Sie wollen volle Kontrolle über das Schwarze Meer haben.
Also das wird spätestens bei der Eroberung der Türkei schwierig. Meinst du vielleicht das asowsche Meer, wo man ja praktisch fertig ist? Aktuell ist die beste Vermutung zu Eroberungen darüber hinaus, dass man eine Landbrücke nach Transnistrien will und Odessa steht unabhängig davon weit oben auf der "haben will" Liste russisch-sowjetischer Nostalgisten. Der Rest der Ukraine wird man nur noch nach Möglichkeiten in Schutt und Asche legen. Der ursprüngliche Plan einer Kompletteroberung ist gescheitert, der ukrainische Norden und Westen als solcher für Putin wertlos.
Offen ist aus meiner Sicht noch das nördliche Donezsk. 2014 wollte man nicht mal einen Teil davon geschenkt haben, bislang hat man wenig Anstrengungen zu einer Erweiterung des Gebiets gemacht und es wäre aufgrund der guten Vorbereitung einer der militärisch teuersten Teile der Ukraine. Aber je weiter man im Süden Richtung Westen vorstößt, desto länger werden die Versorgungswege, desto länger auch die eigene Flanke und das für die Ukraine wichtige Kraftwerk Saporischja liegt auch noch exakt auf dieser. Da wäre es strategisch attraktiv, eine Linie von Charkiw bis Dnipro zu ziehen und sich alles östlich davon einzuverleiben.
Im Gegenteil sogar, die Russen tun sich offensichtlich schwer damit nicht stationäre Ziele mit weitreichenden Waffen zu bekämpfen. Zudem kann erwartet werden, dass die russische Westflanke durchaus weich sein wird, die Truppe ist frontal in Kiew gebunden und alles was es braucht ist ein Abschneiden von der Versorgung.
Aber wie? Teilweise stehen die Straßen wortwörtlich voll mit russischen Einheiten und auch wenn die nur bedingt Kriegsbereit sind, werden sie als Wachpersonal gegen Kommandounternehmen reichen. Langstreckenwaffen oder gar Luftwaffe hat die Ukraine praktisch nicht mehr, der Versuch einer vollwertigen Einkesselung wäre bei der vorhandenen Truppen-Nicht-stärke und mit Weißrussland im Rücken Selbstmord für die ukrainische Armee. Dann lieber Putin die Macht über Tschernobyl lassen und nach Schaffung stabiler Riegel in den nördlichen und östlichen Vororten Kiews frei werdendende Truppen Richtung Odessa verlegen. Da und im Bereich Dnipro sehe zumindest ich die größten Gefahren, sobald die bislag um Mariupol gebundene russische Truppen in wenigen Tagen frei sind.
Ja ja da ist mir tatsächlich ein kleiner Fehler unterlaufen, danke für den höflichen Hinweis. Ändern tuets trotzdem nichts auch wenns weh tuet, Abrams halten so einige Panzerabwehrraketen aus.

Hängt von der Waffe ab. Der Arbams ist nach zig Upgrades zwar afaik einer der am schwersten gepanzerten MBTs im Einsatz (einschließlich ettlicher der einhergehenden Nachteile), aber die hohe Überlebensquote im Irakkrieg lag vor allem an den zu alten / zu leichten Waffen der Iraker. Mit einer RPG-7 oder -7M gibt es da an den meisten Stellen tatsächlich nur einen Delle, kampftoppende Wirkung braucht reichlich viel Glück und gute Winkel (und damit viele Versuche, bis vielleicht mal was klappt). Mit einer -28 sieht die Geschichte schon DEUTLICH anders aus, aber die hatte Hussein halt nicht. (Aktuelle -7V-Versionen liegen irgendwo dazwischen)
Bei solchen Überlegungen muss man immer sehr genua auf die Ausrüstung achten (und z.T. auch auf die Bedingungen, versteht sich). Gerade Panzerung ist eine beinahe binäre Sache: Entweder die Waffen deines Gegeners kommen nicht durch. Dann ist im typischen Maße fast egal was er macht und wie viele Waffen er hat. Oder sie kommen durch. Dann ist fast egal, was du machst oder wie viele Panzer du hast. Die ambivalente Übergangsspanne vom einem zum anderen Zustand, in der es doch mehr Möglichkeiten gibt, kann in Extremfällen nur 20-30% betragen. Soviel mehr Panzerung bzw. soviel mehr Durchschlag gegenüber der herangezogenen Vergleichsituation führen dann schon zum gegenteiligen Ausgang.
Eines der größten Landungsschiffe der Russen in ihrer Flotte, die "Orsk" wurde von den Ukrainern zerstört:
Mein Gefühl sagt mir, dass ein Schiff, dass 55 Jahre nach seinem Stapellauf immer noch das größte seiner Art in einer Armee ist, nicht gerade die begehrteste Eigenschaftenkombination aufweißt und wenn es sich dann um ein Landungsschiff handelt, dass beim Entladen in einem Hafen erwischt wird, fühle sich mein Gefühl bestätigt

