Sie könnten einfach nicht zur Wahl gehen.
Selbst laut den offiziellen Zahlen haben genau das 48% der Wahlberechtigten beim letzten Mal gemacht. Wahlsieger & Putin Hofstaat "Vereinigtes Russland" wurde offiziell nur von knapp 26% der Russen gewählt. Selbst die NSDAP hatte 1932 bei der letzten freien Wahl vor der beginnenden Diktatur mehr Zustimmung.
Und inoffiziell gibt es bei der russichen Parlaments"wahl" noch eine ganze Menge Zweifel daran, ob die gezählten Stimmen auch wirklich von Wählern abgegeben wurden und nicht von der Wahlleitung, was den Zustimmungsgrad von ""dem Russen"" (

) noch weiter senken würde. Leider wird man es nie erfahren, weil Putin eine internationale Beobachtung unmöglich gemacht hat.
Und Atomwaffen? Na ja, selbst wenn sie welche gehabt hätten, hätten sie ein über Moskau abwerfen sollen, als die Russen die Krim besetzten?
Die atomare Abschreckung funktioniert eigentlich nur, so lange es keine direkten Kampfhandlungen zwischen Atomwaffenstaaten gibt.
Atomare Abschreckung verhindert, dass einen irgend jemand mit dem Ziel der totalen Unterwerfung/Vernichtung angreift oder auch nur diesen Eindruck erweckt. Und als Putin Krim und Ostkraine unter seine militärische Kontrolle gebracht hat, hatte der verbleibende Teil des Landes nicht ohne Grund Angst, dass der Vormarsch weitergehen würde. Diesen Eindruck gegenüber einem militärisch unterlegenen Stäätchen wie der Ukraine zu erwecken, war für Russland ein Spiel; die resultierende Destabilisierung vermutlich sogar erwünscht. Genau den gleichen Eindruck gegenüber einer Atommacht zu erwecken, wäre ein Spiel mit der eigenen Vernichtung gewesen.
Zumal die nuklearen Möglichkeiten in so einem assymetrischen Kampf auf der Seite des Schwächeren/Kleineren stehen: Ja, die Ukraine hätte in einem (vermeintlichen) Last-Minute-Manöver Moskau und andere russische Großstädte angreifen können. Das hätte sie international, trotz der Verteidigungssituation, zur persona non grata gemacht, aber in einer wahrgenommenen "tot oder gebrandtmarkt"-Situation hält das niemanden auf.
Umgekehrt hätte Russland aber keine Atomwaffen im Osten der Ukraine einsetzen können, ohne die eigenen Verbündeten und die Krim in Mitleidenschaft zu ziehen und auch nicht gegen Kiev, Lemberg oder Odessa, ohne damit auch Weißrussland, Moldau, Polen und Rumänien (und über die letzten beiden die gesamte NATO) reinzuziehen.
Ob das der Ukraine die Krim erhalten hätte - keine Ahnung. Rein militärisch jedenfalls nicht: Der Einmarsch der grünen Männchen war riskant, aber so wie er geklappt hat, bot er keinen Ansatz für Gegenschläge. Als die Ukraine mit Sicherheit wusste, dass Landesteile von Russland erobert wurden, war die Zeit für Verzweiflungstaten schon lange abgelaufen. Möglich wäre nur eine indirekte Schutzwirkung. Im Moment will Putin die Ukraine destabilisieren und der Griff nach der Krim war Teil dieser Strategie. Aber ist Putin so durchgeknallt, dass er auch eine Atommacht hätte destabilisieren wollen? Ein Idiot am roten Knopf ist weitaus riskanter als ein klar denkender Feind. Es sorgen sich ja nicht ohne Grund mehr Menschen um das nordkoreanische als um das chinesische Atomprogramm. Vielleicht hätten ukrainische Atomwaffen Putin also allgemein von Einmischungen abgebracht. Wogegen sie meiner Meinung nach definitiv geholfen hätten: Den Kriegg im Donbass. Der betrifft viel größere Landesteile und hat keine offensichtliche geographische Grenze, löst somit viel eher den Eindruck einer vollständigen Eroberung aus, aber außer Destabilisierung bringt er Putin nichts. Dieses Risiko wäre Russland gegen eine Atommacht nicht eingegangen.
Es ist eine unkluge Option, Millionen von Zivilisten für ein Stück Land zu opfern.
just my 2 cents
Ist es klug, Tausende Zivilisten für ein Stück zu Land zu Opfern? Hunderte?
Krieg ist immer blöd und man sollte nie unterschätzen, wie amoralisch diejenigen handeln könnten, die sich trotzdem dafür begeistern.
(Man beachte an dieser Stelle, dass die ganze Debatte nur besteht, weil jemand einen großen Teil der Bevölkerung der Krim deportieren und verrecken hat lassen und stattdessen in großer Zahl Russen dort angesiedelt. Das war definitiv unklug und bis leidet die ganze Region darunter, aber aufgehalten hat das niemanden.)
Aber, wer wollte denn, dass die ehemaligen Sowjetrepubliken ihre Atomwaffen abgeben?
Im konkreten Fall wollten das alle. Der Westen, weil er keine weiteren Atomwaffenstaaten wollte, die potentiell gegen ihn waren. Russland, weil es seine Atomwaffen zurück haben wollte und auf keinen Fall in der Hand von Leuten, die gerade gegen die russische Unterdrückung im Rahmen der UdSSR revoltiert haten. Und ganz vorne auch die Ukraine selbst, die Dinger loswerden wollte. Wirtschaftlich und politisch lag man nämlich, wie alle ex-Sowjetrubriken, erst einmal am Boden respektiv im Chaos und in so einer Situation stellt man nicht mal eben ein Atomwaffenprogramm auf die Beine. Selbst der Unterhalt der Waffen wäre für die heutige Ukraine eine erhebliche Belastung, sich damals das nötige Know-How anzureichern, war schlichtweg nicht stemmbar.
Die Ukraine hatte und hat nicht das nötige Militär, um die taktischen Waffen gegen Russland oder gegen die NATO zum Einsatz bringen - was nützen einem mächtige Sprengköpfe, wenn der Träger nicht einmal über die eigenen Landesgrenzen hinaus kommt? Deswegen hat man die Teile auch direkt und noch vor dem Budapester Memorandum ausgehändigt. Die ICBMs waren nur wenig nützlicher: Abgesehen davon, dass die Steuerbarkeit nicht für Angriffe auf z.B. Moskau ausreichte (zu nah dran), man also erst einmal (mit noch einigermaßen vorhandenem Know-How) Modifikationen oder sogar neue Träger hätte entwickeln müssen, waren die Zünder immer unter Kontrolle Moskaus gewesen. Die Ukraine hätte zwar das Spaltmaterial, die konventionellen Explosivstoffe samt Zündern und die Geometrie der Sprengköpfe weiterverwenden können, aber um sie einsatzbereit zu machen, hätte man die zugeörige Elektronik entweder hacken oder neu entwickeln müssen. Beides kein leichtes Unterfangen - erst recht in einem Land, dass sich mangels unberührter Wildnis kein Testprogramm erlauben kann.