Die Zahl der Messerangriffe steigt, zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik. Doch Kriminologe Dirk Baier erklärt, die Zahlen seien wenig belastbar. Ein Gespräch über Waffenverbotszonen, Migration und Angst.
www.mdr.de
Eine gute Einordnung von einem Kriminologen zur Kriminalität in Deutschland und dass die Kritik seitens AfD an die jetzige Regierung diesbezüglich Humbug ist.
...
Die aktuellen Zahlen könnten zudem auch deshalb höher ausfallen, weil wir seit einiger Zeit intensiver über den Messereinsatz reden und daher auch möglicherweise mehr solche Delikte zur Anzeige kommen. Ich wäre daher noch vorsichtig, von einem Trend zu sprechen.
Das ist am genauso eine Auslegung nach eigenen Wünschen wie zu sagen es sind explizit mehr Delikte mit Messern, auf der Gegenseite.
Man kann es so auslegen, es muss daher aber eben noch nicht stimmen.
Gesichert sagen kann man es halt nicht, da die Statistik, wie er ja selbst betont, dazu noch zu jung ist und daher weniger aussagekräftig als eine die bereits seit 20 Jahren geführt wird.
Wir wissen aus Befragungen, dass
Jugendliche das Messer nicht mitnehmen, um jemanden abzustechen. Es geht eher ums Dazugehören, cool sein, stark sein.
Und sie unterschätzen, wie schnell sie jemanden – auch durch ungezieltes Rumgefuchtel – verletzen können.
Klingt für mich ziemlich verharmlosend.
Somal man mit 15/16 Jahren geistig weit genug entwickelt ist um zu verstehen das Messer eben keine Spielzeuge sind, sondern abseits von Küche und Hobby / Arbeit genauso Waffen.
Schauen wir doch mal auf Geflüchtete, die in diesem Bereich auffällig werden, wie diese Menschen in Deutschland untergebracht sind: ohne Bleibeperspektive, meist in größeren Asylunterkünften, meist ohne Tagesstruktur. Es ist nicht so überraschend, dass man sich in diesen Umwelten mit Messern ausstattet, weil es auch eine ein Stück weit gefährliche Umwelt ist. Es ist nicht gut, wenn so viele Männer miteinander untergebracht sind.
Dann dauern die Asylverfahren ewig und diese Menschen leben am Rand der Gesellschaft,
den deutschen Wohlstand vor Augen, an dem sie nicht teilnehmen können. Das macht etwas mit Menschen, keine Perspektive zu haben, keine Ausbildung, keine Arbeit, keine Struktur.
Sorry, aber das ist das faulste auf die Trännendrüse gedrücke das man da als Begründung anbringen kann.
Würde man nach dieser Logik gehen müssten z.B. Obdachlose wohl jeden Tag wilkürlich Menschen mit dem Messer abstechen, weil deren Situation ist oft nicht wesentlich besser, oder gar noch prekärer.
Eigene "Frustration" kann schlicht keine gerechtfertigte Entschuldigung, bzw. Begründung für eine Schuldminderung, bei solchen Taten sein.
Für mich persönlich ist das die gleiche Qualität wie die Schuldminderung unter Alkoholeinfluss und gehört abgeschaft, weil die Entscheidung zuviel Alkohol zu trinken hat man bewusst getroffen, als man (relativ) nüchtern war.
Entsprechend sollte auch im vollen Umfang die Schuld getragen werden müssen, wenn man z.B. im Suff jemaden totfährt.
Und diese Menschen haben oft auch traumatische Fluchterfahrungen hinter sich, mussten um ihr Leben fürchten.
Wir können nuneinmal nicht die Traumata von allen behandeln, schließlich wachsen Psychologen und Psychotherapeuten in Deutschland auch nicht auf Bäumen, schon zweimal nicht solche die dann auch noch die jeweilige Landessprache so sicher beherrschen um dann Langzeitherapien durchführen zu können.
Ja, es gibt auch deutsche Messerstecher. Und auch die haben wahrscheinlich schwierige Bedingungen beim Aufwachsen gehabt, armutsnahe Lebenslage, Eltern, die sich nicht kümmern, wohnen in einem Stadtteil ohne Jugendangebote.
Und da hat es genauso keine Entschuldigung für irgendwas zu sein, jemanden dann mit einem Messer anzugehen.
Es ist ein Problem der politischen Kultur geworden, dass zumindest bestimmte Parteien solche Delikte, die es auch schon vor 20 Jahren gab, instrumentalisieren und damit bestimmte Erklärungsmuster und Forderungen verbinden.
Da können sich alle Parteien und auch gewisse Aktivistengruppen mit an die eigene Nase fassen, Populismus Salon- und Gesellschaftsfähig gemacht zu haben.
Wer Populismus permanent und überall zum eigenen Nutzen instrumentalisiert braucht sich nicht wundern wenn es irgendwann zur Regel wird.
Es gibt nun Forderungen nach einem schärferen Waffenrecht in Bezug auf Messer und mehr Waffenverbotszonen. Was halten Sie davon?
Das zeigt, dass man jetzt
händeringend nach einer Lösung sucht. Das Problem ist:
Vieles ist ja schon verboten, zum Beispiel Messer einer bestimmten Größe dabei zu haben. Jugendliche wird das
nicht abschrecken.
Und in den Waffenverbotszonen muss auch erstmal kontrolliert werden; hier ist die Frage, ob wir tatsächlich dafür das Personal haben.
Von diesen Gesetzesverschärfungen halte ich auch rein gar nichts, weil es reine Schnellschussreaktionen, ohne Wirkung, sind.