Das monierte Geheule gabs schon immer und wird es immer geben, da kann auch der Herr Vötter drüber unglücklich sein so viel er will.
Ich sehe nicht wieso das jetzt auf einmal schlimmer geworden sein soll und die damalige Gamesentwicklung mit der heutigen zu vergleichen ist ein großer Äpfel und Birnen Vergleich.
Ja es gab Spiele, die erst später wirklich spielbar waren, aber das lag vor allem an den damaligen Umständen. Die Spieleindustrie steckte da noch viel mehr in den Kinderschuhen mit allen Konsequenzen, die sich aus der Unerfahrenheit der damaligen Zeit ergeben haben (inklusive schwer abschätzbaren Hardwareanforderungen). Zahlreichen Neuinnovationen (2D => 3D etc) kamen in deutlich kürzeren Intervallen und selbst da war das nicht "normal", nur nicht die absolute Ausnahme.
Heutige Spieleentwickler können häufig auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und viel ausgereifteres Tooling mit den populären Engines (z.B. UE4/5 etc) zurückgreifen. Außerdem ist der technische Fortschritt (zumindest bei den Grundlagen) bei weitem nicht mehr so rasant wie damals und im Endeffekt durch die Leistungsfähigkeit der zu unterstützenden Konsolengenerationen sowieso im gewissen Maße eingeschränkt. Ein UE4 Game von 2017 schaut häufig nicht viel schlechter aus als ein UE4 Game von 2021.
Ja natürlich braucht neue Technologie letztlich auch neue Hardware und darüber würden sich bis auf einige wenige Dauerquengler wohl niemand aufregen, diese sind aber sicherlich nicht repräsentativ und der gesamte Absatz für mich eher ein Strohmann. Die steigenden Anforderungen sieht man bei aktuellen Games durchaus deutlich und das ist auch erstmal nichts Schlechtes. Aber wenn die neue Hardware so bepreist wird wie es die Herren und Damen von AMD und NVidia gerade tun, dann braucht man sich über den Unmut der Leute noch nicht wundern.
Vor diesem Hintergrund zu fordern, dass man halt einfach mal upgraden soll, in einer Zeit in der die reale Inflation zu einem massiven Reallohnverlust führt, ist dann schon leicht zynisch Richtung "dann sollen sie doch Kuchen essen", betreffen die Limitierungen in erster Instanz die Gamer, die P/L-bewusst einkaufen (müssen). Den Enthusiasten, die sich sowieso spätestens jede zweite Gen die Topmodelle kaufen, ist das herzlich egal, da das Geld offensichtlich verfügbar ist.
Hier mal die offizielle und eher "schöne" Datenlage des statistischen Bundesamts:
Wie man sieht, ist der Reallohnindex seit 2020 fast durchgehend massiv negativ und in dieser Zeit soll man auf Kante genähte Modelle wie z.B. eine RTX4070 kaufen? Hier noch ein Artikel vom BpB:
Zunächst wird eine differenzierte Bestandsaufnahme der Lohnentwicklung Deutschlands vorgenommen, dieser schließt sich ein Vergleich zur EU-27 an.
www.bpb.de
Man möge übrigens aufs Datum schauen, da sind die Reallohndefizite von 2021 und insbesondere 2022 gar nicht drin.
Summa summarum imho eine ganz schlechter Kommentar, der im Groben wohl darauf beruht, dass
@PCGH_Raff mit der verbreiteten eher negativen Stimmung im Forum bezüglich der aktuellen Hardwarepreise nicht d'accord geht. Die "Fakten" sind nicht wirklich welche bzw. lassen sich auf die heutige Zeit halt nicht so einfach übertragen und die Statements sind viel zu allgemein gehalten und unspezifisch.
Man muss sich dieser Meinung nicht anschließen, aber zu versuchen diese Leute als fortschrittsverweigernde Dauernörgler hinzustellen, weil sie ein bestimmtes neues Feature nicht bei der ersten Implementierung supertoll finden finden ist oberflächlich und mit Verlaub schlicht Blödsinn, wenn da doch so viel mehr Hintergründe mit reinspielen.