Ja aber dann "gehört" den Leuten welche Staatsanleihen kaufen ja quasi der Staat. Da er ohne sie keine Schulden aufnehmen könnte. Oder nicht?
Nein, das läuft eben ein bischen anders.
Käufer von Staatsanleihen
haben keine Sicherheiten, das Rating beläuft sich nur auf Einschätzung aus der Vergangenheit und Wirtschaftskraft.
Beispiel.
Du willst von der Bank Geld, um dir ein Auto zu kaufen, die Bank nimmt den Fahrzeugbrief als Sicherheit und ist somit quasi rechtlich Eigentümer des Autos, obwohl sie nicht im Brief steht, bis du deinen Kredit abbezahlt hast.
So etws gibt es bei Staaten nicht.
Wieder mehrere Beispiele.
Die Eigentümer der Staatsanleihen von Griechenland um 2012, mussten zum großen Teil auf ihr Geld verzichten, als der Schuldenschnitt gemacht wurde, sie sind einfach leer ausgegangen und hatten keinerlei Ansprüche auf Eigentum des griechischen Staates.
Die UdSSR kündigte 1918/1919 mit der Übernahme der Bolschewiki an, sämtlichen russischen Staatsanleihen nicht zu bezahlen (weder Zinsen noch die Anleihe selbst), was in diesem Fall hauptsächlich britische und französische Investoren (Banken Fonds etc.) betraf, die dem zaristischen Russland vor 1914 jede Menge Geld geliehen (Staatsanleihen) haben.. Das blieb bis zum Fall des eisernen Vorhanges bestehen.
Mittlerweile (1991) hatte einen Großteil dieser "wertlosen" Staatsanleihen André Kostolany für einen Spottpreis aufgekauft. Als die russische Staat ab 1991 dann am freien Finanzmarkt tätig werden wollte und auch Staatsanleihen ausgeben wollte, hat er sich erstmal im geheimen mit André Kostolany geeinigt, weil der Markt sonst horrende Zinsen gefordert hätte, weil die RU als säumiger Zahler galt.
#Nächstes Beispiel, der "größte" (Menge) Eigentümer von US Staatsanleihen ist der chinesische Staat, allerdings kann er sich dafür außer einer sicheren Geldanlage nichts "kaufen", und die USA gehören wie du siehst nicht den Chinesen, auch wenn sie der größte Gläubiger der USA sind.