Sofern jemand Geld von der Allgemeinheit bekommt, kann er auch - sofern in der Lage - eine Arbeit übernehmen, die ihm die Allgemeinheit vermittelt hat.
Er hat aber über das Sozialsystem auch Geld in die Allgemeinheit eingezahlt und sollte daher - zumindest für die ALG-I-Zeit - vernünftige Jobangebote bekommen anstelle von Angeboten, die ihn ins Prekariat degradieren. Der erhebliche Dumpinglohnsektor, den wir uns über die letzten Jahrzehnte aufgebaut haben, ist wirtschaftlich gesehen keine Stärke, sondern eine Schwäche.
Also sind all unsere Nachbarländer neoliberale Dystopien und nur Deutschland ist das einzige Land, in dem man leben kann?
Unsere Nachbarlänger haben nur nicht so starke Sozialsysteme wie wir, die in dem Maße, das bei uns herrscht, soziale Ungleichheiten kaschieren. Deutschland entwickelt sich - wie viele andere westliche Industriestaaten - auch immer mehr in eine neoliberale Dystopie. Vermögen ist bei uns sehr unregelmäßig verteilt.
Oder man lässt die Sozialsysteme einfach nur für die eigene Bevölkerung und andere Unions-Bürger und holt nicht hunderttausende neue Sozialfälle ins Land. Dann würden die Sozialsystem auch eher funktionieren.
Die Hauptprobleme unseres Sozialsystems befinden sich einerseits eher auf der Einnahmenseite - schlecht bezahlte Arbeitnehmer zahlen auch nur geringe Sozialabgaben, diverse Berufs- und Einkommensgruppen zahlen gar nicht in das Sozialsystem ein - und andererseits an der dysfunktionalen Bevölkerungspyramide. Die "Sozialfälle" sind dagegen Peanuts.
Länder müssen ihre Staatsbürger halt zurück nehmen. Deshalb mussten wir doch auch die deutschen Staatsbürger zurücknehmen, die z.B. in Syrien Straftaten begangen haben.
Nein; müssen sie nicht. Warum sollten Staaten, die ganz ausdrücklich nicht unserem Wertekodex folgen, das tun? Da werden die Leute im Zweifel bei der Einreise abgefangen und im nächsten Flieger zurückgeschickt.
Auch Pakistan zeigt, wie es geht:
Top Beispiel. Warum lösen wir es nicht gleich wie die VAE und richten Konzentrations- und Arbeitslager ein?
Dann muss man Gesetze ändern.
Doof nur, dass du als Einzelstaat keine supranationalen Gesetze oder Konventionen ändern kannst.
Die Linke könnte auch rausfliegen.
Die Linke ist quasi schon rausgeflogen. Die haben ihre Auflösung zum 06.12.2023 beschlossen, weil die Anzahl an MdB nach Abzug der Wagenknecht-Idioten rechtlich nicht mehr reicht, um eine Fraktion zu bilden. Damit ist die Linke tot und deren Mitglieder sitzen nur noch fraktionslos im Bundestag.
Hoffentlich gehen die Bürger dann endlich mal auf die Straße.
In Deutschland? Never. Das kriegt der Deutsche kulturell einfach nicht hin. Die Deutschen sind die Verkörperung von "nach unten treten, nach oben buckeln". Man sieht doch fast tagtäglich, wie die Mittel- und Unterschicht sich von der Oberschicht gegeneinander ausspielen lassen.
Am Ende leben wir in einer Demokratie und wenn deine Forderungen der Mehrheit nicht gefallen bist du weg vom Fenster.
Ob man das noch als "reine" Demokratie bezeichnen kann, ist zumindest fragwürdig. Einerseits benötigt man für gesellschaftliche Partizipation auch ein gewisses Einkommen. Ein erheblicher Teil der Unterschicht ist schlicht von der gesellschaftlichen Partizipation ausgeschlossen. Andererseits sorgt starke Ungleichverteilung für erhebliche Demokratiedefizite. Beispiele dafür sind bspw. (1) der Umstand, dass die Medien durch wenige einflussreiche Familien kontrolliert werden und (2), dass Führungs- und politische Ämter hauptsächlich nach Vitamin B verteilt werden. Wir sind zwar noch eine Demokratie, allerdings mit starken plutokratischen Tendenzen.
Ich glaube, dass der Wähler durchaus in der Lage ist sich intelligent zu entscheiden.
