Geh mal im Ausland leben & arbeiten für 10 Jahre, lerne wie es ist aufzufallen, lerne wie die Leute in anderen Ländern damit umgehen und wie blöd sich Deutschland dabei anstellt, gerade das Land was damit eingehende Erfahrungen hat.
Ich war 3 Jahre in Frankreich arbeiten, hab 6 Monate für meine aktuelle Firma an einem Projekt in Israel mitgearbeitet, das sind sicher keine 10 Jahre, aber ich bin auch noch keine 40 oder 50 Jahre alt das ich soviel Zeit hätte woanders verbringen können.
Für eine gewisse Zeit ist das sicher ganz interessant weil es halt ein "fremdes" Land ist man neue Dinge sieht usw. aber auf Dauer wollte ich nicht woanders leben. Beide Länder waren als Deutscher nicht besonders angenehm, in Frankreich wird dir nach wie vor viel Hass und Ablehnung, wegen der deutschen Vergangenheit, entgegen gebracht, wenn die mitbekommen woher du stammst. Das trifft sicher nicht auf alle Franzosen zu, aber doch auf einige die ich in den 3 Jahren kennen lernen durfte, da sind einige abfällige Äußerungen und indirekte Beleidigungen gefallen.
In Israel war das sogar noch was heftiger als in Frankreich, da wurde ich in einem kleinen lokalen Restaurant von einem recht alten Herrn in aller Öffentlichkeit angespuckt als Nazi beschimpft als er mitbekommen hat das ich mich mit einem Kollegen in deutsch unterhalten habe.
Ich kenne also etwas die Arbeits- und Lebensweise anderswo und weiß auch wie das ist wenn man angefeindet wird. Und ich kann dir auch aus meinen 3 Jahren in Frankreich sagen, das es Ausländer in Frankreich sogar noch bedeutend schwerer haben, vor allem die die aus ehemaligen französischen Kolonien in Afrika oder aus dem nahen Osten kommen, als hier in Deutschland. Nicht umsonst gab es dort die Krawalle in den Vororten, die schon fast etwas von amerikanischen Gethos haben (hohe Arbeitslosigkeit, hohe Ausländerquote auf einem Fleck, schlechte Perspektiven auf geselschaftlichen Aufstieg).
Deutschland steht im europäischen Vergleich nicht schlecht da was die Bedingungen angeht die Immigranten hier vorfinden, besser als in vielen anderen europäischen Ländern wo Zuwanderer weniger Perspektive und Zuwendung erhalten.
Trotzdem wird hier aus der linken Richtung immer noch so getan als wäre Deutschland nachholbedürftig was diesen Punkt angeht und würden Länder wie England, Frankreich usw. dort viel mehr machen für ihre Zuwanderer und hätte ein Zuwanderer dort viel bessere Chancen und Aussichten als in Deutschland.
Das ist nicht der Fall, nicht umsonst wollen viele Flüchtlinge die nach Europa kommen vor allem nach Deutschland, weil das für viele die erste Wahl ist wenn jemand nach Europa flieht, vor allem für Afrikaner, mit deutlichen Abstand erst folgen Länder wie England und Frankreich.
Was die Türkei betrifft die ja Millionen aufgenommen hat und so gerne als Musterbeispiel für Hilfsbereitschaft angeführt wird hier im Thread, überlegt mal wo und unter welchen Bedingungen. Die haben Zeltstädte an der Grenze zu Syrien und dem Iraq errichtet wo die Menschen unter rudimentärsten Bedingungen leben und bei der Versorgung dieser Menschen helfen internationale Hilfsorganisationen. Die Türkei hat keine Millionen Menschen in Flüchtlingsheimen untergebracht und zahlt jedem 360 Euro im Monat, die haben meist nur dürftig beheizte Zelte mit Feldbetten.
Mehr wäre bei 2 Millionen Menschen und mhr auch garnicht in größerem Umfang zu leisten.
Nein, Deutschland tut bereits viel und wer das Glück hat hier nach Deutschland zu kommen, als Flüchtling, oder Immigrant, kann sich wirklich glücklich schätzen weil er hier mehr bekommt als ihm wohl an vielen anderen Orten Europas gegeben werden würde, oder er hätte.