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Aber, Herr Schröder, wo nun genau ist der Grund für einen Angriffskrieg????
Norde Dich erst mal wieder in die Grundwerte einer Demokratie ein, alter Mann...
Einige Leute kapieren einfach nicht den Unterschied zwischen "Ergebnis von" und "verursacht durch", sondern fangen an Schuldzuweisungen zu verteilen, sobald sie eine Verknüpfung gefunden haben. Ich habe das Gefühl oft in der Annahme, dass sie von ihrer eigenen geistigen Leistung derart begeistert sind, dass sie automatisch davon ausgehen, niemand anders könnte sie vor ihnen vollbracht haben und vor allem dass es unmöglich ist, eien zweite zu finden. Wobei Schröder früher eigentlich viel gewitzter war.
Fest steht jedenfalls, dass der Ukrainekrieg gegenauso "Ergbnis von" der NATO-Osterweiterung ist, wie "Ergebnis von" der russischen Revolution, "Ergebnis von" dem Apolloprogramm, "Ergebnis von" der deutschen Wiedervereinigung (und insbesondere der Friedlichkeit der Proteste in der DDR) und "Ergebnis von" ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen sowjetischer Judolehrer. Aber nichts, rein gar nichts davon hat den Ukrainekrieg auch verursacht.

Grade Kleidung wäre das erste was ich als "fast ewig überbrückbar" ansehen würde sofern es um Funktionalität und nicht Konsum/Design geht. Ich habe (als jemand dem "Mode" völlig egal ist) kaum Kleidungsstücke im Schrank die nicht mehrere Jahre alt sind. Meine Hausschuhe als Extrembeispiel habe ich mit 16 gekauft. Ich werde demnächst 37. Die sind noch gut (auch wenn meine Frau das Gegenteil behauptet).
Ja. Aber das sind Dinge, die solange halten, weil du die richtigen Produkte gewählt hast (und bei den Hausschuhen muss noch irgendwas deutlich magisches im Spiel sein). Aber vieles von dem, was man heutzutage in den Läden bekommt, hat spätestens nach einem Jahr, teilweise schon nach wenigen Wochen Löcher. Mit Flicken und Ausbessern kommt man noch etwas weiter, aber wenn so etwas z.B. die oft nur in einfacher oder maximal doppelter Ausführung vorhandene Winter-/Schlechtwetterjacke trifft, hat der eigene Kleiderschrank in Russland eine Halbwärtszeit von unter 6 Monaten. Und bei Heranwachsenden ist das sowieso ganz allgemein das Limit und die Kleidung wird erst recht qualitativ darauf ausgelegt.
=> Kleidung ist essentiell und ohne Vorbereitung nur für wenige Monate aufschiebbar. (Mit Vorbereitung dagegen könntest du auch in deinem Keller genug Hülsenfrüchte, Stärke, Konserven und Brennstoffe fürs nächste halbe wenn nicht volle Jahrzehnt haben. Aber außer der russischen Armee hat sich niemand auf diesen Krieg vorbereitet. Und die eigentlich auch nicht so richtig.)
Bei der ganzen LNG-Geschichte frage ich mich wirklich was die sich da vorstellen. Dass LNG-Terminals bauen viele Jahre dauert ist ja bereits zum Normalbürger halbwegs durchgedrungen. Aber selbst wenn wir viele Terminals haben und uns Katar, USA, Kanada und wer auch immer mit dem Zeug beliefern will - es gibt nicht annähernd so viele LNG-Transportschiffe um das hinzukriegen... und zig riesen LNG-Tanker bauste auch nicht mal in nem Jahr (vor allem dann nicht, wenn die Werften keinen Schiffbaustahl kaufen können weil für dessen Produktion Rohstoffe und Energie fehlen - und der Stahlmarkt sowieso generell massiv unterversogt ist weil die Importe von Russland, was so grob 30% des europäischen Stahl ausmacht, ja wegfallen...).
China hat noch reichlich Werftkapazitäten über und ZUFÄLLIG gerade eine große Menge nur ganz leicht überteuerten Stahls aus unbekannter Quelle bekommen

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Für mich fallen die Terminals unter puren Populismus und vielleicht noch Wahlgeschenke. Selbst mit genug Tankern würde es kaum Sinn machen, sie in Stade/Wilhelmshaven/Brunsbüttel hinzuknallen. Aber zumindest letzteres könnte Habeck am Herzen liegen. Was sinnvoll wäre: Terminals in Griechenland und in Süditalien. Bis die fertig sind haben wir auch die Pumpstationen der Pipelines, die bislang russisches Gas aus Nordosteuropa dahin befördert haben, soweit aufgerüstet, dass die gleiche Kapazität auch in Gegenrichtung bereitsteht (wenn das nicht sogar jetzt schon der Fall ist). Wieso sollte ein Tanker aus Katar nach Durchfahrt des Suez-Kanals noch einmal die gleiche Stecker weiterdampfen, wenn es doch innerhalb Europas ein Pipelinnetz für den vollen Bedarf gibt? In die deutsche Bucht würde man allenfalls das tolle Frackinggas aus den USA anlanden...
Meine Hoffnung ist, dass die Terminals wenigstens flexibel genug für Wasserstoff ausgelegt werden, und zwar in beide Richtungen. Da könnte es im Zuge der Energiewende nämlich noch einer Trennung der europäischen Netze kommen und dann brauchen wir tatsächlich eigene Importwege.