Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Wie wäre es mit "Luftschloss verkaufen", "es den Einhörnern überlassen" oder "Rumpelstilzchen schneller spinnen lassen"? Das sind ungefähr genauso realistische Vorschläge wie "einfach nicht mehr auf Rezession, Untergang, etc. hinsteuern" in einer Situation, in der seit JAHRZEHNTEN jede Regierung Wirtschaftsförderung bis zur Kotzgrenze betrieben hat und der erreichte Fortschritt immer noch nicht die Wünsche einiger nach einem "Wirtschaftswunder ohne Grundlage" erfüllt.
Umverteilung von unten nach oben halt. Rate mal, wer von den Wirtschaftsförderungsprogrammen am meisten profitiert hat. Genau: Die oberen 10% und 1%.
 
Also rein zufällig diejenigen, die immer wieder gerne fordern, man solle noch mehr Milliarden an die Wirtschaft verschenken und dann würde es garantiert allen besser gehen und der Umwelt sowieso. Also es käme genau das Gegenteil bei raus wie die letzten 70 Jahre beim gleichen Schema...


An der Abschaltung der Atomkraftwerke war allerdings auch die CDU und Frau Merkel Schuld.

Merkel und Westerwelle (samt anhängender Parteien) waren nicht "auch", sondern vollkommen allein daran Schuld, dass die AKWs unter Milliardenkosten als Reaktion auf Fukushima schlagartig abgeschaltet wurden.
Die Grünen dagegen hatten einen gleitenden, kostenneutralen Ausstieg mit den Betreibern vereinbahrt, weil das Problem mit dem Atommüll kommenden Generationen und das Problem der Proliferationen derzeitigen Generationen nicht weiter zumutbar war. Aber was nüchtern-sinnvolles wollte die Union halt nicht. Die hat Merkels alten Lobbykumpels den roten Teppich ausgerollt - bis sie auf einmal Angst bekommen hat, eine Wahl in BW zu verlieren und dann kamen Panikreaktionen. Die genauso durchdacht waren, wie Angst gesteuertes Verhalten überall anders auch.


Jedem mit halbwegs gesunden Menschenverstand war klar, dass wir den Ausfall von Atomkraft nur mit Kohle u.ä. kompensieren können, was seinerseits für mehr Treibhausgase sorgt.

Jedem mit halbwegs gesunden Menschenverstand war schon in den 90ern klar, dass die erneuerbaren Energien schleunigst ausgebaut werden müssen, dass der Straßenverkehr minimiert werden muss, dass Billigflugreisen ein no-go sind und dass aus der Konsumgesellschaft eine Effizienzgesellschaft werden muss. Aber gesunder Menschenverstand hat bei den Wählern offensichtlich keine Rolle gespielt.


Bei den Grünen finde ich aber die Sorgen begründet. Die hatten schon vor 40 Jahren genauso wie einige Wissenschaftler vor der Klimakrise gewarnt. Und niemand hatte sie damals für ernst genommen.

Die wurden ernst genommen, von Leuten die ihr Hirn eingeschaltet haben. Die Konferenz von Rio kam 91 nicht aus dem nichts, selbst die Kohlekumpels der SPD haben damals intensiv über Klimaziele Gedanken gemacht. Absolut niemand kann behaupten, sich auch nur rudimentär mit dem Zustand der Welt beschäftigt und trotzdem nichts gewusst zu haben. Die Fehler der Politik (ausgenommen ein kleiner Regierungsjuniorpartner für 7 Jahre) und der Wähler der letzten 30 Jahre geschahen wider besseren Wissens zur eigenen Bereicherung.

Deswegen wurde lange nichts gemacht. Und das was gemacht werden muß damit haben sie vollkommen Recht. Nur wie das gemacht wird ist nicht so optimal. Das muß man sensibler machen und nicht gleich die Menschen sozusagen ins kalte Wasser schmeissen.

Man hat die Menschen 30 Jahre gestreichelt und die Situation ist schlimmer und schlimmer geworden. Wann wäre es denn deiner Meinung nach Zeit für den Wassereimer? Wenn das Wasser irgendwo zwischen "sehr warm" und "schon verdunstet" ist?
 