Das glaube ich nicht. Ansonsten würden die Leute endlich aufhören, Union und FDP zu wählen - also die Parteien, die Politik machen, die oft nicht im Sinne der Allgemeinheit ist. Zudem werden - und das ist sogar wissenschaftlich bewiesen - die Menschen immer dümmer. Mittlerweile sinkt der durchschnittliche IQ der Menschheit und Social Media pp. sorgt dafür, dass Aufmerksamkeitsspannen kontinuierlich sinken. Zudem: Wer wird schon gern Arzt, Polizist oder Feuerwehrmann, wenn man auch Influencer werden kann?
Wir müssen nämlich dringend auch mal die Sozialpolitik neu denken. Denn Umverteilung funktioniert nur, wenn es genug Menschen gibt, die entsprechend viel verdienen, das um zu verteilen ist. Und da sehen wir eben, dass die höheren Einkommen bereits massiven Anteil am Steueraufkommen haben.
Das ändert trotzdem nichts daran, dass die Reichen und Superreichen (und hier rede ich - bevor mir das ggf. noch vorgeworfen wird - ausdrücklich nicht von der Mittelschicht) einen verhältnismäßig geringen effektiven Spitzensteuersatz zahlen. Reiche und Superreiche haben zudem auch ganz andere Möglichkeiten, Vermögen und Einkommen zu verschleiern und Steuern zu vermeiden - man siehe sich nur Skandale wie Cum Ex oder die Panama-Papers an. Es gibt aus gutem Grund sehr laute Rufe nach mehr Steuergerechtigkeit.
Nein, sehr nützlich da sie für Generationengerechtigkeit sorgt. Man kann sie für Krisen aushebeln und auch für investive Maßnahmen.
Nur doof, dass der Klimawandel nicht von einer verfassungsändernden Mehrheit als Krise wahrgenommen wird.
Bürgergeld halte ich für eine grandiose Fehlentscheidung.
Die Anreize nicht mehr zu arbeiten, sind sehr groß.
Ich nicht. Einige Berufe werden über die Zeit einfach durch Automatisierung und AI aussterben. Das werden zunächst hauptsächlich die ohnehin schon sehr schlecht bezahlten Berufe wie bspw. diejenigen im Einzelhandel oder der Gastronomie sein, die in der Regel stark vom Mindestlohn abhängig sind, um überhaupt noch "arbeitswert" zu sein. Ab einem gewissen Zeitpunkt werden wir nicht um ein bedingungsloses Grundeinkommen herumkommen, wenn wir einen gesellschaftlichen Frieden beibehalten wollen.
Aber es muss auch das Leistungsprinzip gelten.
Haste was gelernt, ob Ausbildung oder Studium gibts eben mehr als haste nix gelernt, so einfach darf der Planet schon noch bleiben.
Welches Leistungsprinzip? Die menschliche Gesellschaft war noch nie eine Meritokratie. Das Argument ist fast so schlimm wie Schwurbelei, auch wenn Leistung einen gewissen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg hat. Gerade in der Oberschicht kommt es jedoch deutlich mehr auf Vitamin B und konstante Erbschaftsstrukturen an, die sich aufgrund der Gestaltung unserer Gesellschaft immer weiter verhärten. Reichtum führt zu mehr Reichtum. Reichtum sorgt dafür, dass man Intelligenz im sozialen Sinne vererben kann und die Oberschicht allein dadurch schon einen völlig anderen Start ins Leben genießt. Das ist nicht nur bei der Oberschicht so, das trifft selbst im Vergleich von Unterschicht/Arbeiterklasse einerseits und Mittelschicht/Akademiker andererseits zu. Mit aufsteigender sozialer Stufe steigen exponentiell auch die Möglichkeiten, die man im Leben hat. Das hat absolut nichts mit "Leistungsprinzip" zu tun.
Der größte Posten im Haushalt ist die Rente, falls das Jemand vergessen haben sollte und das bei steigender Lebenserwartung.
Jeder sollte sich mal eine Kurve mit der gestiegenen Lebenserwartung der letzten Jahrzehnte anschauen, sich in Erinnerung rufen, das Renteneintrittsalter über 150 Jahre bei 65 Jahren lag und vielleicht mal ein bischen hin und her rechnen, vielleicht kommt dann die Erleuchtung.. Alleine in den letzten 40 Jahren ist die Lebenserwartung um locker 10 Jahre gestiegen, das Renteneintittsalter wurde für Teile um 2 Jahre erhöht für andere Teile um 2 Jahre gesenkt.
