Der Staat richtet sich halt nach den Nutzungsgewohnheiten der Bürger. Aber mir kamen die noch nie mit Wahtsapp oder was auch immer. Ihr wolltet doch Digitalisierung und das ist sie.
Ich weiß nicht, mit wem du sprichst, aber wenn du mich zitierst, dann solltest du dich an mich richten. Und nicht an "ihr". Und bezüglich des mangelnden Datenschutzes bei der Digitalisierung deutscher Instutitionen kannst du ja z.B. mal versuchen, beim Gesundheitsministerium einen Download-Link für die Corona-App (also das Ding, dass Impf-QR-Codes anzeigt und auswerten kann) zu finden, der ohne Zustimmung zu den Datenverwertungsfreigaben eines Apple- oder Google-Accounts nutzbar ist.
Oder gar das gleiche für die Corona-Warn-App. Die gibt es erst gar nicht in einer anderen Form. Die Bundestags-Informationsapp? Deutschland-Ticket-App? Personalausweis-App? AppleGoogleAppleGoogleAppleGoogle. Und von sowas wie staatsnahen oder -eigenen Institutionen wie DHL, Koordination an Schulen, etc. braucht man gar nicht erst anzufangen. Da ist dann ganz schnell auch noch Kuscheln mit Zuckerberg, Musk und Bezos zwingend nötig, während nicht-digitale Alternativen ersatzlos verschwinden.
Nur vereinzelt werden .apks von ein paar alternativen Download-Plattformen auch so angeboten, aber selbst da erfolgen die Uploads nicht durch Regierungsstellen, es sind also de facto Raubkopien, und eine direkte Bereitstellung (also einen simplen Link zu einer Datei auf dem ohnehin bestehenden Webserver) gibt es nirgends. Und das ist nur die staatliche Seite. Die Politiker selbst sind mittlerweile doch häufiger in Musks-Universum zu finden als im Plenarsaal.
Die Wähler haben sicher auch Angst vor Inkompetenz bei den kleinen Parteien.
Und deswegen wählen sie die AFD? Eine Partei, die so kompetent ist, dass sie zu Wahlen nicht antreten konnte, weil sie unfähig war die Wahllisten einzureichen? (Selbst die APPD kriegt das hin. Machmal jedenfalls.)
Oder meinst du damit die Wähler, die lieber die Union wählen? Eine Partei, die so kompetent ist, dass Deutschland iirc 4 Milliarden Euro an Atomkonzerne für die nicht-Produktion von Atomstrom zahlen muss, der nach ursprünglicher Rechtslage nicht hätte produziert werden dürfen? Und 600 Millionen an ein Konsortium von überwiegend IT-Firmen für eine Maut-Infrastruktur, die nicht gebaut wurde und von der von vorneherein klar war, dass sie nie gebaut werden dürfte?
Ein Glück, dass dank des umsichtigen Wählers bei der letzten Wahl eine hochkompetente Partei gewonnen hat. Allein was sich deren Bundeskanzler alles über Bankgeschäfte merkt, dass hätten anderen längst wieder vergessen. Und diese hochkompetente Innenministerin, die jetzt doch tatsächlich die verbotene Hamas in Deutschland verbieten will! Da wären inkompetente Kleinparteien wahrscheinlich nie drauf gekommen.
Also das Argument "Angst vor Inkompetenz" ist echt gut. Danke für den Lacher.
Sorry aber diese Argumentation halte ich für Blödsinn und das haben auch Experten mehrmals so zum Ausdruck gebracht!
Einmal war der Zeitfaktor entscheidend, der war viel zu Eng gefasst, eine Übergangszeit von 2-3 Jahren hätte wesentlich Druck aus dem Kessel genommen und dazu die einseitige Fixierung auf die Wärmepumpe!
Eben gerade "die einseitige Fixierung" ist doch eine komplette Erfindung von dagegen hetzenden Populisten. Das einzige Kriterum war von Anfang "Heizung wird mit 69% erneuerbarer Energie betrieben". Das war tatsächlich so ziemlich das einzige an dem Gesetz, was einigermaßen durchdacht schien, und ausgerechnet darauf haben sich regierungsuntaugliche Radikaloppositionelle eingeschossen.
Naja. Liegt vielleicht auch daran, dass Software aus Deutschland - und du sagst ja quasi, dass sie aus eigener Produktion kommen sollte - mitunter einfach nur Müll ist.
Wo die Software herkommt, ist mir tatsächlich relativ egal. Imho muss bei auch nur leidlich wichtigen oder mit kritischen Informationen hantierenden Dingen so oder so der komplette Quellcode geprüft werden (also bei absolut allem, was in Sachen Digitalisierung des Staates von Bedeutung sein könnte). Da kann der Code von mir aus auch Nordkorea stammen. Umgekehrt wäre es aber vermutlich halt billiger, wenn man ihn gleich in-House schreiben würde, denn ein lückenloses Audit fremden, unbekannten und möglicherweise schlecht dokumentierten Codes kann manchmal aufwendiger als selbermachen sein.
Aber was mich massiv stört, ist die Gleichsetzung von "Digitalisierung" mit "wir machen alles wie die Click Economy". Also Apps im Google Store und Webseiten randvoll mit Tracking-Cookies. Genau hier muss der Staat eigentlich einen Gegenpol setzen, nicht auch noch mitmachen und so selbst Bürger, die sich über sowas noch Gedanken machen, in die Abhängigkeit von und volle Transparenz gegenüber US-Servern treiben.
Offene Standards, Plattformneutralität, maximale Datensparsamkeit. Das ist angesagt.
Bei einigen kommunalen Webseiten war ich da schon positiv überrascht. Allenfalls über Browser-Whitelisting könnte man nochmal reden. (Sinngemäßes "Bitte benutzen sie Apple, Google von Google, Google von Microsoft oder Google von einem dubiosen chinesischen Unternehmen oder Firefox" beinhaltet aber immerhin noch eine denkbare Lösung.)