Übergangsbereiche und einige wenige Regionen in Deutschland mit verdammt guten Radwegen gibt, will ich nicht ausschließen, dass für ein geradeso brauchbarer Kompromiss für ein wettergeschütztes Alltagsrad existiert. Aber da muss wirklich vieles zufällig stimmen, um alle aufgelisteten Nachteile auszumanövrieren.