AW: Was habt ihr gewählt?
Der Wahl-O-Mat sah mich in den Positionen bei der SPD. Ich mich eigentlich auch, hilft nur nix wenn die alle 5Minuten ihre Positionen auf dem Fenster werfen. Also wurde es tatsächlich etwas Protest.
Die Grünen sehe ich bei vielen als Ergebnis von Ausschlussverfahren. Wer eben CDU, SPD und FDP nicht wählen aber bei etablierten bleiben wollte kommt nun mal automatisch zu Grün.
Nicht nur durch die Beschränkung auf etablierte. Wenn man 1-2 Punkte aus dem Ur-Grünen-Spektrum haben wollte, blieben recht schnell keine Alternativen mehr übrig, bei denen diese tatsächlich Priorität hatten. Bei mir war es Umweltschutz, der beinahe nirgendwo anders auftauchte, aber Klimaschutz war bei vielen anderen nur irgend ein Punkt neben vielen und der eine Punkt wirkte nicht selten auch noch, wie bei den Grünen abgeschrieben. Wenn dann nicht wenigstens ein einschlägiger Spitzenkandidat aufgeboten wurde (selten der Fall), nahm man denen sowas einfach nicht ab. Nur im sozialen Bereich gab es tonnenweise Alternativen.
Besser kann man es nicht ausdrücken. Man kann es sich ja denken, dass ich durchaus Ziele habe, die in das Spektrum sehr konservativer bis rechter Parteien passen.
Dennoch würde es mir niemals einfallen, Parteien wie die AfD, NPD oder den dritten Weg zu wählen. Rechtsextrem wählen ist das Schlimmste, was man machen kann - noch sehr, sehr weit vor linksextrem.
Wird halt schwierig bei deinen Ansichten. Was du hier in den letzten 2-3 Posts geäußert hast, ist stark nationalistisch und beinhaltet auch die Bereitschaft, menschliches Leid zu verursachen, der deutschen Wirtschaft massiv zu schaden und unsere Stand in der internationalen Gemeinschaft aufzugeben. Das ist noch nicht zwingend ein radikaler Standpunkt, aber gemäßigte werden sich zumindest hüten sowas offen zu sagen, weil man damit bei sehr viele Leuten heftig aneckt. Nur Extreme haben damit natürlich 0 Probleme und Extrem + Nationalist landet eben ganz schnell in der Neo-Nazi-Ecke. Dazu noch die niedrige Priorisierung des Klimaschutzes, die sich als offiziellen Wahlinhalt eigentlich nur noch Parteien leisten, die Wissenschaftlichkeit komplett ablehnen (=AFD)
Wenn dir die Union schon nicht rechts genug ist, bleibt bis zu den offiziellen Standpunkten der (Bundes-)AFD einfach kein Raum frei, in dem eine dir genehme Partei liegen könnte. Hast du dir Luckes Neugründung LKR angeguckt? (Ich -aus naheliegenden Gründen- nicht, aber rein formell könnte das passen. AFD für Leute, die genug vom rechtsextremistischen Einfluss in der AFD haben und mehr Schwerpunkt auf Unternehmensunterstützung wollen. Das war eigentlich 1:1 Luckes Linie)
Kompliment übrigens, dass du trotz großer inahltlicher Nähe zur Fassade der AFD darauf verzichtet hast, das zu wählen, was hinter dieser Fassade noch alles an Dreck verborgen steckt. Viele andere setzen ihr Kreuzchen bei deutlich geringerer Übereinstimmung (respektive: öffentlich zugegebener Übereinstimmung) "aus Protest" bei den Neurechten.
Beim dritten Weg könnte man alleine an den Wahlplakaten bzw. deren Wortwahl erkennen, dass dort extreme Kräfte am Werke sind, genau wie bei der NPD.Auch manche AfD-Plakate grenzen schon an Volksverhetzung - und die Partei beweist in den Medien mit Äußerungen diverser hochrangiger Parteimitglieder eine entsprechende Einstellung.