Kann mich jetzt nicht spontan erinnern, das irgendein sozialistischer Staat ein Erfolgsmodell war, geschweige denn irgend ein Bürger in einem solchen Staat mit Dauergrinsen durch die Gegend lief, außer vielleicht Margot Honnecker...
 
Kann mich jetzt nicht spontan erinnern, das irgendein sozialistischer Staat ein Erfolgsmodell war, geschweige denn irgend ein Bürger in einem solchen Staat mit Dauergrinsen durch die Gegend lief, außer vielleicht Margot Honnecker...
Es waren bis dato auch nur Diktaturen mit sozialistischen Touch.
In Russland hast du gerade eine Diktatur mit demokratischen Touch, das funktioniert augenscheinlich ja auch nicht gerade besser und hat man einen seine eigene Wirtschaft ruinierenden Krieg in der Ukraine angefangen. Spricht das dann auch gegen Demokratie, weil es in Russland nicht funktioniert? Am Ende müssen doch, damit Systeme funktionieren können, die Rahmenbedingungen passen. Das betrifft alles, Wirtschaftssysteme, Sozialsysteme, wie Herrschaftsformen und betrifft damit am Ende eben dann auch sowas wie Sozialismus und Demokratie.
 
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Ich erinnere mich noch gut daran wie 2011 die Grünen gegen das 13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes stimmten und sich dem Merkel Wahn entschlossen entgegenstellten. Ok, vielleicht auch nicht.

Ansonsten gilt halt grundsätzlich, dass Deutschland die Klimakrise nicht alleine retten kann. Wenn man alleine vorprescht und auf eine Effizienzgesellschaft wechselt, zerstört man primär große Teile der eigenen Wirtschaft, solange man das einzige Land ist, das so handelt. Abgesehen davon hat Deutschland seine Emissionen gegenüber 1990 immerhin um 42% reduziert.
 
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Findest du das Energiegebäudegesetz so ok?
Nein. Ist zu unfair gegenüber Leuten die sich nicht jede Sanierung leisten können.

Dazu kommt noch:
Wir haben mittlerweile die 2'te Wärmepumpe (erste wurde in Garantiezeit nach defekt ausgetauscht...).
Aber:
Unsere Wärmepumpe läuft noch mit einem alten Kältemittel (Wärmeaustauschflüssigkeit).
Die Wartung unserer sehr teueren Wärmepumpe ist also (nach neuesten Gesetzen) nicht mehr gesichert...

Soweit ich weiß soll in Zukunft nur noch R290 (Propan) als Wärmeaustauschflüssigkeit erlaubt sein (Zumindest für neue Wärmepumpen).
Ob man dann zur Wartung der Wärmepumpe an Wärmeaustauschflüssigkeiten mit (minimal) schlechterer Ökobilanz noch rankommt bleibt abzuwarten :huh:
 
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Was wir vor allem brauchen ist Klimaanpassung. Wer glaubt, dass Deutschland mit Klimaschutz die Klimakatastrophe verhindern kann, sollte sich dringend diese Grafik ansehen



98% der weltweiten Emmissionen kommen nicht aus Deutschland. Oder anders: Was Deutschland seit 1990 eingespart hat, verbraucht Saudi Arabien nun mehr.
 
Wald ist ja sowohl Erholungsgebiet wie Lebensraum für unsere Flora u. Fauna + Klimaschutz.

Bei uns wird im Wald die letzten Jahre deutlich mehr abgeholzt wie aufgeforstet. Finde das schade und erschreckend.
Gerade jetzt wäre doch der Zeitpunkt um großflächig aufzuforsten. Und dabei möglichst robuste Bäume zu wählen, die hitzeresistenter sind und weniger Wasser/Regen brauchen.

Ich werde wohl noch erleben, wie mein Waldberg vor der Haustür kaum noch Bäume hat.
Wenn ich 30 Jahre zurückdenke, da war das noch dichter Wald.
Heutzutage ist es so licht, da kann man 200m durch den Wald schauen...
 
