Wenn genug Mindestlohn gezahlt wird, dann gibt es auch genug Anreiz zu arbeiten. Man kann nicht alles auf den Staat abwälzen. Auch Arbeitgeber haben ihre Pflichten. Und dazu gehört nicht nur Jobs zu schaffen, sondern auch noch ein bißchen mehr.
Tja, wo ist die Grenze?
Meine Tochter verdient sich etwas Geld hinzu, in dem sie Nachhilfeunterricht anbietet. Bzw. macht sie das über eine kleine Agentur. Natürlich kriegt sie keinen Mindestlohnt, aber ihre Dienste kosten pro Stunde 35€.
Man stelle sich aber vor, sie würde den Mindestlohn bekommen. Was würde die Stunde dann kosten? Und wer kann sich dann noch Nachhilfe für sein Kind leisten?
Arbeitgeber wollen möglichst viel für sich einstreichen, daher gibt es ja so viele Ausnahmen von der Regel. Hier wurde gute Lobbyarbeit gemacht. Oder große Unternehmen und Leiharbeit.
Was gelinde gesagt Unsinn ist.
Kapitalist zu sein bedeutet nicht automatisch Gewinne um jeden Preis erzielen zu müssen und zu wollen.
Genau da liegt aber einer der Knackpunkte, warum das System aktuell eine Abwärtsspirale ist, es geht nur noch um Gewinnmaximierung und dafür wird alles und jeder zu Zahlen und Posten gemacht.
Trotzdem ist das das Kredo der Branche. Du versucht Gewinnmaximierung zu erreichen. Dafür holst du dir teure Berater, die dann alles herauspressen, was geht. Hab ich ja selbst erlebt.
Das System kannst du auch nicht mehr ändern. Es gibt keinen sozialen, nachhaltigen, umweltschützenden Kapitalismus. Es gibt nur den einen Kapitalismus. Alles herauszupressen, was möglich ist, egal was danach ist. Egal ob Mensch, Tier oder Natur. Pressen, quetschen, würgen.
Der Kapitalismus denkt bis zum nächsten Quartal, aber nie weiter.
Ich will den Kapitalismus auch nicht abschaffen. Nur dadurch hast du Fortschritt, Innovation, was weiß ich.
Aber irgendwie muss der Turbo Kapitalismus eingebremst werden. Da ist der Staat gefragt. Er verfasst die Regeln, in denen alle leben.
Jemand der aber 2500 Euro im Monat zur Verfügung hat trifft es nicht annähernd so hart wie jemanden der nur 900 Euro im Monat hat und ersterer hat üblicherweise meist noch deutlich mehr Potenzial Kosten einzusparen, als letzterer, der schon so schauen musste wie und wo er sparen kann, um mit 900 Euro überhaupt hinkommen zu können.
Klar, mir geht es auch schlechter. Ich kann meine von Kindern gerollten Havannas nicht mehr mit einem Hunderter anzünden. Es reicht nur noch für den Fünfziger.

Aber wessen Schuld ist das jetzt? War Gas und Strom in den letzten Jahren zu günstig? Ist der Preis jetzt angemessen? Harald Lesch meinte mal, dass Energie viel zu günstig wäre. Energie kostet der Natur alles, egal ob Förderung von Fossilen, oder Transport oder Gewinnung. Keiner preist das mit ein.
Wir sind an einem Punkt angekommen, wo alles mit einem Schlag mehr kostet und jetzt müssen wir daraus die Lehren ziehen. Der Klimawandel an sich wird noch mal um ein Vielfaches teurer werden. Eine Lösung habe ich aber auch nicht.
Nur in bis angemessener Höhe und selbst das stellt man ja zunehmend in Frage (siehe das "die Jobcenter können nicht alle Preiserhöhungen übernehmen" bla bla letztes Jahr) und die Zahl der Fälle in denen die Ämter die Kosten nicht mehr in voller Höhe übernehmen steigt auch, weil "nicht angemessen".
Heizkosten müssen sie übernehmen. Das ist Gesetz. Stromkosten übernehmen sie nicht und die steigen auch.
Wohnungsgröße kann ein Problem werden. Zu Anfängen von Hartz musste ein früherer Schulfreund aus seinem Haus (also nicht sein eigenes Haus) ausziehen, weil das Jobcenter meinte, dass es zu groß wäre. Er musste zwangsweise mit seiner Familie (1 Kind plus schwangerer Frau) in ein Wohnblock ziehen. als das zweite Kind dann da war, bekam er eine größere Wohnung gebilligt, aber wieder Wohnblock ohne Fahrstuhl. Das Haus, in dem er vorher gewohnt hatte, war von der Wohngröße sogar kleiner als die neue Wohnung im Wohnblock.