NPD und insbesondere dritter Weg sind, genauo wie die Rechte, offen Rechtsradikal. Die vermeiden nur die Grenze zum illegalen (in letzteren beiden Fällen mit bescheidenem Erfolg), aber Radikalität finden sie offen gut. AFD halt offiziell nur rechtspopulistisch, mit ein paar extremistischen "Einzelfällen", die irgendwie ganz zufällig, hat rein gar nichts mit der Partei zu tun, in z.T. hohe Führungspositionen gerutscht sein müssen und da komischerweise auch bleiben und von denen man sich auch gar nicht distanzieren muss, wenn sie "privat" extremistische Parolen rausholen, die nur rein zufällig 1:1 Aussagen machen, die auch in gedrechselten, mit Hintertürchen versehenen Parteifloskeln passen
Dabei habe ich doch noch gar nichts gesagt

Aber gut... dann unterhalten wir uns eben ein wenig über Klimawandel.
Wusstest du denn bereits, dass...:
- Die größten 3 Länder (China, USA & Russland) für ca. 50% des weltweiten CO2-Ausstoßes zuständig sind. Und DE nicht einmal für 3% zuständig ist?
Liste der groessten Kohlenstoffdioxidemittenten – Wikipedia
Wusstest du, dass diese Länder mit die wichtigsten Handelspartner Deutschlands und der EU sind?
- Frachter der internationale Schifffahrt hauptsächlich mit Schwerölen betrieben werden, diese hochgradig Klimaschädigend sind; nebenbei mehr das Weltklima schädigen als ganz DE, und auf internationalen Gewässern die Umweltrichtlinien der jeweiligen Länder nicht gelten bzw. in unmittelbarer Umgebung oft nicht eingehalten werden oder nicht eingehalten werden können?
Emissionen durch die Schifffahrt – Wikipedia
CO2-Ausstoss - Schifffahrt – das schmutzigste Gewerbe der Welt - Kultur - SRF
Wusstest du, dass alle naslang Leute mit populistischem Argumentationsstil Statistiken zum Schadstoff-Ausstoß vom Schiffen (der in der Tat extrem hoch ist) mit dem Klimawandel und CO2 zusammenbringen, obwohl sie damit arg wenig zu tun haben und die CO2-Emissionen gemessen an der Transportleistung tatsächlich extrem niedrig sind?
- Unzählige Arbeitsstellen in DE massiv von der Automilindustrie abhängen, diese aber mit der Produktion von wettbewerbsfähigen Elektromotoren nicht hinterherkommt; und für die Produktion dieser Motoren unter anderem Grundwasser aus trockenen Regionen gefördert werden muss, was die Böden in ohnehin schon kargen Gegenden unfruchtbar macht; und dass die Entsorgung der Elektromotoren unheimlich umweltschädigend ist?
Entwicklung der E-Mobilitaet hinkt in Deutschland hinterher - Wirtschaft: Aktuelle Nachrichten und Berichte - WESER-KURIER
Rohstoffe fuer Akkus: E-Autos: Ein nur scheinbar sauberes Geschaeft - ZDFmediathek
https://www.wiwo.de/technologie/gre...lich-sind-elektroautos-wirklich/13546402.html
Wusstest du, dass man sich die Standorte von noch nicht existierenden Fabriken danach aussuchen kann, wo z.B. genug Wasser vorhanden ist?
Und wusstest du, dass in Deutschland auch massiv Arbeitsplätze von der Kohleindustrie und den Stahlwerken abhingen/-hängen, dass diese Arbeitsplätze aber genausowenig eine Zukunft haben wie die Produktion von Verbrennungsmotoren heute oder die Arbeitsplätze im Kutschenwesen davor?
Und wusstest du, dass ein nicht unerheblicher Teil der Motorenproduktion überhaupt nicht mehr in Deutschland stattfindet und dass der Zusammenbau von Batterieautos nur unwesentlcih einfacher ist und auch die Elektronik- und Elektriksysteme sowie die Fahrwerkstechnik, bei denen die deutschen Zulieferindustrie gar nicht mal so schlecht dasteht, in gleichem wenn nicht sogar stärkeren Maße benötigt werden?