Ansonsten gilt halt grundsätzlich, dass Deutschland die Klimakrise nicht alleine retten kann. Wenn man alleine vorprescht und auf eine Effizienzgesellschaft wechselt, zerstört man primär große Teile der eigenen Wirtschaft, solange man das einzige Land ist, das so handelt. Abgesehen davon hat Deutschland seine Emissionen gegenüber 1990 immerhin um 42% reduziert.
Andere Länder sind aber weiter als wir. Z.B. in Skandinavien.
 
Klimaschutz gegen Klimaanpassung geht viel weiter.

Baue ich zum Beispiel neuen Wohnraum, dann sagt der Klimaschutz, dass ich die Wohnfläche möglichst stark verdichtet erstelle und so möglichst wenig Wärmeverluste zu haben. Gleichzeitig möchte ich möglichst viel Südfenster um die passive Heizung zu optimieren und möglichst keine Bäume damit meine Solarflächen maximalen Ertrag liefern.

Klimaanpassung sagt aber, dass ich eigentlich möglichst viel Raum zwischen den einzelnen Gebäuden haben will und Grundstücke mit Platz damit ich Starkregen puffern kann und Bäume pflanzen, die Schatten spenden und für Abkühlung sorgen. Ich hätte auch gerne unnütze Dinge (im Sinne des Klimaschutz) wie Gründach und Fassadenbegrünung.

Das Problem ist, beides kostet Geld und steht bei Planungen in Konkurrenz.
Andere Länder sind aber weiter als wir. Z.B. in Skandinavien.
Ich sage ja auch nicht wie sollen aufhören, wir müssen uns nur von der Illusion befreien, dass die Klimakrise in Deutschland entschieden wird.
 
Klimaanpassung sagt aber, dass ich eigentlich möglichst viel Raum zwischen den einzelnen Gebäuden haben will und Grundstücke mit Platz damit ich Starkregen puffern kann und Bäume pflanzen, die Schatten spenden und für Abkühlung sorgen. Ich hätte auch gerne unnütze Dinge (im Sinne des Klimaschutz) wie Gründach und Fassadenbegrünung.
Gerade in größeren Städten stelle ich mir das schwierig vor. Also Grundstücke mit viel Platz usw.
Wir haben Wohnungsmangel. Da muß jeder Platz irgendwie genutzt werden.
 
Gleichzeitig möchte ich möglichst viel Südfenster um die passive Heizung zu optimieren und möglichst keine Bäume damit meine Solarflächen maximalen Ertrag liefern
Stellen sich manche Leute so vor.
Aber:
Für mich sind eher die extremen Temperaturen im Sommer ein Problem (dieses Jahr zum Glück nicht so extrem).
Südfenster, dann noch ohne Verschattung durch Bäume, ist auch Hölle.

Da greifen immer mehr Leute zur Klimaanlage (mich eingeschlossen) und das frisst genauso Energie wie heizen im Winter...
 
Abgesehen davon hat Deutschland seine Emissionen gegenüber 1990 immerhin um 42% reduziert.
So kann man sich die Einsparungen natürlich auch eben einmal, zumindest etwas, schöner malen.

Woher stammen diese (gerne angebrachten) 42% Einsparungen eigentlich?
Richtig, zu nicht unerheblichen Teilen aus der abgewickelten / geschlossenen Industrie der DDR, die man da mal kurzerhand auf der Plusseite mit verrechnet hat. Ohne diesen "glücklich-bilanzierbaren" Umstand sähe die CO2-Bilanz, für das Klima, in Deutschland, deutlich bescheidener aus.

Aber hey!
Deutschland hat die letzten 30 Jahre doch "so große" Kraftanstrengungen zur CO2 Einsparung unternommen, hoffentlich "überfordert" es sich dabei nur nicht (noch). ;)
 
