AW: Will die EU-Kommission die Rettung des Nürburgrings verhindern?
Wieviele Arbeitsplätze hängen denn da dran? Für 300 Mio. kann man sicherlich wenn man sich Mühe gibt eine strukturschwache Region besser unterstützen, will sagen mehr Arbeitsplätze schaffen.
Quasi alle Arbeitsplätze in der Region hängen direkt oder indirekt am Ring. Ansonsten gibt es da einfach nur ein kleines bißchen Landwirtschaft und vielleicht ein bißchen Erholungstourismus - aber sonst nichts.
Aber mit den 300 Millionen hast du definitiv recht: Die Arbeitsplätze hängen am Ring. Nicht am Freizeitpark. Nicht am Shopping-Center. Die sollten zwar massig Leben in die Gegend bringen (denn es ist halt nicht rund um die Uhr n großes Rennen), aber nenneswert mehr als den Bauarbeitern haben sie wohl nicht zu Arbeit verholfen...
Aber ob andere Maßnahmen sinnvoller gewesen wären, ist auch zu bezweifeln. Es nützt einfach nichts, an jeder zweiten Ecke in Deutschland eine exzellente Infrastruktur zu schaffen. Es gibt nur eine beschränkte Anzahl an Unternehmen, die sich irgendwo ansiedeln könnte und es stehen mehr als genug Subventionsruinen in der Landschaft, die auf diese warten. Ständiger Wettkampf zwischen Regionen und Ländern ist einfach nur Selbstvernichtung.
Arbeitslosen Geld ist fast immer günstiger (extrem ausgedrückt: noch günstiger wär es die Arbeitslosen auf den Straßen verhungern zu lassen), aber wir leben immernoch in einem Sozialstaat und das ist auch gut so. Warum wurde sonst Jahrzehntelang in den Bergbau investiert, obwohl die Kohle im Ausland viel günstiger war? Es geht hier um Sozialverträglichkeit und nicht um so günstig wie möglich. Die sozialen Folgen von einer solchen plötzlichen Veränderung sind meist schwerwiegender und im Endeffekt auch teurer als solche Maßnahmen.
Die 300 Millionen wurden in eine (erhoffte) plötzliche Veränderung investiert, nicht in den Erhalt des Status Quo. Und die Kohle war im Ausland auch lange Zeit nicht wirklich billiger, wenn man das Arbeitslosengeld oben drauf rechnet und die an beidem hängende Wertschöpfungskette. Denn Geld, dass du im Ausland ausgibst, ist weg. Geld, dass im Inland in Arbeitsplätze fließt, erhält nicht nur diese, sondern noch eine ganze weitere bei den Unternehmen, die die Arbeiter versorgen.
Trotz allem hast du recht: Kohle wurde und wird über das volkswirtschaftlich sinnvolle hinaus gefördert.
Von Politikern, die wissen, dass große Teile der Wählerschaft direkt betroffen wären oder jemanden in der Verwandtschaft haben, der es wäre...
Das ist aber gängige Praxis. Schau dir die Landwirtschaft an. Ohne die Milliarden Subventionen hätten viele Landwirte keine Arbeit.
Oder der öffentliche Nahverkehr. Ohne Subventionen würde kein Zug oder Bus mehr fahren.
Die werden aber beide nicht zum Erhalt der Arbeitsplätze subventioniert, sondern zum Erhalt billiger Lebensmittelpreise respektive öffentlicher Versorgung.