Findest du das Energiegebäudegesetz so ok?
Höchstwahrscheinlich werde ich es mal wieder mehr misraten den brauchbar finden, wenn es irgendwann fertig ist. Aber nicht weil es die Leute nicht in Wattebäuschchen packt und ihnen nicht streichelzart nahelegt, vielleicht in 200 Jahren mal ein kleines Bisschen was zu ändern. Das ist endlich mal mit der Hand auf den Tisch gehauen und Änderungen angestoßen werden, ist genaugenommen das einzig gute an dem Gesetz.
Problematisch finde ich, dass es wie so oft eine Kombination aus Verboten, Kompromissen, Sonderregelungen, willkürlichen Grenzwerten, etc. ist. Solche Gesetze verzapfen Grüne und SPD liebend gern und jedes einzelne mal endet es damit, dass die Firmen jede seltene Ausnahme als Schlupfloch entdeckt und systematisch ausnutzt, dass eine anders gepolte Nachfolgeregierung jede verspätete Frist bis zum Sankt Nimmerleinstag verlängert und diejenigen, die wenigstens grundsätzlich auf den Geist des Gesetzes reagiern, präzise exakt das Minimum der festgesetzen Werte zu erreichen versucht und keinen Millimeter mehr. Gradueller Prozess, teil-Verbot-Grenzwert-Gesetze und freier Markt passen nicht zusammen. Kapitalismus heißt nicht so, weil er auf Autoritäten baut, sondern weil letztlich alles über Kosten definiert wird.
Baue ich zum Beispiel neuen Wohnraum, dann sagt der Klimaschutz, dass ich die Wohnfläche möglichst stark verdichtet erstelle und so möglichst wenig Wärmeverluste zu haben. Gleichzeitig möchte ich möglichst viel Südfenster um die passive Heizung zu optimieren und möglichst keine Bäume damit meine Solarflächen maximalen Ertrag liefern.
Klimaanpassung sagt aber, dass ich eigentlich möglichst viel Raum zwischen den einzelnen Gebäuden haben will und Grundstücke mit Platz damit ich Starkregen puffern kann und Bäume pflanzen, die Schatten spenden und für Abkühlung sorgen. Ich hätte auch gerne unnütze Dinge (im Sinne des Klimaschutz) wie Gründach und Fassadenbegrünung.
Sonneneinstrahlung zur Heizung zu nutzen ist afaik Stand der 80er. Mit modernen Isoliermethoden kannst du ein Passivhaus mit der kompletten Nordfassade aus Glas bauen. Und Häuser eng an eng zu bauen hat im wesentlichen psychologische Auswirkungen auf die Menschen darin, die auch durchs Fenster nur noch auf Wende starren, aber nur bedingt auf den Energieverbrauch. Energetisch wesentlich sinnvoller sind große Gebäude am Stück, um die Zahl der Außenwände zu reduzieren und das ist auch im Sommer kein Problem. Im Gegenteil: Wenn man die sozialistischen Plattenbauten der 60er als Paradebeispiel solcher Formgebung nimmt (nicht mit den hochverdichteten der spät-80er zu verwechseln), dann sorgt die Kombination aus großen Wohneinheiten mit großen Schneisen dazwischen für ein deutlich besseres Stadtklima als westdeutsches klein-an-klein. Bullshit Nummer 3 ist das mit den Bäumen, denn Solarzellen baut man bislang ohnehin fast nur auf Dächer. Es gibt aber genug Baumarten, die werden dir nie einen großen Schatten 20 m über dem Erdboden werfen. Im Gegenzug nutzen sie das Sonnenlicht, dass sie abfangen, um CO2 dauerhaft zu binden, haben also über die Kühlwirkung hinaus einen direkten Klimanutzen.
(Trotzdem habe ich so meine Zweifel, dass der derzeitige Innenstadt-Baum-Hype in Deutschland eine sinnvolle Klimawandelanpassung ist. So ziemlich sämtliche Prognose sagen voraus, dass regelmäßige Niederschläge im Sommer bei uns immer seltener werden und ein Baum ist nichts weiter, als ein riesiger Wasserverdunster. Schon heute müssen vielerorts Stadtbäume im Sommer mehrmals die Woche bewässert werden.)
Niemand interessiert sich für Gender Sternchen.
Sowas wird von der Union und der Afd hoch gezogen, bringen aber nichts weiter.
Auch die Linke und die Grünen echauffieren sich gerne über (mangelndes) Gendern und/oder preisen als große Errungenschaft, wenn sie mal wieder irgendwo was durchsetzen konnten. Das ist, leider, für den Teil der größeren Parteien in Deutschland, denen man noch einen Hauch von Progessivität unterstellen könnte, oft wichtiger als Klima-, Umwelt- und Naturschutz zusammengenommen.
Wärmepumpen sind nur effizient wenn die Dämmung stimmt und der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt.
Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt allein von der Temperaturdiffernz ab. Dämmung und Stromquelle ist dafür vollkommen egal. Erstere spielt bei der Rentabilität eine Rolle: Wärmepumpe ohne Dämmung kostet viel und verbraucht weiterhin viel Energie, Dämmung ohne Wärmepumpe ist günstiger und spart ordentlich. Wenn also noch nichts da ist, sollte man erst dämmen. Aber trotzdem eine Wärmepumpe einbaut, erhält deren unveränderte Effizienz.