Das es gewaltbereite Antifaschisten in Deutschland gibt ist wahrlich kein Geheimnis. Das sie bei jeder Gegenveranstaltung zu einer rechten Demonstration auftauchen auch nicht
Richtig. Mich stört es eher, dass in den Medien der Fokus fast ausschließlich auf Rechtsextremismus gelegt wird.
Rechtsextremismus ist Dreck. Aber wenn jemand einen Polizisten verkloppt, nur weil er Polizist ist, ist er ebenso ein Faschist wie jemand, der ausschließlich nach ethnischer Zugehörigkeit sortiert.
Da hat es sich auch die Politik zu einfach gemacht, nicht nur die Medien. Aber ein weiterer an den Pranger gestellter Nazi interessiert die durchschnittliche Bevölkerung eben mehr als ein Linksextremist, wird er doch nicht so deutlich zum Staatsfeind gemacht. Konditionierung funktioniert.
Na gut, die Politik war noch nie anders. Hat ja auch schon bei Bismarck erfolgreich funktioniert und wesentlich früher in anderen Systemen.
Ein weiteres Beispiel:
Vandalismus gegen christliche Symbole - Waschbär's Notizbuch
Hätte es sich hierbei um eine Synagoge oder eine Moschee gehandelt, wäre daraus wieder ein bundesweiter Aufschrei wegen Islamophobie oder Antisemitismus geworden.
Um ganz ehrlich zu sein: Mir ist auch noch niemand anders begegnet, der genau wusste, "was Pegida fordert", einschließlich zahlreicher Pegida-Verteidiger. Das beste, was ich zu dem Thema kenne, ist die Liste der 19 Eckpunkte, von denen nahezu alle entweder keine Forderung beinhalten (erst recht keine, die an eine bestimmte Zielgruppe addressiert wäre), etwas fordern, was bereits gegeben ist und in einem Fall sogar etwas fordert, was zumindest oberflächlich den anderen Punkten zuwieder läuft. (Einwanderungsgesetz/zusätzliche Einwanderungsmöglichkeiten scheinen zumindest mir zur Wahrung des Status Quo nicht geeignt.)
Die Sichtweise zu den Punkten dieses Programmes in Abhängigkeit zur derzeitigen Umsetzung auf politischer Ebene lässt sich vielseitig sehen.
Hier darf jeder selbst entscheiden, ob ein Punkt als sinnvoll, unnnötig oder sonst wie erachtet.
Ist wohl sehr bekannt und bei weitem nicht der einzige Grund, konsumierte Medien kritisch zu hinterfragen. Mehr Kritik ändert aber nichts daran, dass schlichtweg Informationen fehlen. Schließt man alle Quellen aus, hat man gar nichts und kann sich schweigend in die Ecke stellen. Selektiert man die Aussagen heraus, die am glaubwürdigsten erscheinen, entsteht das hier diskutierte Bild von Pegida. Wie erwähnt ist das bei einer über lange Zeit laufenden Öffentlichkeitskampagne (und das sind Demos ja nun einmal) aber letztlich auch egal, denn die Bewegung speißt sich naturgemäß aus Leuten, die vom vermittelten Bild angezogen werden und verliert Leute, die mit dem vermittelten Bild nicht Verbindung gebracht werden wollen.
Ich wollte lediglich das offensichtlichste Beispiel im Bezug auf die Berichterstattung zu Pegida aufzeigen.
Ich war übrigens bei der ersten Veranstaltung in Düsseldorf vor Ort, da mich die Berichterstattung neugierig gemacht hatte. Dort habe ich auch schon gesehen, wie die Presse bei den potenziellen Interview-Partnern selektierte.
Ebenso interessant fand ich, dass die Polizei selbst über diese Veranstaltung sehr einseitig informiert wurde. Ich kann mich noch sehr gut an die Reaktion einer Polizistin erinnern als es darum ging, mich und einen Freund zur Demo durchzulassen. "Wollen sie wirklich zu dieser rechten Demo?" war die Frage im genauen Wortlaut.
Eine Distanzierung zum Rechtsextremismus und jeder Art von Extremismus finde ich wichtig. Dennoch sollten Staat und Medien und vor allem Politik dort ihre Neutralität wahren. Die Äußerungen und Reaktionen waren wirklich so, als ob es sich um eine altmodische NPD-Nazidemo handelt. Wieso nicht differenzieren?
Die Medien versuchen oftmals viel zu plump, stupide Meinungsmache zu betreiben. Ich wünsche mir nach wie vor ungefärbte Informationen. Wie ich die dann einzuordnen habe und deute, sollte mir überlassen bleiben. Oder hält man die Mehrheit wirklich für dermaßen stumpf?
Im Bezug auf die Vorgänge und Entwicklungen in der Ukraine sehe ich es übrigens nicht minder schlimm. Hier werden bewusst Informationen vorenthalten und der historische Kontext nie erwähnt, damit man Putin besser als weiteres Feindbild abstempeln kann.
