"Atomare Brennstoffe, Mineraldünger und Metalle der Platingruppe waren davon allerdings ausgenommen."
Die FR und auch ich haben nie behauptet, dass es ein Uran-Embargo gab. Es wurde ausschließlich aufgezeigt, dass die USA 2023 mehr Uran denn je von den Russen gekauft haben. Und es wurden auch konkrete Zahlen von der FR ausgewiesen. Die Erlöse der amerikanischen Uran-Käufe könnten die Russen für den Krieg nutzen.
Das ist korrekt. Der Beitrag zeigt nach meiner Wahrnehmung auf, dass Deutschland sich sofort von direkten Bezug von Energieträgern aus Russland verabschiedet hat - vermutlich aber nicht ganz freiwillig, und deshalb empfindlich, nachhaltige wirtschaftliche Einschnitte hinnehmen muss. Die USA kaufen mehr Uran denn je aus Russland, obwohl es für eine Weltmacht wie die USA sicher problemlos möglich wäre woanders Uran zu kaufen. Deutschland hat es schließlich auch geschafft von jetzt auf gleich neue Quellen zu finden.
Kann man nun festhalten, dass der bestehende Handel zwischen den USA und den Russen mit atomaren Brennstoffen, Mineraldünger und Metallen der Platingruppe den Russen jährlich Milliarden in die Kassen spülen?
Dann lies den Artikel doch zuende und lasse nicht den entscheidenen Teil weg, der dann ein anderes, weil vollständiges, Bild ergibt:
"Importe aus Russland deutlich zurückzufahren.
Im Jahr 2022 hatten diese einen Wert von 14,44 Milliarden Dollar, ein Jahr später waren es noch 4,57 Milliarden Dollar. Das berichtete die
Welt.
Für die USA gibt es dabei zwei große Probleme: Erstens kontrolliert Russland fast 50 Prozent der weltweiten Kapazitäten zur Anreicherung von Uran, zweitens ist Amerika gerade im Rahmen der Energiewende von nuklearer Energie abhängig.
Schon unter Ex-Präsident Barack Obama haben die USA sich verstärkt um den Ausbau von Atomstrom gekümmert. Das Ziel: Sie wollten unabhängiger von klimaschädlicher Energie werden. Uran ist als Brennstoff für mehr als die Hälfte der emissionsfreien Energie verantwortlich.
Auch künftig soll Uran eine wichtige Rolle beim Erreichen der Klimaschutzziele spielen. Weil die USA zwar jede Menge Atomkraftwerke besitzen, aber kaum noch selbst Uran anreichern, können sie sich nur schwerlich von Russland lösen.
Das hindert das Land nicht daran, es trotzdem zu versuchen. Im Dezember hatte das US-Repräsentantenhaus ein Verbot für den Import von russischem Uran abgenickt. Die Regierung versucht auf diese Weise, den Sanktionsdruck auf Kriegstreiber Russland zu erhöhen. Allerdings gibt es eine Option auf Verzichtserklärungen für den Fall, dass die US-Reaktoren Versorgungsschwierigkeiten haben.
Das entsprechende Gesetz muss noch den Senat passieren, die Unterschrift von Präsident
Joe Biden würde das Ganze finalisieren."
Du pickst dir jetzt die Erhöhung des Uran-Importvolumens von 2022 mit 830 Mio US-$ auf 2023 mit 1,19 Mrd US-$ raus und reitest darauf herum.
Insgesamt aber ist die Handelsbilanz bzgl. Importe aus Russland deutlich reduziert und zwar um -9,87 Mrd US-$ bzw. -68,4%.
Was soll das nun also insgesamt werden?
Irgendwas mit "aber die USA" ?
Und was das Fracking-Gas betrifft, sollte man sich auch das Gesamtbild anschauen.
Vorweg: Ja, Fracking-Gas ist sehr kritisch zu sehen und nicht anzustreben.
Gem. u.a. Quelle versorgt sich Deutschland im angegebenen Zeitraum Januar mit 6,9% LNG Gas, wovon 80% aus dem USA stammt und im Wesentlichen Fracking-Gas ist (langsam bewegt sich scheinbar auch in den USA etwas in dieser Thematik. Fracking ist auch dort nicht unumstritten):
Das bedeutet, das der Anteil des vermeintlichen Fracking-Gases ~5,5% vom Gesamterdgas beträgt (zzgl. etwaiger USA Herkunft beim Bezug von Erdgas aus Niederlande/Belgien).
Nach der Adhoc-Abkopplung von russischem Erdgas war 2022 schlicht und zuerst die Versorgungssicherheit im Fokus - nun wird sukzessive versucht, sich auch von besonders klimaschädlicher Erdgasförderung zu lösen, ohne dabei aber Versorgungssicherheit aufs Spiel zu setzen. Und ja: Zielkonflikt und teuer.
Es ist ein wirklich schwieriges Thema, aber wir haben uns nunmal dazu entschieden, Russland nicht -wie vor dem Krieg- Mrd über Mrd für seine Kriegsmaschinerie durch den Abkauf seines Erdgases hinterherzuwerfen. Eine moralische Entscheidung, die ich nach wie vor richtig finde, auch wenn sie betriebswirtschaftlich erstmal ungünstig war.
Ich erkenne an, dass dies ein sehr kontroverses Thema ist, zu dem man sehr unterschiedliche Positionen haben kann, weil sie einen direkt betreffen.
Mir persönlich ist es das im Prinzip wert. Auch ich bezahle mehr € / kWh als noch 2021.
Aber so ist das im Leben: "Manchmal muss man eben einen Tod sterben"
Deutschland hat russisches Erdgas teilweise mit Flüssiggas aus den USA ersetzt. Nun tritt die US-Regierung bei neuen Genehmigungen auf die Bremse.
www.chemietechnik.de
Wie viel Flüssigerdgas speisen die LNG-Terminals im Norden ein? Welchen Anteil hat LNG an den gesamten Gas-Importen Deutschlands? Alle wichtigen Daten im Überblick in unserer Live-Übersicht.
www.ndr.de
Mir gefällt Deine Art der Diskussionsführung und Argumentation nicht:
Regelmäßig pickst du dir Fragmente des jeweils Ganzen heraus und versuchst hier damit Verwirrung zu stiften und Scheindiskussionen anzustoßen.
Ich meine, es führt doch zu nichts, außer, dass du mittlerweile jegliche Seriösität und Glaubwürdigkeit verspielt hast.