Was mir auffaellt seit Ryzen sind die Menschen weniger Preiskritisch.
Nur mal als Beispiel, mit unseren Preisen ( hier bei mir in der Region ):
i3 10100F 89 Euro - 3100 109 Euro - 3300X 139 Euro mehr Performance in etwa 15%
Die Menschen sind in sofern preiskritisch, wie sie in bestimmten Verhältnissen die Angebote einfach nicht wahrnehmen, die der Handel ihnen unterbreitet.
Und manchmal hilft es auch, sich nicht nur Momentaufnahmen anzusehen, sondern Entwicklungen: Der 3100 startete bei 109 Euro. Kurz bevor der 10100F im Oktober 2020 für 80 Euro auf den Markt kam, lag der 3100 - man ahnt es - ebenfalls bei 80 Euro.
Heute ist der 10100F auf 95 Euro verteuert und der 3100 mit 109 Euro zu seinem Startpreis zurückgekehrt, allerdings sehr theoretisch, da er - ebenso wie der 3300X - gar nicht verfügbar ist.
I5 10400F 149 Euro - 3600 198 Euro - 5600X 329 Euro mehr Performance in etwa 22%
Der 10400F ist für 155 Euro verfügbar, der 3600 für 185 Euro. Das liegt im Verhältnis, wenn an bedenkt, dass 3600 geringfügig stärker ist und mit einem brauchbaren (!) Kühler geliefert wird.
Beim Aufschlag zum 5600X sieht es schon anders aus. Der ist zwar aus Sicht des Gamers sogar gute 30% schneller unterwegs, aber das wird eben auch mit über 70% Preisaufschlag erkauft. An dem Punkt werden budgetorientierte Käufer, die einfach nur auf 6C/12T peilen, nicht mitgehen.
Das Verhältnis ändert sich wieder etwas, wenn der Anspruch ein anderer ist. Aus Sicht des etwas höher zielenden Gamers konkurriert der 5600X für 329 Euro nämlich mit dem 10850K für 400 Euro (zzgl. Aufpreis für Z4x0-Mainboard und den Kosten eines separat zu erwerbenden Kühlers).
Und wem die Kerne des 5600X trotzdem zu wenig sind, wählt den 5800X, der zwar mit 450 Euro um 12,5% teurer ist, aber auch 10% schneller bei geringerer Leistungsaufnahme. Zudem auf einem günstigeren B550-Board lauffähig, was den Preisunterschied komplett nivelliert.
I7 10700F 289 Euro - 3800 349 Euro - 5800x 449 Euro mehr Performance in etwa 20%
Der 10700F für stellenweise 265 Euro konkurriert allerdings eher mit dem 3700X für 300 Euro. Und das sind dann wieder die rund 30 Euro Preisunterschied, die man beim 10700F in einen gescheiten Kühler investieren kann, der beim 3700X schon dabei ist. Am Ende läuft es also wieder auf's Selbe hinaus.
Das ist die Kehrseite, wenn es keinen
deutlich Unterlegenen mehr gibt, der über den Preis angreifen muss. Intel kann geringfügig runtergehen, weil sie nicht die Kosten einer Neuentwicklung wieder hereinholen müssen, sondern das Endprodukt einer lange ausgereiften Architektur verkaufen können, deren Entwicklungskosten sich längst amortisiert haben.
Und trotzdem ist der Preis-/Leistungsunterschied quasi nicht vorhanden, weil Intel angesichts der aktuellen Marktlage gar nicht daran denkt, echte Freudnschaftspreise aufzurufen. Es wird lediglich genau so viel reduziert, wie unumgänglich nötig ist, um im Spiel zu bleiben.