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98% der weltweiten Emmissionen kommen nicht aus Deutschland. Oder anders: Was Deutschland seit 1990 eingespart hat, verbraucht Saudi Arabien nun mehr.
Das wird sich auch nicht ändern, sondern noch schlimmer werden, wenn die ganzen Entwicklungsländer aus bspw. Afrika wirtschaftlich aufstreben wollen. Da die jahrzehnte und tlw. jahrhunderte lang vom "Westen" ausgebeutet wurden (und ggf. immer noch werden), werden die sicherlich nicht auf irgendwelche Klimaschutz-Argumente des Westens hören.
Bei uns wird im Wald die letzten Jahre deutlich mehr abgeholzt wie aufgeforstet. Finde das schade und erschreckend.
Gerade jetzt wäre doch der Zeitpunkt um großflächig aufzuforsten. Und dabei möglichst robuste Bäume zu wählen, die hitzeresistenter sind und weniger Wasser/Regen brauchen.
Welche Wälder? Richtige Wälder gibt's doch kaum noch. Ein Großteil der Wälder sind doch aus privatwirtschaftlichen Gründen nur Kieferforste. Die sind nicht nur unfassbar klima-, sondern auch natürschädlich und fackeln gern ab, was wieder ein Beispiel dafür ist, dass Schulden gern sozialisiert und Gewinne gern privatisiert werden.
 
Du wirst diesen Staat aber nicht mit Gendesternchen und über 60% Sozialanteil am Gesamthaushalt in die grüne Wunderlandschaft führen.
Niemand interessiert sich für Gender Sternchen.
Sowas wird von der Union und der Afd hoch gezogen, bringen aber nichts weiter.
Ansonsten gilt halt grundsätzlich, dass Deutschland die Klimakrise nicht alleine retten kann. Wenn man alleine vorprescht und auf eine Effizienzgesellschaft wechselt, zerstört man primär große Teile der eigenen Wirtschaft, solange man das einzige Land ist, das so handelt. Abgesehen davon hat Deutschland seine Emissionen gegenüber 1990 immerhin um 42% reduziert.
Deutschland steht doch nicht alleine da. Nordeuropa ist da schon deutlich weiter als wir. Die USA preschen nach vorne, der Staat lockt mit Milliarden Vergünstigungen. Selbst die Chines bauen ohne Ende.
Deutschland muss Gas geben, ansonsten kleben wir immer noch am Verbrenner fest, während alle andere den schon entsorgt haben.

98% der weltweiten Emmissionen kommen nicht aus Deutschland. Oder anders: Was Deutschland seit 1990 eingespart hat, verbraucht Saudi Arabien nun mehr.
Das ist 1 zu 1 Afd Gelaber.
Weil wir ja nur 2% beitragen, müssen wir nichts tun.
Dabei geht es um Technologie. Zeigst du der Welt, wie das geht, wollen die anderen das auch und wir verdienen daran.
 
Dabei geht es um Technologie. Zeigst du der Welt, wie das geht, wollen die anderen das auch und wir verdienen daran.
Das ist realitätsfremd. Die großen Treibhauserzeuger der Zukunft haben nicht die Mittel, um sich Hochtechnologie leisten zu können. Die beste Technologie wird auch nichts daran ändern, dass die Reichen der Welt tausende Male mehr Treibhausgase erzeugen als der Ottonormalverbraucher.
 
Niemand interessiert sich für Gender Sternchen.
Sowas wird von der Union und der Afd hoch gezogen, bringen aber nichts weiter.
Sorry, aber das genauso falsch wie es richtig ist, das "Gendersternchen" nicht, für den Durchschnittsbürger, der thematische Nabel der Welt sind. Allerdings, die letzte opinary Umfrage die ich zum Thema Gendern und Gendersternchen gesehen hatte (letztes Jahr) kam auf 114.000 Teilnehmer und rund 87% dieser Teilnehmer haben das Gendern in Schrift und Ton sehr klar abgelehnt.

Gerade in der deutschen Medienlandschaft und Politik interessiert die Stimmung nur halt absolut niemanden, weil man sich als "elitäre Spitze" wieder einmal als besonders richtig und tolerant verortet und meint daher große Haufen auf den "Pöbel", zur Thematik, geben zu können.

Nun wird gerade deswegen sicherlich niemand aus der Bevölkerung auf die Straße rennen und gegen protestieren, außer eben bei AfD und Union, aber das heißt halt auch noch lange nicht und automatisch, das den Menschen das Thema deshalb völlig egal wäre.
 
Man kann nicht der Mehrheit eine Verstümmelung der Sprache aufzwingen.
Nur weil sich kleine Minderheiten nicht richtig angesprochen fühlen.
Zum Glück aber ist das freiwillig. Ich werde niemals gendern.
 
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