AW: Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte
Für Leute, die so großwerden (sozial prikär), ist eine Karriere bei der Bundeswehr attraktiv und ein idealer Tummelplatz für ihr Weltbild.
Bei der Bundeswehr geht das noch weiter. Zielgerichtet Werbung in sozial schwachen oder wirtschaftlich schwachen Gegenden, weil man weiß, dass die Leute im Zweifel nach jeden Strohhalm greifen, nur um den Verhältnissen zu entkommen. Man könnte fast den Eindruck haben, dass eines der Ziele der Agenda 2010 und des Abbau des Sozialstaats auch der war, sich eine Unterschicht zu schaffen, die dafür da ist, den Blutzoll bei den Auslandseinsätzen zu zahlen (und ansonsten die Schnauze zu halten oder für Titelstories vom rechtsradikalen Ossi und vom Prügel-Ali zu sorgen hat).
Oder, wie bei der AfD, aus dem gutbürgerlichen Mileu, relativ gebildet, Mittelschicht, paranoide Angst davor das durch die Politik für die sozial Schwächeren der eigene Wohlstand bedroht ist, wo die Idiologie dann einfach gut in das durch paranoide Angst geprägte Weltbild passt, um den eigenen Wohlstand vermeintlich zu sichern.
Bitte nicht die Verbindung ins Adelsmileu unterschlagen. Auch wenn der Adel heute kaum noch öffentlich wahrgenommen wird, außer irgendwelche Pferdegebisse in den Illustrierten. Aber die haben durchaus noch eine (vorallem ökonomische) Macht durch ihr über die Jahrhunderte
zusammengeraubtes und gemordetes "zusammengetragenes" Eigentum an Grund und Boden und sind zu einem nicht geringen Teil erzkonservativ und auf die Wiederherstellung der alten Verhältnisse aus.
Die zweite Frage ging eigentlich viel weiter; Nämlich woher Menschen mit so einer Einstellung überhaupt kommen, wie die sich radikalisieren. Das muss sich jetzt nicht zwingend Streitkräfte und SEKs beschränken. Ein "Nazi-Gen" gibt es ja nicht, also wer erzieht die Typen und aus welchem Umfeld kommen die?
Ich verweise dazu mal wieder auf die Studien zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Extremismus der Mitte, die seit bald zwei Jahrzehnten gemacht werden, u.a.: "
Verlorene Mitte - Feindselige Zustände" (2019), "
Flucht ins Autoritäre - Rechtsextreme Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft" (2018), "
Fragile Mitte – Feindselige Zustände (PDF)" (2014), "
Deutsche Zustände" (2002 - 2011) oder "
Rechtspopulismus in der Arbeitswelt" (2009).
Sozialdarwinistische Einstellungen, Marktkonformer Extremismus und Rechtsextremismus haben seit der Agenda 2010 und dem Abbau des Sozialstaats, sowie Deregulierungen und "Liberalisierungen", also der Beseitigung von Schranken, die dem kapitalistischen Wirtschaftssystem mal aus gutem Grund auferlegt wurden, immer mehr Zulauf bekommen. Man kann in dem Sinne also sagen, dass Union, FDP, Grüne und SPD, also die Parteien durch die es damals durch Bundestag und Bundesrat gekommen ist, sich auf langer Sicht zu Steigbügelhaltern der AfD gemacht haben. Die Geister die man rief...
Achja: Ich traue bis heute weder SPD noch Grünen beim Thema Sozialstaat über den Weg. Denn wer dafür sorgt das Steinmeier Bundespräsident wird, der auf der einen Seite zu Recht die Spaltung der Gesellschaft, etc. beklagt, auf der anderen aber bis heute in Treue fest an der Agenda 2010 hält, wo er auch noch einer der Chefarchitekten gewesen ist, der versteht vom Sozialstaat soviel wie eine Kuh vom tanzen.