Man sah, dass seine Frau schwanger war. Einfach drin wohnen lassen und dann passt das später mit 2 Kinder.
Da konnte man nur mit dem Kopf schütteln.
Und inzwischen hast du bei den Ämtern eh nur noch Quereinsteiger. Hauptsache irgendwas studiert und dann kannst du anfangen. Das System ist nach 20 Jahren kaputt.
Er muss sich auch ggf. bei anderen Dingen einschränken, z.B. Duschen und Baden, sofern Durchlauferhitzer, Waschmaschine weniger oft anstellen, oderbeim Kochen.
Aber schön das dir da an erster Stelle das BILD Lieblingsklischee in den Sinn kommt, vom faulen ganzen Tag Glotze guckenden Leistungsempfänger.
Kommt mir nicht. Den Begriff "soziale Hängematte" hatte Helmut Schmidt als erster genannt. Jemand, der von den Sozen auch heute noch geehrt wird.
Ich persönlich würde die Strafen eh abschaffen. Die Leute, die keine Lust auf Arbeit haben (ich hab da einen Fall im Bekanntenkreis), wird man eh immer mit durchfüttern müssen. Das ist so, das war so und das wird immer so sein. Das System wird nach allen Seiten hin ausgenutzt. Dazu kommen viele, die das Behördendeutsch nicht verstehen und deswegen Unterstützung gestrichen bekommen. Die können mit den ganzen Zetteln nichts anfangen, verpassen Termine oder sonst was. Dann gibt es diel, die nicht mehr können oder sonstige Probleme haben und dann gibt es die, die echt Pech im Leben hatten.
Ich zahle mit meinen Steuern für all diese Menschen und ich zahle gerne, damit es allen gut geht, keiner hungern und niemand frieren muss. Und die Handvoll, die keinen Bock haben und alles ablehnen -- ja, ist eben so.
Und der Leistungsempfänger der früher schon nicht wirklich über die Runden kam kommt es jetzt noch weniger.
Es reicht für alle die in Niedriglohn und tiefer stecken nicht mehr, aber davon rede ich auch schon die ganze Zeit.
Alle gucken in die Röhre. Ich weiß, dass ein Bürgergeldler kaum über die Runden kommt. Im Bekanntenkreis habe ich jemanden, der gerade den berühmten 1 Euro Job macht. Ohne die knapp 200€ extra im Monat würde er es nicht schaffen. Ich kenne ihn seit vielen Jahren. Einer, der wirklich Pech im Leben hatte. Immer bekam er vom Leben eins über die Rübe gezogen.
Nicht solange du meinst ein prikär verdienender Niedriglohnsektor (Mindestlohn) sei tragbar und akzeptabel und daher nicht anzutasten, aber das hatte ich im letzten Post schon geschrieben.
Die Sozen haben den Niedriglohnsektor gefördert und die Industrie hat die billigen Arbeitskräfte danken genommen und später wirst du das Problem haben, dass die alle an Altersarmut leiden werden.
Wird es schon, Inflation erzeugt auch automatisch Mehreinnahmen für denn Staat, aber das Geld verplant man ja direkt an allen anderen / neuen Stellen, statt damit die Mehrkosten an bestehenden damit zu decken.
Sie werden in die Rüstung gesteckt.
Man wird immer irgendwas als "Begründung" finden, warum es gerade schlecht ist, irgendwas nicht geht, oder man es nicht anpacken konnte, ob Bankenkrise, Covid, oder Krieg, üblicherweise sind es aber immer nur Ausreden, Probleme und Notwendigkeiten nicht anpacken zu müsesn / wollen.
Klar. Die Arbeitgeber werden immer jammern, weil es gerade jetzt schlecht ist, mehr Lohn zu fordern.
Die Regierung jammert immer, weil alles gerade nicht passt und der Bürger jammet, weil gerade alles teuer ist und die Bild hetzt wieder gegen alle, die ihr nicht passen.
Es hat schon seine Gründe warum nicht jeder Beruf automatisch anerkannt werden kann, aber das es zumindest in Teilen ins absurde abdrifftet, sowas nicht beschleunigt anerkennen lassen zu können ist schon seit Jahrzehnten Thema, ohne das sich da irgendetwas mal nennenswert bewegen täte, aber da wären wir dann wieder bei dem Punkt aus dem zitierten Punkt hier direkt darüber.
Seit Jahren wird geredet, dass man da was machen muss, um Fachkräfte anzulocken aber seit Jahren passiert nichts. Da müssen sich alle an die Nase fassen. Ausreden, wie "der andere war aber dagegen" zählt nicht mehr.