Ich glaube mal, dass der Preis hier gar nicht so das Problem darstellen würde, die 60 EUR CPUs gehen weg wie warme Semmeln, da könnte ich mir schon vorstellen, dass man eine 7nm Maske durchaus finanzieren könnte. Ich glaube aber, dass die Kapazitäten das größere Problem darstellen, [...]
Fertigungskapazitäten spielen hier zweifelsfrei auch eine Rolle, denn AMD kann jetzt schon nicht so viel fertigen lassen, wie der Markt abnehmen würde.
In diesem extremen Niedrigpreissegment sind die Fertigungskosten jedoch von besonderer Bedeutung, denn hier kommt es fast schon sprichwörtlich auf jeden Cent an, wenn man noch etwas verdienen will, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass ein Zen2-Design (CCD + IOD + komplexes Package) etwa um die +20 % teuerer in der Fertigung ist.
Darüber hinaus angemerkt sei, dass weitere Einsparungen durch den Wechsel auf 12nm für AMD unwahrscheinlich sind, denn GF wird den moderneren Prozess sicherlich nicht günstiger anbieten und Zen+ machte mit seinen 12nm keinen Gebrauch von einer möglichen Flächenverkleinerung, d. h. die Fertigung benötigt weiterhin so viel Waferfläche wie für Zen(1).
Darüber hinaus wird die Herstellung eines neuen 7nm-Designs inkl. neuer Masken durchaus ein beträchtliches (Kosten)Problem darstellen, insbesondere bei den vergleichsweise mäßigen Absatzzahlen und geringen Erlösen für diese speziellen CPUs. AMD fährt hier nicht umsonst generell eine minimalistische Schiene und versucht so effizient wie möglich zu wirtschaften, auch wenn das bspw. bedeutet, dass die Fertigung der Consumer-Desktop-CPUs dadurch vergleichsweise teuer ausfällt. Erst für die Mobile-CPU/APU hat man ein zweites 7nm-Design erstellt, schlicht weil es hier unumgänglich war, da man mit dem Chiplet-Design nicht in diesem Power Envelop hätte konkurrieren können, insbesondere nicht, wenn man noch eine GPU "angeflanscht" hätte. Und voraussichtlich wird es auch bei diesem einen, zusätzlichen Design bleiben, d. h. alle Zen2-basierten Mobile-CPUs und später auch Desktop-APUs werden auf diesem einen Design basieren und entsprechend teuer wird wieder das Fertigen kleinerer CPUs, bspw. 4-Kern-APUs mit ggf. zusätzlich beschränkter CU-Anzahl.