Unter ...ismus verstehe ich persönlich immer noch Bewegungen, die andere Gruppen direkt und durch Zwang beeinflussen will. Das ist so ziemlich der einzige gemeinsame Nenner diverser -ismen (Von verstaatlichten Produktionsgütern bei Einleitung des Sozialismus über den ständigen Konkurrenzkampf im Kapitalismus bis zu den Einschüchterungsmaßnahmen des Terrorismus: Jeder soll sich der Weltanschauung der ...isten unterwerfen, sonst gibts Ärger). Ein (noch-so-) strenger Glaube gehört mich nicht dazu, solange die Gläubigen ihre Vorschriften für sich behalten. Dafür hat sich in den meisten Fällen der Begriff Orthodoxie eingebildet (orthodoxe Juden, Salafisten als orthodoxe Muslime - nur bei Christen ist der Begriff durch die Abspaltung der Ostkirche doppelt vergeben und strenggläubige nicht-Katholiken laufen meist unter Evangelikale).
Natürlich ist fast jeder religilöse ...ist zugleich strenggläubig, in Gegenrichtung gilt der Schluss aber nicht zwingend. Salafistische Gruppierungen bieten ein gutes Umfeld für Radikalisierung, aber es gibt auch Salafisten, die sich auf die Praktizierung ihres Glaubens beschränken und andere Menschen allenfalls mit ein paar Aufforderungen belästigen.
Ich möchte das nicht zu weit ausführen. Wie ich bereits erwähnte, gibt es Gründe dafür, dass der Salafismus als Wegbereiter des Islamismus gilt. Ist ja schön und gut, dass die Anhänger in Deutschland bisher gewaltlos missionierten, das ändert aber nichts daran, dass sich die Wertvorstellungen mit unserer Vorstellung von einem demokratischen, freiheitlichen Rechtsstaat nicht im geringsten decken.
Auch wenn die Strömungen unterschiedlich sind, könnte man sagen, dass Saudi-Arabien das beste Beispiel für gelebten Salafismus ist. Die Anhänger werden als Wahhabbiten bezeichnet. Wenn jemand auch friedlich, die rechtliche Gleichstellung zwischen Mann und Frau, das Verbot der Ausübung anderer Religionen und die Ablöse unseres Rechtssystems durch die Scharia fordert, macht es das nicht besser. Es werden übrigens nicht einmal andere islamische Konfessionen geduldet...
Da findet die Religionsfreiheit bereits ihre Grenzen.
Regional dürfte schon zu hoch gegriffen sein. Ich hab bislang in jeder Stadt, in der ich gelebt habe, solche und solche beobachtet. Letztlich hängen die Integrationsmöglichkeiten ganz stark von der eigenen Lebenseinstellung und (Sprach-)Bildung ab bzw. in folgenden Generationen von denen der Eltern. Wenn diese nie richtig Deutsch gelernt haben, werden sie Kontakte mit türkisch sprechenden Menschen schon aus reiner Bequemlichkeit bevorzugen und demnach die gesamte Familie in einem vorselektierten Personenkreis verkehren. Ähnliche Wirkung können starke religiöse Überzeugungen haben und Einwanderer aus der Türkei hatten/haben in Deutschland eigentlich nie einen Mangel an gegenseitigen Kontakten, da sie meist in großer Zahl als Gastarbeiter geholt und konzentriert in Wohnsiedlungen abgeladen wurden. Integration entsteht da allenfalls aus Eigeninitiative und in Sachen "Aufwand" ist jeder anders veranlagt.
Lokale Häufungen könnte ich mir allenfalls durch Einwanderungsschübe in verschiedenen Zeiten vorstellen. Die Gastarbeiter, deren Familien den Großteil der türkischstämmigen Deutschen ausmachen dürften, wurden ja vor allem als Billig-Arbeitskräfte gewählt und je nach Lohnangeboten dürfte man in der Türkei ggf. sehr gezielt homogene Bevölkerungsgruppen angeworben haben, die dann en Block an einem bestimmten Produktionsstandort landeten.
(Übrigens soll das einer der Hauptgründe für die unterdurchschnittliche Bildung der Migrantenkinder sein: Man hat primär Leute mit geringer Bildung und damit geringen Lohnforderungen angeworben und im undurchlässigen deutschen Schulsystem wirkt das bis heute nach)
Deckt sich so ziemlich mit meinen Eindrücken.
edit: Ein Nachtrag zur mangelnden Objektivität der Politik, Medien.
Bei der Ermordung des Asylbewerbers aus Dresden hat man direkt versucht, den Vorfall mit Rechtsextremismus in Verbindung zu bringen. Klar, passiert in Sachsen oder Thüringen öfters als im restlichen Bundesgebiet, aber was zur Hölle soll das? Nun stellt sich raus, dass es sehr wahrscheinlich ein Landsmann und Mitbewohner war... (Zumindest hat der gestanden)
Tatverdächtiger im Fall des getöteten Asylbewerbers aus Dresden in Haft