Wird Deutschland ernster genommen wenn sie keinen Waffen liefern?
Im Ausland stößt die Haltung Deutschlands nicht gerade auf Verständnis.
Viele europäischen Länder und die USA unterstützen die Ukraine militärisch.
Sanktionsandrohungen gegen Russland bringen doch eh nichts. Da lachen die Russen drüber.
Das was hier einige bestimmte Leute immer wieder suggerieren ist, das sich Deutschland von den USA abwenden und zu Russland hinwenden sollte, am besten die ganze EU oder Europa.
Ich muss ja hier nicht alle Sprüche wiederholen, aber die letzten 10 Seiten in diesem Thread waren da ja sehr eindeutig bezogen auf bestimmte Leute, sowie das es nicht im Interesse Deutschlands oder Europas wäre... seine Beziehungen mit Russland zu verschlechtern.
Ich möchte mal was grundsätzliches dazu schreiben, damit es auch wirklich jedem nicht ideologisch verbohrten klar wird.
Lassen wir mal für einen Augenblick Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Sicherheitspolitik und Westbindung aussen vor und betrachten nur mal, die Punkte/Interesssen auf denen der Wohlstand der Bundesrepublik Deutschland und der Bevölkerung beruht.
Das erfolgreiche Wirtschatsmodell fußt seit 120-140 Jahen darauf, das wir (hochwertige) Produkte/Waren (in jeglicher Form) und Dienstleistungen entwickeln und damit neben uns selber auch die Welt "beglücken". Das erfordert von unseren Handelspartnern eine gewisse Kaufkraft, andernfalls können sie sich unsere Waren und Dienstleistungen gar nicht leisten.
Schaut man sich jetzt Fakten an, wie die Lesitungsbilanz zwischen Deutschland und den USA (alle Waren, Dienstleistung und Direktinvestitionen) im Vergleich zu Russland und desweiteren das Durchschnittseinkommen (Brutto) der russischen Bevölkerung, das unter dem liegt, was in Deutschland ein ALG II Empfänger samt Miete, Netto erhält, im Vergleich zum Durchschnittseinkommen eines US Bürgers, die auch noch doppelt so viele sind wie die russische Bevölkerung, wird einiges klar. Dazu kommen die tausende oder eher zehntausende von Firmen, die in den USA Handel mit Deutschland treiben im Vergleich zu vielleicht ein paar hundert aus Russland.
Hier muss mir mal einer erklären, wo auch nur ein einziger objektiver Grund liegt oder es überhaupt irgendein Interesse von Seiten Deutschlands oder der EU (für die gilt das in überwiegenden Teilen oben gesagte analog) geben kann, seine Beziehungen zu Russland auf Kosten der USA zu verbessern?!
Es gibt keine und das einzige was Russland anzubieten hat sind Gas, Öl und andere Bodenschätze, und diese sind halt auch anderswo erhältlich! Ansonsten hat Russland außer vielleicht noch Nahrungsmittel absolut nichts, gar nichts, anzubieten oder in Masse die Kaufkraft, deutsche Produkte und Dienstleistungen zu importieren.
Wenn man also jetzt in Rechnung stellt, dass das wirtschaftliche Interesse an Russland durchaus begrenzt ist, im Vergleich zu den USA soagr äußerst begrenzt, und darüber hinaus, halt Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Natomitgliedschaft, mit den USA als wichtigsten Bündnispartner, sowie Westbindung mit der Mitgliedschaft in der EU und anderen Institutionen ebenfals im (großen) Interesse Deutschlands liegen, bleibt halt so gar nichts mehr für Russland übrig. Schon gar nicht wenn man sich ständig aufführt wie der Elefant im Porzellanladen, sehr diplomatisch ausgedrückt.
Insoweit finde ich es immer sehr belustigend, wenn hier Leute behaupten, Deutschland wäre fremdgesteuert und würde in der Ukraine Krise oder überhaupt bei dem Themenkomplex Russland gegen seine Interessen handeln!
Nein, Deutschland handelt genau nach seinen Interessen und m.A. nach teilweise nicht genug, weil es halt hier in Deutschland, sehr kleine aber laute Minderheiten gibt, die das noch nicht wirklich durchdrungen haben.
Dazu kommt die latente Russlandfreundlichkeit in Teilen der SPD, die auf was auch immer beruht, jedenfalls nicht auf objektiven Argumenten oder Interessen.