Auch das ist am Ende Symptombekämpfung. Die AfD wird nicht wegen einzelner Fehler gewählt, sondern weil der Wähler sich ganz allgemein nicht Ernst genommen fühlt und dieses Problem muss man endlich angehen, ansonsten wird es garantiert nicht besser.
Erster Schritt, wenn man ernstgenommen werden will:
Aufhören, faktenverweigernde, Lügen verbreitende Faschos zu wählen, deren programmatischen Ziele eine Mischung aus totaler Vernichtung Deutschlands und knallharter Elitenförderung innerhalb dieses Untergangs bedeuten.
Ich glaube kaum das andere Regierungen die Krisen besser bewältigen würden als es die Ampel tut.
Da kommt echt viel zusammen.
Erst Corona, dann der Ukraine Konflikt, Inflation, Klimawandel, jetzt Nahost und später möglicher Weise noch Taiwan.
Corona war überwiegend unter Schwarz-Rot, die da unter maßgeblicher Beteiligung von einem gewissen Olaf S. gemachten Entscheidungen (von diesem vermutlich wieder vergessen) sind hauptverantwortlich für die Inflation und an der Schärfe der aktuellen Klimawandelpolitik haben alle Ampel-Parteien außer den Grünen fleißig mitgewirkt. Ukraine könnte man in Teilen auch noch SPD und Grünen anlasten, wobei letztere wirklich schon lange keinen Einfluss mehr hatten, in Sachen Nahost und Taiwan hat die Ampel bislang gar nichts bewiesen. In Sachen Klimawandel und Inflation eigentlich auch nicht, bei Corona hat sie komplett versagt und Ukraine ... hätte auch deutlich besser laufen können.
Dann kommt noch dazu das Parteien zusammenarbeiten müssen welche eigentlich in ihren Ansichten weit auseinander sind.
Ob man regierungstauglich ist oder nicht, sollte man sich vor einer Wahl überlegen.
Der letzte Beweis dass eine "sonstige" Partei durchaus zu Korrekturen bei den Etablierten sorgen kann, waren die Piraten. Kaum hatten alle Digitalisierung ins Parteiprogramm geschrieben hat sie sich wieder verabschiedet.
FULL ACK!
Und auch der geradezu wahnhaften Datenschutz in allen digitalen Staats-Angeboten lässt sich imo durchaus darauf zurückführen.
Das wiederum kann ich nur bedingt nachvollziehen, wenn ich mir angucke, wieviele staatliche Instutionen für reine Informationsseiten eine Cookie-Erlaubnis auf meinem System haben wollen, wie viel Staatskente in Apps fließt, die nur über die Datenkraken Google und Apple zu bekommen sind (teilweise mit der Folge, dass Bürger von neuen Dienstleistungen komplett ausgeschlossen werden), wie intensiv alle Teile der Politik und Behörden Zuckerbergs Gelddruckmaschinen für Kommunikation nutzen, etc. etc., dann besteht da eigentlich noch massiver Nachholbedarf.
Die Piraten hatten allerdings auch realistische Chancen, in den Bundestag und Landtage zu ziehen. In einige Landtage hat die Piratenpartei es dann immerhin auch geschafft und mitunter auch gute Politik gemacht. Leider hat sich die Partei intern zerstritten und hatte im Übrigen ein eher übersichtliches Programm.
Die Partei hatte Auswirkungen auf die Programmatik anderer schon bevor sie in Landtage eingezogen ist. Ihr Themenfokus war dabei auch keine Besonderheit unter Kleinparteien - jede zweite davon hat ein Kernziel mit wenig drum rum. Aber obwohl bei direkter Ansprache 98% der Wähler behaupten, Klima- und Umweltschutz wären nötig und die Grünen nur wegen dem Gendern unwählbar, steht die ÖDP trotzdem unter ferner liefen. Obwohl viel zu viele Deutsche verlogener Rechtsextreme in Form der AFD toll finden und sich beschweren, dass Politiker verlogen sind, steht die offen-ehrlichen Faschos vom 3. Weg unter ferner liefern. Obwohl gefühlt jeder zweite mit seiner Wahlstimme nur irgendwem einen Denkzettel verpassen will, laufen reine Protestparteien wie die PARTEI unter ferner liefen.
Etc. etc. etc.
Fakt ist einfach: Die deutschen sind mehrheitlich zu blöd oder zu faul (einige beides) für eine funktionierende Demokratie. In den letzten 40 Jahren haben es nur drei Parteien geschafft, neuen Inhalten einen Platz in die Politik zu verschaffen, obwohl das einer der zentralsten und wichtigsten Vorgänge ist:
- Die Grünen für Umweltschutz, Atomare Abrüstung und Atomausstieg - dank Tschernobyl
- Die Piraten für #Neuland, weil das gar keine andere Partei auf dem Schirm hatte, obwohl mittlerweile 50% der Wähler "schon drin" waren und man dort extrem leicht mobilisieren kann, sodass ganz ohne Konkurrenz auch die Mittel einer Kleinpartei reichten
- Die AFD als populistische angestrichene Sammelpartei des Rechtsextremismus zu einem Zeitpunkt, wo alle bestehenden rechtsextremen Parteien an internen Streitigkeiten kollabierten, während klassische Abschottungsargumente die Nachrichten über Monate bis Jahre hinweg dominierten
Jede Menge andere Anliegen, über die regelmäßig gejammert wird und für die es zugehörige Kleinparteien gibt, bleiben dagegen unbearbeitet, weil es bequemer ist, einen der Selbstdarsteller der 4-5 großen zu wählen als sich zu informieren, weil Leute ihre Stimme lieber dem falschen geben ehe sie "verloren" geht oder weil man schlichtweg nicht kapiert, was man da eigentlich wählt. (Imho sollten wir den Förderalismus samt Landesparlamenten und Landtagswahlen abschaffen. Die Leute behandeln das sowieso als Bundestagswahl light. Also sollten wir selbigen entweder wie den US-Kongress alle zwei Jahre wählen oder, das fände ich persönlich noch wesentlich besser, jedes Jahr 25% der Sitze neu vergeben. Mehr als genug sind es ja.)