Der Lösungsansatz, viele mehr oder weniger von Vater Staat in Punkto Finanzierung abhängig zu machen, halte ich für nicht optimal. Da bekomme ich immer die Dystopie einer trägen, abhängigen Masse vors geistige Auge.
Das sind doch wieder Gespenster, um die es gar nicht geht. Aber ein sinnvoller Mindestlohn und eine soziale Besteuerung haben schon Vorteile.
Alternativ kann man auch das Modell der Kopfsteuer nutzen. Da liegen wir aktuell mit gut 760 Milliarden pro Jahr an Steuereinnahmen bei nur ca. 10.000,-€ pro Kopf. Das ist nun wirklich billig, Familien mit vielen Kinder, Rentner und andere werden das aber anders bewerten. Und wer das nicht bezahlen kann, wird halt versklavt. Das Modell gefällt mir nüchtern betrachtet nicht so gut.
Zweifellos wird es immer Bedürftige geben, die ohne staatliche Unterstützung kaum auskommen können.
In wünsche Dir in den USA von ganzem Herzen, dass Du niemals schwere Krankheiten bekommen wirst. Wird schon nicht passieren, aber soziale Sicherheit ist im Fall des Falles Gold wert.
Der Hauptansatz aus meiner Sicht ist eher, dass sich Arbeit auch zwingend lohnen muss. ...Gefühlt würde ein Mindestlohn in näherer Zukunft von ca. 20 €/h eher ein langfristiger Gewinn, statt ein kurzfristiger Verlust sein.
Aber das ist doch für jeden Neokapitalisten "purer Sozialismus!" Der Markt regelt das schon. Oder was bezahlen wir denen, die unsere Textilien nähen. Da kommst Du dann z.T. auf 20,-€ pro Monat.
.... Unsere Demokratie ist allerdings schon seit Langem durch neoliberales Gedankengut zersetzt. Klar: Es muss nicht jeder gleich sein. Stimme ich voll und ganz zu. ...
Das will auch niemand. Das ist wieder so ein Strohmannsargument aus bestimmten Kreisen. Niemand bestreitet die Individualität der Menschen und ihre Unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse.
Aber zum einen ging es um gleiche Rechte für alle, und da stand es noch zu meiner Jugend ganz schlimm für Frauen, die nicht einmal ein eigenes Bankkonto aufmachen konnten, ohne das Vater oder Ehemann dafür bürgten. Das kann man sich heute gar nicht vorstellen.
Und weiter allen Menschen ähnliche Chancen zu bieten hat auch einen gewaltigen Vorteil, um jedes Talent zu erkennen und zu fördern. Das ist für eine Gesellschaft ein Gewinn. Viel besser, als Menschen nach Geburt auf Posten zu setzen.
Man könnte schon einmal in einer Gesellschaft, die oft fälschlicherweise als Leistungsgesellschaft betitelt wird, stumpf damit anfangen, "leistungsloses" Einkommen deutlich stärker zu besteuern. Darunter fallen insbesondere Schenkungen, Erbschaften und Kapitalerträge.
Das ist ein ganz heikeles Thema. Prinzipiell bin ich da völlig bei Dir, aber es gibt Grenzen, die sollte man in Ruhe bewerten. Kennst Du die Höfeordnung und die Option, Bauernhöfe, völlig unabhängig vom Wert, steuerfrei an die Erben weiter zu geben? Ähnliches könnte man auch mit jeder anderen Firma machen. Das Problem ist meiner Ansicht auch nicht, wenn man eine Firma erbt und weiterbetreibt. Das Problem ist, wenn die Erben meinen, die geerbte Firma sofort zu verkaufen. Und genau dann müsste die Steuer richtig zuschlagen.
Auch die minimalen pauschalen Besteuerungen auf Aktiengewinne muss man differenzierter sehen. Für jene, die Geld anlegen, ist es viel zu wenig., für jene, die ein Unternehmen besaßen,. es zur Aktieoingesellschaft machten sind sie, zusammen mit allen anderen Firmensteuern, tendenziell zu hoch.
Aber diese Diskussionen werden alle nicht geführt. Auch die aktuelle Regierung wird keines dieser Themen angehen.