- DE in europäischen Vergleich, mit die höchsten Strompreise hat. Seit der Energiewende zig Gigawatt Strom aus Atomkraftwerken von unseren europäischen Nachbarn zukaufen musste und vermutlich auch weiterhin wird (denn andernfalls wäre es ein Handelshemmnisse, was im europäischen Binnenmarkt praktisch nicht umsetzbar ist). Jedem dürfte klar sein, dass ein Unglück bei einem Atomreaktor Tschechien oder Frankreich uns genau so betreffen würde. Während wir uns gerade vom Atomstrom verabschieden, möchte unser direkter Nachbar Polen beispielweise Kernkraftwerke bauen.
https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Electricity_price_statistics/de
https://www.faz.net/aktuell/politik...chland-importiert-mehr-atomstrom-1626242.html
https://www.spiegel.de/wirtschaft/u...rom-koennte-deutschland-fluten-a-1205511.html
https://www.n-tv.de/politik/Polen-will-erstmals-Kernkraftwerke-bauen-article20745755.html
Wusstest du, dass Deutschland neben den "zig" eingekauften "Gigawatt" Strom auch "zig mal zig" "Gigawatt" exportiert hat, also netto ein bedeutender Stromexporteur ist? Und das darunter ein gar nicht mal so kleiner Teil deutscher Wind- und insbesondere Solarstrom für die Atomnation Frankreich war?
Und wusstest du, dass nur die Privatkunden Strompreise in Deutschland so hoch sind, weil die Union, FDP und zuletzt auch SPD absolut alle Kosten auf den Privatverbraucher abwälzen, während Industriekunden ihren Strom zum Teil für 4 Cent/kWh hinterhergeschmissen bekommen, sodass einige niederländische Unternehmen entlang der Grenze bereits die Möglichkeiten eines Stromanschlusses mit eigener Leitung nach Deutschland durchrechnen?
Und wusstest du, dass es europaweite Abkommen zur Atomkraft gibt und sämtliche Kraftwerke der Regulierung durch Euratom unterliegen, was ein aktiv gegen Atomkraft und aktiv für europäische Angleichung arbeitendes Land (also nicht sowas wie Deutschland) durchaus nutzen könnte, um das Unglücksrisiko zu verringern?
Wie wird sich das Weltklima also ändern, wenn DE oder gar die gesamte EU von heute auf morgen Umweltschonender agiert?
Die Antwort ist leider: nicht nennenswert.
Bei der ganzen EU wäre der Effekt schon messbar. Wenn die gesamte EU ihr Außenhandelsgewicht in die Wagschale schmeißen würde, wäre er sogar ziemlich ordentlich.
Einige positive Folgen hätte es durchaus, nur ist es - wenn man Aufwand und Ertrag gegenüber stellt - schlicht und ergreifend unverhältnissmäßig.
Oder wie siehst du das Ganze?
Wenn man einen Horizont hat, den man als Standpunkt bezeichnen kann, dann mögen Aufwand und Ertrag nicht zusammenpassen. Dann steht man auch nach 30-40 Jahren bekanntem Klimwandel da und hat eine Autoindustrie, deren Produkte sich bald nicht mehr verkaufen lassen. Und 1A Atomtechnik, die niemand mehr will (außer Staaten, Atommacht werden wollen), weil Solar und Windenergie nicht nur sauberer, sondern längst billiger sind - leider aber nicht mehr in Deutschland gefertigt werden, weil diese Industrie ja zum Schutze der Arbeitsplätze äh Aktionärsgewinne einiger alter Großkonzerne vernichtet werden musste.
Hat man etwas Weitblickt, dann ist einem schon seit den 90er klar, dass ein Land das auch in Zukunft eine wirtschaftliche Rolle spielen möchte, sich von fast allen traditionell in Deutschland großen Industrien verabschieden seine Wirtschaft radikal umwandeln muss. Auch mit noch so viel Subventionen überlebt alter Schrott nicht lange und vor allem gehen einem irgendwann die Quellen aus, aus denen man die Subventionen finanzieren könnte. China hat das kapiert, Deutschland ... - vergleich mal das Wirtschaftwachstum beider Nationen. Gerne auch pro CO2-Ausstoß.