Die könnten auch noch sehr, SEHR lange weiterkämpfen wenn der Rest der Welt sie finanziell komplett isolieren würde.
Rein wirtschaftlich mag das stimmen, Ja. Mit Goldbarren kann man aber keinen Feind erschlagen. Das Material geht Ihnen unvermeidlich irgendwann aus und einen neuen Panzer zu bauen und an die Front zu schaffen dauert eben laenger, als ihn zu zerstoeren. Davon, dass ihn irgendwer fahren muss, ganz zu schweigen. Wenn man das Ersparte aber nur noch dafuer aufwenden kann (muss), diesen Krieg zu finanzieren, wird man an anderer Stelle zurueckstecken muessen, entweder durch offene Kuerzungen (Loehne, Sozialleistungen) oder durch verdeckte (Inflation). Und ob Rekruten, deren Eltern jeden Tag nur noch Brotsuppe essen koennen, die motiviertesten Kaempfer sind?
Voellig falsch ist die Position, wir wuerden den Krieg finanzieren, also nicht: wir subventionieren das "System Putin" (und es ist eben vor allem sein Krieg) und stabilisieren es mit jeder Ueberweisung. Mehr als die Haelfte der russischen Einnahmen stammen aus Rohstoffexporten (die zur Disposition stehen), ein weiterer prominenter Posten ist der Verkauf von Waffen (Russland ist der zweitgroesste Exporteur der Welt), die man gerade selbst (ver)braucht.
So oder so ist die Frage, wie lange es dauert bis die Sanktionen eine Wirkung entfalten, am Ende nur Dekoration. Die Sanktionen sind das mildere Mittel als ein militaerisches Eingreifen und insoweit, solange wir noch waehlen koennen, alternativlos. Und langfristig kann Russland das nicht durchhalten und hat China auch kein Interesse an lebenserhaltenden Massnahmen. Tatsaechlich ist China sogar ein Kriegsgewinnler und muss sich dafuer nicht einmal besonders engagieren.
Und zu guter Letzt - genau so hat die Sowjetunion den kalten Krieg auch schon verloren. Vielleicht haette Putin ja die Zeitungen mal lesen sollen anstatt sie zu verbieten.