Das ist Unsinn. Du bist ab einem bestimmten Alter - je nach ausgeübten Job - einfach kaputt. Gerade bspw. auf dem Bau kannst du froh sein, wenn du es bis 50+ durchhältst.
Ich frage mich, was eigentlich genau passiert ist, dass das heute nicht mehr möglich ist?
Der neoliberale Turbokapitalismus hat sich durchgesetzt? Spätestens nach dem Fall der UdSSR hatte man auch keinen Grund mehr, an der bzw. einer Form von sozialen Marktwirtschaft festzuhalten - der Klassenfeind, gegen den man das eigene System verteidigen musste, war immerhin tot. Mittlerweile haben wir unerträgliche Ausmaße erreicht. Selbst als recht gutverdienender Akademiker wird's schon schwer, sich in einer größeren Stadt ein Haus bauen zu können.
Natürlich, mein Bruder hat studiert, seinen Doktor gemacht (Dr. rer nat), an der Uni gelehrt und geforscht.
Inzwischen arbeitet er in der Privatwirtschaft, weil das Umfeld an der Uni immer schlimmer geworden ist, was Fördermittel, Ausstattung und Anerkennung angeht.
In der Privatwirtschaft verdient er mehr und muss sich nicht mit Ausschreibungen, Anträgen und Erklärungen herum schlagen.
Siehe oben - neoliberaler Turbokapitalismus. Die Universitäten sind maßlos unterfinanziert und werfen ihre "Kinder" den kapitalistischen Mitspielern zum Fraß vor. Forschung wird mittlerweile unverhältnismäßig stark von der Privatwirtschaft finanziert.
Aber wer soll dir das Gehalt bezahlen, das gerecht wäre?
Guck dir die Krankenschwester an (hab ja welche kennen gelernt) und die haben eine 2000€ im Monat, sind aber gefragt. Sie müssten, angesichts dessen, was sie leisten, deutlich mehr verdienen. Aber wer soll sie bezahlen und wir leben in einer Gesellschaft, die Produktivität bezahlt. Eine Krankenschwester, Altenpfleger oder Kindergärtner sind zwar wichtig für die Gesellschaft, aber nicht wichtig für die Produktivität einer Wirtschaft oder interessant einer Finanzindustrie.
Das Problem ist ja nicht nur, dass nur Produktivität bezahlt wird, sondern auch, dass Produktivität sich auf die produzierenden Unternehmen bezieht und nicht auf die Mitarbeiter, die tatsächlich produzieren. Die Gewinne durch gesteigerte Produktivität gehen daher nicht bzw. nur in sehr geringem Umfang in die Taschen der Mitarbeiter (die dadurch auch höhere Beträge in das Sozialsystem einzahlen würden), sondern hauptsächlich in die Taschen der Anteilseigner und der Führungsriege.
Das ist heutzutage kompletter Blödsinn, wir leben nicht mehr im Analogen- oder Steinzeitalter, deshalb schrieb ich auch von Flexibilisierung. Man kann ältere Mitarbeiter anderweitig einsetzen, dazu haben wir ja nun Fachkräftemangel noch und nöcher, die auch nicht weniger wird, sondern mehr! Eines der Argumente mit der immer für Zuwanderung geworben wird.
Wenn die Menschen, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, da nicht flexibler werden, wird es nicht gehen, aber der Staat kann dafür Rahnemnbedinngungen schaffen.
Das stellst du dir viel zu einfach vor. Du kannst Menschen in einem gewissen Alter nicht mehr umerziehen oder um- bzw. weiterbilden. Das funktioniert mitunter nicht einmal im selben Berufsfeld. Wir (Anwaltskanzlei) haben seit etwa 6 Monaten eine neue Assistenzkraft, die vorher beim sehr altmodischen Feld-, Wald- und Wiesenanwalt gearbeitet hat. Die kommt mit unseren nicht einmal super-modernen digital-analogen Mischarbeitsweisen immer noch nicht klar.
Wo ist das Problem ? Im "Welt" Artikel steht auch nix anderes.
Oder ist das in euren Augen auch keine "seriöse" Quelle ?
Nö. Welt gehört Axel Springer und ist daher von vornherein keine seriöse Quelle. Spätestens seit dem Reichelt-Skandal sollte das auch jedem bewusst sein.
Die Beamten sollten auch mit einzahlen. Aber ob das alleine reichen würde glaube ich nicht.
Das reicht vorn und hinten nicht. Langfristig wird da nur eine gesunde Bevölkerungspyramide helfen, die wir - Stand jetzt - voraussichtlich nur durch mehr gezielte Einwanderung erreichen werden.